Kroatien 2026 – Solaris

Vorbereitungen

Den Eriba Nova 545 haben wir bestimmt gut einen Monat vor Abfahrt schon an den Doergen geholt. Er benötigte in diesem Jahr eine neue TÜV-Prüfung und auch wenn ich die Gasprüfung im letzten Jahr bereits erledigt hatte, sollte diese in diesem Jahr gleich nochmal mit gemacht werden, damit die Zeiträume wieder übereinstimmen. Bei den letzten beiden Malen habe ich die schon sehr, sehr alten Anschlussschläuche am Druckminderer nicht gewechselt – weil ich sie einfach nicht von der Metallleitung abbekommen habe.

Da ich den Wagen nun sowieso zum Händler zum TÜV bringen musste, habe ich das gleich mit erledigen lassen! Vorher auch den Kühlschrank wieder für den Gasbetrieb gängig gemacht, weil aufgrund der Nichtnutzung offensichtlich wieder Staub und Dreck am und um den Brenner saß. Ich hatte deshalb bei der Abgabe des Gespanns darauf hingewiesen, dass ich in 5 Minuten da sein könne, falls der Kühlschrank nicht anspringt. Das „Gespann“ habe ich übrigens ganz beim Händler gelassen, weil der auch gleich die Bremsscheiben und Beläge vom Yeti neu machen sollte. Diese waren aufgrund mangelnder Fahrleistung ebenfalls ein bisschen „vergammelt“. Ist mir im Single-Urlaub im Juni aufgefallen und damit wollte ich ehrlich gesagt keinen Wohnwagen ziehen. Naja, ist 10 Jahre alt das Auto, da muss schon mal was gemacht werden.

In der Ecke eines Wohnwagens ist hinter einer Gardine im "Wohnzimmer" eine USB-Ladebuchse auf einem kleinen Regalbrett montiert.
Schön versteckt in der Ecke.

Am Wochenende vor der Abfahrt habe ich dann endlich mal den Wasserhahn in der Küche erneuert, der schon seit Jahren nicht mehr funktionierte. Zwei Wochen vorher habe ich weitere USB-Ladebuchsen im Wohnraum unseres Eriba verbaut. Und Alex ist nun eine Woche vor Abfahrt angefangen, die Sachen in die Staufächer zu packen. In den Wohnwagen kommen nur die leichten Sachen. Wir haben z.B. unsere Aldi-Klapp-Campingstühle in den letzten Monaten gegen Faltstühle von Obelink getauscht. Die sind leichter und nehmen deutlich weniger Platz weg. Damit haben wir hoffentlich das Gewicht für ein viertes Fahrrad wieder raus, da Nachwuchs 1.0 dieses Jahr auch wieder mit nach Kroatien möchte!

07.08.2026 – Freitag – letzter Arbeitstag

Freitag wie üblich aus dem Büro nach Hause und gar keinen Bock gehabt, noch etwas vorzubereiten. Außer Dinge von A nach B legen und zu hoffen, sie nicht zu vergessen, habe ich nichts gemacht. Alex hatte wie immer schon fast alles im Wohnwagen in den Stauräumen unter dem Bett und der Sitzecke verstaut. Sie arbeitet dazu immer eine jährlich erweiterte und optimierte Liste ab, die auch Nachwuchs 1.0 inzwischen nutzt, um „Artikel“ abzuhaken. Ich habe das immer im Kopf und gehe in Endlosschleife durch, was noch fehlt oder wo wie angeschraubt werden muss.

Viele Campingutensilien liegen auf einem Esszimmertisch ausgebreitet.
Pack-Vorbereitungen

Heute war aber nur ausruhen. Der Große kam erst sehr spät mit seiner Freundin zu uns, so dass wir nur mit dem Jüngsten zusammen eine Pizza bzw. Lamacchun bestellten und dazu Ted Lasso schauten. Dann ausruhen, morgen wird alles abfahrtbereit gemacht!

08.08.2026 – Samstag – Letzes Packen

Ich hatte wenig Lust auf die Fahrt. Bei uns in Ostwestfalen war es schon reichlich warm. Die beiden Studenten chillten noch, der Kleinste ebenfalls und Alex und ich haben geräumt. Wasser in den Tank, nachdem ich ihn in der letzten Woche bereits mit Mittelchen gereinigt und (hoffentlich) desinfiziert hatte. Wir trinken das Wasser nicht, aber zum Zähneputzen unterwegs nutze ich die Anlage dann doch. Ansonsten wird nur die Toilette damit gespült. Die Klamottentaschen wurden gepackt und es ist mir diesesmal wirklich gelungen, noch reichlich Luft in der Sporttasche zu lassen. Dafür ist die Elektroniktasche prall gefüllt. Noch ein Ladekabel, noch ein Ladestecker (obwohl ich ja nun genug USB-Buchsen in den Eriba eingebaut habe). Aber haben ist besser als brauchen.

Ein Wohnwagen steht auf einer gepflasterten Fläche vor einem Einfamilienhaus in dessen Vorgarten Büsche und Bäume wachsen.
Am späten Nachmittag schon alles fertig.

Erstaunlich früh war dann alles irgendwie fertig! Die Fahrräder auf der Deichsel verzurrt, Ein Rad auf dem Heck- und eins auf dem Frontbett abgelegt, Verlängerungskabel, Heringe und Erdnägel mittig auf der Achse. Wie kann das sein? Aber es war tatsächlich schon Zeit, den Caravan über die mobile Waage zu movern. Wieder erwarten hat das auf Anhieb funktioniert. Punktlandung: 1.560 Kilogramm. Eintausendsechshundert dürfen wir! Zur Sicherheit haben wir die schwere Kiste mit den Heringen noch in den Yeti umgepackt. Das sind locker noch mal 15Kg gewesen. Ab ca. 16 Uhr war dann Ausruhen! Ich kann vor solchen Fahrten sowieso nicht entspannen und schlafen, da wollte ich wenigestens nicht noch irgendwas anderes außer Rumliegen machen. Wir haben den Abend dann bei Essen vom Lieferdienst und den letzten beiden Folgen der ersten Staffel von „Ted Lasso“ ausklingen lassen.

09.08.2026 – Sonntag – Abfahrt

Die zukünftige Schwiegertochter hat bei uns übernachtet – was an sich nichts besonderes ist, weil Nachwuchs 1.0 und sie am Wochenende quasi bei uns wohnen :-) Allerdings fährt sie nicht mit uns runter nach Kroatien, weil der Campingplatz ihr noch zu sehr „special interest“ ist ;-) Gestern abend, habe ich die Ankündigung der beiden, dass Tim bis Paderborn mit ihr zusammen in einem Auto die Urlaubsfahrt beginnen wird, mit den Worten kommentiert, dass ich vor einer Woche schon vorhatte einen Notizzettel mit genau diesem Inhalt zu versiegeln, damit ich sagen kann „Wusste ich doch!“. Um 3 Uhr klingelte also bei allen fünf im Hause Edler der Wecker. Bei mir nicht, denn ich hatte wohl um meine Einschlafschwierigkeiten wissend, den Echo angwiesen erst um 3:15 Uhr Alarm zu schlagen.

Dann ging’s aber sehr fix. Alles war gepackt, den Yeti hatten wir am Abend bereits vor den Wohnwagen gehangen und wir mussten nur noch ein paar Lebensmittel und Getränke von einem Kühlschrank in den anderen zu packen. Wir haben es trotzdem nicht zum ersten Mal geschafft die jedes Jahr von neuem ausgerufene Abfahrtzeit von 4 Uhr zu halten. Ich hatte am Vorabend alle Maut- und Reservierungsbestätigungen ausgedruckt – aber nicht zwei Etagen höher in den Drucker geschaut. Der hat natürlich nichts zu Papier gebracht und darum wurde noch einmal der ThinkPad im Schlafzimmer angeworfen. Um 4:15 Uhr sind wir dann aber letztendlich endlich auf die Piste. Wir mit dem Skoda Yeti und dem Eriba vorneweg und Nachwuchs 1.0 nebst Freundin im Peugeot e 208 GT hintendran.

Ein Wohnwagengespann steht nachts auf einer gepflasterten Fläche. Beim roten Zugfahrzeug sind die Frontscheinwerfer an und auch die Positionsleuchten des Wohnwagen brennen.
Auf geht’s!

Wir sind zunächst über die Südumgehung (den Wittel) bis zur Auffahrt Exter gefahren, weil das Autobahnkreuz Bad Oeynhausen teilweise gesperrt war und es sicht sehr staute. Der erste Fahrtabschnitt war nur bis zum Rastplatz Hövelsenne West. Dort hat sich der Älteste für die nächsten drei Wochen herzzerreissend von seiner besseren Hälfte getrennt und hat auf dem Beifahrersitz des Yeti Platz genommen. Die Freundin bewacht – und fährt vielleicht ein bisschen – den Peugeot. Und dann ging die Fahrt in den Urlaub „richtig“ los – bis zur nächsten Raststelle! Am „letzten Heller“ wurde noch einmal gehalten, weil ich ein penetrantes Klappern hinten am Auto nicht mehr ertragen konnte. Stellte sich raus, dass das Nummernschild fies vibrierte! Ein kleines Stück Hartschaumstoff (natürlich muss man sowas dabei haben!) zwischen Heckklappe und Nummernschildhalter hat für sofortige Ruhe gesorgt. Dann an Paderborn vorbei, von der A33 auf die A44 und weiter hinter Kassel auf die A7. Ab da beginnt dann die Berg- und Talfahrt, bei welcher der kleine 1.4tsi Motor ordentlich arbeiten muss.

Die Sonne geht hinter den Hügeln einer Autobahn auf.
Sonnenaufgang auf der Autobahn.

Bei Fulda wurde das erste Mal kurz gestoppt, um die Brennstoffvorräte des Zugfahrzeugs wieder aufzufüllen. Die Reichweitenangstapologeten vergessen nämlich gerne, dass sich auch beim Verbrenner die Reichweite teilweise mehr als halbiert, wenn hinten dran 1,6 Tonnen Last hängen. Aber ja, ich bekomme das sauteure Benzin schneller in den Tank, als die kWh in die Batterie. Noch, leider.

Ein Stau auf der Autobahn.
Stau bei Ingolstadt

Zack, waren wir auch schon in Bayern. Von der A7 geht es auf die A3 und dann auf die A9. Alles bei brütender Hitzeund auf der A9 dann auch bei Stau. Auf der Raststätte Greding West wurde das zweite Mal der Tank aufgefüllt. Und weil wir zu faul waren, von der Autobahn abzufahren, zu horrenden Kosten. Um München rum auf die A99 und dann auf die A8 wo wir dann beim einzigen Burger King in Deutschland In Bernau am Chiemsee ein Mittagessen einnahmen. Der Asphalt kochte! Die dortige Tankstelle war wegen Umbauarbeiten fast ganz geschlossen und ich hatte keine Lust, mit dem Gespann durch die Absperrungen zu zirkeln. Also blieb es bei Burger, Pommes und Eiscafé.

Ein Rastplatz hinter einer Tankstelle in Bernau am Chiemsee
Traditioneller Halt in Bernau

Der nächste Halt war dann die Raststation Eben, auf der ich im Juni übernachtet habe. Auch hier kein langer Stopp, wir wollen ja ankommen. Bis hier hin lief wirklich – bis auf um München rum – alles wie am Schnürchen! Nach Eben kommt sehr schnell der Tauerntunnel und dann sind es nur noch gut eine Stunde bis zum Tagesziel, dem Gasthof Rosegger Hof. Genau um 17:37 Uhr hielten wir vor der Schranke! Dreizehn Stunden und 23 Minuten inkl. einer Pause und den Tankstops. Die Staus haben uns offensichtlich nicht sehr lange aufgehalten. Alex hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir einen Platz mit Blick auf die Berge bekommen. Als wor vor der Schranke warteten, sah das gar nicht gut aus, weil es bereits so richtig voll war. Das hatten wir um die Zeit dort auch noch nicht. Aber der gewohnt etwas mürrisch drein blickende Wirt hat Alex den Wunsch erfüllt und wir standen recht schräg auf der Wiese, so dass man vom Heckbett aus genau die Berge schauen konnte.

Blick von der Autobahn auf das Tauernmassiv kurz vor der Einfahrt in den Tunnel.
Gleich geht’s unter den Berg.

Wir nutzen den ruhig gelegenen Halt weit abseits der Autobahn schon seit Jahren und sind sehr zufrieden damit. Ja, der Wirt ist manchmal etwas mürrisch, aber der Platz ist eben, hat Strom, Toilettennutzung und gegen ein sehr faires Entgelt kann man dort auch duschen. Das habe ich dieses Jahr auch wieder genutzt und man fühlt sich danach gleich ganz anders!

Wir sind dann noch einmal kurz zu den Brunnen vor dem Rathaus gegangen, Ben und Alex habe die Runde noch bis zum Schloss erweitert und Tim und ich wollten am Wohnwagen ausruhen. Es war mir zu heiß für jedwede Aktivität. Mich haben während der Fahrt die infantilen Radiomoderatorinnen die ganze Zeit genervt, die die extreme Hitze als „endlich scheint mal wieder die Sonne“ feierten und jedes Wölkchen bedauerten. Während wir durch abgestorbene Futterwiesen fuhren. Die Landschaft habe ich in den letzten Jahrzehnten um diese Zeit noch nicht so gesehen und diese infantilen Dampfbrabbler feiern die Klimakrise auch noch. Und ja, man kann nun meckern, dass wir nicht zu Hause geblieben sind und ja auch im Auto die weite Strecke fahren. Nun, man muss nicht alles perfekt machen, um auf Fehler und Dinge hin zu weisen. Wir fahren zu Hause fast ausschließlich Fahrrad, ansonsten ein Elektroauto. Haben PV auf dem Dach und heizen mit Wärmepumpe. Wir fliegen nie und werden den Teufel tun, eine Kreuzfahrt zu buchen.

Eine Wiese auf der etliche Wohnwagengespanne geparkt sind vor einem Kleinen Hügel mit einer Burgruine. Im Hintergrund sind die Alpen zu sehen.
Kurzcamping am Rosegger Hof

Zum Abendbrot hatte ich eine Pommes vom Gasthof und die anderen hatten von Alex zu Hause vorbereitete Brötchen. Nicht dass ich die nicht mochte, aber ich hatte wirklich richtig Hunger auf Pommes! Da wir zu Hause wegen „Ted Lasso“ aus Versehen ;-) auch noch Apple TV abonniert haben, bin ich zum Entspannen mit „Foundation“ angefangen. Das will von den anderen eh keiner gucken. Ben und Tim saßen noch ein wenig draußen, während Alex auf dem Kinderbett gesessen und auf die Berge geschaut hat. Ich kann mich nicht erinnern, wann die beiden Jungs in den Wohnwagen gekommen sind. Gegen halb elf sind mir die Augen zugefallen.

10.08.2026 – Montag – Anreise und Ankunft

Wir haben das erste Mal am Rosegger Hof keine Brötchen zum Frühstück bestellt, weil … äh … wir fanden die nie richtig gut. Ab sechs Uhr ist die Schranke geöffnet und wir wollten diesmal wirklich früh los. Ich war auch schon um halb viertel nach 5 wach, habe aber noch etwas gedöst. Es war draußen noch angenehm kühl und durch den Schlitz unter den herunter gelassenen Verdunkelungen strömte angenehme Luft. Aber nutzt ja nichts, wir wollen nach Solaris. Also lauter geworden und den Rest der Bande aufgeweckt. Schnell angezogen, Zähneputzen am Waschbecken im Eriba, das Stromkabel zusammen gerollt und die Fahrräder wieder auf die Betten gelegt. Als Alex und die Jungs von der Toilette zurück kamen, mussten wir nur noch einsteigen und los. Alex hatte vorher noch schnell Kaffee für die Fahrt gekocht und in Warmhaltebehälter geschüttet. Die kamen in die Taschen in den Türen und dann los. Wir sind nicht um 6 Uhr durch die Schranke, aber trotzdem als Zweit um 6:15 Uhr vom Platz gerollt.

Die Streckenmaut für die österreichische Autobahn, die Tauernstrecke und den Karanwankentunnel hatte ich, wie im Juni schon, im voraus bei Asfinag gekauft. Das klappte auch ein paar Minuten später bei der Zufahrt auf die neue Röhre wie am Schnürchen. Der Tank war noch zu 2/3 gefüllt und wir wollten erst in Slowenien nachfüllen, weil es dort viel günstiger ist. Bis nach Ljubljana ist es ein Katzensprung und wir kamen gut voran. In der Hauptstadt dann aber Stop & Go wegen dichtem Verkehr. Ätzend, auch wegen der Temperaturen die langsam Richtung 30°C wanderten.

Nachdem wir die Stadt hinter uns hatten, fuhren wir durch die bewaldeten, gar nicht mal so niedrigen Hügel immer steil bergauf und bergab. Und dabei musste ich die Wassertemperatur vom Yeti ständig im Auge behalten. Es war inzwischen nämlich so heiß, dass zu viel Gas beim Überholen dazu führte, dass der Zeiger abrupt jenseits der 90°C stand! Es schien nicht nur bei unserem Auto warm zu sein. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals so viele gestrandete Fahrzeuge am Straßenrand gesehen zu haben. Das war am Vortag bereits so und an diesem Tag ist es mir in den Hügeln noch einmal besonders aufgefallen! Viele, viele Autos mit offenen Motorhauben. Und in den Stausituationen auch viele Rempler. Den Menschen scheint das Klima auch auf’s Gemüt zu schlagen und die Konzentration zu beeinträchtigen.

Stau auf einer ansteigenden Autobahn. Das Bild ist im Zusatzrückspiegel für Wohnwagen aufgenommen.
Über eine Stunde Stau, bergauf in der prallen Sonne.

Etliche Kilometer vor Adelsberg war dann mitten an einem steilen Anstieg Feierabend! Alles stand in der prallen Sonne. Die Slowenen bauen an der Autobahn und die Fahrbahnverengungen führen zu Stau. Einmal weil soviel los ist, zum anderen aber auch, weil es Menschen gibt, die ständig zwischen den Spuren wechseln um vermeintlich schneller voran zu kommen. Die nachfolgenden Fahrer/innen bremsen … die Welle setzt sich nach hinten fort: Stillstand. Mit 1,6 to am Haken bei 34°C ohne kühlenden Fahrtwind steil bergauf. Na herzlichen Glückwunsch. Die Ankunftzeit auf dem Navi hatte sich schon 1 1/2 Stunden nach hinten verschoben und wir kamen nur meterweise voran. Die Restreichweitenanzeige reduzierte sich für jeden Kilometer im Schritttempo um 10 Kilometer die wir noch fahren könnten. Nach einer Stunde brennen in der Sonne waren wir zumindest oben auf dem Hügel. Die Klimaanlage kämpfte und ich war sehr froh, dass ich von der Kupplung nichts gerochen habe.

Irgendwann wurde es dann nur noch zweispurig und ganz plötzlich fuhren wir erst mit 30, dann mit 60 und 80 Km/h … der Knoten oder was auch immer, war geplatzt. Irgendwas zu sehen war nicht. Das war fast direkt an der von uns sowieso angepeilten Raststätte MOL bei Adelsberg. Hier haben wir ein letztes Mal das gute E10 in den Yeti gekippt. Bis nach Solaris sollte das dicke ausreichen. Ab hier verlief die Fahrt dann ohne weitere Vorkommnisse. Ich hatte Sorge um die Kupplung, die anfing ein bisschen zu rupfen, wenn man zu beherzt Gas gegeben hat und ich sorgte mich daher um die steilen Straßen bei Portorocz und hinter der kroatischen Grenze. War aber alles kein Problem. Schön sinnig fahren, keine Spirenzchen machen und das Gaspedal nur streicheln hat geholfen.

Ein schmaler Damm mit zwei asphaltierten Fahrspuren führt über eine breite Bucht auf eine bewaldete Hügelkette zu (Mirnamündung).
Unser Lieblingsdamm!

An keiner Grenze mussten wir warten, schwuppdiwupp rollten wir die immer holpriger werdende Zufahrtstraße von Tar/Vabriga runter zu den Valamar-Anlagen. Man darf dort nur 40 fahren und schneller möchte ich dort mit dem Gespann inzwischen auch nicht mehr. Um 11:23 Uhr haben wir uns nach 1.210 Km in die Wartezufahrt vor der Schranke zum Campingplatz gestellt und sind danach zur Rezeption gestiefelt. Knapp 18 1/2 Stunden Fahrtzeit inkl. der kurzen Tankstopps und das trotz vieler Staus bedeuten wohl, dass wir ansonsten sehr gut durchgekommen sind. Trotzdem war ich aufgrund der Hitze ziemlich groggy.

An der Rezeption mussten wir diesmal wieder nicht bangen, ob wir einen guten Platz bekommen würden, da wir bereits im Dezember einen festen Stellplatz gebucht haben. Den hatte ich im Juni auch schon ausreichend inspiziert und für gut befunden. Wir wussten daher sogar schon, wie wir den Wohnwagen auf die Parzelle stellen und wo der Yeti mit dem Dachzelt geparkt wird. Wir sind also nur vor den Stellplatz, abgekuppelt und von Hand einmal kurz geruckt, fertig. Auto abgestellt und schon beginnt der Aufbau. Als ich anfing die Stützen runter zu kurbeln, sprang der bayrische Nachbar gleich auf und rannte mit einem Akkuschrauber aus dem Vorzelt heraus auf mich zu. Ich habe allerdings dankend abgelehnt und gesagt, dass ich so ein Ding selbst mit habe, es aber bewusst gar nicht nutzen möchte. Ein sehr erstauntes und nicht verstehendes Gesicht war die Antwort. Das Ding habe ich einmal benutzt, festgestellt dass es praktisch keinen Vorteil bietet und ich lediglich schlechter fühlen kann, wieviel Druck auf den Stützen bereits ist. Zudem ist es lauter, als einfach so zu kurbeln.

Trotzdem wir nur eine Markise ausrollen müssen, haben wir doch 2 1/2 Stunden gerödelt, bis die Teppiche richtig liegen. Nein, kein Flokati, sondern Vorzeltteppiche, damit der spitze Split nicht so in die Füße sticht und wir barfuss aus dem Wohnwagen können. Ich habe zu Hausen noch einen zweiten gekauft, den wir vor den Yeti legen können, damit der Nachwuchs auch bequem aus dem Zelt kommt. Für die essentielle Hängematte mussten wir das Zweibein zum Abspannen auspacken, da unser Platz leider keine Bäume hat :-( Aber wir kommen bequem an einen Ast eines Baumes und können dann mit Hilfe des Zusatzgestells die Hängematte abspannen.

Blick aus dem Fenster eines Dachzeltes durch Bäume und über Wohnwagen hinweg auf das Meer der Adria.
Zimmer mit Aussicht

Nachdem wir aufgebaut hatten, fuhr auf den Platz neben uns eine italienische Familie mit einem Audi-Kombi gefahren und ich wunderte mich, ob die wohl mit einem Zelt da wären. Aber nach einiger Zeit und etwas ausräumen blieb die Frau alleine auf der Parzelle auf dem Boden sitzen und der Mann fuhr mit beiden Söhnen wieder weg. Hm, einsamer Urlaub! Allerdings zogen sie nach einer Stunde einen Wohnwagen auf den Platz. Der war wahrscheinlich in einem Depot untergebracht, Aufgebaut wurde aber sehr langsam und sparsam. Abends war lediglich die ganze Fläche vor dem Wohnwagen mit einer Plane abgedeckt. Keine Stühle, keiin Tisch, ein Sonnenschirm. Merkwürdig.

Kurz war ich nörgelig, weil ich dachte ich hätte den Schraubanschluss von Gardena für den Übergang vom Wasseranschluss an unseren Schlauch vergessen. Fand ihn dann aber doch noch in den Tiefen der vielen Staukisten. Somit war für mich gesichert, dass ich nicht mit in den Supermarkt musste, um den ersten Einkauf zu erledigen. Das haben Alex und Tim erledigt, während Ben schon chillig auf Matten im Schatten lag und ich eine jahrealte Telekom-SIM mit unbegrenztem Datenvolumen in meinem kleinen Mobilrouter zum laufen gebracht habe.

Ein Wohnwagenstellplatz. Vor einem Caravan mit Markise stehen Campingmöbel. REchts im Bild ist das Zugfahrzeug mit einem aufeklappten Dachzelt.
Unsere Ponderosa

Zwischendurch waren Alex, Ben und Tim schon mal im Meer. Ich bin später auch noch einmal und der Jüngste kam mit. Danach haben wir rumgegammelt. Alex und ihr Erstgeborener kamen dann nach knapp einer Stunde zurück, hatten Lebensmittel, Schlickersachen und ein bisschen Cola im Gepäck. „Ein bisschen“, weil sowohl der Plodine, als auch der Tommy quasi leer gekauft waren. Im Plodine waren wohl auch andere Regale leer und es sah ungepflegt aus. Das hört sich nicht gut an.

Danach weiter ausruhen, hier und da gucken, Alex hat mit Bekannten geschrieben, die wir in 2019, 2020 und 2021 hier schon einmal getroffen haben und die dieses Jahr aufgrund der überschneidenden Sommerferien in beiden Bundesländern gleichzeitig mit uns hier sind. Traditionell stehen sie aber in einer ganz anderen Ecke auf dem Campingplatz als wir.

Gegen halb 8 bekamen wir alle Hunger und die Frage, wo wir essen gehen, war vom Jüngsten schnell beantwortet: Am ersten Tag gehen wir immer in den Galeb! Dann heute natürlich auch. Wir haben uns gesetzt und leider begann zur gleichen Zeit die Zwei-Personen-Band zu spielen. Ich möchte gar nicht die Qualität beurteilen, die war wahrscheinlich gar nicht so schlecht, wenn man auf etwas leierige Country-Musik steht. Aber sie war unerträglich laut! Das ist in erster Linie ein Restaurant, in dem die Gäste doch auch miteinander kommunizieren möchten. Das war gestern nicht möglich. Selbst die Servicekräfte hatten Probleme unsere Bestellung aufzunehmen – wir mussten schreien! Wäre die Aussicht auf’s Meer und die Ungewissheit ob wir im Kopalo oder Sidro einen Platz bekommen würden nicht gewesen, ich wäre gegangen. So habe ich stoisch und immer schlechter gelaunt auf das Essen gewartet. Wir haben es alle runter geschlungen und sind dann geflüchtet. Wenn Galeb, dann nur vor 20 Uhr. Unerträglich!

Wohnwagen mit Markise. Der Bereich unter der Markise ist durch eine kleine LED-Lichterkette beleuchtet.
Ausnahmsweise habe ich eine Lichterkette aufgehangen.

Auf dem Rückweg sind wir an dem vermeintlichen Stellplatz der Bekannten aus Baden-Württemberg vorbei gegangen und haben dort auch deren Ponderosa entdeckt. Allerdings waren die drei wohl auch unterwegs. Darum ging’s auf einer großen Runde wieder zurück zu unserem Claim geschlendert. Ben und Alex haben sich am Sidro ein Eis gegönnt und ich bin mir nicht sicher, ob im Juni auch schon 2,50€ für eine Kugel Eis aufgerufen wurde. Alex hat sich dann in ihre Hängematte verzogen, Ben lag auf seinem Bett, Tim in seinem Dachzelt und ich habe mich irgendwann ins Bett gelegt und bin mit der zweiten Folge von Foundation angefangen. Allerdings war ich so müde, dass ich nur die erste Hälfte geschafft habe. Dann fielen mir die Augen zu. Alex sagte, sie habe gegen drei Uhr nachts die Hängematte gegen das Doppelbett getauscht.

Angekommen, erster Tag vorbei!

11.08.2026 – Dienstag

Puh, ist das warm! Es war hier in Kroatien durchaus schon oft wärmer als 30°C, aber es kommt mir jetzt noch viel unerträglicher vor. Vielleicht, weil es zu Hause auch schon warm war? Jedenfalls ist das keine 100 Meter entfernte Meer eine Erleichterung und ich feiere jeden kleinen Windhauch! Ben und Tim haben lange im Bett geschillt und Alex und ich sind auch recht spät aufgestanden.

Für unsere Verhältnisse früh hatten wir dennoch den Frühstückstisch gedeckt und wir haben die von Alex vorher gekauften Brötchen mit Lino-Lada und Aufschnitt, Frischkäse so leckeren Sachen verspeist. Nach dem Brötchen kaufen und vor dem Speisen war Alex aber auch schon eine halbe Stunde mit dem Paddelbrett auf dem Meer und berichtete von hunderten Spiegelei-Quallen. Die hätte ich auch gerne gesehen, ich kann mich aber nicht aufraffen irgendwas zu machen. Es ist soooo warm, mir ist der Kopf ein wenig matschig.

Ben hat fast den ganzen Tag im Wohnwagen auf dem Bett gelegen. Dort ist es minimal kühler als draußen, dafür ist die Luft noch stickiger. Tim ist nach 12 Uhr hoch zur Rezeption gegangen und hat sich mit seinem Microsoft Surface in die voll klimatisierte Rezeption gesetzt, um für die Uni eine Hausarbeit zu beenden. Ein paar Tage hat er noch! Alex ist in der Zeit auch noch mal mit dem Rad hoch zum Supermarkt am Campingplatzeingang, um Marmelade und Cola Light zu kaufen, die es im Plodine am Vortag nicht gab. Ich habe währenddessen – auf Drängeln der Frau – an diesem Text geschrieben, genauer, ich bin damit überhaupt erstmal angefangen. Es ist so warm, dass ich mich konzentrieren muss, auf den Bildschirm zu schauen. Fast so wie im Büro, wo es in den letzten Wochen auch durchaus mal über 30°C heiß war.

Zwischendurch waren Alex und Ben im Wasser, ich seltener, Tim ist nach 3 1/2 Stunden schon wieder von der Rezeption zurück gekommen und wir haben grundsätzlich nur rumgegammelt. Alex nicht, die hat für uns dankenswerterweise das Geschirr gespült und die durchgeschwitzte Kleidung der Hinfahrt durchgewaschen!

Ich hatte mich ja gestern gewundert, warum der Italiener auf der Nachbarparzelle so sparsam aufgebaut hat und mit einem Sonnenschirm zufrieden war. Das klärte sich auch kurz vor Mittag, als ein VW Bulli mit zwei Männern auftauchte, welche dann der Familie das Vorzelt vor dem Wohnwagen aufbaute. Das habe ich hier auch noch nicht gesehen. Der Caravan wurde noch einmal nivelliert und dann das ganze Drumherum ausgepackt und zusammen gesteckt. Gut, dass es so einen Service gibt, aber das wäre nichts für mich. Da fühle ich mich unwohl.

Eine aufblasbare Leinwand auf der eine Szene von "Zoomania 2" zu sehen ist. Vor der Leinwand sitzen viele Menschen und schauen gebannt zu.
Zoomania 2 im Srandkino

Habe ich die Wärme erwähnt? Am Nachmittag kam ein Teil der befreundeten Familie hier vorbei und wir haben uns herzlich begrüßt. Immerhin haben wir uns nun vier Jahre lang nicht gesehen. Der Mann und der Sohn waren mit dem Paddelbrett an der Küste entlang und sie ist dann den kleinen Umweg bei uns vorbei gekommen. Danach haben wir wieder nur gechillt. Man kann auch sonst echt nichts machen. Zum Abendbrot gab es Cevapcici und Hähnchenspieße und Pilze und Salat und es war wirklich etwas viel! Direkt danach sind wir noch schnell ins Meer gesprungen, weil um 21 Uhr das Strandkino begann und Ben mit Alex „Zoomania 2“ schauen wollte. Nachwuchs 1.0 und ich sind auf der Parzelle geblieben. Ich habe „Foundation“ weiter geguckt. Hat gute Schauwerte, könnte m.M.n. aber auch etwas gestrafft sein. Tim hat derweil auch was auf seinem Surface gemacht.

Als Alex und Ben gegen 23 Uhr zurück kamen, sind wir recht schnell jeder in sein Bett verschwunden. Tim auf’s Auto, Ben auf seine Seite, Alex in die Hängematte und ich ins Doppelbett. Allerdings habe mindestens ich ziemlich schlecht geschlafen, obwohl mir die Augen immer zufielen. Etwas kühlere Luft am Abend fänd ich schon super.

12.08.2026 – Mittwoch

Erholsam finde ich die Nächte bis jetzt noch nicht. Es kühlt gar nicht richtig ab. Alex ist irgendwann gegen 4 Uhr von der Hängematte ins Bett gewechselt. Die Jungs haben vor sich hin geschnarcht – der jüngere weniger als der Erstgeborene. Wir haben spät gefrühstückt, Brötchen musste aber niemand holen, weil wir von gestern, vorgestern und sogar zu Hause noch Brötchen im Schrank hatten. Vorher war Alex kurz im Wasser, der Kleine hat da noch geschlafen und der Große war nicht mit, weil er schon mit der Freundin am Telefon hing. Die fuhr an dem Tag mit einer Freundin per Zug, und Nachtzug nach Florenz und natürlich waren die Umsteigezeiten aufgrund der bekannten Pünktlichkeit der Deutschen Bahn vakant. Ein wenig Aufregung.

Während unseres Frühstücks kam der auch gar nicht mehr so kleine Junge unserer Bekannten rum und wir haben ein bisschen gequatscht. Bis irgendwann die Eltern vorbei kamen und ihn mit zum Erfrischen im Meer genommen haben. Danach sind wir auch immer von der Parzelle ins Wasser und zurück und wieder rein gewechselt. Unterbrochen von ein bisschen Unterhaltung mit den Bekannten, etwas Spielen der beiden Jungs bei uns am Wohnwagen und rumgammeln und lesen – bzw. an diesem Text schreiben. Habe ich erwähnt, wie warm es ist? In 1 1/2 Wochen soll es an zwei Tagen gewittern und ich mache mir jetzt schon Gedanken, wo wir dann die Möbel unterbringen. Ich hatte ja extra ein „Toilettenzelt“ gekauft, dass wir natürlich zu Hause gelassen haben. Dafür liegt ein großer Pavillon im Kofferraum, den wir nicht aufbauen, da der Platz trotz „eigener“ Bäume halbwegs ausreichend Schatten hat.

Ein kleine grüne Eidechse schaut auf einem grünen Vorzeltteppich auf den Kopf einer wenige Zentimeter entfernt liegenden Frau.
Alex hat Besuch

Der große Junge ist nach dem Frühstück gleich mit dem Laptop im Rucksack in die klimatisierte Rezeption geschlappt. Die Hausarbeit ist auf 60 Zeitstunden angesetzt und dann muss noch die ein oder andere Einheit dort „absitzen“. Wir drücken die Daumen. Immerhin kam zwischenzeitlich die Nachricht, dass eine der beiden direkt vor der Abfahrt geschriebenen Klausuren bestanden wurde.

Den Tag haben wir ansonsten mit dem Wechsel zwischen Campinstuhl und Meer verbracht. Zwischendurch war Ben auch mal mit oben bei den Freunden am Wohnwagen. Ich selbst habe überhaupt keine Lust irgendetwas zu machen. Gleichzeitig habe ich ständig Unruhe im Kopf, dass ich doch nicht den ganzen Tag rumsitzen kann und wir doch dringend was unternehmen müssen. Das kann ich einfach nicht ablegen.

Die Sonnen flach über dem Horizont des Meeres am Strand von Kroatien.
Gleich passiert es!

Grundsätzlich haben wir auch ziemlich viel Denkarbeit darauf verschwendet, wie wir heute die (hier leider nur partiell sichtbare) Sonnenfinsternis begleiten und ob wir durch die Sichtschutzbrillen Fotos machen können. Um 19:27 Uhr sollte es los gehen und wir haben darum extra unseren „Essen gehen“-Tag verschoben und nur auf der Parzelle Abendbrot gegessen. Eine halbe Stunde bevor sich der Mond langsam vor die Sonne schieben würde, sind wir noch schnell zum Abkühlen ins Wasser gegangen. Dann wieder hoch zum Wohnwagen, abtrocknen und die Handys schnappen. Am Strand war schon einiges los, da wir offensichtlich nicht die Einzigen waren, die das Spektakel beobachten wollten.

Eine partielle Sonnenfinsternis hinter dichten Wolken.
Leider wenig zu sehen.

Als sich der Mond dann endlich vor die Sonne schob, konnten wir das durch unsere Filterbrillen sehr gut sehen. Schon interessant, aber nicht spektakulär. Es ist halt eine bestimmte Konstellation mehrerer Himmelskörper. Leider habe ich mit meinem Pixel keine brauchbaren Fotos machen können. Alles überstrahlt, auch mit dem extra besorgten Filter. Und als es dann dunkler gewesen wäre, ist die Sonne in die Dunstwolken eingetaucht und ward nicht mehr gesehen. Ich war schon ein bisschen entäuscht und ich glaube der älteste Nachwuchs noch ein bisschen mehr. Nunja, können wir alle nichts zu.

Wir haben noch etwas an „unserem“ Strandabschnitt gesessen und mit den Freunden erzählt, bevor wir uns zur Cocktailbar am Galeb aufgemacht haben. Dort war es ziemlich voll. Wir haben aber noch einen Sitzplatz auf der Mauer gefunden und dann (sehr lange) unsere Cocktails bestellt. Der Service kam mit dem Gästeandrang augenscheinlich nicht so richtig zurecht und der junge Mann, welcher unsere Wünsche aufnahm und gleichzeitig auch kassierte, schien keine besonders gute Laune gehabt zu haben. Für drei Cocktails und eine Cola haben wir 36€ bezahlt und Alex hat 40€ gegeben. Dafür erwarte ich nicht, dass sich in den Staub geworfen wird, wenn wir gleichzeitig die Getränke noch selbst an unseren Platz tragen, aber ein missmutiges „OK“ als Antwort fand ich blöder als gar keine Reaktion.

Die Adria bei Nacht. Die Laternen der Strandpromenade beleuchten das sehr flache Wasser der Küste und in der Ferne erhellen die Positionslichter der Fischerboote den Horizont.
Nachts am Galebstrand.

Einen zweiten Cocktail haben wir nicht bestellt, da Nachwuchs 1.0 versuchte ein Bier zu bekommen und ihm beschieden wurde, dass würde 20 Minuten dauern. Dann eben nicht. Haben uns also alle wieder auf den Weg zu unseren Hütten gemacht und sind ins Bett gegangen. Habe ich schon gesagt, dass es warm ist? Nachwuchs 2.0 hat daher an dem Abend – zum Leidwesen der Frau – die Hängematte belegt und dort auch die ganze Nacht verbracht. Ich glaube, ich bin halbwegs zeitig eingeschladen, kann mich aber nicht mehr erinnern.

13.08.2026 – Donnerstag

Wieder nicht so richtig gut geschlafen, Nachts hin und her gewälzt. Ich denke immer noch an die Arbeit, auch wenn ich bis jetzt nur einige Threema-Nachrichten beantwortet habe. Wann genau wir wach geworden sind, kann ich am Tag danach (an dem ich diese Zeilen schreibe) schon nicht mehr sagen. Alex warum kurz vor neun Uhr beim Bäcker und hat Croissants und Baguette geholt, dann gab es das übliche Frühstück unter der Markise und Alex ist danach mit dem Paddelbrett los gezogen!

Tim hat an seiner Hausarbeit weiter geschrieben und ich drücke die Daumen, dass er hier im Urlaub durchhält und die Seiten fertig bekommt. Ist wahrscheinlich schon blöd hier unten am Rechner zu sitzen und zu schreiben. Andererseits kann man es auch wie Home-Office am Urlaubsort sehen. Ich könnte wahrscheinlich auch einen nicht kleinen Teil meiner Arbeit genauso gut hier im Campingstuhl erledigen und müsste nicht zwingend dafür im Büro sitzen. Vor dem Hintergrund ist es doch eher angenehm, die Hausarbeit hier unten schreiben zu können, statt in der Uni in Paderborn. Aber was weiß ich davon schon.

Man sieht das Vorderteil eines Gravelbikes vor einer Straße mit einem großen Haus auf der anderen Straßenseite. Ein Baum wirft Schatten auf die Szene.
Meine Lieblingsraststelle in Tar.

Meine Arbeit beschränkte sich am vierten Tag unseres Urlaubs auf Solaris darauf, diesen Text zu schreiben. Der geht dann tageweise in die Familien-Threema-Gruppe und an die Mama und Schwester zu Hause. Aussagegemäß freuen sie sich über die Lebenszeichen und die Miturlauber hier vor Ort korrigieren mich, falls ich was vergessen oder falsch niedergeschrieben habe. Was mir selbst aufgefallen ist: wir machen keine Fotos. Also so gut wie keine. Mit Vorbereitungen und Anreise habe ich (Stand: 13.08.) erst 278 Fotos im Sommerurlaubsdropboxordner. Ich kann mich somit gar nicht an den digital dokumentierten Aktivitäten entlang hangeln, um das Tagebuch zu füllen.

Alex meinte nach der Lektüre des gestrigen Textes jedenfalls, dass ich selbstverständlich einfach nichts tun dürfte! :-) Und wenn ich am Strand (Ich weiß wirklich immer noch nicht, ob man bei so einer Kies- und Felsenküste auch von „Strand“ spricht.) entlang schlendere und die hunderte von in der Sonne brutzelnden Menschen sehe, dann tun die ja auch „nichts“. Nur ich mache das unter unserer Markise.

Blick über eine steile Straße hinunter auf eine Bucht mit blauem Wasser. Die Bucht ist links und rechts von bewaldeten Hügeln eingefasst. Die abschüssige Straße wird rechts und links ebenfalls von Büschen und Bäumen begrenzt.
Abahrt nach Tarska Vala

Zwischendurch kamen unsere Freunde aus Baden-Württemberg immer mal wieder bei uns vorbei auf dem Weg von ihrer Parzelle ganz oben auf dem Platz hinunter zu ihrer bevorzugten Strandecke am entgegengesetzten Ende des Platzes – oder zum Pool, der von unserer Wohnwagentür nur 132 Meter Luftlinie entfernt ist. Das ist immerhin doppelt so weit, wie zum Einstieg an „unserer“ Leiter ins Meer und rund dreimal so weit, wie zum Waschhaus. Wir haben es schon schwer! Ben und der Sohn der Familie sind ein Jahr auseinander und spielen ein bisschen zusammen oder gehen in den Pool oder das Meer. Das erste Mal getroffen haben wir uns in 2019 auch hier auf Solaris. In 2020 und 2021 waren sie auch gleichzeitig mit uns hier unten, danach lagen die Sommerferien der beiden Bundesländer nicht mehr deckungsgleich. Dieses Jahr hat es mal wieder geklappt, unsere letzten 3 Wochen überschneiden sich mit deren erster Sommerferienhälfte.

Am Nachmittag habe ich dann das erste Mal das Serious Gravelrad gesattelt und bin auf eine kleine Runde gefahren. Eigentlich ist sogar mir zu warm und darum bin ich auch nur langsam vor mich hin gestrampelt. Von Santa Marina hoch nach Vabriga über die gesplitteten Wege oberhalb der asphaltierten Straße. Hauptsächlich, weil ich dann ein paar Höhenmeter einspare :-) Oben an der Kirche in Tar habe ich dann ausgiebig auf der dortigen Bank ausgeruht, nachdem ich meinen Kopf unter den kleinen Brunnen auf der anderen Straßenseite gehalten hatte. Das war dringend notwendig, weil ich das Gefühl hatte, die einzelnen Adern unter der Schädeldecke spüren konnte.

Habe da ganz schön lange gesessen, einfach weil ich es kann und weil es irgendwie entspannend ist. Wenn ich mal im Lotto gewinne, dann werde ich definitiv einfach mal eine ganze Woche nur auf genau der Bank sitzen und auf die Kreuzung gucken. Da ist nicht einmal eine besonders schöne Aussicht, aber es ist irgendwie beruhigend. Der Rückweg führte mich wie üblich hinten aus Tar raus, den steilen Weg runter nach Tarska Vala und dann über den Campingplatz Lanterna zurück. Das muss ich jedes Jahr mindestens einmal machen, um mir selbst zu zeigen, warum wir lieber auf Solaris sind. Kerl ist es da drängelig und laut. Alle fahren mit dem Auto zum Strand, parken dort alles zu, belagern leere und nicht leere Parzellen am Meer, rennen kreuz und quer über die extra ausgewiesenen Radwege oder bauen darauf sogar ihr Liegen auf. Und ganz schlimm sind – allerdings auch auf Solaris – die Elektroroller! Egal ob es zu kleine Kinder sind, die die Teile noch gar nicht richtig beherrschen oder halbstarke Jugendliche, die mit Wheelies durch die Menge rasen. Rücksicht gibt es nicht! Schrecklich.

Ein Steamdeck in einer Dockingstation mit einem zusätzlichem Flachbildschirm davor. Viele Kabel verbinden die beiden Geräte und zwei Controller.
Technikverhau auf dem Campingtisch

Bei uns am Platz war ich groggy. Weniger von der Anstrengung, als von der Hitze. Ben war mit den anderen kurz im Pool und irgendwann wollten die beiden Jungs dann auf dem Steamdeck zusammen Legospiele spielen. Wie gut, dass der große Bruder zu Hause noch einen weiteren kabelgebundenen Kontroller besorgt hatte! Auf dem kleinen Display funktionierte es zu zweit ganz OK. Als Tim dann allerdings von der Rezeption zurück kam und das einzige HDMI-Kabel hier im Urlaub aus seinem Rucksack zauberte, konnten wir auch das 16-Zoll-Display anschließen. Das war noch etwas komfortabler!

Wir waren dann auch immer mal wieder kurz im Wasser, Alex war mit Ben am Nachmittag kurz vor meiner kleinen Radtour mit dem Paddelbrett draußen und suchte die Württemberger und ganz grundsätzlich haben wir vor uns hin gechillt. Gegen 19:30 Uhr haben wir uns zum Essen aufgerafft. Ziel war das Kopalo, wo die Wirtin an dem Tag wundersamerweise sehr gute Laune hatte und uns freundlich begrüßte. Das hatten wir auch schon ganz anders. Aber die Pizzen dort sind halt sehr gut! So auch heute. Und Ben hat sein Wiener Schnitzel ebenfalls sehr geschmeckt.

Zurück auf der Parzelle ist Alex in der Hängematte eingeschlafen, Ben hat sich recht fix in den Wohnwagen verzogen und Tim und ich haben in den Campingstühlen Doomscrolling betrieben, bis ich auch die Augen nicht mehr aufhalten konnte. Kerl, ist das warm hier!

14.08.2026 – Freitag

Die Nacht war blöd. Ich war sehr früh wach, so gegen halb vier und habe mich hin und her gewälzt. Um vier Uhr bin ich aufgestanden und raus gegangen. Es wehte etwas mehr, kein Sturm, keine Böen, aber doch so beständig und laut, dass die aufgehängten Handtücher sehr im Wind flatterten und der kleine Teppich vor der Leiter zum Dachzelt weggeweht war. Habe ein bisschen draußen gesessen und was getrunken, während ich beobachtete, dass ich nicht der Einzige mit Schlafstörungen war. Auch auf anderen Parzellen ringsherum bewegten sich Menschen in den Vorzelten und schauten Richtung Meer. Nach einer halben Stunde bin ich aber wieder ins Bett gekrabbelt, um dann gegen 8 Uhr gerädert wieder wach zu sein. Alex hat besser geschlafen glaube ich, die muss irgendwann von der Hängematte in den Wohnwagen gewechselt sein.

Eine grüne Eidechse auf einem grünen Vorzeltteppich
Unsere ständigen Haustiere
Ich habe um 9 Uhr den Brötchendienst übernommen und vorher schon das Wasser heiß gemacht, damit es zum Frühstück eine Tasse Kaffee geben kann. Um 10 Uhr saßen wir alle am Tisch, nachdem Alex und ich vorher kurz ins Meer gesprungen sind. Es waren wieder ein paar Spiegelei-Quallen direkt am Pier, aber die tun ja nichts. Tim ist nach dem Essen wieder hoch zur Rezeption, hat sich vorher aber auch einmal abgekühlt. Und danach haben wir alle wieder nur rumgechillt. Alex war um 11 Uhr bei der Wasser-Aerobic im Pool beim Sidro.

Der kleine Junge ist ein wenig lustlos und scheint Teenager zu werden, ist aber kurz nach der chronologischen Mittagszeit sofort mit dem Fahrrad zur Rezeption los gefahren, als sein Bruder signalisierte, der dort angestoßene Download sei fertig. Ich habe zwar eine SIM mit unlimitiertem Traffic im mobilen WLAN-Router, aber der Durchsatz ist für wirklich große Downloads nervig langsam. Mehr als 15 Mbit/s kommen da nicht raus.

Zwei Füße sind auf einem Bett in einem Wohnwagen zu sehen. Dahinter ist eine Wand mit einer kleinen Klappe, welche zur Seite geöffnet ist und den Blick auf einen dahinter befindlichen Bildschirm freigibt, auf dem eine Szene der Serie "Foundation" zu sehen ist.
Kinonachmittag

Am Nachmittag kam dann Michel vorbei und hat mit Ben und Alex und gespielt, während seine Eltern bei uns unten kurz ins Meer gehüpft sind. Wir haben erzählt, Alex und Ben waren ab und zu im Wasser, ich glaube ich habe mich auch das ein oder andere Mal abgekühlt. Tim hat den halben Tag in der Rezeption verbracht und schreibt an seiner Hausarbeit. Wir drücken alle die Daumen, dass das klappt. Ich habe mich irgendwann am Nachmittag in den Wohnwagen verzogen und habe den kleinen Beistellmonitor mit dem ebenfalls im Gepäck befindlichen Chromecast-Video verbunden und dann vom Smartphone aus Apple-TV gestreamt. Die Foundation-Serie ist keine Offenbarung, aber halbwegs spannend und gut in Szene gesetzt. Ich will nun auch wissen, wie es weiter geht!

Ein Tiramisu auf einem schwarzen, rechteckigen Teller, welcher mit Puderzucker verziert wurde. Eine Orangenscheibe rundet das Ensemble ab.
Alex‘ Nachtisch

Gestern waren wir auswärts essen und daher wäre heute wieder Essen am Wohnwagen angesagt. Aber da wir davor zweimal hintereinander auf unserer Parzelle gespeist haben, mussten wir ja zwangsläufig auch zweimal hintereinander Essen gehen. Unser Ziel war das Sidro – aus dem einfachen Grund, dass wir da noch nicht waren :-) Die Portionen dort sind etwas kleiner als in den anderen beiden Restaurants auf dem Platz, aber der Service deutlich freundlicher und engagierter! Auch die Präsentation der Gerichte spielt in einer anderen Liga. Preislich ist es gleich, so dass es rein massemäßig etwas teurer ist. Schmeckte aber allen super und so gab es für alle auch noch einen Nachtisch. Bei Tims Nachtisch musste die junge Servicemitarbeiterin aber nachfragen, denn er entschied sich für eine „Pommes Mayo“ … eine etwas herzhaftere Nachspeise ;-)

Als wir wieder zurück am Eriba waren, sind wir alle zügig in die Betten verschwunden. Tim hat noch ein bisschen unter der Markise gesessen. Alex wechselten um Mitternacht von der Hängematte in den Wohnwagen, weil es draußen zu kalt wurde. Aber da habe ich offensichtlich bereits so tief geschlafen, dass ich es nicht mitbekommen habe.

15.08.2026 – Samstag

In der Nacht wieder ein paar Mal wach gewesen. Das warme Wetter ist nicht gut für die Erholung. Ich habe mich hin und her gewälzt und dem Schnarchen draußen gelauscht. Gegen vier Uhr wird es langsam sichtbar heller draußen und ich hatte vergessen, beim Frontfenster das Rollo zu zu machen. War aber zu faul (und wollte niemanden wecken) es zu schließen. Irgendwie bin ich dann aber doch erst um 9 Uhr zur Tür raus gegangen und habe Alex gerade bei der Rückkehr vom Brötchenholen gesehen. Der große und der kleine Junge lagen beiden noch in den Betten. Auf dem Tisch stand schon ein wenig vom Frühstück, so dass wir nur noch den Kaffee und die Brötchen dazu stellen mussten. Die Jungs sind dann doch auch aufgestanden.

Zwei Füße ragen aus einer Hängematte. Links im Bild ein Wohnwagen mit einer Markise, rechts ein Auto mit einem Dachzelt. Im Hintergrund eine Hecke und dahinter sieht man über weitere Wohnwagendächer das Meer.
Chillen mit Aussicht

Nach der Stärkung ist Alex sofort auf das Stand-Up-Paddelbrett gesprungen und ein bisschen auf der Adria umher gefahren, bevor um 11 Uhr bereits die Aqua-Fitness im Sidro-Pool begann! Ich habe mir heute mal den Abwasch von gestern und heute Morgen geschnappt, den ansonsten Alex immer erledigt. Tim ist recht spät hoch zur Rezeption gedackelt und Ben hat danach gewartet, bis er das Steamdeck von dort holen konnte. Der Download von Spielen gestaltet sich dort oben wohl tatsächlich geschmeidiger.

Zwischendurch war auch Michel hier und die beiden haben sich ein bisschen beim Spielen zugeschaut. So richtig zusammen hat heute nicht geklappt, manchmal ist das eben so. Ich drömmelte jedenfalls nur rum und konnte mich nicht zu irgendwas aufraffen. War es heute oder gestern, dass der Holländer abgereist ist? Ich kann mich nicht erinnern. Wir sehen die Familie ungefähr seit 2010 und deren Junge ist etwas älter als Ben meine ich. Sind immer zu gleichen Zeit hier, nur dieses Jahr sind wir halt sehr spät. Wir standen auch schon mal nebeneinander, aber diese Jahr haben wir nicht gesprochen. Der Stellplatz war auch innerhalb von Minuten von einem anderen Wohnmobil belegt. Direkt unter uns stand eine alleinreisende Frau, die wir auch schon seit vielen Jahren hier sehen. Auch die ist plötzliche verschwunden gewesen. Alex hatte gar nicht mitbekommen, dass sie es war, sonst hätte Alex „Hallo“ gesagt. Eine slowenische Dauercamper-Familie hat heute auch die Parzelle geräumt. Deren Papagei „beglückte“ uns auch schon viele Jahre mit seinem lauten Gesinge und Gepfeife. Als ich im Juni mit dem Aachener Freund hier war, fuhr an einem Tag ein Pärchen an mir vorbei, die ebenfalls jedes Jahr gleichzeitig mit uns hier sind – die waren allerdings nicht mehr hier, als wir aufbauten. Das gehört alles zur Beständigkeit und zur Routine, warum ich hier so gerne hin fahre. Es ist wie nach Hause kommen!

Im Nirgendwo stehen an einer gesplitteten Straße mehrer eher hochwertig geplante Rohbauten aus Beton.
Hier kommen wohl ein paar Villen ins Nichts.

Am fortgeschrittenen Nachmittag habe ich mich dann doch entschlossen, eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen. Ich hatte mir zu Hause bereits eine Strecke angesehen, die ich noch nie gefahren bin und die auf der Karte ganz easy aussah. Zuerst durch die Olivenfelder hinter Solaris rüber nach Lanterna und dann hinter Lanterna Richtung St. Blek. Hinter Lanterna sind ja schon massenhaft Ferienbunker gebaut worden, aber entlang des Schotterweges entstehen augenscheinlich oberhalb des alten Steinbruchs noch viele weitere Ferienvillen … oder auch einfach so Villen. Vorbei an Stancija Spin ging es hoch Richtung Autobahn. Ich hatte auf der Karte zwar gesehen, dass es „hoch“ ging, aber nicht dass es wirklich neben Split auch groben Schotter bzw. Bruchsteine waren, welchen den Weg durch die pralle Sonne bildeten. Das war schon ein bisschen anstrengend fand ich!

Der Rennradlenker eine Gravelbikes mit der linken Hand des Fahrers am Lenker. Auf der Straße sieht man den Schatten des Oberkörpers und des Kopfes vom Fahrer.
Die Sonne knallte wirklich sehr gut.

Zwischendurch musste ich ein paar Mal anhalten und etwas trinken, weil der Mund staubtrocken war. Und ich auch einfach im Schatten stehen wollte. Konnte mich aber nicht entscheiden, ob die Kühlung durch den Fahrtwind besser war, oder der leichte Luftzug im Schatten. Nach jeder Kurve ging es weiter bergauf und ich habe an einer Stelle kurz überlegt, umzudrehen. Allerdings zeigte ein Blick auch die Karte, dass es bis Kastelir nicht mehr weit war und dort habe ich im Café Leon vor 7 Jahren nach so einer Fahrt eine herrlich kalte Cola getrunken. Also weiter.

Der Blick über eine Straße aus staubiger, roter, festgefahrener Erde zurück über das in weiter Ferne zu sehende Meer. Rechts und links des Weges sind Büsche und Bäume.
Da hinten ist der Campingplatz, da am Meer.

Es war dann auch wirklich machbar, auch wenn ich zwischendurch ein bisschen Stechen hinter der Schläfe spürte und die Beine einmal etwas wabbelig waren. An der Abzweigung zu dem Drachenfliegerstartplatz muss man noch mal 200 Meter bergauf und ist dann quasi oben. Vorbei an einigen neugebauten Villen mit Pools rollte ich nach Kovaci rein. Dann links ab bis Kastelir und an der Kirche ist das Café Leon – das heute geschlossen hatte! Was zur Hölle? Direkt daneben gibt es einen neueren (mir jedenfalls nicht bekannt) kleinen Einkaufsladen, der auch geschlossen war. Verdammt. Immerhin hatte ich noch ein halbvolle Flasche mit sehr lauwarmen Wasser. Musste mich an einem Touriherzen erstmal im Schatten ausruhen.

Ein Mann blickt leicht geschafft vor einem großen Herz als Fotospot in die Kamera und macht ein Selfie.
Ganz oben, aber kaputt.

Glücklicherweise geht es von dort nur noch bergab. Runter nach Tar, dort ein ganz klein wenig hoch zur Kirche und die Getränkeflasche am Trinkbrunnen auffüllen und dann weiter durch Vabriga nach Santa Marina und um den Zaun rum nach Solaris. Schöne Runde, wenngleich vielleicht nicht ganz klug, das bei der größten Hitze zu machen. Bei Strava findet man denn auch keine Flybys :-)

Auf der Parzelle musste ich erstmal auslüften und habe dabei einen Liter Cola Zero getrunken. War einfach leer die Flasche – nicht einmal bewusst mitbekommen. Der Rest der Familie war zwischendurch im Meer, am Pool, auf dem Bett im Wohnwagen und auch Tim war schon von der Rezeption zurück. Michel saß auch hier und hat mit Ben ein bisschen was erzählt und gespielt. Danach habe ich auch kurz im Meer den Staub abgespült und bin danach in die Dusche, um mich und die Radklamotten durchzuspülen.

Und dann war auch schon Abendbrotzeit, welches heute dem Rythmus folgend am Wohnwagen eingenommen wurde. Alex hat leckeren Salat gemacht und ich habe die unvermeidlichen Cevapcici und Hähnchenbrust gegrillt. Hat allen alles gut geschmeckt. Danach waren wir alle groggy. Tim hat die letzten Nächte schlecht geschlafen und heute keine Lust mehr, noch was für die Uni zu machen, Alex hat sich in die Hängematte verzogen und Ben hat im Wohnwagen noch ein bisschen online mit Michel gezockt. Klar, ist verständlich dass beide ca. 1.000 Kilometer von zu Hause entfernt auf dem gleichen Campingplatz online spielen, statt zusammen ;-) Aber es war ja auch schon spät. Und ich sitze seit fast drei Stunden daran, den Text von gestern und heute zu schreiben und mit Bildern zu versehen! Apropos Bilder, es gibt immer noch überschaubar wenige Fotos, die ich hier verwenden kann/möchte.

Aber der Akku vom ThinkPad ist jetzt genauso alle wie meiner und ich wechsle auch die Position vom Campingstuhl in das Doppelbett im Wohnwagen. Vor genau sieben Tagen bin ich ebenfalls um diese Zeit ins Bett gegangen und dreieinhalb Stunden später wieder aufgestanden. Aber da sind wir nach hier aufgebrochen. Ich hoffe, ich schlafe heute etwas länger! Gute Nacht!

16.08.2026 – Sonntag

Und wieder der nächste, gleiche Urlaubstag. Spät aufgestanden, ich hatte an diesem Tag die Brötchen geholt – die allerdings nur ein Baguette waren. Alex ist mit dem Paddelbrett raus. Allerdings viel später als geplant, denn die Urlaubsfreunde hatten angeregt zusammen zu fahren und sind immer deutlich früher aus den Federn als wir. Es sind allerdings noch andere Bekannte von ihnen angereits, die eigentlich auch mitwollten, aber augenscheinlich später aus dem Bett kommen als wir. Also wurden WhatsApp-Nachrichten hin und her geschickt und die eigentliche Abfahrt von 9 Uhr auf 9:30 Uhr verzögert. Da hätten wir uns ja gar nicht beeilen müssen :-o

Das Waschhaus eines Campingplatzes. Der Blick zeigt eine Reihe von Toilettenkabinen mit grünen Türen rechts und links eines Ganges. Vor den Toiletten sind in einem etwas aufgeweiteten Raum rechts und links jeweils ein Pissoir zu sehen.
Toiletten in „unserem“ Waschhaus 2

Die Fahrt dauerte denn auch gar nicht so lang. Und danach nur chillen. Ich habe im Wohnwagen die letzten beiden Folgen der ersten Staffel „Foundation“ zu Ende geschaut, Alex hat gelesen, Ben hat alleine und auch zu zweit mit Michel am Steamdeck gespielt und Tim ist wie die Tage vorher hoch zur Rezeption geschlappt, um dort an seiner Hausarbeit zu arbeiten. So ist der Tag im Wesentlichen mit Rumgammeln und mit den Freunden unterhalten verbracht.

Im Laufe des Tages ist auf dem Platz gegenüber von uns eine „Großfamilie“ mit LIP-Kennzeichen eingezogen. Die scheinen bekannt zu sein mit dem Bayern auf der Parzelle neben uns. Die Bayern sind übrigens die lautesten Menschen auf dem Platz. Ich glaube, bei denen gibt es keine Möglichkeit, sich in Zimmerlautstärke zu unterhalten. Ich hatte etwas befürchtet, dass die Italiener auf der anderen Seite zu sehr Party machen, weil schon beim Aufbau im Minutentakt Menschen vorbei kamen, um sich zu begrüßen. Aber die sind genauso still wie wir. Selbst als dort am Nachmittag mit einem Dutzend Menschen gemeinschaftlich ein Muschelessen veranstaltet wurde, war das völlig entspannt. Wenn der Bayer Besuch von einem einzelnen Bekannten hat, dann kann ich trotz Earplugs jedes hinaus gepolterte Wort verstehen. Und ehrlich gesagt will ich das oft gar nicht, wenn sich über Moscheen, Klimahysterie und die da oben aufgeregt wird. „Hoost mi? Höhöhö …“

Getränke auf einem Tisch in einem Restaurant. Ein Bier, ein Long-Island-Iced-Tea, ein Pina Colada und eine Cola.
Getränke im Kopalo

Ben wurde – um ein bisschen beim Thema zu bleiben – in einer Unterhaltung gefragt, ob er in seiner Klasse Mitschüler (nicht gegendert) mit exotischen Namen hätte. Er stutzte erst, suchte mit den Augen unter der Markise nach Antworten, sagte dann „Nein“ und fragte „Was soll das sein?“. Angesichts eines Hassan, Mahdi, Bünyamin oder einer Einar musste ich bei der Antwort etwas grinsen. Das schien unserem Jüngsten jedenfalls nicht exotisch vorzukommen. Gut.

Den ganzen Tag über haben wir den Wetterbericht im Auge gehabt, weil es ab Morgen gewittern soll. Heute abend war schon etwas Regen angesagt, der sich aber immer weiter nach Hinten verschoben hat. So sind wir erstmal entspannt zum Kopalo zum Essen gegangen. Alex war vorher mit dem Fahrrad da, um nach einer möglichen Kapelle zu schauen. Dann wären wir dort nämlich auf gar keinen Fall hingegangen! Sah aber alles ruhig aus. Vor Ort war’s dann gut gefüllt und wir hatten „nur“ einen Platz in der Mitte unter der Überdachung, wo es gar nicht mal so kühl war. Dem Ältesten Nachwuchs fiel auf, wie ätzend es ist, dass man in Kroatien überall rauchen darf. Mich störte das auch schon desöfteren. Die Chefin war heute ein bisschen im Stress, aber freundlich. Zweimal da gewesen, zweimal freundlich erlebt. Ich spiele heute abend Lotto!

Die Pizza und meine frittierten Tintenfischringe waren sehr lecker, der Preis ist allerdings – in den anderen Restaurants auch – schon ziemlich deutsch :-o Nach dem Essen hat hauptsächlich Alex unsere Möbel ein bisschen aufgeräumt und unter die Markise gestellt, weil der Wetterbericht immer noch Regen meldete – wenngleich auch jetzt erst in den frühen Morgenstunden. Im Wohnwagen musste ich deshalb auch leider das Frontfenster über dem Bett schließen, weil das bei Regen und „auf Kipp“ irgendwo rein sifft. Und ich habe leider die Stelle noch nicht gefunden. Bei geschlossenem Fenster kann ich mit dem Hochdruckreiniger drüber gehen, aber wenn es offen ist, läuft es irgendwo an einer Dichtung vorbei.

Haben noch etwas draußen gesessen, dann ist Alex in die Hängematte, Ben auf sein Bett, Tim ins Dachzelt und ich auf’s Doppeltbett. Die Luft war schon etwas abgekühlt. Hoffentlich wird es eine entspannte Nacht.

17.08.2026 – Montag

In der Nacht sind natürlich nur ein paar Tropfen in homöopathischen Dosen gefallen. Wir haben es gehört, Alex und ich sind auch aufgestanden und haben draußen ein bisschen geschaut – wie ganz viele andere Camper auch – sind dann aber wieder ins Bett gegangen und haben wie immer lange ausgeschlafen.

Die erste Woche auf dem Campinglatz ist rum! Vor genau sieben Tagen – naja, ein paar Stunden fehlen noch – sind wir an der Schranke zum Stehen gekommen. Ich habe morgens (ausnahmsweise) die Brötchen geholt. Genauer war es nur ein Baguette, weil alles andere um kurz nach neun Uhr bereits aus war. Aber das reichte uns dicke. Nach dem wie schnell gefrühstückt hatten, bin ich dann angefangen, noch ein paar zusätzliche Stahlhaken mit dem dicken Fäustel in die betonharte, istrische Erde zu rammen. Der Wetterbericht sagte nichts gutes voraus. Gewitter mit Starkregen und Böen bis 45 Km/h.

Ein Wohnwagen mit einer ausgefahrenen Markise die mit jeweils zwei Zurrgurten an den Stützen und einem Sturmband quer über das Tuch gesichert ist. Unter der Markise steht ein Campingtisch, an dem ein nackter Mann (gepixelt) sitzt.
Das soll wohl halten!

Wir haben nur eine Thule Omnistore Sackmarkise in 4 Meter Breite. Das ist schon ein ziemliches Segel, wenn da der Wind drunter fasst. Allerdings haben wir den Wohnwagen in diesem Jahr „längs“ zur üblichen Windrichtung aufgebaut, so dass die Böen – so der Gedanke – drunter her gehen und sich nicht vor dem Wohnwagen stauen und dann die Markise hoch schlagen lassen. Wobei ich davor ehrlich gesagt keine Angst habe, bei den Ankern im Boden und den stabilen Zurrgurten an den Stützen. Die zusätzliche Verankerung war für ein Sturmband, welches ich noch einmal in der Mitte der Plane längs drüber gezogen habe. Das soll den Stoff unten halten und Stabilität geben. Die größte Sorge ist nämlich eher, dass das Markisentuch die Kederschiene am Wohnwagen abreisst. Das wäre schon eher kacke.

Es sollte am Vormittag schon los gehen und ich war nicht der Einzige, der den Hammer schwang. Ringsum wurden zusätzliche Anker in den Boden getrieben und zusätzliche Schnüre gezogen. Wir haben in der Vergangenheit eigentlich grundsätzlich die Markise eingerollt und jedesmal habe ich mich geärgert, dass es nicht schlimm bzw. dass danach alles nass war. Mit einem Vorzelt hat man es da bequemer, das wiegt aber auch mehr und dauert beim Aufbau länger. Und die Menschen mit offenen Vorzelte, also solchen ohne Front, bauen ihre Segel ja auch nicht ab. Nur bei den Markisen wird Angst gemacht. Laut Beschreibung sollte die Omnistore den gemeldeten Böen trotzen und mit einer zusätzlichen Sicherung war ich halbwegs beruhigt.

Es fing dann auch kurz vor Mittag an, ein bisschen wolkig zu werden und ein paar Tropfen fielen. Aber kein Wind, kein Gewitter und super schnell kam die Sonne wieder raus und es war über 30°C. Puh. Die Wetter-Apps zeigten nun für in zwei Tagen Gewitter an. Warten wir es ab!

Ein tieforangener Sonnenuntergang über der Adria
Die Sonne steht wolkenlos tief.

Sonst haben wir den ganzen Tag nichts gemacht. Das was wir im Urlaub am liebsten unternehmen. Tim hat an seiner Hausarbeit geschrieben, Ben liegt die meiste Zeit im Wohnwagen auf seinem Bett und daddelt auf dem Handy oder mit dem Steamdeck seines Bruders. Ich habe recht lange an diesem Text geschrieben und Alex war mit dem Paddelbrett unterwegs. Am Nachmittag schienen Ben und Michel im Wasser Differenzen gehabt zu haben, denn er kam plötzlich sehr aufgewühlt zum Platz und wollte nicht mehr spielen. OK, warten wir es ab.

Am Nachmittag bin ich auch mit der zweiten Staffel von „Foundation“ angefangen. Da bin ich mir sehr sicher, dass niemand mit mir schauen möchte und ich nutze die 9,99 € pro Monat aus. Das Abendessen gab’s auf der Parzelle und wir hatten dazu lecker Nudeln mit Ajvar und Salami in Stücken. Alex hatte zudem noch einen Tomaten-Feta-Salat gemacht.

Glasscherben in einer Duschkabine eines der Waschhäuser auf dem Platz.
Wer bitte lässt Glasscherben in einer Dusche liegen?

Als ich Abends in die Dusche wollte, fiel mir (leider zum wiederholten Male) auf, dass das Reinigungspersonal auch nur hinter her wischen kann. Im Juni war das in den von mir besuchten Waschhäusern auch OK – wenngleich auch da Schüsseln mit braunen Streifen verlassen wurden oder Kippen im Pissoir liegen. Jetzt im August ist es teilweise noch ekeliger. Hatte mich auch ein Mitcamperin drauf angesprochen, die wie ich eine nutzbare Toilette suchte.
EIn einer der Duschbkbinen lag ein zerbrochenes Glas auf dem kompletten Boden verteilt. Wer verlässt das so? Wenn da Kinder einfach barfuß reinlaufen?! Das Bild habe ich gemacht, nachdem ich alles erst grob zusammen gefegt habe und ein Kehrblech geholt hatte – das nimmt man ja üblicherweise nicht zum Duschen mit – um sauber zu machen. Währenddessen verließ ein Mann eine andere Kabine und hat natürlich nicht den Abzieher benutzt. Reagierte aber auch nicht, als ich ihn leise ansprach. Vielleicht kann man in öffentlichen Waschhäusern so tun, als wären wir bei uns zu Hause in unseren Badezimmern und erwarten Gäste!

Panoramaaufnahme der Adria mit rotem Sonnenuntergang rechts im Bild, Gewitterwolken in der Mitte und blauem Himmel ganz links
Gewitter wird wohl nichts

Alex schickte dann zur Sonnenuntergangszeit Bilder vom Strand und wir sind alle mit gezuckten Handys hinter her gekommen. Sah schon sehr gut aus, Dutzende andere Fotograf/innen waren augenscheinlich auch unserer Meinung. Danach war es „schon spät“. Alex verzog sich in die Hängematte, Ben spielte auf seinem Bett, Tim hat Uni-Sachen gemacht und ich auch auf dem Bett weiter meine Serie geschaut. Ein fauler Urlaubstag zu Ende. Bis morgen!

18.08.2026 – Dienstag

Die Nacht war ruhig, kein Regen, kein Sturm. Es ist aber reichlich warm. Ich glaube, ich war heute aber schon etwas früher wach als erst um 9 Uhr. Alex war auf dem SUP im Meer, wir haben gefrühstückt und danach ist Alex zum Pool und hat Aqua-Aerobic gemacht. Ganz normale Tagesroutine. Ben hat wie immmer im Wohnwagen gelegen und gespielt, war aber auch am Pool, um mit dem Freund zu toben. Tim ist mit seiner Hausarbeit am Hadern und recherchiert viel.

Eine Spiegeleiqualle von der Seite aufgenommen.
Spiegeleiqualle

Ich habe viel auf dem Bett im Wohnwagen gelegen und Serien geschaut. Zwischendurch habe ich Alex die kleine Osmo Action erklärt und sie ist dann mit dem Brett raus, um Spiegeleiquallen im Bild festzuhalten. Davon gibt es in diesem Jahr einige! In den ersten beiden Tagen sprach Alex von hunderten, durch die sie morgens gefahren ist. Tagsüber sind vereinzelt welche in Strandnähe zu sehen.

Die Spitze von einem StandUp-Paddelbrett mit zwei Füßen einer Person, die auf dem Brett sitzt. Man sieht den Horizont des Meeres und am rechten Rand eine Küstenlinie.
Blickrichtung Leuchtturm Lanterna

So ist der Tag mit viel Gammeln einfach so vorbei gerauscht. Abends haben wir dann mal was ganz verrücktes gemacht und haben zu viert gemeinsam den Campingplatz verlassen, im auswärts Essen zu gehen. Wir waren noch nie im Restorant Delfin kurz hinter dem Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel Lanterna.

Ein Mann in einem rosa T-Shirt fährt auf einem Fahrrad über eine asphaltierte Straße.
Andreas radelt

Wir haben also alle die Räder fertig gemacht und sind die kurze Strecke entlang der Küste bis zum Restaurant gefahren. Raus aus dem Solaris-Tor und entlang des Badeabschnitts, welcher zu den Appartmentanlagen von Valamar gehört. Die Räder konnten wir unter einem Feigenbaum an einem Zaun abschließen und haben dann einen wunderbaren Tisch direkt mit Meerblick auch der Terrasse bekommen.

Ein Tisch in einem Restaurant mit verschiedenen Speisen und Getränken.
Abendbrot im Delfin

Der Service war sehr nett und schnell. Das Essen wirklich lecker und die Portionen ausreichend groß. Die Preise sind überall eher so wie zu Hause. Zudem ist das Delfin auch mitten im Tourigebiet, so dass da sicher noch ein kleiner Aufschlag von 1 bis 2 Euro drauf ist. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Da fahren wir noch einmal hin!

Aussicht über kleine Pinienbäume und auf das blaue Meer unter vielen weißen Wölkchen, die von einer Sonne im Gegenlicht angestrahlt werden.
Ausgezeichnete Aussicht im Restoran Delfin

Die Aussicht war jedenfalls ganz hervorragend! Auf der Rückfahrt mussten wir noch genauso aufpassen, wie hin, weil die Promenade entlang der Küste doch halbwegs belebt war. Ist ja auch gut so. Zurück auf der Parzelle haben wir alle wieder unsere üblichen Plätze in Hängematte, Doppelbett, umgebauter Sitzecke im Heck des Wohnwagens und dem Dachzelt eingenommen. Tim hat versucht noch etwas zu schreiben, war aber nicht konzentriert genug und hat dann am Strand gesessen und gelesen.

Strandkino durch die vielen kleinen Eichenbäume eines Campingplatzes aufgenommen.
Strandkino war fast aus dem Dachzelt zu genießen

Am Strand war heute ab 21 Uhr wieder Kino. Es wurde „Die Unbestechlichen 2“ gezeigt, aber den kannten wir auch alle schon. Und wenngleich Benn viele Filme auch doppelt schaut, hatte er heute keine Lust dazu und lag lieber auf seinem Bett. Ich bin noch mal auf und eine kleine Runde gegangen, bevor ich mich dann doch wieder ins Bett gelegt habe und bis weit nach Mitternacht „Foundation“ gebingt habe. Da hörte ich von draußen schon allerlei Schnarchgeräusche und auch dem kleinen Jungen hatte ich um halb 12 gesagt, dass er vielleicht doch das Steamdeck weglegen könne.

Halbzeit des Urlaubs vorbei!

19.08.2026 – Mittwoch

Keine besonderen Vorkommnisse! Wie immer aufgestanden, Alex hat Brötchen geholt – glaube ich. Danach war sie paddeln. Dann Frühstück mit leckerem Rührei unter der Markise und um 11 Uhr beginnt die Aqua Aerobic. Alles wie immer.

Auf einem CampingGaz-Kocher steht eine Pfanne mit Rührei. Damit der Wind die Wärme nicht weg bläst ist um den Kocher ein Windschutz aus Aluminium aufgestellt.
Rührei zum Frühstück

Danach haben wir alle wie immer gechillt. Tim liest ein Star-Wars-Buch und arbeitet an seiner Hausarbeit. Ben arbeitet mit dem Steamdeck. Alex liest in der Hängematte und ich liege in meiner Hängeliege. Die leider inzwischen etwas durchhängt, weil der Stoff mit meinem Gewicht nicht klar kommt. Neuer Stoff oder abnehmen? Ist beides gleich schwer zu erreichen/bekommen.

Ein Mann liegt in einer Liege vor einem Auto auf dem ein Dachzelt aufgeklappt ist.
Chillen vor Auto

Wie ich da so vor dem Skoda liege: wir hatten in diesem Jahr einen Mitcamper, der wissen wollte ob wir Probleme mit Rost an unserem Wagen hätten, weil sein Skoda aus 2009 an den Radläufen deutliche Blüten zeigte. Allerdings ist das bei uns wirklich kein Thema. Ein weiterer Camper hat sich das Dachzelt etwas genauer angeschaut, konnte aber seine Frau noch nicht überzeugen. Auch beim zweiten Ansehen nicht. Ein paar Gespräche kommen durch sowas immer zustande.

Ein Banana-Split-Eis und ein Milchshake mit Schokoladeneis auf einem Tisch vor einem Pool.
Die halbe Familie war Eis essen.

Am Nachmittag waren Alex und Ben am Pool. Die Baden-Württemberger sind dort regelmäßig und bleiben dann auch meist länger. Ihr Stellplatz ist ganz oben an der Rezeption und da sind die Wege so weit, dass man sie gerne nur einmal am Tag macht. Jedenfalls gab es dort wohl ein Eis. Ich habe da wahrscheinlich immer noch in der Liege gelegen :-)

Auf einem CampingGaz-Kocher ist eine Pfanne mit Hähnchenchnitzeln. Um den Kocher ist ein Aluminium-Windschutz aufgebaut.
Hähnchenbrust zum Abendbort

Da wir gestern Essen waren, gabe es heute das Abendessen traditionell auf der Parzelle. Wir haben den Grill nicht aufgebaut, weil es doch sehr windig war. Wollten erst im Wohnwagen in der Pfanne braten, aber da war es zum einen bullenheiß drin und zum anderen riecht dann alles nach Essen. Also draußen auf dem kleinen Kocher mit Windschutz drum herum. Klappte wunderbar und schmeckte auch gut.

Tim war nach dem Essen noch für zwei Stunden in der klimatisierten Rezeption und schrieb an seiner Hausarbeit. Das erwähne ich jeden Tag, weil dafür ca. 60 Arbeitsstunden veranschlagt sind. Wir heute erst den 11. Tag unterwegs sind, zwei Tage wegen Fahrt abziehen bleiben 9 Tage und er ja nicht jeden Tag 6 Stunden arbeitet. Da ist schon stressig glaube ich. Allerdings mag es auch unbequemere Orte für sowas geben. Ich drücke jedenfalls sehr fest die Daumen!

Alle anderen haben wir das Übliche gemacht. Ich habe im Bett gelegen und meine Serie geschaut. Ben auf seinem Bett und gedaddelt und Alex schlief in der Hängematte. Gegen 22:30 Uhr kam Tim zurück und ist in sein Dachzelt gekrochen, glaube ich. Um kurz vor Mitternacht habe ich dem kleinen Jungen bedeutet, dass er nun das Smartphone an die Seite legen darf und gegen Mitternacht, als ich gerade die letzte Folge der zweiten Staffel „Foundation“ starten wollte, wechselte Alex auch in den Wohnwagen. Na gut, dann gibt’s das Finale eben erst morgen.

Die Nacht war für mich wieder mal nicht mit allzuviel Tiefschlag gesegnet. Es ist mir einfach zu warm, weil es auch nachts wenig abkühlt. Trotz des Windes heute. Der war eher wie ein Fön.

20.08.2026 – Donnerstag

Ein aufgezeichneter Track von einer Radfahrt, Er führt entlang der Grenzen eines Campingplatzes
Einmal rund um Solaris
Ich schreibe diese Zeile am 21.08.2026 um 21:30 Uhr und ich habe gerade keine Ahnung, was wir gestern Morgen in welcher Reihenfolge gemacht haben. Laut Strava war Alex nicht mit dem Paddelbrett unterwegs, aber ich bin ziemlich sicher, dass sie nach dem Frühstück um 11 Uhr wie immer im Pool war. Ich bin um kurz nach 12 Uhr mit dem Fahrrad hoch zur Rezeption, weil offensichtlich die 10 Tage rum waren, mit denen wir unlimitierten Datenverkehr mit der Telekom-Kroatia-Sim hatten. Ich habe zwar reichlich Datenvolumen in meinem O2-Vertrag, aber da ich hier Serien streame, bin ich mir nicht sicher, ob das ausreichend wäre. Und am Platz geht ja die ganze Familie über den kleinen Router online.

Die Fahrt mit dem Rad habe ich dann ausgeweitet und bin einmal entlang des Zauns von Solaris gefahren. Das waren dann auch lustige 5 1/2 Km, auf denen ich richtig ins Schwitzen gekommen bin. Himmel, war das schwül! Für heute abend war nicht wirklich gutes Wetter angesagt, und daher haben wir heute unser Auswärts-Essen mal richtig auswärts gemacht und das auch noch Mittags!

Ein riesiges Cordon-Bleu mit Bratkartoffeln und Spinat auf einem extra Teller
Cordon-Bleu mit Bratkartoffeln und Spinat

Wir waren im Tri Kantuna, wo man nicht reservieren kann und wo wir vor drei Jahren schon mal recht lange auf unser Essen warten mussten. Aus dem Grund haben wir das Restaurant nicht mehr in unsere Überlegungen einbezogen. Aber Mittags bekam man dort angeblich leichter einen Platz. Das hat für uns an diesem Tag auch gepasst. Unser Essen kam zudem etwas fixer und die Portionen sind wirklich riesig. Alex und ich haben unsere Cordon-Bleu nicht aufessen können und hatten daher noch Verpflegung für den nächsten Tag!

Zwei Eidechsen beäugen sich auf weißem Split, der aufgrund der roten kroatischen Erde einen leichten Braunton hat, argwöhnisch.
Die beiden waren sich nicht grün!

Nachmittags haben wir nur gechillt und auf das angekündigte Gewitter gewartet. Eigentlich sollte es schon am Nachmittag beginnen, aber die Sonne verschwand einfach nicht vom Himmel. Ich habe mehrfach die Abspannung unserer Markise kontrolliert und dann bei einem kleinen Spaziergang zum Strand auch endlich(?) die erste Schlange in diesem Urlaub gesehen. Eine andere Camperin vetrieb sie gerade mit einem Besen aus der Hecke ihrer Parzelle und die dunkelgrüne Zornnatter verschwand entspannt mit einer Eidechse im Maul über die Straße unter dem nächsten Wohnwagen. Leider hatte ich keine Kamera und kein Handy dabei :-(

Ziemlich dunkler Himmel mit fast schwarzen Wolken über der Adria.
Da hat sich schon was zusammen gebraut.

Ein Wetterkarte mit vielen gelben Punkten, welche die Blitzaktivität anzeigen.
Ziemlich viele Blitze über dem Meer.
Gegen 20 Uhr begann es dann aber doch ziemlich dunkel zu werden. Am Strand trafen sich alle Camper und machten mit den Handys Fotos vom dunklen Himmel und den Blitzen und Wetterleuchten über der Adria. Das sah ziemlich bedrohlich aus und wurde auch immer lauter. Bei richtig großen Blitzen hörte man ein kollektives „Boahr“ und „Ahhh“ aus vielen Kehlen. Ja, aus der Ferne sieht das schon ziemlich „cool“ aus und wenn wir mit unserem Wohnwagen 100 Meter weiter weg von der Küste den Hügel rauf und weiter im Wald stünden, wäre ich auch viel entspannter. Aber der Preis für den Blick auf’s Meer ist die Unruhe bei Unwetter.

Und dann ging es plotzlich ziemlich schnell. Der Wind wurde abrupt stärker, wir waren schon an unserem Wohnwagen und als wenn jemand einen Eimer Wasser umgekippt hätte, schüttete es von oben. Die Böen waren bis 45 Km/h gemeldet und ich vermute, dass es auch so war. Tim und ich standen unter der Markise, als plätzlich ein Windstoß so heftig unter die Plane blies, dass wir instinktiv zu den Stützen griffen. Aber die Abspannung hielt. Das Wasser prasselte uns ins Gesicht, der Wind trieb es horizontal über den Platz. Dann wurde es minimal weniger und beim Blick in die Runde sah ich, dass bei den Nachbarn das Küchenzelt auf dem Kopf lag und die beiden älteren Camper schon die Klamotten aufsammelten. Weil bei uns augenscheinlich alles OK war, bin ich gleich rüber gelaufen und habe Tim mitgenommen, um beim Aufräumen zu helfen. Im prasselden Regen und bemerkenswertem Wind haben wir nackig Induktionskochfelder zusammen gesucht, Pfannen und Töpfe aufgehoben und allerlei Plastikkisten in deren Vorzelt geräumt. Was ein Mist!

Danach bin ich noch mal runter zum Strand, dort bastelte ein Camper sein Vorzelt wieder zusammen, weil der Wind es soweit angehoben hatte, dass einige Stangen auseinander gezogen worden waren. Das Tarp an einem Wohnwagen flatterte im Wind, aber die Thule-Markise in erster Reihe zum Meer stand noch stabil und wurde von den Sturmbändern gehalten. Das hatte ich nicht erwartet. Der Regen lies dann ziemlich zügig nach und es klarte nach einer Stunde wieder auf. Das war kurz und heftig.

Tim und ich haben noch etwas unter der Markise gestanden und geschaut, sind dann aber auch in die Kojen gehüpft. Es war immer noch ziemlich warm, vor allen Dingen hat der Regen wirklich fast gar nicht gekühlt, aber nachdem nun alles vorbei war, wollte ich doch unter die Bettdecke.

Morgen müssen wir dann aufräumen!

21.08.2026 – Freitag

Die Nacht war dann recht ruhig und es hat zwischendurch nur ein kleines bisschen geregnet. Am nächsten Morgen habe ich erstmal die Teppiche vor dem Wohnwagen sauber gefegt, weil sie komplett mit Blättern und Ästen bedeckt waren.

Ein Eichhörnchen läuft mit einer Walnuss im Maul über eine gesplittete Fläche.
Wintervorrat verstecken

Alex war vor dem Frühstück nicht mit dem SUP auf dem Wasser und Brot und Brötchen mussten wir offensichtlich auch nicht holen. Wir konnten also ganz entspannt unter der Markise sitzen und uns stärken. Alex hatte Rührei gemacht und vorher auch noch Schinken in der Pfanne gebraten. Ich hatte nur überschaubar Hunger, weil sich meine Laune nicht auf einem Höhenflug befindet. Es ist nicht alles immer so Sonnenschein, wie ich es hier schreibe und das geht auch nicht jeden was an.

Eine Dorne wird von einer Spitzzange gehalten. Daneben sieht man leicht unscharf die Decke eines Fahrradreifens und im Hintergrund - ebenfalls unscharf - das Heck eines Autos.
Fehler gefunden

Im Laufe der Mittagszeit fiel mir auf, dass der Hinterreifen von meinem Serious-Gravelbike mal wieder platt war. Den hatte ich letztlich schon bei einer Tour zur Kartbahn in Kirchlengern geflickt und im Juni während des Singleurlaubs in Kroatien auch. Bei letzterer Aktion hatte ich in der Decke zwar eine Dorne erspürt, aber nicht ganz entfernen können. Ich war mir nicht sicher, ob ich in Kirchlengern nun den alten Rest aus dem Gummi geprukelt hatte, oder ob es immer noch Spätfolgen aus Juni waren. Jedenfalls habe ich nach mehrmachem Abtasten der Deckeninnenseite eine kleine Spitze gefühlt und dann auch mit einer Spitzzange von außen raus ziehen können! War wohl doch was Neues, wahrscheinlich eingefangen, als ich gestern über die Wiesen und den Schotter im ehemaligen Steinbruch auf Solaris gefahren bin. Da der Schlauch schon mal geflickt war und auch eine nicht ganz passende Größe von 27 1/2 bis 29 war (das knubbelte sich etwas) habe ich einen neuen in explizit 27 1/2 Zoll montiert.

Ein Wohnwagen mit davor ausgelegten Vorzeltteppichen und eingefahrener Sackmarkise Auf den Teppichen stehen noch einige Campingmöbel.
Markise doch lieber eingerollt.

Da für heute noch mal Gewitter gemeldet war, habe ich in die App geschaut und Wetteronline kündigte Windböen bis 75 Km/h an – in knapp einer Stunde. Ich habe flux das Sturmband über der Markise und die Spanngurte zum Abspannen entfernt und Alex und Tim angeheuert, die Markise mit einzurollen. Alleine bekomme ich das nicht hin. Die Drei-Meter-Markise zu Hause klappt gerade so, vier Meter ist aber einer zuviel. Dann haben wir schnell die Campingstühle zusammen gelegt und in den Skoda Yeti geschmissen. Danach sind wir – wie viele andere Camper auch – die 70 Meter runter an die Küste gegangen. Von unserer Parzelle aus sah man schon, wie dunkel es über dem Meer wurde.

In dem Augenblick fuhr eine Frau allein mit einem Wohnwagen auf eine freie Parzelle ein paar Meter weiter. Ich habe dann dort angehalten und schnell geholfen, den Caravan richtig hin zu schieben

Ein tiefgraue Wolkenwand baut sich über dem Meer auf und zieht Richtung Festland. Das Meer ist etwas aufgewühlt. Links im Bild sieht man eine Mole ins Meer ragen.
Da braut sich *ganz schön* was zusammen.

Eine Viertelstunde nachdem wir die Markise eingerollt hatten, präsentierte sich der Himmel wie im Bild. Die Wolken kamen rasant schnell auf die Küste zugerast. So schnell habe ich das hier noch nicht wahrgenommen. Alex und Tim sind schnell zum Platz gelaufen und haben noch fix das Dachzelt eingeklappt. Ich bin noch unten geblieben und habe ein paar Fotos gemacht.

Büsche und kleine Bäume an der Küste der Adria werden vom Wind gebeugt, das Meer im Hintergrund ist rau und der Horizont ist ganz nahe grückt, weil eine Regenwand die Sicht in die Ferne verhindert.
Holla, das kam sehr schnell!

Ich stand auf der kurzen Mole zum Einstieg ins Wasser und habe ein Panorama gemacht, als der bis dahin eher mäßige Wind schlagartig wirklich fies wurde. Die wenige Menschen, die immer noch im Wasser waren „sprinteten“ fast heraus. Ich war nicht der Einzige, der sehr schnellen Schrittes weg gelaufen ist, weil zusätzlich zum Wind auch die deutlich sichtbare Regengrenze auf dem Meer, wortwörtlich auf die Küste zugerast kam. Wie gesagt, so schnell hatte ich das auch noch nicht gesehen. Im Zurücklaufen habe ich das Foto oben noch gemacht, auf dem die Wege noch trocken sind. Ein Blinzeln später war ich komplett nass, als wenn jemand einen Eimer über mir ausgeschüttet hätte.

Alex schaute mich aus der Wohnwagentür an, Ben war drinnen, Tim noch draußen. Die älteren Camper hinter uns hatten ihr Küchenzelt am Morgen schon wieder aufgebaut, diesmal aber fest verzurrt. In der erste Reihe war ein Camper mit einer Thule-Markise wie wir. Der hatte sie am Nachmittag auch rein gedreht. Die Italiener neben uns hielten das Vordach vor ihrem Vorzelt fest und befestigten noch ein Sturmband. Auf meine fragendes Daumen hoch oder runter, grinsten sie aber nur. Alles gut. Beim Camper vor uns sah ich das eher fuddelige Tarp halb über den Wohnwagen wegen. Das hatte es augenscheinlich die Naht an er Kederleiste abgerissen. Das Ding hätte ich gestern schon vor dem Gewitter abgebaut. Tim und ich sind dann im prasselden Regen zum Waschhaus und wieder zurück. Dort drinnen hatten es sich ein paar Teenies mit Snacks und Bluetooth-Box mehr oder weniger bequem gemacht. Die wurden wohl auch auf dem Weg zum Party machen überrascht.

Starker Wellengang an einer Steinküste. Im Hintergrund über dem Meer sind noch dunkle Wolken zu sehen.
Aufgewühltes Meer nach dem Gewitter

Danach sind wir auch in den Wohnwagen gegangen und haben uns dort abgetrocknet. Ich bin jedesmal wenn wir in den Urlaub fahren ein bisschen unzufrieden mit der Größe des Eriba. Der ist inklusive Deichsel 6,97m lang und 2,30m breit. Das ist schon ein nicht ganz kleines Gespann und ich denke jedesmal, dass ein kürzerer, schmalerer und niedriger Caravan leicht zu handhaben ist. Weil wir im Urlaub ja auch fast die ganze Zeit davor sitzen und nur zum Schlafen im Wagen sind. Gut, wir machen auch nur Sommerurlaub. Aber in genau solchen Situationen, ist es schon angenehm, wenn wir uns auch zu viert mit drei Erwachsenen im Caravan umdrehen können!

Zwei Stunden dauerte das Spektakel draußen und beim Donnern der Blitze welche gefühlt direkt auch dem Platz nieder gingen, wurde der Wohnwagen geschüttelt. Es hat so sehr geprasselt, dass wir uns gar nicht unterhalten konnten! Ich habe in der Zeit an dieser Seite gebastelt und formuliert, die anderen gelesen und gespielt. Ab 17 Uhr wurde es dann schnell ruhiger und verhalten linste die Sonne zwischen Wolken durch. Es nieselte nur noch bzw. aus den Bäumen tropfte es.

Der Küchenblock in einem Wohnwagen mit hochgeklappten Abdeckungen, einem Drei-Flammen-Gaskocher und dem Waschbecken daneben. Auf einer der Flammen steht ein Kochtopf.
Heute wir im Wohnwagen gekocht!

Das Essen wurde drinnen vorbereitet. Nudeln kochen, Ajvar am Tisch drüber und dazu gab es die gestern im Tri Kantuna nicht gänzlich verspeisten Cordon Bleux. Waren auch heute noch lecker, sogar besser als ich erwartet hatte. Nach dem Essen bin ich noch ein paar Runden in unserem „Viertel“ gegangen und ein Vorzelt in der ersten Reihe am Meer hatte es komplett zerlegt. Da hätte ich ja gar keinen Bock drauf, der andere Camper allerdings sicher auch nicht.

Blick in eins der Mietzelte auf Solaris. Getrennte Schlafzimmer für Eltern und bis zu drei Kinder, eine Küche und ein Vorraum. Alles in der Nähe eines Waschhauses.
Mietzelte auf Solaris

Danach sind Alex noch eine kleine Runde über den Platz spaziert und haben die Baden-Württemberger auf einen Aperol und ein Bier besucht. Nach 1 1/2 Stunden waren wir wieder zurück am Wohnwagen und sind dann recht schnell in die Kojen gegangen. Ich habe ein wenig „Foundation“ geschauft, war dann aber auch irgendwann zu müde. Es hat derweil draußen ordentlich geregnet. So stark, dass das Noice-Canceling der Pixel Buds nicht gänzlich dagegen ankam. Ein bisschen Donner war auch mit dabei, aber längst kein Sturm wie an den vergangenen zwei Tagen.

22.08.2026 – Samstag

Nicht ganz so lange im Bett gelegen wie an den vergangenen Tagen. Alex hat um kurz nach 9 Uhr Brötchen geholt, auf’s SUP ging es nicht. Dann hatten wir Frühstück und ansonsten nur gammeln. Bis auf Tim, der hat immer noch an seiner Hausarbeit gedoktort.

Ein Eichhörnchen huscht vor einem Auto her, an das eine Leiter angelehnt ist.
Unsere Haustiere: Eichhörnchen

Ben hat wenig Lust etwas zu machen. Ist auch nicht dazu zu überreden, mal ein Buch zu lesen und liegt mit Ausdauer und Begeisterung auf seinem Bett herum. Dabei ist er noch gar kein Teenager! Gegen Mittag ist Alex dann doch noch mal auf’s Brett gestiegen und auf dem Meer gepaddelt. Ich war vielleicht auch mal zum Abkühlen in der Adria, habe aber auch sehr viele Folgen „Foundation“ auf dem Bett im Eriba geschaut. Wenn man die Fenster auf hat, ist der Durchzug und Schatten darin etwas angenehmer, als draußen im Liegestuhl zu sitzen.

Die Frontmauer zu den Außenanlagen eines Restaurants. Der hinter der Mauer sichtbare Gastraum ist hell erleuchtet und gut besetzt.
Santa Marina

Zwischendurch hat Ben mit Michel gespielt und war auch mit dessen Eltern am Pool. Ich war in diesem Urlaub noch gar nicht am Sidro im Freibad. Wenn Wasser, dann Meer. Im Juni bin ich mal dort gewesen, aber irgendwie hatte ich bisher keine Lust dorthin.

Heute war wieder ein Auswärtsessen-Tag und Alex schlug das Tehran in Tar vor. Da waren wir schon desöfteren und ich wollte eigentlich lieber mal etwas Neues ausprobieren. Meiner Erinnerung nach, war ich seit dem ersten Besuch in Jugoslawien in den ’80ern noch nicht im Santa Marina. Der Rest der Familie war mit dem Vorschlag auch einverstanden und daher haben wir abends die Fahrräder gesattelt und sind los geradelt. Bis hinten an den südlichen Zaun von Solaris, dort die Räder rum tragen und den Stein- und Schotterweg weiter bis zum Hafen. Wir bekamen problemlos einen Tisch für vier Personen, stellten aber auch genauso schnell fest, dass dieser fast genau vor der noch nicht spielenden Band stand.

Ein gemischter Grillteller in einem Restarant. Viele Fleisch- und Wurstsorten, etwas Djuwetsch-Reis und Pommes Frites.
Das Essen war OK!

Das Essen und die Getränke kamen zügig, das Personal war freundlich, aber auch ein wenig kurzum. Die Band spielte glücklicherweise recht leise ein paar instrumentale Stücke und dann wurde Kinderdisco gemacht. Uns schmeckte es recht gut, aber die Portionen weder übermäßig groß, nicht besser als im Galeb, Sidro oder Kopalo, dafür aber sogar noch teurer als auf dem Campingplatz. Zudem – und das hat mich wirklich gestört – gab es im gesamten Restaurantbereich keine einzige Sitzbank mit Rückenlehnen. Man saß wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein. Zum Abschied gab es keinen Kruskovac oder Grappa, es gab vorweg kein Brot. Einfach nur Massenabfertigung. Wir waren uns nach dem Besuch alle einig, dass wir hier wirklich nichts verpassen, wenn wir das Santa Marina nicht mehr besuchen.

Die Venus ist als etwas hellerer Pixel ca. in der Mitte des Bildes über dem Meer zu erahnen. Leicht außermittig rechts im Bild ist ein Boot auf dem Meer.
Die Venus kann nur erahnt werden.

Nach dem Essen sind wir noch über den neuen Pier im Hafen von Santa Marina spaziert. Die anderen aus der Familie haben das so noch nicht gesehen. Die Stimmung dort war sehr schön und ruhig. Eine uns angebotene Ausflugsfahrt zu den Delfinen haben wir nicht gemacht und den Betreibern ein bisschen sarkastisch „Viel Spaß“ gewünscht. Solcherart Vergnügungen unterstützen wir nicht. Der Weg zurück nach Solaris war kurz und unspektakulär :-)

Ein Zaun trennt einen Campingplatz von öffentlichem Gelände. Das Ende ist allerdings leicht zu umgehen. Ein paar Radfahrende schieben die Fahrräder über Schotter um den Zaun herum, während im Hintergrund das Meer von der untergehenden Sonne orange angestrahlt wird.
Der Zaun ist wirklich kein Hindernis.

Danach wieder Abendvergnügen. Ben liegt auf seinem Bett, ich daddel am Laptop und habe etwas Serien geschaut. Tim hat sich ans Meer verzogen und Alex lag auch auf dem Bett, da die Hängematte aufgrund des nach dem Regen aufgeweichten Bodens nicht nutzbar ist und sie damit am Nachmittag bereits auf den Boden gefallen ist.

Abendstimmung an einer felsigen Küste an der Adria. Links plätschert das Meer an die Kalksteinformationen und in der Ferne sind Apartmentanlagen beleuchtet.
Abendstimmung am Solarisstrand

Gegen halb 11 bin ich noch einmal runter zum Meer und habe durchgeatmet. Ich war nicht der Einzige, der dort in die Ferne geschaut hat. Danach ging’s ins Bett. Schlafenszeit!

23.08.2026 – Sonntag

Der große Junge war heute schon vor allen anderen wach und saß unter der Markise (die wir gestern wieder aufgebaut hatten, weil nun keine Gewitter mehr angesagt sind) und hat gelernt. Tut mir auch ein bisschen leid, dass er nicht so richtig Urlaub hat, aber die Alternative wäre, dass er zu Hause in Paderborn im WG-Zimmer oder bei uns zu Hause sitzt. Da ist Lernen und Schreiben an der Adria sicher angenehmer. Ich drücke die Daumen, dass das auch klappt.

Blick auf das Meer mit einem Baum links im Bild. Man blickt über Caravandächer auf die Adria und mitten im Bild sieht man den oberen Teil einer Herbalife-Beachflag.
Manche haben es echt nötig!

Alex hat wie fast immer die Brötchen besorgt und ist dann nach dem Frühstück auf’s Paddelbrett gesprungen. Allerdings musste auf die Aqua-Gymnastik verzichtet werden, da Sonntag ist! Das letzte Wochenende in Kroatien für dieses Jahr :-( Ich konnte mich bis hierhin nicht wirklich entspannen, eil ich mir um alles Mögliche Sorgen mache. Ich hoffe, den anderen geht es etwas besser. Die Italiener neben uns packen seit gestern langsam ihre Klamotten zusammen und sind beim Vorzelt angelangt. Den Wohnwagen stellen sie augenscheinlich hier irgendwo unter, denn sie sind erst ohne angereist und hatten auch einen Fahrradheckträger am Auto. Die Abreise wird dann andersherum funktionieren. Angenehme Menschen, sehr ruhig und auch die beiden Jungs haben keinen Rabbatz gemacht!

Eine schmal asphaltierte Straße. Links sieht man mediterane Einfamilienhäuser, rechts kleine Bäume. Im Vordergrund steht ein Hinweis auf den Parenzana-Radweg.
Auf die Parenzana!

Ich habe den Vor- und frühen Nachmittag mit Apple-TV verbracht. Ben hat zuerst mit Michel im Wohnwagen am Steamdeck gespielt und irgendwann sind die beiden in den Pool verschwunden. Alex ist irgendwann dorthin gefolgt. Und Tim beschäftigte sich unter der Markise weiter mit der „Housing crisis“ in den USA. Ich musste irgendwie den Kopf frei bekommen und mich bewegen. Also habe ich trotz gar nicht mal so kühler Temperaturen die Radklmotten übergeworfen, die Schuhe geschnürt und mich auf den Weg gemacht. Bin hinten bei Santa Marina vom Platz runter und dann hoch bis da wo die neuen Apartments anfangen. Den Schotterweg bis zur 75, auf dem neuen Radweg bis zum Kreisel und dann hoch bis Mihatovici. Dort habe ich unbeachsichtigt und zufällig ein Schild der Parenzana gesehen. Das ist mir sonst nur auf der Strecke von Labinci nach Visnjan aufgefallen.

Ein Schotterweg inmitten von Olivenbäumen und Eichenwäldchen. Abseits des Wegs sieht man die rote Erde Kroatiens.
Auf der Parenzana zwischen Porec und Visnjan

Da ich sowieso inzwischen vor hatte, irgendwie querfeldein nach Visnjan zu fahren und die Parenzana in die richtige Richtung führte, bin ich darauf abgebogen. Ich wusste ja, dass sie im Zweifel knapp zwei Kilomter vor der Stadt die Zufahrtstraße von Labinci hoch kreuzt. Also los. Die ersten Meter waren Asphalt, dann kam aber schon gleich Splitt und Schotter. Da wird ja auch überall von berichtet. Es war aber landschaftlich wirklich schön. Wenngleich der Bahntrassenradweg auch als landwirtschaftlicher Weg genutzt wird und zudem einige Motocrosser unterwegs waren, die weder Abstand hielten, noch Anstand hatten. Oben in Visnjan dann ein bisschen ausruhen und dann wieder runter!

Blick aus einem Raum mit offener Fensterfront über eine bewaldete Landschaft bis zum Meer am Horizont.
Standard-Ausblickfoto Visnjan

Der Weg von Labinci nach Tar wird immer schlechter. Den rechten Rand der apshaltierten Straße kann man mit einem Fahrrad kaum noch zügig befahren. Fährt man links neben den Aufbrüchen und Schlaglöchern, läuft man Gefahr von den verrückten und rücksichtslose Kroaten gerammt zu werden. Das Verhalten der Autofahrer/innen gegenüber Menschen auf dem Fahrrad ist schrecklich! Ich war trotzdem halbwegs flott unterwegs und bin zurück noch mal die Küste vom Campingplatz Lanterna entlang geradelt. Ja, ich bin mir sicher, dass ich hier keinen Urlaub machen möchte. Eng, laut, rücksichtslos! Alles wird dort mit dem Auto erledigt. Im K-Bereich parkten Strandbesucher mit ihren Fahrzeugen auf leeren Parzellen. Toll, wenn dann ein Camper kommt, um aufzubauen. Hunde liefen mir unangeleint vor’s Fahrrad und Kinder auf E-Scootern fahren ohne Rückicht auf Verluste durch Menschenmengen. Und ja, ich fahre auf Campingplätzen *sehr* langsam und defensiv. Ich bin kein Arsch.

Kochuntensilien auf einem faltbaren Campingschrank. Auf einem Gaskocher mit aufgebautem Windschutz steht eine Pfanne mit Hackröllchen. Auf dem Regal daneben allerlei Öl und Gewürze.
Abendessen wird zubereitet

Am Wohnwagen musste ich mich erstmal setzen. Denn auch wenn ich keine Bestzeiten aufgestellt habe, war mir aufgrund der Anstrengung bei der Wärme schwummerig im Kopf. Ich bin ja nun kein Radsportler, sondern ein dicker Papa mit hoffentlich nicht mehr zweistelliger Jahreszahl bis zur Rente! Zudem völlig außer Form. Und nur weil ich täglich mit dem Rad zur Arbeit fahre kann ich ja nicht an der Tour de France teilnehmen :-)

Die Utensilien für das Abendbrot hatten Alex und Tim bereits raus geholt und ich musste mich nur noch um das Braten kümmern. Wir haben uns auf die Pfanne auf dem Gaskocher verlegt, weil das sogar schneller geht, als auf dem CampingGaz-Grill und besser zu reinigen ist. Geschmacklich ist es kein Unterschied! Die Hackröllchen, Putenfilest und Kottelets schmeckten allesamt sehr gut. Dazu wieder Alex Tomaten-Feta-Salat und frisches Baguette. Habe ich in diesem Jahr schon geschrieben, dass das unter freiem Himmel besser schmeckt, als am Tisch im Esszimmer? Und für Alex: auch besser, als würde man einfach alles auf die Holzterrasse räumen ;-)

Der Hinterkopf eine jungen Mannes vor einem Laptop mit Zusatzmonitor. Das Equeipment ist auf einem Campingtisch aufgebaut.
Der Student studiert.

Derweil schreibt Tim langsam an seiner Arbeit weiter. Allerdings nur so lange, bis das Essen fertig war. Dann wurde der Schreib- zum Esstisch! Alex ist vom Essen ein paar Mal aufgesprungen, weil sie unbedingt das schönste Bild vom Sonnenuntergang machen wollte. Und heute war es halbwegs wolkenlos. Nach den beiden Gewittern war es nicht mehr ganz so wolkenlos und auch nicht mehr ganz so heiß.

Ein Sonnenuntergang über der Adria fotografiert durch ein paar Hecken und kleine Büsche.
Kitschig, aber schön!

Tatsächlich ist es abends sogar richtig kühl geworden. So sehr, dass ich mir ein langärmeliges Shirt aus dem Schrank genommen habe. Tim hatte sowas schon ein paar Mal an, aber ich konnte mich bis hierhin sogar noch nackig hinsetzen. Aber an diesem Abend war es echt kühl! Überhaupt beginnt es ein bisschen „herbstlich“ zu werden. Die Temperaturen gehen tagsüber immer noch an die 30°C, aber die Bäume des Eichenwäldchens in dem Solaris liegt werden schon reichlich abgeworfen! Die Mitarbeitenden des Platzes fahren mit ihren „Holdern“ (sind irgendwelche anderen kleinen Knicklenker-Traktoren) und großen Anhängern über den Platz und sammeln die Blätter.

Zuvor gehen Menschen mit benzinbetriebenen Laubbläsern herum und befreien die Wege des Platzes von den Blättern. Bei uns ging ein sehr älterer Herr vorbei, pustete den ganzen Dreck unter unsere Markise – während wir dort saßen – ging dann wortlos auf die Parzelle um uns und unser Campinggestühl und pustete alles zwischen unseren Füßen wieder zurück in Reihe. Ist ja alles OK, aber man könnte wenigstens irgendeine Form der Kommunikation versuchen. „Hallo“, „Dober Dan“, „Entschuldigung“, „Wörter in fremder Sprache hier einsetzen“ …

Der Mond steht niedrig über dem Meer und spiegelt sich in leichter Dünung.
Monde

Ich bin, weil mir zu kalt wurde, irgendwann in den Wohnwagen gegangen und habe meine Serie geschaut, Tim war nochmal hoch zur Rezeption und Ben liegt sowieso meist auf seinem Bett. Ich habe Sorge, dass wir das Smartphone nach dem Urlaub operativ von seiner Hand lösen müssen. Alex hat auch gelesen, allerdings nicht in der Hängematte, weil die an der Stelle auch mit neu gesetztem Stahlhaken im Boden nicht mehr hält. Viertletzte Nacht in Kroatien für dieses Jahr.

24.08.2026 – Montag

Morgenzeremonie wie immer. Alex ist um halb 9 Uhr zum Brötchen holen gefahren. Dann haben wir fix gefrühstückt und um 20 vor 10 Uhr stand sie schon wieder auf dem Paddelbrett auf dem Meer. Der Rest der Familie hat wie immer nur rumgesessen und/oder gelegen. Tim schreibt (leider) immer noch an seiner Arbeit. Das tut mir auch etwas leid, dass er nicht einfach nur chillen kann, aber – ich habe es schon mal geschrieben – die Alternative wäre, ohne Kroatien zu Hause rumzusitzen und zu schreiben.

Zwischendurch waren wir im Wasser, am Pool und ansonsten im Campingstuhl. Ich konnte mich nicht richtig aufraffen, noch einmal mit dem Rad los zu fahren. Gestern war anstrengend, aber ob ich kurz vor der Abreise bzw. am Tag wenn wir packen noch mal eine Runde drehen will, weiß ich auch nicht. Ich habe ein bisschen auf Maps rumgeschaut und dann bei Kastelir einen kleinen Campingplatz entdeckt und mich ein bisschen „geärgert“, dass ich den noch nie angeschaut habe, obwohl ich schon so oft in der Ecke war.

Eine gesplittete Straße zwischen Äckern und Olivenhainen mit Bäumen und Büschen am Rand
Hinter Rogovići zwischen den Äckern

Na dann, habe ich wenigstens ein Ziel. Bei Solaris raus und den Radweg ab Lanterna hoch nach Vabriga. Dort dann abbiegen und durch die Oliven über teilweise echt groben Schotter nach Tar. Bis zum Kreisel und hinten raus Richtung Labinci. Vorher links ab nach Rogovići – wieder ein paar neue Kilometer für Wandrer.Earth!

Ein schwarzes Fitness-Bike lehnt an einem Pfosten dahinter blickt man über Büsche auf die Adria.
Alex war gleichzeitig Unterwegs bis zur Spitze von Lanterna.

Es war wieder sehr warm und die Strecke geht halt auch einfach immer nur bergauf. Kastelir ist oben auf dem Hügel. Hinter Rogovići wurde mir am Anstieg schon ziemlich warm und ich musste anhalten und einen Schluck trinken. Was auffällig ist, dass überall gebaut wird. Und das sind dann keine kleinen, „bescheidenen“ Häuser, sondern es geht alles eher in Richtung Villa oder gehobenes Feriendomizil. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wie teuer das hier ist, es sieht jedenfalls alles nicht billig aus. Alex war zu der Zeit auch mit dem Rad unterwegs und hat den Leuchtturm auf Lanterna besucht.

Der Eingang zu einem urigen Naturcampingplatz mit sehr wenigen Wohnwagenstellplätzen. Der Boden ist gesplittet und es stehen viele Bäume um die Parzellen.
Natura Camp Karli

Das Natura Camp Karli liegt oben hinter Kastelir und ist wie der Name schon sagt, sehr naturbelassen. Ich bin nur einmal auf den Wohnwagenstellplätzen gewesen und habe das Waschhaus angesehen. Das hat mir sehr gut gefallen! Die sanitären Anlagen sehen top aus. Richtig schick und alles offen gestaltet aus Naturholz. Klasse. Der einzige Nachteil für mich persönlich ist, dass der Platz nicht am Meer liegt! Ist halt oben auf einem Hügel.

Der Vorteil ist, man ist oben auf dem Hügel und kommt mit dem Fahrrad daher sehr flott nach unten! Ich bin in Kastelir auf die Hauptstraße und von dort runter nach Gedici gerollt. Das ist mit den rücksichtslosen Kroaten kein Vergnügen, aber es war glücklicherweise recht wenig Verkehr. In Gedici geht es rechts ab Richtung Perci und Tar und dann ist man quasi schon in Santa Marina und auf Solaris. Sehr schöne, letzte Radtour in Kroatien für dieses Jahr!

Man sieht die Füße einer Frau in einer Hängematte. Das Foto ist gegen die Sonne aufgenommen, die durch viele Bäume scheint. Links ist ein Wohnwagen teilweise zu sehen.
Alex chillt in der Hängematte

Auf unserem Claim musste ich erstmal ausdünsten. Langsam ausziehen und dann lief der Schweiß von ganz aleine aus den Poren. Alex chillte in der Hängematte und der Student war auch kurz vorher von der Rezeption zurück gekehrt. Er hatte heute ein Gespräch mit seiner Dozentin und die schien mit seinen Entwürfen und Ideen zur Arbeit zufrieden zu sein. Das ist doch schon mal was.

Drei Menschen gehen auf einem asphaltierten Weg auf das Meer zu.
Familie Edler auf dem Weg zum Restaurant Kopalo

Da heute wieder „auswärts essen“-Tag war, hatte Alex am Nachmittag einen Tisch im Kopalo reserviert. Ich glaube, das ist nicht notwendig, aber die Chefin scheint es zu freuen. Denn haben wir diese in den letzten Jahren eigentlich nie gut gelaunt uns gegenüber erlebt, auch nicht ich – wenn ich alleine hier war – so war sie dieses Jahr extrem freundlich. Ich habe keinen Schimmer, wie man diese Stimmung beeinflussen kann, wir haben uns jedenfalls nicht anders verhalten, als sonst auch. Wie dem auch sei, das Essen dort fand ich in diesem Jahr jedesmal sehr gut. Die Pizzen sind echt lecker und auch wenn in den Facebook-Gruppen viel über den dicken Rand geschimpft wird, so ist gerade der mein Favorit :-)

Ein junge und ein alter Mann sitzen unter einer durch eine Lichterkette beleuchteten Markise vor einem Wohnwagen. Die Gesichter sind jeweils von deren Handys.
Tim und Papa sind vertieft in ihre Handys.

Den Abend haben wir unter unserer Markise verbracht und gelesen. Zuerst hatte Ben vor, noch in die Hägematte zu gehen, wollte dann aber doch nicht. So hat Alex dort noch etwas gelegen. Ansonsten wurde alles so weit wie möglich unter die Markise geräumt, weil für die Nacht Regen angesagt war. Feierabend für heute!

25.08.2026 – Dienstag

Um kurz vor 9 Uhr ist Alex los zum Baguette und Brötchen holen und danach haben wir unter der Markise gefrühstückt, nachdem ich diese von Dreck und Unrat befreit hatte. In der Nacht hat es ab 5 Uhr ziemlich geplästert und es war reichlich Dreck und Blätter auf unserer Vorzeltteppiche geweht. Und verdammt, war ich müde. Ich musste unbedingt die 3. Staffel von Foundation zu Ende schauen und es wurde in den letzten Folgen echt spannend, daher ging bei mir das Licht in der Nacht erst um viertel vor zwei aus. Und gegen halb 5 Uhr hat unser der Nachwuchs geweckt, weil er Durst hatte und diesen nicht leise stillen konnte, sondern uns mit Getrampel, Geklapper und lautem Gegluckse an seiner Flüssigkeitsaufnahme teilhaben ließ! Und dann begann der Regen zu plätschern und ich musste draußen gucken, ob alles OK ist. Danach bin ich offensichtlich noch einmal eingeschlafen, weil ich davon wach wurde, wie Alex im Wohnwagen rum ramenterte.

Einige Eier in einer Pfanne auf einem Gaskocher mit einem drum herum aufgebauten Windschutz.
Frühstückseier bevor sie gerührt worden sind.

Nach dem Frühstück ist Alex nicht mit dem Brett auf’s Meer, weil es viel zu unruhig war. Der Tag heute war nicht wirklich sonnig gemeldet worden. Im Gegenteil, ab 16 oder 17 Uhr sollte es gewittern. Also haben wir nur rumgedrömmelt, auf den Himmel geschaut, alle Schnüre nachgezogen, mit den Platznachbarn geredet, ob es schlimm wird oder nicht und ab und an mal gebadet. Ben war im Pool und hat mit Michel gezockt.

Der Blick entlang einer steinigen und felsigen Küste. Der Himmel links ist blau und nach rechts wird es immer dunkler.
Das ist im Norden von uns. Zieht vorbei!

Regenradar mit dutzenden Blitzen. Der Standortmarker ist genau in der Mitte der Karte.
Wir sind mittendrin
Am Nachmittag zog sich dann der Himmel immer mehr zu. Aber es schien sich über Koper, weit im Norden von uns zu entladen. Die Wolken waren bedrohlich, es wehte etwas Wind, wir sind sogar noch im Wasser gewesen. Zuerst sah es auf der Karte so aus, als würde der Regen nördlich und südlich von uns vorbei ziehen. Ich war sehr zuversichtlich. Allerdings änderte sich auch das Regenradar ständig und die Zelle schien nicht nach Südosten zu driften, sondern sich über uns zu drehen. Äh, ja. Und die Windgeschwindigkeiten hatten sich auf „in Böen 50 Km/h“ erhöht. Mit Sturmband quer über der Markise und den Spanngurten an den Stützen wird es wohl gehen.

Regen plätschert an einem Wohnwagen herunter und spritzt an einer Regenrinne fast einen halben Meter zur Seite.
Oha, da kommt was runter.

Ab 16:30 Uhr ging’s dann los. Zuerst nur Blitze und ohrenbetäubender Donner im Norden von uns. Der Himmel südlich war fast noch blau, im Norden schwarz. Das änderte sich dann langsam, als das Gewitter sich über uns drehte. Wind oder gar Sturm kam glücklicherweise aber nicht auf. Es war etwas zugig. Bisher nieselte es auch nur und ich habe noch unter der Markise gestanden, auf’s Meer geschaut und eine Tasse Kaffee getrunken. Das Spektakel steigerte sich aber recht schnell! Ruck-Zuck goss es wie aus Kübeln. War schon heftig. Tim war während der ganzen Zeit oben an der Rezeption und saß im Trocknen :-)

Blick aus einer Wohnwagentür unter die Markise davor. Man sieht ringsum deutliche Pfützen, alles ist nass und dreckig.
Plästert ganz schön

Gegen 17:15 Uhr war der Höhepunkt erreicht, glaube ich. Der Weg war unter Wasser, unter unseren Teppichen war ein See und wenn ich mit dem Fuß unter der Markise aufgetreten bin, war es wie ein Sumpf. Am Wohnwagen spritzte das Wasser nur so von Wasserrinnen weg. Mir ist noch rechtzeitig eingefallen, dass es wohl eine gute Idee ist, wenn ich die Mehrfachsteckdose unter dem Wohnwagen vom Strom trenne, damit ich nicht gegrillt werde. Die lag schon bedenklich im Wasser. Ich war wirklich froh, dass es nicht stürmte und nur „nass“ war. Tim berichtete, dass die Zufahrt vor der Rezeption ein einziger Fluss war.

Eine Küstenrpomenade mit reichlich eine Zuwegung herunter gespültem Split. Man schaut über Büsche und Hecken auf das Meer.
Die gesplitteten Wege fanden sich wieder auf der Promenade.

Fast zweieinhalb Stunden hatten wir Spaß mit dem Wetter, dann war es wieder vorbei und alles beruhigte sich. Um uns herum hörte man die üblichen Aufräumgeräusche. Hauptsächlich das Schrubben von Besen unter den Vorzelten und vereinzelt Gehämmer. Bei uns ist aber nichts passiert, außer das reichlich Dreck auf den Teppichen herum lag. Aber ich habe dann einfach beim dem Besenkonzert mitgemacht.

Ein Regebogen über einer Küstenstadt auf der anderen Seite einer Bucht
Regenbogen über Cervar Porat

Die Sonne schien auch schon wieder und zauberte einen kleinen Regenbogen über Cervar Porat auf der anderen Seite der Bucht. Die Promenade war schon wieder von Menschen bevölkert und die ersten übten auch schon Arschbomben von der Mole.

Leicht wellige See bricht sich mit viel Gischt an einer felsigen Küste und einem abziehenden Gewitter.
Die dichten Wolken siehen nach Südosten ab.

Ehrlich gesagt kann ich auf solche Spektakel verzichten. Ich habe zwar munter Videos gemacht, um die teilweise spektakulären Donnerschläge zu dokumentieren und den dichten Regen, aber ich rege mich immer zu sehr auf und haben Angst, dass alles wegfliegt und unser Wohnwagen dann kaputt ist. Heute ist ja mal wieder alles gut gegangen.

Ein junger Mann und eine Frau sitzen unter einer Markise an einem gedeckten Campingtisch. Die Kamera blickt von oben auf die Szene.
Alex und Tim warten auf das Essen.

Zum Abendessen gab es wieder Grill- bzw. gebratenes Fleisch unter freiem bzw. nur durch die Markise verdeckten Himmel. Schmeckte allen ausgezeichnet! Leider war es gar nicht mal so warm und ich glaube, ich habe mich ein klein wenig erkältet. Vielleicht hätte ich mich wie die anderen auch anziehen sollen! Aber FKK, ey!

An einer Küste ist eine aufblasbare Leinwand aufgestellt, auf welcher ein Standbild von "Onward" zu sehen ist. Die umstehenden Büsche sind mit verschiedenfarbigen Leuchten angestrahlt, während der Mond über der ganzen Szene leuchtet.
Strandkino unter dem Mond

Ben kannte den Film schon und ich hatte keine Lust dazu. Also lag ich recht früh im Bett und habe noch ein wenig Musik mit dem Laptop gehört. Tim ist derweil noch ein bisschen zum Lesen an den Strand gegangen.

Man sieht die Silhouette eines Mannes auf einer Liege an der Küste. Der Himmel über dem Meer ist tiefblau mit einem dünnen, orangenden Streifen am Horizont von der untergehenden Sonne.
Lesen am Strand nach Sonnenuntergang

Alex ist noch einmal in die Runde gegangen. Ich weiß gar nicht, wann sie ins Bett gekommen ist. Ben hat da schon geschlafen. Und wann Tim zurück kam, weiß ich auch nicht, er lag irgendwann im Dachzelt. Allerdings dauerte die Ruhe nicht lange, weil Alex einen Wecker auf kurz vor Mitternacht gestellt hatte. Der Student hat nämlich am Folgetag Geburtstag und wir sind aufgestanden, um ihm zu gratulieren! ;-) Es gab allerdings nur eine „Torte“ bestehend aus einer Packung Kekse und eine Anti-Mücken-Kerze zum Auspusten. Und danach dann endgültig ins Bett! Ich war echt fertig nach der Nacht davor und diesem Tag.

26.08.2026 – Mittwoch – letzter Tag und Abbau

So, das war’s quasi! Letzter ganzer Tag auf Solaris. Gegen 8 Uhr waren wir wach. Der große Junge saß da ganz gegen die sonstige Gewohnheit schon vor dem Dachzelt und telefonierte – mit seiner Freundin. Wahrscheinlich nochmal Geburtstagsgrüße – obwohl es die auch um Mitternacht schon gab :-) Alex ist um halb 9 wie immer zum Brötchen holen zum Böcker beim Kopalo gefahren. Danach gab es heute auf Wunsch des Geburtstagskinds gekochte Eier zum Frühstück.

Eine grüne Eidechse auf einem grau-blauen Vorzeltteppich
Immer noch unsere Haustiere – die rennen einem über die Füße.

Nach dem Frühstück sind wir sehr, sehr langsam mit aufräumen angefangen. Ich habe die Abspannung der Markise abgebaut und die Erdhaken gesäubert. Dann den grünen Schaumteppich ausgeschüttelt und auf eine Hecke in die Sonne zum Trocknen gelegt. Immer eins nach dem anderen. Tim war derweil wieder oben an der Rezeption und Ben spielte rum. Alex ist kurz vor 10 Uhr ein letztes Mal aus das Paddelbrett gestiegen und danach wurde es auch zum Trocknen in die Sonne gelegt.

Skoda Yeti mit aufgeklappten Dachzelt.
Erster Teppich weg.

So richtig Lust hatte ich nicht zum Abbauen. So richtig erholt fühle mich mich auch überhaupt nicht und wie immer könnte ich es wahrscheinlich noch eine Woche hier aushalten. Ich überlege wirklich, ob ich mir im nächsten Jahr zusätzliche Urlaubstage kaufe. Im Juni werde ich eventuell auch wieder eine oder 1 1/2 Wochen mit einem Freund alleine hier verbringen. In den letzten zweieinhalb Wochen habe ich aber einfach zu viel über alles Mögliche gegrübelt.

Eine Frau geht auf einer asphaltierten Straße. Rechts ist ein Geländer zu einem sehr hoch gelegen Gehweg zu sehen. Im Hintergrund sind Gebäude zwischen Büschen und Bäumen.
Alex kurz vor der Rezeption

Nachmittags hatte Alex sich extra einen Wecker gestellt, damit wir zur Rezeption gehen, um zu bezahlen! Das hatten wir vor vielen Jahren – in 2020 – schon mal vergessen und mussten dann am Morgen erst noch mal an die Kasse. Seitdem ist das ein Running-Gag :-) Bei der Gelegenheit haben wir auch kurz Nachwuchs 1.0 über die Schulter geschaut, aber da lief es heute wohl nicht so gut. Und wo wir schon mal hier oben sind, wurde im Lito-Market noch ein bisschen Getränke, Lino-Lada und Kekse gekauft.

Der Kopf einer Frau ragt über die Kante einer Hängematte und die Frau scheint in die Ferne zu schauen. Rechts sieht man einen Wohnwagen und links am Wohnwagen vorbei ist das Meer zu sehen.
Alex chillt

Zwischendurch haben wir sehr viel ausgeruht. So viel, dass Alex irgendwann mal anmerkte, wir wären in diesem Jahr sehr langsam mit dem Zusammenräumen. Tim ist heute recht früh wieder zurück zum Platz gekommen – darf er wohl an seinem Geburtstag.

Eine Markise vor einem Wohnwagen, rechts steht ein Auto mit einem Dachzelt. Dazwischen sind noch einige Campingutensilien.
Langsam wird es weniger.

Wir sind dann noch mal ins Wasser gegangen und ich direkt danach in die Dusche, weil heute wieder ein Auswärtsessen-Tag ist. Tim hatte sich wieder das Delfin ausgesucht, weil es uns da in diesem Jahr wirklich am Besten gefallen hat. Um 18 Uhr sind wir dann mit den Fahrrädern los gefahren. Das Restaurant ist ja nur einen Katzensprung die Promenade lang entfernt. Ich kann mich erinnern, dass ich damals mit meinen Eltern den Weg zum Leuchtturm zu Fuß gegangen bin, der Weg dort entlang aber mehr ein gesplitetter Weg durch einen Wald war. Heute ist das fast eine Straße und alle Nase lang ist ein Kiosk und die Küste ist befestigt, es gibt Treppen die Felsen hinunter und viele, viele Bönke. Aber „damals“ ist ja auch schon 40 Jahre her. Auf den alten Dias sah das hier alles noch anders aus!

Blick auf Novigrad mit dem markanten Kirchturm über die Bucht der Mirnamündung hinweg.
Novigrad

Im Delfin haben wir wieder einen guten Tisch mit einer schicken Aussicht bekommen. Tim hatte sich getraut Calamari zu bestellen, ich hatte fritierte Tintenfischringe, Alex eine Brasse und Ben hatte ein Cordon Bleu. Alles war super lecker! Der Service war super freundlich, zum Abschied gab es einen Kruskovac (oder sowas) und für Ben eine Kugel Eis. Und nachdem wir sagten, dass dies unser letzter Abend für dieses Jahr war, wurden wir noch mit einem Abschiedsgeschenk überrascht: einer Tasse mit 3D-Relief von Rovinj. Sehr, sehr nett! Haben uns echt gefreut!

Ein Wohnwagen im Dunklen auf einer Campingparzelle. Auf einem Stuhl sitzt ein junger Mann, ein leerer Stuhl steht daneben. Auf einem kleinen Hocker überstrahlt der Bildschirm eines Laptops die Szene. Hinter dem Wohnwagen sind Eichenbäume, durch deren Äste der dunkelblaue Himmel zu sehen ist.
Alles abgebaut und der Wohnwagen in Fahrtrichtung gedreht.

Nachdem wir wieder zurück am Wohnwagen waren, haben wir schnell die Reste verpackt und dann den Caravan in Fahrtrichtung gedreht. Eigentlich wollte ich sogar den Yeti schon anhängen, aber Tim intervenierte, weil er dann schlechter schlafen könnte. Hat er allerdings auch Recht mit, den der Platz ist leicht abschüssig und er würde dann mit dem Kopf nach unten legen. Muss ja nicht sein. Als der Wagen so wieder aufgebockt war, sind wir noch mal zu viert in die Adria gestiegen. Pullerwarm um 20:30 Uhr. Als wir gerade alle nur mit den Köpfen aus dem Wasser lugten, kamen die Freunde aus Baden-Württemberg auch am Strand vorbei. Sie waren vorher an unserem Wohnwagen, dachten sich dann aber dass wir wohl hier unten am Wasser waren. Deren Sohn ist dann auch noch mal ins Wasser gesprungen! Und wir haben uns herzlich verabschiedet.

Danach hat sich Alex noch in die Hängematte gelegt, die deswegen unbedingt als letztes abgebaut werden sollte. Und zwei Campingstühle haben wir noch draußen, weil Tim und ich noch vor’m Wagen saßen. Er am Steamdeck und dem Handy mit seiner Freundin telefonierend und ich an diesem Text schreibend und die Bilder entsprechend aufbereitend. Das sind die 17 Nächte morgen früh schon wieder vorbei. Der Skoda Yeti ist gepackt, wir müssen nur noch die Stühle verpacken und dann ist Feierabend. Wir haben eben im Wasser schon überlegt, ob wir im nächsten Jahr wieder hier hin fahren. Die Chancen stehen nicht schlecht. Aber dann wohl nur zu dritt, weil der große Junge seine Freundin hier wohl nicht hinbekommt. Aber direkt nebenan sind ja auch textile Appartments :-)

Feirabend für heute. Letzte Nacht in 2026 in Kroatien!

27.08.2026 – Donnerstag – Heimfahrt

Was für eine beschissene Nacht. Ich bin vor langen Touren sowieso schon ein unruhiger Schläfer. Erst um 23 Uhr zur Ruhe gekommen, dann konnte ich nicht schlafen. Gegen halb 1 auf die Uhr geschaut, um halb 4 von sehr rücksichtsvollen Mitcampern aus dem Halbschlaf gerissen worden, weil sie sich auf dem Weg lautstark unterhalten mussten. Sind ja auch alleine auf dem Platz. Um halb 5 zur Toilette und um viertel nach 6 rüttelte Alex am Arm, dass es schon nach sechs Uhr sei! Um 7 ist unsere Standardabfahrtzeit, weil genau dann die Schranke öffnet.

Ein Papa, ein älterer und ein jüngerer Sohn baden in der Adria. Es schauen nur die Köpfe aus dem Wasser, welches völlig glatt ist. Im Hintergrund sieht man die Landzunge auf der anderen Seite der Bucht. Rechts dümpeln ein paar StandUp-Paddelbretter, die an einer Leine zur Abgrenzung des Schwimmbereichs befestigt sind.
Die drei Männer im Wasser.

Wir haben dann schnell alles, was noch so rumlag, an den passenden Stellen verstaut, nachdem Tim das Dachzelt geräumt hat. Dann noch zwei Fahrräder in den Wohnwagen und alle Handtücher in Tüten verpackt. Immerhin mussten wir vor der Abfahrt unbedingt noch in die Adria und baden. Das Wasser war immer noch pullerwarm, die Gewitter der letzten Tage konnten das nicht ändern. Fühlt sich für uns natürlich gut an, für die Umwelt ist es aber eine Katastrophe. Es war so warm, dass sogar Alex noch einmal bis zu den Schultern untertauchte. Ich habe schnell noch geduscht, Zähne geputzt, den Wohnwagen angehängt und dann ging’s los. Also zumindest bis hinter der Schranke, weil Tim doch was im dortigen Supermarkt kaufen wollte und Ben zur Sicherheit noch mal auf Toilette wollte. Das Abschlussfoto haben wir um 07:30 Uhr geschossen!

Ein rotes Auto mit Dachzelt steht vor einem Wohnwagen. Im Hintergrund sieht man die Einfahrt zu einem Campingplatz mit einem großen Schriftzug "Solaris" über den Schranken.
Traditionelles Abreisefoto

Am Eingang zu Novigrad haben wir den gar nicht so leeren Tank mit dem günstigen kroatischen Benzin aufgefüllt und dann waren wir wirklich auf der Piste. Den Weg kann ich nun fast ohne Navi fahren, habe aber trotzdem im zweiten Kreisel eine Ehrenrunde gedreht. Drei Stunden und 20 Minuten später haben wir an der letzten Tankstelle vor dem Karawankentunnel den Tank aufgefüllt und die erste Pause eingelegt. Um viertel nach Eins waren wir schon durch den Tauerntunnel durch und Alex und Tim fotografierten die Spitzen der Alpen.

Die Alpen von einer Autobahn aus fotografiert.
Achja, die Berge.

Gegen 14 Uhr überquerten wir die Grenze nach Deutschland. Die einzige Grenze, an der wir Stau hatten. Weil unsere Regierung augescheinlich den Polizist/innen Überstunden verschaffen will, indem sie völlig überflüssige Grenzkontrollen durchführen müssen. Die gestalteten sich an diesem Tag so, dass ein Kollege mit einem Maschinengewehr im Schatten stand und mit einer Kollegin gelangweilt redeten, während die Autos, Gespanne, Busse, Vans durch ein halbes Dutzen Schleusen fuhren und ihre Zeit vertrödelten. Die Temperatur war da auch schon lange über 30°C, die Klimaanlage lief auf volle Pulle und ich konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Trotzdem ich Sorge hatte, dass die Doppelkupplung im Arsch ist, weil sie beim abrupten Gasgeben aus dem Stand heftig rubbelte (nein, tat sie früher nicht) oder dass der Motor überhitzte weil gelegentlich der Zeiger über die 90°C hinaus ging und ich dann sofort vom Gas musste, kamen wir sehr gut durch. Es gab kaum Stau, wenig zähflüssigen Verkehr und ab 18 Uhr wurde es auch etwas ruhiger auf der Autobahn. Gegen 18 Uhr haben wirauf dem Autohof Tennenlohe getankt und die einzige etwas längere Pause gemacht, bei der wir die leckeren belegten Brötchen der Tankstelle verspeisten.

Ein rotes Auto mit einem zusammengeklappten Dachzelt oben drauf steht vor einem Wohnwagen an der Zapfsäule einer Aral Tankstelle.
Letzte Mal auffüllen vor zu Hause!

Trotz meiner Bedenken hinsichtlich des Antriebs, verlief die Fahrt mit einem zurückhaltenden Gasfuß sehr flott. Kein Schlingern, kein Wackeln, ich habe in den Berichten der letzten 9 Jahre ja schon geschrieben, dass der Yeti läuft wie auf Schienen. Tim hat mit seiner Freundin immer hin und her geschrieben, die wartete nämlich schon bei uns zu Hause! Die letzten Stunden der Fahrt sind recht schnell vergangen, weil uns Olli Schulz und Jan Böhmermann die Zeit verkürzt haben.

Armaturenbrett eines Autos. Der Tageskilomterzähler steht bei 2.426,8 Kilometern
Knapp 2.400 Kilomter unterwegs gewesen.

Um Punkt Mitternacht habe ich nach genau 16 1/2 Stunden Rückfahrt und knapp 1.200 Kilomtern den Yeti auf dem Wendehammer im Dörgen abgestellt. Da standen dann für diesen Urlaub 2.426,8 Km auf der Uhr. Vor Ort wurde der Wagen nur zweimal zum Supermarkt gefahren. Ansonsten haben wir nur unsere Füße und das Fahrrad benutzt. Als wir den Wohnwagen per Hand auf unseren Hof rangiert hatten und der Yeti in der Einfahrt stand, war ich dann doch schlagartig komplett fertig und gar. Wir haben noch jeder ein Stück Kuchen gegessen, den Tims Freundin beim Warten auf uns gebacken hat (Vielen Dank, schmeckte sehr gut!) und dann ab ins Bett.

Sommerurlaub 2026 zu Ende!

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