Kroatien 2026 – (nicht ganz) Single-Urlaub auf Solaris

Kilometer und Kosten
  • Strecke: 2.392,7 Km
  • Benzin: 200,93 l
  • Kosten: 434,50 €
  • Maut: 91,20 €
  • Camping: 245,50 €
    Parzelle gesamt: 491,00 €
    8 Nächte
    2 Personen, extra Auto
  • Essen/Trinken (ca.): 270,00 €
  • Gesamt: 1.041,20 €
Vorbereitungen

Im letzten Jahr war ich – wie in 2019 schon einmal – alleine in Kroatien. Das erste Mal, um Alex von der „Mutter- & Kind-Kur“ abzuholen und in 2025 um einfach mal runter zu kommen. Bzw. wieder rauf. Wer den Bericht liest, mag es erahnen. Ich hatte am ersten Tag des Urlaubs ein Bild von mir im Campingstuhl an unsere Freunde in Aachen geschickt, welche wir auf Solaris kennen gelernt haben und der männliche Teil der Familie war ein bisschen neidisch. In diesem Frühjahr waren ein Wochenende zusammen weg und dort wurde sehr unverbindlich über einen weiteren „Single-Urlaub“ in diesem Jahr gesprochen. Hatte ich gar nicht geplant.

Ein Airtop-Dachzelt steht in einem Carport auf zwei Böcken vor einem roten Skoda Yeti.
Gleich geht’s auf’s Dach!

Zwei Wochen später habe ich allerdings eine Whatsapp-Nachricht geschickt, dass mir mit diesem Gespräch ein Floh ins Ohr gesetzt wurde. Richtig sicher waren wir uns beide nicht und vereinbarten, dass wir uns Pfingsten festlegen, ob wir einen Männerurlaub machen. Alex hat das von Anfang an bejaht – ich glaube, die wollte mich los werden. Oder einfach nur, dass ich mal ein bisschen Ruhe bekomme. Jedenfalls habe ich vorsorglich Urlaub eingetragen und Termine verschoben und geplant und verworfen und war mir dann aber vor Pfingsten schon sehr sicher, in jedem Fall zu fahren. Auch ganz alleine. Nur mit dem Dachzelt auf dem Auto findet man sicher ein Plätzchen. Pfingstmontag dann endgültig festgezurrt: wir treffen uns Mitte Juni auf Solaris.

Allerlei Campinutensilien liegen auf einem Esszimmertisch.
Vorplanung und Zusammensuchen

Ein paar Sachen hatte ich mir vorgenommen. Ich wollte keinen Token mitnehmen, um mich nicht dienstlich einwählen zu können. Da das inzwischen auch nur mit dem Smartphone geht, eigentlich ein überflüssiger Vorsatz. Also ist der Token in der Tasche. Und ich wollte auch nicht so viel hier schreiben. Ist schon der dritte Absatz und ich bin noch nicht einmal beim Packen. Mal sehen was aus dem Vorsatz wird!

Ein abgeklappter Fahrradträger auf der Anhängerkupplung eines Skoda Yeti ermöglicht, dass die Heckklappe geöffnet ist. Der Kofferraum ist mit Kisten und Taschen gefüllt.
Alles drin!

Aprops Packen: das ging recht schnell, weil ich nur wenige Dinge mitnehme und die alle griffbereit im Keller lagen. Fahrradschläuche waren aus, die habe ich nachbestellt. Ein paar Schnüre und Klipse auch, grundsätzlich sind wir jedoch sehr gut ausgestattet – campingtechnisch. Vor zwei Wochen hat Nachwuchs 1.0 mit angepackt, um das Airtop auf den Yeti zu bekommen. Montag wurde noch schnell ein Service mit Getriebe- und Haldexölwechsel gemacht, Mittwochnachmittag habe ich meine Klamotten in eine Reisetasche gepackt und Zelt, Stangen, Tarp und den anderen Klimbim in das Auto geräumt. Fehlt nur noch Kleinkram. Abends dann noch zum „Offenen Grünen Stammtisch“ und dann hoffentlich genug schlafen für die Fahrt.

11.06.2026 – Donnerstag – Hinreise

Wie immer klappte das mit dem Schlafen vor Urlaubsreisen so semi-gut. Eigentlich war das aber auhc egal, weil ich sowieso erst noch zur Arbeit musste! Ich hatte die Abreise für den Nachmittag geplant, weil im Büro noch ein externer Techniker angemeldet war und Alex und ich einen Termin beim Vorstand hatten. Für meine Verhältnisse recht früh – wenn ich was vorhabe, kann ich mich trotzdem immer schlecht trennen – habe ich gegen 14 Uhr ausgebucht und bin nach Hause geradelt. Bin dann noch im Haus rumgerannt und habe dies und das gesucht, nicht gefunden, sauer geworden, beruhigt als Alex gefunden hat was ich versteckt hatte und um 15:40 Uhr war tatsächlich alles so weit gediehen, dass ich im Auto saß und los fahren konnte. Der Nachwuchs hatte glücklicherweise Besuch von einem Freund und war daher beim Abschied etwas abgelenkt :-)

Ein Mann schnallt sich bei offener Fahrertür in einem roten Skoda Yeti an. Auf dem Dach ist ein schwarzes Dachzelt montiert.
Auf in den Süden!

Schnell noch Tanken bei der Jet um die Ecke und dann ging die 1.200 KM lange wilde Fahrt los. Zunächst war von wild nichts zu spüren, weil die Autobahn voll war und ich irgendwo – schon vergessen an welcher Stelle – knapp eine Stunde zähflüssiger Verkehr herrschte. Die Kilometer rauschten insgesamt aber sehr flüssig unter den Rädern weg. Ich habe erst Kalk & Welk gehört, dann Fest & Flauschig gefolgt von Sarah Bosetti, um dann bei 1Live zu landen.

Zwischendurch abgestimmt, wie weit der Freund bereits ist und um kurz vor 22 Uhr dann das erste Mal nachgetankt. Ohne Wohnwagen kann der Yeti doch recht weit fahren. Zu dem Zeitpunkt habe ich aber bereits zwei Stopps zum Pinkeln hinter mir gehabt. Soviel zu „Ich fahre mit meinem Auto 800 KM ohne Pause und kann kein Elektroauto nutzen!“. Ich wollte mindestens bis hinter München am Chiemsee kommen. Das hat auch ordentlich geklappt. So ordentlich, dass es an der Abfahrt Bernau noch hell war und ich ohne lange zu zögern weiter fuhr. Leider begann meine Schläfe zu stechen und die sich bei Abfahrt schon ankündigende Migräne schlug los. Auf der Raststätte Hochfelln habe ich kurz geschaut und rückblickend wäre das die richtige Stelle für die Übernachtung gewesen. Dort sind etlihe PKW-Stellplätze abgepollert, damit sich keine LKW drauf stellen und sie waren alle frei! Dort hätte ich prima die Leiter aufstellen können und entspannt schlafen. War mir aber noch zu früh. Salzburg passierte ich zügig und war dann bereits in Österreich. Dort hatte ich bei sehr gutem Durchkommen die Raststätte vor dem Tauerntunnel angepeilt. Das erschien mir aber heute zu ambitioniert. Ein bisschen noch weiter.

Ein Skoda Yeti mit Dachzelt auf dem Dach steht links neben einer Tanksäule.
Erstes Mal auffüllen

Inzwischen standen LKW schon stumpf auf dem Standstreifen der Autobahn um zu rasten. Nicht wie gewohnt in den Ein- und Ausfahrten der Parkplätze, sondern mitten drin, wo ein halbwegs breiter Standstreifen vorhanden war. Ich habe ein paar Parkplätze befahren, die waren aber allesamt voll und nicht einmal mehr ein Stellplatz für PKW zu finden. Dann kam der Hinweis auf die Raststätte Golling und ich entschied, dass hier nun Schluss für heute sei. Der Kopf stach energisch.

Ärgerlicherweise war die Autobahn einen Kilometer vor der Station Golling dicht und ich wurde über die Landstraße umgeleitet. Tunnelsperrung! Vorbei an der Salzachklamm bin ich hinter einem Autotransporter die enge Straße entlanggekrochen, war hundemüde, hatte Migräne und habe im Auto wegen der Umstände laut getobt! Was für eine grandiose Scheiße! Ich war völlig fertig. Erst bei Elmauthal bin ich sehr nörgelig wieder auf die Autobahn aufgefahren. Egal wo es ist, die nächste Raste wird genommen.

Ein Skoda Yeti steht mit aufgeklapptem Dachzelt neben einem Wochnwagengespann auf einer Autobanhraststelle.
Übernachtung auf dem Rasthof Eben.

Um halb zwei in der Nacht, nach ca. 10 Stunden im Auto bin ich dann auf die Raststation Eben Süd gerollt, habe nach einmal umparken einen mir genehmen Stellplatz neben einem Wohnwagen gefunden und das Dach hoch geklappt. Vorher habe ich noch einmal voll getankt – wenn ich schon mal da bin. Bin hoch auf die Matratze, habe die Klamotten ausgezogen und mich unter der Decke zusammengerollt. Eine Sumatriptan habe ich noch mit einem Schluck Cola runter gespült und dann habe ich versucht, beim Brummen der nahen Kühllaster und einem undefinierbaren Klopfen, einzuschlafen. Ein paar Mal habe ich mich umgedreht, aber dann muss ich weg gewesen sein.

12.06.2026 – Freitag – Ankunft

Der Wecker hat mich um 5:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Der Kopf brummte, tat aber nicht weh. Dafür war er unglaublich kalt! Unter der Decke war es muckelig, aber die Stirn fühlte sich nach Eishöhle an. Habe mir die Decke ganz über den Kopf gezogen und noch mal 20 Minuten versucht, das Hirn aufzuwärmen. Aber nützt ja nichts. Im Zelt angezogen und in den Nieselregen raus. Die Nachbarn im Wohnwagen schliefen noch. Bin zur Tanke, um mir die Zähne zu putzen und habe einen fast ekeligen, viel zu teuren „Verlängerten“ (Kaffee) gekauft, der von der Menge her eher verkürzt war. Eines der von Alex für die Fahrt geschmierten Brötchen wanderte in den Magen. Ein Foto gemacht und an den parallel Fahrenden geschickt und los gings.

Die Einfahrt zur neuen Röhre des Karawankentunnels.
Premierenfahrt durch die neue Röhre.

Nach einer Viertelstunde ärgerte ich mich, denn ich fuhr an der Abfahrt zur Raststätte Tauernalm vorbei. Die 15 Minuten hätte ich gestern auch noch geschafft, wenn ich mir die Karte angesehen hätte :-( Und wäre heute Morgen mit einem nebelverhangenen Blick auf die Berge aus dem Zelt gekrochen. In dem Augenblick erreicht mich eine Antwort auf mein Foto in Form eines Fotos aus dem Tauerntunnel. Unsere Übernachtungsorte lagen 165 Kilometer entfernt und ich war vorne (Nein, wir fahren kein Rennen, kommen nur aus unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Abfahrtszeiten.) und nun war er knapp 10 Minuten vor mir. Offensichtlich kürzer geschlafen.

Ich bin aber weiterhin nur maximal 120 Km/h gefahren und kam so langsam aber sicher dem Ziel näher. Die Maut für Österreich, Slowenien und den Tauern- und Karawankentunnel habe ich übrigens das erste Mal komplett online gekauft und das auch noch bei einem Anbieter in einem Rutsch. Die Asfinag verkauft im Shop sowohl die Slowenische Vignette, als auch Maut für die Tunnel. Sehr bequem. Nach dem Tauerntunnel rauschte ich durch Baustellen und im dichten Verkehr durch Österreich, grinste bei der Abfahrt Rosegg, weil wir dort immer mit dem Wohnwagen übernachten und erreichte den Karawankentunnel. Wie auch beim Tauerntunnel funktionierte die Durchfahrt der „digitalen Maut“ einwandfrei. Tada, Premiere! Das erste Mal durch die neue Röhre unter den Karawanken. In Jesenice hinter dem Tunnel schien dann endlich die Sonne und es war 5°C wärmer.

Eine Schilderbrücke über einer Autobahn mit Hinweisen auf Trieste und Koper. Im Hintergrund sieht man hinter Hügel die Küstenstadt Koper und das Meer.
Erstes Mal Adria in 2026

Ein Katzensprung bis Ljubeljana, durch die bewaldeten Hügel dahinter sah ich nach einer langgezogenen Kurve das erste Mal in diesem Jahr die Adria bei Koper! Wie immer bin ich nicht dem Navi gefolgt, sondern auf der Straße in Koper die Küste entlang geblieben. Genauso schnell, deutlich schöner. Zack, die Grenze nach Kroatien und schon war ich im Zielland. Als ich dort durch die verlassenen Grenzanlagen fuhr, habe ich sehr laut gedacht, wie bescheuert es ist, dieses großartige „einfach so“ Reisen einstampfen zu wollen und wieder Grenzkontrollen einführen zu wollen. Wie einfältig kann man sein! Durch vier europäische Länder gefahren und nirgends angehalten. Wir sind doch alle Menschen, alle gleich. Schade, dass einem sowas maximal ein paar Mal im Jahr leibhaftig auffällt!

Ein Skoda Yeti auf einem grünen Feldweg in einem Olivenhain
Kurze Pinkelpause

Die Kroaten wollten die Maut für ihre Autobahn noch direkt kassieren und ich fuhr die lange Zufahrt nach Novigrad runter. Musste allerdings dringend einmal in den Olivenhainen anhalten :-) Dann folgten Novigrad, Antenal, die Mirnamündung und ich habe gegrinst wie eine Honigkuchenpferd! Hoch nach Tar/Vabriga und runter zu den Campingplätzen. Allerdings erst mit einem Halt im Plodine, um Lino Lada Duo, Mirabellenmarmelade, Cola Light und ein Six-Pack Ožujsko sowie zwei Brötchen und ein Hörnchen für die erste Verpflegung zu kaufen. Das im letzten Jahr gekaufte Six-Pack habe ich nach der Urlaubswoche zur Hälfte mit nach Hause genommen. Wird dieses Jahr möglicherweise auch so sein.

Parkplatz vor einem Plodine-Supermarkt.
Erster Verpflegungsstopp im Plodine

Und dann endlich: „Solaris“. Habe den Yeti nicht in der Anmeldeschlange, sondern auf dem Parkplatz abgestellt und mich erstmal verständigt, wann der Miturlauber ankommt. Dessen 15 Minuten „Vorsprung“ haben sich unterwegs in einem 30 minütigen Rückstand verwandelt. Wie sich später herausstellte, ist er um Maut für den hohen Bulli zu sparen durch Italien gefahren. Ich habe also an der Rezeption unser Vorhaben angekündigt, aber leider nur einen Stellplatz F082 bekommen, weil A und B komplett ausgebucht waren. Aber trotzdem recht nah an einem Waschhaus und nur unwesentlich weiter zum Meer, als in den präferierten Bereichen. Die Ponderosa habe ich noch nicht aufgebaut, wollte erst warten ob und wie wir den Yeti und den VW Beach auf der Parzelle platzieren.

Unter dem Tarp auf einem Campingplatz. Im Hintergrund ein offenes Toilettenzelt.
Ein Teil ist schon aufgebaut.

Aber der Klamotten habe ich mich gleich entledigt. Es war nicht so heiß wie im letzten Jahr, aber durchaus angenehm warm. Kurz darauf war ich nicht mehr alleine und die beiden Fahrzeuge standen an ihren Plätzen. Aufbauen geht fixer als beim Wohnwagen, weil es viel weniger drumherum ist. Und dann war Urlaub! Viel erzählen, ein erstes Bad im Meer. Schon ein bisschen an diesem Text schreiben und dann wollte die Begleitung einen Spaziergang machen. Mir brummte aber schon wieder der Kopf und daher wollte ich eigentlich im Campingstuhl bleiben. Habe mich aber halb selbst und halb überreden lassen, zumindest auf das Fahrrad zu steigen.

Kleine Eingangstür zu einer Kirche aus Natursteinen. Neben der Tür lehnt ein Fahrrad an der Wand.
Ausruhstelle bei der Fahrt durch Tar.

Daraus wurde dann eine Runde hoch nach Tar, runter nach Lanterna und einmal die Küste entlang. Der Kopf war etwas besser, aber immer noch nicht gut. Erstmal duschen und chillen. Abends ging es dann traditionell ins Galeb und dann noch etwas an der Küste lang, bevor wir noch im Hellen in die Kojen gekrochen sind. Die Fahrt war doch anstrengend! Ich habe allerdings noch einen Film gechaut, nachdem ich mir Strom ins Dachzelt geholt hatte! Erster Tag in Kroatien vorbei!

Orange-gelber Sonnenuntergang über dem Meer in Kroatien. Rechts ist eine kleine Landzunge zu sehen.
Erster Sonnenuntergang über der Adria in 2026
13.06.2026 – Samstag

Um 5 Uhr war ich wach. Die Blase drückte und ich hatte Migräne :-( Runter vom Auto gekrochen und zum Waschhaus geschlürt. Eine Tablette wollte ich mir sparen, dachte ich und legte mich daher erst mal wieder hin. Habe offensichtlich auch bis 8 Uhr geschlafen, bevor mich die Wärme im Zelt geweckt hat. Dann eben aufstehen und Duschen/Zähneputzen. Als ich zurückkam, machte Thomas sich fertig für eine Runde Jogging. Nein danke, ohne mich. Ich habe Wasser gekocht und festgestellt, dass die im Kocher befindliche Campin-Gaz-Kartusche noch genau eine Minute gehalten hat, bevor die Flamme ausging. Gut, dass ich eine Ersatzkartusche eingepackt hatte. Zum Kaffee gab es das Hörnchen von gestern mit Lino Lada und meine täglichen Tabletten sowie eine Sumatriptan. Hmmm, lecker!

Skoda Yeti mit aufgeklapptem Heck, aus dem ein kleiner Ausziehtisch ragt. Darauf wird mit einem gaskocher Wasser in einem Aluminiumkessel erhitzt. Links daneben steht ein "Toilettenzelt".
erstmal Kaffee

Danach schreiben, schreiben und schreiben. Zwischendurch etwas mit dem zurück gekehrten Jogger reden, noch ein Brötchen von gestern mit Lino Lada schmieren, noch einen Kaffee kochen und ansonsten unter dem Tarp vor dem Auto im Campingstuhl chillen. Der Miturlauber schaute derweil eine Folge seiner gerade präferierten Serie. Urlaub!

Ein Fahrad lehnt an einer Zeltstange eines Campingvordaches. man sieht die Knie des potentiellen Fahrers rechts im Bild und im Hintergrund einen Campervan.
Vorbereitung für die Einkaufsfahrt

Mein Kopf war irgendwann gegen Mittag besser, ich habe aber trotzdem nur auf der Parzelle gechillt. Hier was gezuppelt und da was umgestellt. Am frühen Nachmittag das letzte Brötchen vom Vortag verspeist und dabei Pläne gemacht, wie und wo das Abendessen eingenommen wird. Ich wäre ja durchaus jeden Abend essen gegangen – habe ich letztes Jahr gemacht, glaube ich. Aber der Miturlauber wollte (Ich habe die Vermutung wegen des guten Gewissens ;-) auch selbst kochen. Da wir beide wenig Lust hatten die Autos abzurödeln und es wirklich nicht weit ist, sind wir mit dem Fahrrad hoch zum Plodine gefahren. Ging recht fix und das bisschen was wir für das Abendessen und das nächste Frühstück benötigten, passte locker in Rucksack und Gepäcktasche.

Ein Oldtimertraktor zieht einen verhältnismäßig kleinen Heuwagen, der bereits eine automatische Sammelfunktion hat, über eine gemähte Wiese.
Fast wie bei uns zu Hause.

Den Rückweg haben wir auf dr Parallelroute zur Hauptstraße runter nach Lanterna zurück gelegt. Und weil ich dabei auf dem Garmin Edge an einer Abzweigung die Route falsch gedeutet hatte, bekamen wir eine pittoreske Landwirtschaftsidylle zu sehen, die nicht nur von mir lächelnd fotografiert wurde. Leider – obwohl, war eigentlich völlig OK – war der Weg danach nur noch festgefahrene Erde zwischen Olivenbäumen und nicht der asphaltierte Weg. Ich war hier aber schon mal und wusste auch, wo wir raus kommen würden.

Ein umgestürzter Baum versperrt einen schmalen Trampelpfad in einem naturbelassenen Wald mit viel Gestrüpp.
Einmal über die Theke reichen bitte.

Was ich nicht wusste war, dass der Weg kurz vor der Solaris-Zufahrt durch einen umgestürzten Baum versperrt war. Der war vor ein paar Jahren noch nicht hier :-) War aber kein Problem, einmal die Räder über den Stamm heben und dann waren wir wieder auf Asphalt und kurz vor dem Tor von Solaris. Sind noch etwas quer über den Platz, haben dann unsere Utensilien in den Kühltaschen verstaut und ausgeruht. Kurz darauf wollte Thomas aber noch schnell ins Wasser und etwas Schnorcheln. Da bin ich doch mal mitgegangen. Im letzten Jahr war es morgens schon kurz vor 30°C, da war ich aber auch einen Monat später hier. Im Moment ist es aber nur so warm, dass man nackig gerade so keine Gänsehaut bekommt. Eigentlich ganz angenehm, weil der Schweiß nicht schon im Sitzen im Nacken runter läuft, aber ich hätte es schon gerne ein klein bisschen „heißer“. Daher ist das Wasser auch gerade so nicht zu kalt. Haben trotzdem ein bisschen geplantscht – wie Thomas sagte. Ich würde behaupten, ich habe 200 Meter Freiwasserschwimmen gemacht :-)

Links im Bild kocht Wasser in einem Aluminiumtopf auf einem Gaskocher mit einen Windschutz drumherum. Daneben stehen an eine Zeltstange gelehnt zwei gelbe Schwimmflossen. Im Hintergrund steht ein weißer Campervan.
Nudelwasser kochen

Zum Abendessen gab es gegen 20:30 Uhr Nudeln mit Cevapcici und Ketchup, dazu fertig gemischten Salat mit einem Cocktaildressing. Schmeckte überraschend gut und war nach unser beider Meinung ein bisschen zu umfangreich – obwohl wir bewusst wenig machen wollten. Danach sind wir noch eine halbe Stunde über den Platz spaziert und haben uns das Tanzvergnügen am Kopalo angeschaut und (erneut) festgestellt, dass wir mit Mitte 50 immer noch das Altersniveau auf dem Platz senken. Ja, es gibt auch noch etliche jüngere Camper/innen, aber ich habe schon den Eindruck, dass wir im Moment zu den nicht so Alten auf dem Platz gehören.

Als wir wieder zurück auf der Parzelle waren, sind wir beide in unsere Kojen gehuscht. Ich wollte noch ein bisschen was gucken, konnte die Augen aber nicht mehr offen halten!

14.06.2026 – Sonntag

Der fünftletzte ganze Tag auf Solaris (für’s Erste)! Ich war bereits um 5 Uhr das erste Mal wach, weil die Blase drückte. Im Wohnwagen wäre ich aufgestanden und kurz auf Toilette gegangen, aber ich hatte keine Lust aus dem Dachzelt zu klettern und konnte es irgendwie ignorieren. Um 7 Uhr musste ich dann aber wirklich raus. Kurz in den Kopf gehorcht und mich über die leichten Kopfschmerzen geärgert. (Noch) Nicht so fies wie gestern, aber trotzdem ätzend. Als ich die 250 Meter zur Toilette und zurück geschafft hatte, bin ich noch mal auf den Yeti geklettert und habe mich bis 8:30 Uhr auf die Seite gelegt.

Ein sog. Toilettenzelt mit ca. 100cm x 100cm Grundfläche steht vor einer Hecke auf einem Campingplatz. Man sieht eine Campingtoilette und eine Kühlbox darin.
Das Zelt ist eine gute Investition gewesen.

Dann hörte ich aber Geräusche aus dem Nachbarbulli und habe mich die Leiter runter gequält. Thomas machte sich fertig zum Joggen, ich will aber eigentlich nur ausruhen. Habe mir einen Kaffee gemacht und mich in den Campingstuhl unter dem Tarp gesetzt. Vorher aber noch schnell Zähneputzen, abduschen und das bisschen Geschirr vom Vortag waschen. Als der Platzmitbewohner zurück war, haben wir beide an unserem Campingtisch gefrühstückt. Jetzt ist es gerade 11 Uhr, ich habe den Text von gestern und heute getippt und natürlich wieder vergessen meine Tabletten zu nehmen. Urlaub halt!

Ein Mann sitzt in einem Campingstuhl. Im Hintergrund sieht man hinter einer Hecke einen Wohnwagen von anderen Campern.
Ein bisschen zerknautscht.

Recht spät wurde gefrühstückt. Weißbrot aus dem Plodine mit Lino Lada und so Mini-Würstchen, die Alex mir in die Kühltasche gelegt hat! Und eine zweite Tasse Kaffee gab es. Und dann habe ich die Hängemattenliege in die Waagerechte gebracht und mich hinein gelegt. Hach, wie angenehm. Der Wind rauscht in den Bäumen, über mir buhlt eine Krähe (oder was auch immer) um ein Weibchen und ich kann angesichts des Krächzens verstehen, dass sie keinen Bock hatte. Ich glaube, ich bin trotzdem ein bisschen weggenickert.

Weil ich ja nicht nur die ganze Zeit auf der Liege liegen kann (kann ich schon, will ich aber nicht), habe ich mich aufgerafft, die Taucherbrille und die Unterwasserkamera geschnappt und bin zum Meer gewandert. Der Mitcamper war direkt nach seinem Morgenjogging bereits im Wasser und wollte lieber einen kleinen Spaziergang machen. Ich bin bis zu „unserem“ Einstieg im Bereich B gewandert und habe mir dabei erneut die Parzelle B95 angesehen. Die war heute leer und ich konnte schauen, was wir u.U. einpacken müssen, damit wir es im August gemütlich dort haben.

Viele kleine und einige größere Fische vor beige-grauem Meeresgrund.
Die Flora- und Fauna unter Wasser hat sich nicht verändert.

Dann ins Wasser. Ziemlicher Wind an der Küste, während bei uns auf dem Platz die Luft fast „steht“. Soviel machen die vielen Bäume aus. Die Wellen waren hoch, kamen aber für mich von hinten und ich konnte mich ganz bequem bis hinter das Galeb durch’s Wasser (fast) treiben lassen. Nach einer Minute fühlte es sich auch nicht mehr kalt an. Hat Spaß gemacht, auch wenn die Sicht wegen der unruhigen See nicht ganz so gut war. Der abschließende Spaziergang führte mich wieder in meinem Campingstuhl.

Eine asphaltierte Straße schlängelt sich leicht bergauf durch Olivenhaine.
Anstieg nach Visnjan

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger tätigkeitslos auf der Parzelle verbracht und gedöst, Serien geschaut (Thomas) oder an diesem Text geschrieben (offensichtlich ich). Allerdings wollten wir unbedingt noch eine Radtour machen. Der Mitcamper wegen Sport, ich wegen Stadtradeln – und weil ich mich auch dringend bewegen muss. Ich hatte als Ziel die Kirche in Visnjan „bestimmt“. Da fahre ich gerne hin und die Rückfahrt ist komplett und ausschließlich bergab. Äh, ja, stimmt. Die Hinfahrt ist dann natürlich komplett bergauf. Wir sind sehr spät los und glücklicherweise war es nicht wirklich heiß. Ich hatte 15 Kilometer angesagt, eine Stunde für den Weg nach oben und eine halbe, um wieder zurück zu kommen.

Im Gegenlicht einer niedrig stehenden Sonne fotografierter Blick über eine grüne Landschaft bis zum Meer weit hinten am Horizont. Im Vordergrund sieht man eine niedrige Steinmauer, die einen kleinen Platz begrenzt, während rechts im Bild ein kleiner Steinpavillon zu sehen ist.
Die Aussicht von Visnjan zum Meer.

Wir sind sehr gut voran gekommen und ich habe an mancher Stelle angemerkt, dass es ganz schön fix geht. Letztendlich war es sogar meine drittschnellste Zeit von Tar hoch nach Visnjan! Dafür dass mein Mitfahrer so kaputt war, hat er ganz schön Gas gegeben! Oben haben wir uns nur sehr kurz aufgehalten, weil beide Cafés leider (noch?) geschlossen waren. Es ist augenscheinlich noch keine Saison. Wann wollen die sonst öffnen, wenn nicht an einem sonnigen Sonntagnachmittag? Wir haben übrigens exakt 59 Minuten für 14 1/2 Kilometer benötigt und ich lag mit meiner Schätzung sehr gut.

Um 18 Uhr rollten wir wieder bergab. Nur kurz unterbrochen von einem Disput mit einem Autofahrer, der uns mit seinem aufgemotzen Rat-Geländewagen mit nicht mal Armeslänge überholte und ziemlich ausgetickt ist, als ich ihm bedeutete, dass das wohl zu knapp war. Danach nur noch schnell rollen lassen. Die halbe Stunde Rückweg haben wir um wenige Minuten verpasst, weil ich den Weg über Santa Marina gewählt habe. Etwas weiter, dafür entspannter zu fahren. Und so waren wir knapp eine halbe Stunde vor Beginn des Spiels „Deutschland : Curacao“ wieder auf der Parzelle.

Ein großer Fernseher auf einem Ständer unter Sonnenschirmen. Vor dem Bildschirm sitzen - mit dem Rücken zur Kamera - einige Zuschauer an Restauranttischen.
Public Viewing

Im Sidro sollte das übertragen werden und wir wollten das mit dem Abendessen verbinden. Aber da wir beide sowohl eigentlich die WM boykotieren wollten und andererseits auch keine Fußballfans sind, hatten wir es nicht eilig. Eine Telefonkonferenz mit zuhause um ein wenig Physik für die Schule durch zu gehen war Thomas wichtiger. Und ich war da völlig fein mit. So haben wir die erste Halbzeit komplett verpasst und bestellten unser Essen in der Halbzeitpause. Wir haben sogar noch einen Tisch vor dem Fernseher bekommen – das Interesse an dieser WM in den faschistischen USA scheint doch gering. Genug Deutsche sind hier jedenfalls auf dem Platz.

Nach der anstrengenden Radtour und der Wärme, haben zwei Bier zum Abendessen gereicht, um die Augenlider schwer zu machen. Wir sind nach dem Spiel zu unseren Unterkünften gegangen und danach quasi sofort ins Bett. Ich habe auch nicht – wie eigentlich beabsichtigt – noch den Filmtipp eines Bekannten gesichtet. Ein andermal, heute nur noch schlafen.

15.06.2026 – Montag

Um zwei Uhr bin ich das erste Mal aufgestanden. Zwei Bier waren nicht drin zu halten und die Blase forderte vehement zum Entleeren auf. Runter vom Auto, 70 Meter zum Waschhaus, 70 Meter zurück. Kurz habe ich überlegt, ob ich runter zum Meer gehe und ein bisschen in die Sterne gucke. Aber die Augen waren klein und wollten ins Bett. Na gut. Bis 5 Uhr habe ich es ausgehalten, dann ziepte es wieder und ich haderte mit mir, ob ich aufstehe oder nicht. Diesmal klappte es und zwangsläufig hörte ich dann der Frau zu, die irgendwo in der Nähe ganz offensichtlich einige Zeit Spaß hatte. Gegen halb 6 habe ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut. Um halb 8 ging aber nichts mehr und ich musste dringend weg. Danach bin ich gleich auf geblieben, habe mir Kaffee gekocht und den Frühstückstisch gedeckt. Brot von gestern mit Mirabellenmarmelade und Lino Lada.

Ein Campingtisch mit einer Edelstahltasse für Kaffe, einem Glas Lino Lada, einem Marmeladenglas und etwas Weißbrot.
Reicht vollkommen aus

Thomas war heute ausnahmsweise noch später wach als ich. Die Radtour gestern, davor noch Schwimmen und Joggen und abends etwas Bier machten müde. Nach dem Frühstück haben wir nichts gemacht. Der Mitcamper ist etwas spazieren gegangen und kurz ins Meer, ich habe den Text von gestern geschrieben. Habe kurz in meiner Liege gelegen, auf dem Handy gelesen, am Laptop gelesen und Löcher in die Luft geguckt. Der Himmel war bedeckt, aber immerhin war’s so warm, dass man ohne Klamotten nicht fror.

Ein roter Skoda Yeti mit einem aufgeklappten Airtop-Dachzelt steht auf einer kroatischen Campingparzelle. Am Auto ist ein Tarp abgespannt, unter dem ein kleiner Campingtisch und ein Campingstuhl stehen. Daneben ist eine Liege aufgebaut.
Mein zuhause für eine Woche.

Um die Mittagszeit gefiel dem Mitcamper sein Tarp nicht mehr. Das hing in der Mitte durch und wir haben es ein bisschen anders gespannt und mit einer zusätzlichen Schnur in der Mitte angehoben. Steht nun tatsächlich besser und weil der Bulli höher als der Yeti ist, kann man darunter sogar aufrecht stehen. Ich muss immer leicht den Kopf einziehen und etwas gebückt gehen.

Ein weißer VW Bulli "Beach" mit aufgestelltem Dach und einem Tarp davor.
Die zweite Wohnung auf der Parzelle.

Eigentlich wollte ich danach zum Supermarkt auf der Parzelle, konnte mich aber nicht aufraffen und habe stattdessen die von zu Hause mitgebrachten Landjäger als Mittagssnack verspeist. Nun habe ich außer Getränke nur noch Brotaufstriche und sonst nichts. Sowas auch, da müssen wir heute abend wohl essen gehen. Ich habe Lust auf eine Pizza im Kopalo glaube ich. Die Wirtin ist recht speziell finde ich, aber die Pizzen waren immer gut.

Bis dahin war ich einmal im Meer, während nebenan ein bisschen Schulaufgaben per Videotelefonie durchgegangen wurden. Das Stromkabel in den Yeti habe ich etwas umgelegt. In den Vorjahren wurde es immer durch einen Spalt im leicht geöffneten Fenster gefädelt. Das stört beim Türe öffnen und baumelt unschön am Auto runter. Die letzten Tage hatte ich es in der Heckklappe, aber der Yeti monierte dann immer, dass diese nicht geschlossen sei. Da scheint er sehr pingelig. Außerdem quetscht das Kabel dort. Nun probiere ich mal die hintere Tür unten. Die Dichtgummis drücken nicht so doll und es wird auch von keiner Kante gequetscht. Abwarten wie sich das bewährt.

Das Heck von einem roten Skoda Yeti inkl. dem letzten Drittel der Hecktür. Man sieht ein Stromkabel im Radkasten aus dem Auto fallen. Im Hintergrund lehnt ein Fahrrad am abgeklappten Fahrradträger auf der Anhängerkupplung.
Neue Kabelführung

Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend habe ich noch mit Alex telefoniert, die bei meinem Schwiegervater war. An diesem Tag sollte dort nämlich von DSL auf Glasfaser umgeschaltet werden. Telekom raus, e.on rein. Ich konnten den Termin nicht verschieben und ich wollte trotzdem in den Urlaub. Dann muss es eben über Fernwartung versucht werden. Beim Glasfaseranschluss musste der Port LAN 1 auf WAN geschaltet werden. Die Fritzbox speichert die Daten aber nur, wenn dann auch die Verbindung erfolgreich ist. Und damit diese erfolgreich ist, muss ein bestimmtes VLAN eingestellt werden. Das konnte ich von hier nicht, da die Fritzbox das nicht „trocken“ speichert. Also hatte ich Alex mit einem Laptop zu ihrem Papa geschickt und habe sie per „Fernwartung“ durch die Menüs der Box gelotst. Das klappte auch recht ordentlich.

Die Oberfläche einer Fritzbox mit ein paar gepixelten Daten und der Information, dass eine 1GB/s Verbindung besteht.
Glasfaser läuft

Nach ein paar Minuten und wenigen „Das habe ich doch eben gerade gesagt!“ schrieb die Box, dass sie nun versucht eine Verbindung herzustellen. Ich habe per Wireguard Zugriff auf unsere Box zu Hause hergestellt und dort die Wireguard-Verbindung zum Schwiegervater aktiviert. Nach 5 Minuten kam ich per interner IP wieder auf die olle 7530AX, die nun per Glasfaser online war. So hatte ich mir das vorgestellt! Dann noch schnell die SIP-Rufnummer konfiguriert und einen Testanruf gemacht. Den konnte Alex dann auch am alten DECT-Telefon im Wohnzimmer bei ihrem Vater annehmen. Hervorragend! Hat alles geklappt, wie es geplant war. Hannibal Smith wäre zufrieden.

Nach dieser anstrengenden Arbeit habe ich mich schnell geduscht, „schicke“ Ausgehklamotten angezogen und wir sind zum Kopalo gegangen. Dort schmeckte mir meine Thunfischpizza ausgezeichnet, der Service war aber gewohnt uncharmant und vergesslich. Wir haben gegessen, ein Getränk zu uns genommen und sind dann noch einmal die Strandpromenade bis zum Zaun und zurück. Gegen 22 Uhr waren wir wieder an den Autos, wollten aber beide nur noch ins Bett. Eigentlich wollte ich einen Film gucken, bin dann aber beim Rumscrollen auf dem Handy hängen geblieben und irgendwann vielen mir die Augen zu.

16.06.2026 – Dienstag

Die Hälfte des Kurzurlaubs ist schon rum. Zählt man Freitag dazu, sind wir nun vier ganze Tage auf dem Platz und mit dem Dienstag verbleiben nur noch vier Tage in Kroatien. Thomas überlegt, ob er vielleicht schon Freitag am späten Nachmittag oder frühen Abend zurück auf die Piste nach Hause geht. Ich denke, ich bleibe bis Samstagmorgen, bade um 6 Uhr noch mal in der Adria und fahre dann „wie immer“ Samstag am Stück nach Hause. Ich muss da ja nichts mehr aufbauen oder mich um eine Unterkunft kümmern. Mal sehen. Vielleicht denke ich dann Freitag aber auch, was soll ich hier noch einmal schlafen – ich weiß es wirklich noch nicht.

Im Moment bin ich ganz zufrieden mit dem Urlaub. Auf der Fahrt hierhin habe ich (wieder mal) mehrfach gedacht, wie bescheuert es ist, zweimal im Jahr diese Strecke zu fahren. Allerdings fallen mir dann Diesel-Dieter und Benzin-Bernd ein, die das ja täglich machen und daher Verbrennerfahrzeuge mit 1.000 Kilometer Reichweite benötigen. Da scheint so ein zweimaliger Trip im Jahr nicht ganz ungewöhnlich! Wir machen keine Kreuzfahrten, mindestens ich werde nie irgendwohin fliegen, ich rauche nicht, ich saufe nicht, ich gehe nicht Fußballspielen und kloppe danach Eisenbahnwaggons zu Klump und ich wähle nicht die AfD, herrje, da darf ich auch mal was unvernünftiges machen. Im Ernst, ich habe wirklich ein schlechtes Gewissen, wegen dem Benzinverbrauch. Das ist eigentlich das Einzige, was mich an dem Kurzurlaub stört. Und dass die Laufleistung des Yeti sich erhöht.

Ein gedeckter Camping-Frühstückstisch in einem kleinen Eichwäldchen.
Frühstück

Um halb sechs musste ich schon wieder raus auf dem Zelt. Habe dann gleich Zahnputzzeug mitgenommen und die Morgentoilette erledigt. Um die Zeit ist es noch ganz still auf dem Campingplatz und kein Mensch rührt sich. Das Meer ist leicht wellig, aber ich hatte keine Lust, jetzt schon rein zu gehen. Letztes Jahr war ich einen Monat später im Jahr hier unten und das Wasser war deutlich wärmer. Im Moment sind es 22°C … das ist OK, aber zum reingehen und chillen ist es mir zu kalt. Also wieder in’s Dachzelt und noch eine Kerbe ins Kissen gehauen.

Zwei Beine ab den Knien auf einer Liege vor einem roten Auto mit einem abgespannten Tarp. Auf der anderen Seite ist ein weißer Bulli ebenfalls mit einem Tarp zu sehen.
Ausruhen, ausruhen, ausruhen

Die Kerbe habe ich dann erst um 9 Uhr verlassen, als ich wieder wach wurde. Der Nachbarbulli sah verlassen aus. Thomas war augenscheinlich bereits unterwegs. Er ist deutlich aktiver und möchte immer was machen. Joggen, schwimmen, Rad fahren. Ich würde es den ganzen Tag im Liegestuhl aushalten. Beim Joggen bin ich auch sowieso raus :-) Tatsächlich kam er nach kurzer Zeit, hatte eine 7 Kilometer Runde hinter sich und war schon im Meer. Nunja, habe ich mich eben auf’s Rad gesetzt und im Market an der Rezeption Brötchen, Käse und frische Getränke geholt, damit ich mich was bewege. Dann Kaffee und Frühstück.

Heute ist geplant, mit dem Fahrrad nach Porec zu fahren, aber wir haben beide die Laptops rausgeholt und daddeln im Netz rum. Wird wohl erst am Nachmittag was mit der Radtour. So ist es dann auch gekommen. Wir haben nur gechillt, Thomas ist etwas spazieren gegangen. Ich habe nochmal per Fernwartung die fehlenden SIP-Rufnummern bei meinem Schwiegervater installiert und – weil mein Schwager vor Ort war – auch die Konfiguration für den Hausnotruf in der Fritzbox so verändert, dass dieser auch wieder funktionierte. Geht doch!

Zwischendurch war ich kurz im Meer und sehr spät gegen 15 Uhr sind wir in Richtung der großen Stadt im Süden aufgebrochen. Thomas wollte die Strecke über Cervar-Porat vermeiden, weil die arg steinig ist. Dann bleibt nur noch hinter Santa Marina hoch und auf halber Höhe nach Vabriga rechts ab über eine gesplittete Straße Richtung Motordrome. Die Verbindungsstraße von Tar nach Porec wurde im Frühjahr neu gemacht und es sollte dort auch einen Radweg geben.

Ein mit einer Leitplanke von der Fahrbahn abgetrennter Geh- und Radweg entlang einer Landstraße, die hügeli schnurgerade durch die kroatische Landschaft verläuft.
Junge, das ist eine schöne, neue Strecke!

Der Weg war dann wirklich richtig schön zu fahren! Super glatter Asphalt durch die Hügel bis zum Kreisel mit dem Abzweig Richtung Cervar. Da sind wir dann ab und rollten auf der Fahrbahn vorbei an Cervar Porta, durch Cervar wieder runter zum Meer. Die Kroaten fahren wie die gesengten Auto. Es macht echt keinen Spaß – es ist richtiggehend gefährlich! Leider kamen wir nur bis kurz vor Porec zügig voran, weil mein Vorderrad langsam Luft verlor. So eine Scheiße. Ich bin bei sowas instant schlecht gelaunt. Zwar hatte ich Flickzeug dabei, aber es macht mir keinen Spaß, ich bin danach dreckig und es ist unsicher, ob das Geflicke hält.

Ein fahrrad mit asgebautem Vorderrad lehnt an den Pfosten eines Schildes. Dahinter ist ein weiteres Rad abgestellt.
Reperaturwerkstatt

Steckachse raus, Decke runter, Schlauch aufgepumpt und schnell das Loch gefunden. Flüssigkeit drauf, antrocknen lassen, Flicken drauf, kurz fest andrücken und dann nach der Ursache in der Decke suchen. Auch den Dorn habe ich fix erspürt, aber ich glaube ihn nicht ganz aus dem Gummi gezogen zu haben. Das passte mir schon wieder gar nicht. Wenn ich dann hart aufpumpe, drückt der wieder in den Schlauch. Nein, es muss mir keine mit tubeless kommen. Auf die Schmiererei habe ich keinen Bock und auf das ständige Nachpumpen (von dem man in Foren liest) auch nicht. Meine beschlauchten Reifen pumpe ich quasi nie nach. Einmal im Jahr vielleicht.

Nach dem Flicken hatte Thomas ganz kurz Sorge ob wir weiter nach Porec wollten, aber ich war zuversichtlich, dass die Luft hält. Offensichtlich muss ich mich nach einer neuen Miniluftpumpe umsehen, denn meine kleine SKS fühlt sich ziemlich ruckelig an und kam auch nicht mehr auf ganz 3 Bar. Es ging aber.

Ein neu angelegter Kletterpark in einem kleinen Wäldchen an der Küste vor Porec.
Ein neuer Ketterpark

Kurz vor Porec waren sehr viele neue Hotelanlagen, die ich ein paar Jahre vorher noch im Bau fotografiert habe. Alles sehr schick, alles sehr club-mäßig und alles nicht nach meiner Mütze bzw. meiner Vorstellung von Urlaub. So eine Anlage kann an einer x-beliebigen Stelle gebaut werden. Ist immer das Gleiche. Und ich würde extrem vermissen, aus meinem Dachzelt zu kriechen (oder dem Wohnwagen zu steigen) und „draußen“ zu sein. Das ist für mich Urlaub und Entspannung. Hotelzimmer für mehr als zwei Nächte? Da fühle ich mich eingesperrt und ich muss beim Verlassen des Zimmers immer genau überlegen, was ich alles wohin mitnehmen will.

Wir sind einmal um die Halbinsel der Altstadt herum geschoben, haben ein wenig in den Straßen der Innenstadt gebummelt und haben uns dann langsam auf den Rückweg gemacht. Die Luft im Vorderrad war OK. So ging es ziemlich fix die selbe Strecke zurück, die wir gekommen waren.

Blick eine leicht abfallende, geschwungene Straße hinab zur Adriaküste über bewaldete Flächen. Im Meer sieht man eine kreisrunde Halbinsel.
Zufahrtstraße nach Ulika

Kurz hatten wir überlegt den FKK-Platz Ulika ein bisschen anzusehen. Aber als wir den Hügel bei Cervar hoch „gerast“ sind, hatten wir an der Abfahrt nach Ulika auf der anderen Seite nicht mehr so richtig Lust. Die Straße hätten wir ja wieder hoch gemusst! An der Küste entlang wäre natürlich auch gegangen, aber da fährt man auf festgefahrener Erde, Waldboden und feinem bis sehr grobem Schotter. Kann man machen, habe ich auch schon oft, aber es gibt Dinge, die ich lieber mache. Also weiter auf der Straße, kurz entlang der Verbindung Tar-Porec und dann über Santa Marina zu unserer Parzelle auf Solaris. Eine schöne Runde!

Campingtisch mit aufgeklapptem Laptop, einer Dose "Eis-Capuccino" und einer kleinen Flasche Pepsi-Light.
Ausruh-Campingtisch

Erstmal raus aus den Klamotten und kurz verschnaufen! Dann sind wir runter zum Meer, haben uns kurz abgeduscht und danach ausgehfertig gemacht. „Eigentlich“ wollte der Mitcamper öfter auf der Parzelle kochen, aber ich habe nichts gegen Essen gehen und heute waren wir eh kaputt – die Kühlschränke waren ebenfalls leer. Sidro war daher das Ziel. Als wir uns dort setzen, kam kurz danach der Chef begrüßte uns uns fragte gleich nach Getränken, wobei er die vorschlug, welche wir schon beim Spiel Deutschland gegen Curacao bestellten. Wir waren erstaunt! Der Service im Sidro ist deutlich besser und aufmerksamer als im Galeb oder Kopalo. Die Portionen sind etwas kleiner, dafür aber deutlich feiner angerichtet und preislich OK. Wir haben spontan beschlossen, in dieser Wochen noch einmal dort zu essen.

Ein Teller in einem Restaurant mit gebackenem Tintenfisch und Pommes Frites.
Tintenfisch und Pommes

Das Essen war sehr lecker, die Aussicht ist genauso gut wie im Galeb und wir wurden nicht mit überlauter, schiefer Alleinunterhalter-Musik wie im Kopalo oder überlauter – aber meist gut vorgetragener – Musik im Galeb „verwöhnt“. Im Sidro sitzt man angenehm ruhig! Nach der Hauptspeise wurde noch nach einem Nachtisch gefragt und ich konnte nicht widerstehen. Ein Pfannkuchen mit einer Walnusscreme in Rum wurde bestellt.

Ein Pfannkuchen auf einem schmalen Teller mit Puderzucker und einem Muster aus Löffel und Gabel in Schokopulver.
Lecker Crepes

Schmeckte ebenfalls richtig gut. Und zur Rechnung bekamen wir diesemal auch – anders als beim WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft – jeder einen Grappa aufs Haus. Ein sehr angenehmer Abend. Den Rückweg entlang der Küste haben wir beide getrennt voneinander absolviert. Der Miturlauber musste noch wo hin und ich bin dann schon langsam zur Parzelle geschlendert und habe mir den – allseits bekannten – Bereich angesehen, den ich im August mit der Familie bewohnen werde.

Ein beleuchtetes Waschhaus unter Bäumen auf einem Campingplatz bei Nacht.
Unser Waschhaus für diese Woche

An den Unterkünften habe ich mich nicht mehr draußen aufgehalten. Ich war hundemüde und bin nach dem Zähneputzen sofort nach oben geklettert und habe mich gegen 22 Uhr ins Bett gelegt.

17.06.2026 – Mittwoch

Das mit dem Schlafen hat aber – wieder einmal – nicht so richtig funktioniert. Erst auf dem Smartphone rumgescrollt, dann Licht aus und nach wenigen Minuten von einem gleichmäßigen Tropfen genervt und verunsichert worden. Da ist doch was undicht! Am Yeti konnte es nicht sein, weil unter den Behältern mit Flüssigkeit nichts war, was ein klopfendes Geräusch erzeugen konnte. Zwischendurch ein metallisches Klirren, dann war es wieder weg und ein paar Minuten später wieder Tok, Tok, Tok. Ich hatte meinen mit einem Spanngurt an einem Baum befestigten Wasserkanister in Verdacht, oder den Gartenschlauch von Thomas. Egal! Lass es tropfen. Umgedreht und Augen zu.

Eine Regenradarkarte der nördlichen Adriaregion mit tiefblauen Regenflächen und einer Blitzhäufung über dem Meer.
Uh, da ist was im Ansmarsch
Nach fünf Minuten kletterte ich die Leiter vom Auto runter und habe den Wasserschlauch vom Mitcamper und meinen Kanister kontrolliert. Und dann in meinem Beistellzelt die Kühlbox und bin einmal um den Yeti gegangen. Nichts. Und dann hörte ich wieder ein metallisches Klirren … vom Wohnmobil nebenan. Da klapperten die Warntafeln für den Fahrradträger am Heck und irgendetwas anderes machte ein leises Tok, wie wenn ein Wassertropfen (oder was anderes) leicht auf Kunststoff klopft. Hm, das lag dann wohl daran, dass irgendeine regelmäßige Bewegung im Inneren des Wohnmobils das Fahrzeug in leichte Bewegung in der Federung versetzte und die leisen Geräusche verursachte. Ahso. Ich habe mich dann leise auf den Weg zum Waschhaus gemacht – wo ich schon mal vom Dach runter war – und als ich zurück kam, „tropfte“ es auch nirgends mehr.

Ich kam aber trotzdem nicht in den Schlaf, weil es draußen jetzt wirklich anfing zu tröpfeln. So richtig von oben und nicht aus einem Schlauch. Das Regenradar machte mir dann ein bisschen Angst, aber schon nach wenig scrollen war zu sehen, dass die fiesen Blitze weit an uns vorbei ziehen würden. Trotzdem war ich wach. Bin wieder raus und runter, um die Handtücher und ein paar andere Sachen in das Beistellzelt zu räumen. Dann wieder hoch ins Dachzelt. Gegen halb 1 Uhr wurde es mehr und ich habe unter dem Seiteneinstieg gefühlt, ob das Tarp schon eine Wassersenke hatte. War aber alles in Ordnung. Dabei habe ich allerdings gesehen, dass Thomas draußen rumräumte und bin auch wieder runter.

Seufz, so richtig ruhig bin ich bei so einem Wetter und nur leichter Ausrüstung nicht. Es wurde aber nicht mehr. Thomas hat sein Tarp etwas runter gelassen, damit der Regen besser ablaufen kann und ich bin im etwas dickeren Niesel zum Waschhaus gestiefelt. Auf diesem Weg habe ich wieder gedacht und gemerkt, dass diese Situation ein Steinchen ist, warum ich auf einen FKK-Platz in Kroatien fahre. Es ist warm und ich kann trotz vorbeiziehendem Gewitter im Regen nackt vom Wohnwagen zum Waschhaus laufen. Muss mich einen Scheiß um irgendwas kümmern, keine Gedanken machen was andere denken könnten, sondern bin einfach – hört sich doof an – „frei“. Wie in Frei-Körper-Kultur. Klar, denke ich am Tag auch, aber speziell im Regen in dieser Nacht fiel es mir wieder ein und ich habe die ganze Zeit gegrinst!

Frühstückstisch mit Kaffee, Baguette, Lino Lada, Marmelade und Käse.
Erstmal stärken

Habe danach noch kurz unter dem Vorzelt gestanden und dann entschieden, dass es ok ist wie es ist und mich ins Bett gelegt. Augenscheinlich bin ich dann auch schnell weggepennt, war aber um halb 6 schon wieder wach. Und konnte dann nicht mehr einschlafen. Habe mich bis kurz nach 8 Uhr hin und her gewälzt, um dann gerädert aus dem Zelt zu kriechen und nach der Morgentoilette einen Kaffee zu kochen. Was eine Nacht! Brot hatte ich noch von gestern, also Tisch decken. Als ich gerade meine erste Scheibe Baguette mit Marmelade fertig hatte, kam auch der Parzellenmitbewohner aus seinem Bulli. Er sah aus, als hätte er die gleiche Nacht wie ich gehabt. Wurde auch so bestätigt!

Ausgebautes Vorderrad eines Fahrrads lehnt an einem Campingtisch vor einem Skoda Yeti.
Leider wieder platt

Beim Kaffeekochen habe ich bereits einmal den Vorderreifen von meinem Serious Gravix gedrückt und festgestellt, dass ich viel zu sehr drücken konnte. Schon wieder platt :-( Nach dem musste ich somit wieder basteln. Rad raus, Decke runter, Schlauch aufpumpen. Tjoa, habe wohl einen zu kleinen Flicken gewählt oder das kleine Loch im Schlauch nicht gut genug getroffen. Jedenfalls pfiff am frischen Flicken Luft raus. Da es bereits der zweite auf dem Gummi war, habe ich entschieden einen neuen zu verbauen und den alten zu entsorgen. Neuen Schwalbe-Schlauch rein, Decke wieder drauf und die Luftpumpe angesetzt … funktioniert. Vier Bar auf die Reifen und wieder ins Rad eingebaut. Mal sehen, wie lange es hält. Ich fühle mich sowieso nicht nach Radtour.

Im Gegenteil, nachdem ich den Reifen aufgepumpt hatte und bevor ich ihn ins Fahrrad einbaute, musste ich mich erst kurz hinsetzen. Wirklich kaputt, die Nacht war echt Scheiße. Danach bin ich hoch ins Zelt gekrochen, habe die Türen auf Durchzug geöffnet und ein wenig gedöst. Thomas wollte eigentlich ja „Sport“ machen bzw. eine Radtour, war aber selbst auch zu kaputt. So haben wir dann beide nur auf der „Terrasse“ gesessen und gechillt. Thomas ist ab und zu eine Runde spazieren gegangen und wir haben uns zwischendurch darüber unterhalten, was wir uns zum Abendessen auf an den Zelten machen wollten.

Unterwasseraufnahme mit einigen Fischen vor dem Meeresgrund
Sieht hier überall gleich aus.

Am späten Nachmittag, als der Mitcamper gerade unterwegs war, bin ich zum Meer gestiefelt, um eine kleine Strecke zu schwimmen. Zwar mit Taucherbrille und Schnorchel, aber ohne Flossen. Ich dachte, wenn ich die 600 Meter Strecke von neulich einfach wieder zurück schwimme, müssten es ja 1.200 Meter sein. Das hat die Garmin Instinct am Handgelenk anders gesehen. Trotzdem 870 Meter im Meer geschwommen. War weder anstrengend, noch fühlte ich mich kaputt.

Dei Vögel suchen nach Essbarem auf einer freien, geplitteten Parzelle eine Campingplatzes.
Nachbarn

Danach habe ich mich wieder in meinem Campingstuhl gesetzt, diesen Text geschrieben, ein bisschen was getrunken und gechillt. Natürlich haben wir uns auch ziemlich viel unterhalten. Das habe ich hier gar nicht explizit erwähnt, aber wir sitzen schon nicht nur stumm hier rum und gucken Löcher in die Luft. Ich habe einige längere Chats mit (Ex-)Kolleg/innen gehabt, denke viel zu oft ans Büro und ebenso häufig an die lokale Politik. So richtig frei kann ich meinen Kopf offensichtlich nicht bekommen. Das war im letzten Jahr fast besser. Nein Spaß, war es nicht. Da habe ich mich im Kopf fast ausschließlich mit mir beschäftigt bzw. irgendwie gar nicht, weil es mehr so ein schlingerndes Karussell gewesen ist, dass sich im Kopf drehte.

Irgendwann zwischen 19 Uhr und 20 Uhr meinte der Miturlauber „Oder sollen wir doch eine Pizza holen?“, woraufhin ich erwiderte, dass wir uns dann auch einfach gleich ins Restaurant setzen können.

Eine Schale Thunfischsalat und eine Pommes mit Ketchup.
Doch keine Pizza

Sind langsam zum Kopalo geschlendert und haben dort festgestellt, dass es dort proppenvoll war und der Alleinunterhalter sich in Position brachte. Schnell weg! Zweites Ziel war dann das Galeb, denn im Sidro gibt es keine Pizza. Aber auch im Galeb habe ich mich für einen Thunfischsalat und eine Pommes entschieden, mein gegenüber hat allerdings zur Pizza gegriffen. An diesem Abend war sowohl der Service, als auch das Essen im Galeb sehr angenehm. Was man von einigen anderen Gästen nicht sagen konnte. Wir waren uns einig, dass das Rauchen in Gegenwart von Nichtrauchern einfach rücksichtslos ist. Grundsätzlich ist Rauchen an sich irgendwie unschön und macht unattraktiv.

Unser Camp bei Nacht. Die Innenbeleuchtung eines Autos, sowie eine kleine Leuchte in einem Zelt. Dadurch wird die Campingparzelle in warmen Licht schummerig erhellt.
Abendidylle

Nach dem Essen wieder zurück zu den Wohnungen und noch ein bisschen vor dem Auto im Campingstuhl gesessen. Ich bin aber recht früh in mein Zelt gekrochen, weil ich ziemlich müde war. Drittletzte Nacht!

18.06.2026 – Donnerstag

Vorletzter Tag und dann Abreise. Diese 10 Tage scheinen sehr schnell rum zu gehen. In dem Augenblick, in dem ich diese Zeilen schreibe, war ich vor sieben Tagen seit zwei Stunden auf der Autobahn! Apropos schreiben:

Und ich wollte auch nicht so viel hier schreiben.

Irgendwie hat das bisher nicht funktioniert. Heute war aber wirklich nichts! Nachts war ich um drei Uhr – leider wie üblich – einmal runter vom Yeti, rein ins Waschhaus und wieder rauf auf das Dach. Dann habe ich aber bis halb neun durchgeschlafen – glaube ich. Kann mich an nichts anderes erinnern. Als ich gerade Wasser für den Kaffee kochte, kam der Camperfreund gerade vom Wasser zurück. Hatte schon eine 8 Kilometer Joggingrunde hinter sich und ein bisschen Abkühlen im Meer. Mir ist Morgens so früh nicht nach Bewegung. Zu Hause kann ich auch bis 10 oder 11 im Bett bleiben. Ist hier allerdings viel zu warm!

Ein gesplitteter Weg führt auf einem Campingplatz zwischen den Parzellen in einem Eichenwäldchen abwärts zum Meer hin.
Der Blick vom Ende unserer „Straße“.

Es gab dann Brot von gestern mit Lino Lada und Marmelade vom ersten Tag. Ist noch nicht ganz alle. Ich war ziemlich alle und kaputt, keine Lust was zu machen. Daher habe ich den Text von gestern geschrieben, ein paar Nachrichten von zu Hause gelesen und mich gewundert. Bisschen Zeitung hier, bisschen Threads da. Thomas ist derweil zweimal eine größerer Runde über den Campingplatz gegangen. Um 13 Uhr habe ich mich dann aber endlich aufgerafft!

Eine Möwe sitzt auf einem Dach und schaut frech, während hinter ihr eine weitere Möwe vorbei fliegt.
Dreiste Tiere

Novigrad war das Ziel und ich hatte auf OSMAnd nach Strecken gesucht, um den Mirnadamm und Antenal zu umfahren. Aber der Damm ist wohl leider alternativlos – es sei denn, man fährt oben über Kastelir durch’s Mirnatal. Nein Danke! Aber Antenal kann man laut Openstreetmap über einen Pfad um(gehen)fahren. Wir sind erstmal oben aus Solaris raus und dann entlang des Lanternazauns zur schönen Aussicht oberhalb des Steinbruchs gefahren.

Die Aussicht von einer erhöhten Stelle auf eine bewaldete Bucht, an dessen Ende ein kleines Restaurant zu sehen ist.
Mirnamündung

Ich hatte diese Aussicht 2024 das erste Mal „entdeckt“ und wollte sie Thomas zeigen. Die Strecke dorthin ist arg holprig und bergauf und -ab. Mich nervte, dass die Sram-Schaltung schon wieder nicht auf dem kleinsten Kettenblatt blieb und immer wieder absprang. Ätzend.

Ein Radfahrer fährt auf der Fahrbahn einer schmalen Straße, während ein Auto überholt und am Fahrbahnrand ein Transporter steht.
Die Kroaten fahren alle wie die Henker.

Über den Damm ging’s möglichst fix. Ich bin was Fahren auf der Fahrbahn angeht halbwegs gefestigt, aber die Menschen in den Autos in Kroatien werden von Jahr zu Jahr schlimmer. ÄTZEND! Ab der Zugbrücke sollte laut des alternativen Routenplaners eine Paralellstrecke hoch nach Antenal führen. Den „Einstieg“ haben wir auch entdeckt.

Ein Mann schiebt sein Fahrrad über einen sehr schmalen Trampelpfad durch hohes Dornendickicht.
Fahren ist eher so semi möglich.

Knapp 200 Meter – oder so – sind wir dem Pfad gefolgt, dann war aber wirklich beim besten Willen kein Durchkommen mehr. Aber immerhin haben wir die Ecke nun auch mal gesehen. Wir waren jedenfalls nicht die Ersten, davon zeugten die Reste eines Lagerfeuers mitten im trockenen Dickicht.

Fußgängerzone mit Cafes rechts und links eines Platzes in Kroatien. Am Ende des Platzes ist ein hoher Kirchturm zu sehen und dahinter das Meer.
Novigrad

Dann doch die Landstraße hoch nach Antenal. War recht fix und wir hatten auch nur wenige Idioten, die uns zu nah überholt haben. Wenn man oben bei Ani ist, gibt es einen Radweg bis fast in die Altstadt von Novigrad! Sind dort etwas am Hafen entlang spaziert, haben uns die Einkaufsstraßen angesehen und bei einem Bäcker was zu essen und eine Cola gekauft, die wir im Park gegen Möwen verteidigt haben. Thomas musste sich einer Sturzflugmöwe erwehren, die ihm fast sein Teilchen aus der Hand gerissen hat und sichtlich erbost war, dass der Versuch nicht gelungen ist!

Eine Radfahrer fährt auf der Fahrbahn einer Straße auf eine Zugbrücke zu, an deren Ende ein Damm über eine Flussmündung zu sehen ist.
Abwärts ist es schneller.

Danach den gleichen Weg zurück. Der ist aber einfacher, weil wir das steilste Stück bergab fahren und auf dem Mirnadamm der Wind in dieser Fahrtrichtung meist von hinten kommt. Das steile Stück hoch nach Tar haben wir nicht genommen, sondern sind (ich schon zum zweiten Mal) die Küste von Lanterna entlang bis zum Leuchtturm gefahren. Eine schöne, anstrengende Tour. Die Hitze hat einiges dazu getan, dass wir ordentlich schwitzten und meine Beine waren echt lahm. Auf dem Platz sind wir sofort hoch zum Supermarkt, um noch ein paar Getränke und ich auch noch eine Packung Käse zu kaufen. Und neue Croqs!

Ein paar Füße mit "Croqs" in blauer Camouflage-Optik.
Neues Schuhwerk.

Mein altes Paar des präferierten Camping- und Sauna-Schuhwerks befand sich nämlich in Auflösung und ließ mich inzwischen jedes einzelne Steinchen auf den gesplitteten Wegen deutlich spüren. Zudem war vorne diese Sohle an einem der Schuhe schon arg eingerissen, so dass ich froh über den Ersatz war. Und dann haben wir erstmal wieder gechillt. Thomas ist gleich ins Meer, ich musste erst etwas ausruhen und runter kommen, bin dann aber auch 10 Minuten in die Adria gesprungen, bevor ich mich in den Campingstuhl gesetzt habe, um möglichst wenig über die Ereignisse des heutigen Tages zu schreiben.

Und gleich gehen wir ins Kopalo auf eine Pizza. Ich hatte unterwegs gefragt, was wir uns an den Zelten zu essen machen wollten, aber der Mitcamper ist wohl auf meine „Ich kann auch jeden Tag ins Restaurant gehen.“-Meinung eingeschwenkt :-)

Eine Thunfisch-Pizza
Eine Thunfisch-Pizza

Das vorletzte Mal in einem Restaurant auf dem Platz. Morgen wird es aber wohl sehr später Nachmittag, wenn wir essen gehen. Thomas wird bereits am Freitag abfahren, weil er die Fahrt lieber zweiteilt. Und ich möchte bis zum letzten Tag hierbleiben und lieber morgens früh ausgeruht startet. Ohne Wohnwagen bin ich im letzten Jahr um 20 nach 8 Uhr los gefahren und war um 23:00 Uhr zu Hause. Und wenn ich unterwegs müde werde, dann lege ich mich halt auf’s Dach und fahre Sonntag nach Hause (mache ich eh nicht). In dem Augenblick, in dem ich das hier schreibe, bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich nicht doch auch noch Freitagabend los fahre und vielleicht in Österreich übernachte. Mal schauen. Eigentlich könnte ich es hier noch eine Woche aushalten! Aber ich bin mit der Familie auch im August schon wieder auf dem Platz.

Die lange untergegangene Sonne färbt den Himmel über einer Bucht im Mittelmeer orange.
Bucht am Sidro nach Sonnenuntergang

Das Essen im Kopalo war gut, der Service wie immer unmotiviert. Wir sind zurück am Sidro vorbei geschlendert und haben uns jeder noch zwei Kugeln Eis gegönnt. Dann langsam zur Parzelle, die Klamotten vom Leib gerissen (es ist heute wirklich sehr warm geworden) und wieder runter ans Meer, um noch einmal in der Adria unter zu tauchen. Ich hatte mein Duschzeug extra schon mitgenommen, damit ich nicht noch einmal zum Auto schlappen musste.

Vor dem Zelt habe ich mir den Laptop geschnappt und den Tagesbericht zu Ende getippt, bevor es ins Bett ging. Bereits 23 Uhr und ich bin nach der Radtour bei dem Wetter etwas gar. Mir war den ganzen Morgen ja bereits schwummerig. Gute Nacht!

19.06.2026 – Freitag – letzter ganzer Tag (für mich)

Es ist in diesem Augenblick 19:21 Uhr, vor 20 Minuten ist Thomas gefahren und die Parzelle ist ohne den Mitcamper ziemlich leer. Und ruhig ist es auch. Wir haben uns schon viel unterhalten. Für einen Ostwestfalen ungewöhnlich. Ich bin gerade traurig oder unzufrieden, mindestens aber melancholisch. Habe in diesem Augenblick überhaupt keine Lust wieder nach Hause zu fahren und Montag im Büro zu sein. Gleichzeitig vermisse ich Alex und die Kinder schon sehr!

Heute morgen war ich wie üblich erst um 3 Uhr und dann noch einmal um kurz vor 6 Uhr im Waschhaus. Danach habe ich es aber bis halb 9 Uhr im inzwischen ziemlich warmen Dachzelt ausgehalten. Als ich dann draußen umher lief, schaute Thomas auch aus seinem Aufstelldach. Heute kein Jogging. Gestern war doch anstrengend :-) Letzter Tag für ihn! Eigentlich hatte er vorgeschlagen bis Samstag zu bleiben, damit es sich lohnt, wollte dann aber die lange Rückfahrt in zwei Teile splitten. Ich bin in der Zeit hier dann auch ins Grübeln gekommen, ob ich heute oder morgen los sollte. Wenn ich unterwegs bin, will ich aber nach Hause und nicht übernachten. Ich kenne mich und wäre dann wahrscheinlich nachts viel zu lange gefahren.

Ein roter Skoda Yeti mit einem vor der Fahrertür herunter hängendem Tarp und einem Campingstuhl und Tisch davor.
Auch der Yeti wird abgebaut.

Nach dem Frühstück sind Thomas und ich angefangen, unsere Pieselotten zusammen zu packen. Das geht eigentlich recht fix und ich wäre bzw. war auch deutlich fixer. Weil ich gar nicht so viel mit und in Benutzung hatte. Immer noch haderte ich mit mir, ob ich auch heute schon los wollte. Auf keinen Fall wollte ich im Konvoi unterwegs sein. Daher in jedem Fall nicht gleichzeitig vom Hof rollen. Mir hätten auch vier Stunden bis zur Raststätte Tauernalm gereicht. Auf der anderen Seite … musste ständig auf’s Klo ;-) Und ich wollte auch gar nicht weg, aber zu Alex zurück. Echt, im Kopf war es nicht einfach an dem Tag.

Als das Meiste weg war, sind wir zur Rezeption und haben bezahlt. 245 Euro für die Hälfte der Parzelle und 8 Tage ist eigentlich in Ordnung. Die Benzinkosten werden höher sein. Thomas hat noch Öl gekauft, mir ist erst auf dem Platz eingefallen, dass ich nur noch eine Flasche Cola hatte. Später.

Ein Bulli und ein Skoda Yeti auf einer Campingparzelle in einem Eichenwäldchen.
Feierabend :-(

Zwischendurch waren wir jeder noch im Meer und ich habe was um die 800 Meter geschwommen. Dann wieder auf der Parzelle, bisschen räumen. So richtig wollte keiner weg. Gegen 18 Uhr ein letztes, leichtes Abendessen im Galeb. Thomas nur eine Portion Pommes und ich eine kleine Portion Spaghetti. Und dann wirklich Abschied. Der Mitcamper hat noch mal geduscht und in der Zeit habe ich immer noch überlegt, ob ich auch fahre. Was ein Scheiß. Ich bin dann im Bulli mit hoch zur Rezeption gefahren um zu verabschieden (und drei Flaschen Cola zu kaufen) und hatte ein bisschen einen Kloß im Hals. War eine schöne Woche und ich habe mich da festgelegt, heute noch mal zum Meer zu gehen, auf die See zu gucken und dann in Ruhe zu schlafen! Wenn ich es denn hinbekomme!

Die Heckansicht eines weißen Bulli mit einem Fahrradheckträger, der durch eine geöffnete Schranke fährt.
Ciao, bis demnächst.

Wenn da vorher immer zwei Fahrzeuge mit Tarps, Tischen und Stühlen standen und immer jemand zum Reden da war, ist es plötzlich irgendwie einsam. Ich habe das 2019 und auch letztes Jahr sehr angenehm empfunden, da war es aber auch von Anfang an. Jetzt fühle ich mich doch ein bisschen allein. Alex hatte kurz darauf angerufen und mir auch zugeraten, morgen in Ruhe zu fahren. Das mache ich auch. Ich habe jetzt knapp eine dreiviertel Stunde den Tag von heute hier eingetippert. Es ist jetzt 20:20 Uhr und ich gehe noch einmal nackig runter zum Meer. Rein wohl nicht mehr, nur ein bisschen spazieren. Ach menno!

Die Sonne geht über dem Meer in gold und orange unter. Das Bild ist durch eine dürren Busch aufgenommen, dessen Äste wie ein Tor wirken, durch welches die Sonne scheint.
Der letzte Abend gibt sich Mühe!

Jau, das hat sich gelohnt. Ich war nicht der einige an der Küste. Und sicher auch nicht der Einzige, der mit seinem Smartphone Fotos gemacht hat. Als wenn die Morgen nicht auch wieder untergeht! Einige haben natürlich auch die Partner vor der untergehenden Sonne abgelichtet. Als alleinspazierender Mann habe ich jedenfalls versucht offensiv keine Menschen im Blickfeld zu haben. Andere sind da weniger zimperlich. Es war ein sehr schöner Abschlussabend an der Küste! Danach habe ich ausgiebig geduscht und dann den letzten Rest von diesem Text geschrieben, bevor ich gleich den Campingstuhl und den Tisch zusammenfalte und mich oben auf’s Dach begebe. Ist immerhin schon fast 22 Uhr und es wird eine anstrengende Rückfahrt!

Bis hierhin sage ich: Die insgesamt fast zwei Tage Hin- und Rückfahrt haben sich gelohnt! Wir haben die ganze Woche hier darüber gesprochen, ob und wie wir das im nächsten Jahr wiederholen können/würden. Ich werde nicht jünger, aktuell können wir es finanziell und gesundheitlich leisten und man soll die Tage nutzen, die man hat. Ich denke dann immer an meinen Vater und dessen Vater, die beide mit 71 gestorben sind. Das sind nur noch 16 Jahre, von denen ich mindestens die Hälfte noch arbeiten muss. Mein anderer Opa ist sogar in meinem Alter verstorben. Woran man an so einem warmen Sommerabend unter dem Eichenlaubdach in Kroatien so nachdenkt …

So, Bettgehzeit! Morgen ist ein neuer Tag und ich sehe Alex wieder :-)

20.06.2026 – Samstag – Abreise und Heimfahrt

Ich konnte natürlich nur so mittelgut schlafen. Draußen war bis ca. 23 Uhr noch „Remmi-Demmi“ und ich habe noch auf dem Smartphone gescrollt. Gegen 24 Uhr waren meine Augen so müde, dass ich wohl wirklich eingeschlafen bin. Bis halb 6 Uhr morgens. Fünfzehn Minuten bevor der Wecker geklingelt hätte. So lange konnte ich meine Blase auch in Zaum halten, habe dann den Wecker ausgestellt und bin runter. Handtuch geschnappt, Zahnbürste und -pasta sowie das Duschgel und runter zum Meer. Nicht weil ich mich darin waschen wollte, sondern wiel ich auf dem Rückweg gleich unter die Dusche gesprungen bin. Hachja, ich habe mehrfach tief geseufzt, wie ich das so bis zu den Schultern in der babypopoglatten Adria stand und rüber zum Riff guckte.

Due felsige Küste eines Campingplatzes in Kroatien mit einem glatten Meer ganz früh am Morgen.
Das letzte Mal für nicht ganz zwei Monate.

Das Salz von der Haut in der Dusche abgespült und am Platz die Stromversorgung gekappt. Die hatte ich wegen der Kühlbox noch im Auto liegen. Der Rest war bereits ordentlich im Kofferraum verpackt. Noch hier ein Foto, noch da eins, noch mal auf Toilette. Wo ich schon mal so weit war, bin ich noch mal runter zum Wasser und habe auf’s Meer geguckt, aber nützt ja nichts. Es war 10 vor 7 und ich wollte mit dem Öffnen der Schranke vom Hof fahren. Das hat zum ersten Mal seit vielen Jahren auch auf die Minute geklappt. Auch wenn die Schrankenwärterin ein bisschen angefressen war, dass ich die Rechnung irgendwo im Auto, aber eben nicht griffbereit bereitliegen hatte. Durfte trotzdem raus!

Ein roter Skoda Yeti mit Dachzelt oben drauf vor der Schrankenanlage eines Campingplatzes über welcher der Schriftzug "Solaris" prangt.
traditionelles Abschiedsfoto

Hinter dem Tor habe ich bei Kilometerstand 1.199,1 Km auf dem Tageskilometerzähler noch schnell das Abschiedsfoto gemacht, ohne dem geht es nicht. In der Tasche habe ich die Rechnung gefunden und diese von Weitem der Dame an der Schranke vorgewedelt. Hat sie grinsend mit einem Daumen nach oben quitiert! Ciao Leute, bis in zwei Monaten! Ab ging die wilde Fahrt bei bereits 28°C vor dem Auto. In Novigrad habe ich den halb vollen Tank bis zum Anschlag gefüllt und eine halbe Stunde nach Abfahrt war ich auf der Autobahn in Kroatien. Ich bin natürlich nicht dem Navi gefolgt, sondern habe die Grenze nach Slowenien über die Küstenstraße gequert. Die Fahrt war unspektakulär und zügig.

Die Einfahrt in die neue Karawankentunnelröhre in Fahrtrichtung Norden.
der Karawankentunnel

Drei Stunden später fuhr ich bereits in den Karawankentunnel und kam auf der anderen Seite in Österreich raus. Eine halbe Stunde später passierte ich unsere frühere „Übernachtungsraststätte“ Feistritz, es gab unglaublich viele Baustellen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und ich freute mich trotzdem über die hohen Alpen. Die Autobahn war glücklicherweise in meiner Richtung halbwegs frei. Um 20 nach Zwölf Uhr lag die Grenze zu Deutschland hinter mir. Nicht ganz 5 1/2 Stunden nach Abfahrt. Bis hierhin hatte ich noch keine Pause gemacht. Zwei Stunden später – und eine Stunde nach der ersten Tank- und Pinkelpause – stand ich bei Weissenfeld (bei München) im Stau. Nicht der erste an diesem Tag.

Ein Käsebrötchen in der Hand eines Mannes, der allerdings inkl. Arm außerhalb des Bildes ist. Im Hintergrund ist verschwommen ein Auto mit der geöffneten hinteren Tür auf der Beifahrerseite zu sehen.
Verpflegungsstopp

Um Viertel nach Zwei hatte ich dann sowiel Hunger, dass ich auf einer Raststätte bei Giesenbach (Parkplatz Aster Moos) in der prallen Sonne angehalten und das mitgebrachte kroatische Baguette mit Marmelade und Käse verspeist habe. Also ein klein wenig davon. Ich wollte den Magen nicht voll haben. Bis hierhin hatte ich auch nur die Spaghetti von 17 Uhr am Vortag im Magen. Der knurrte deshalb auch ein bisschen :-) Auf dem Parkplatz Offenbau Ost musste ich gegen 16 Uhr noch ein bisschen Baguette nachlegen. Der Magen war leer, die Stirn, der Rücken und die Beine nassgeschwitzt, ich habe leichte Kopfschmerzen bekommen und bei Außentemperaturen von über 35°C war die Fahrt wirklich anstrengend. Der Yeti hat geschnurrt wie am Band, kein Quietschen, kein Knarzen und vor allen Dingen kein Armaturenbrett, dass in allen Farben leuchtet – wie auf der Hin- und Rückfahrt zum Comer See im letzten Jahr! Wir fahren mit dem Auto so wenig, dass der Fehler erst neulich mal wieder aufgetreten ist, als der Nachwuchs seine Freundin am Flughafen Amsterdam abgeholt hat. Danach konnte die Werkstatt den passenden Fehler auslesen und den Radumdrehungssensor hinten rechts austauschen.

Kurz vor halb Acht musste ich dann doch noch mal nachtanken und weil es auf der Raststätte Hasselberg Ost auch noch ein MC Donalds zu finden war, habe ich kurzentschlossen noch einen Burger gekauft und 20 Minuten Pause gemacht. Der schmeckte mir kaputt und verschwitzt wie ich war ziemlich gut. Vielleicht war das auch einfach nötig, denn es ging mir danach echt besser. Kopfschmerzen fast weg und irgendwie wieder etwas fitter.

Ein pilzförmige Wolkenformation mit einer fast durchscheinenden Sonne hinter der oberen rechten Fläche der Wolke. Unten sieht man Baumbestand
Sehr merkwürdige Wolke.

Auf der A44 habe ich gegen 20 nach 20 Uhr eine ziemlich interessante Wolkenformation gesehen und überlegt, wie die wohl zustande kommt. Die Wolke scheint direkt über dem Twistestausee bei Bad Arolsen zu sein. Einige Zeit war sie von unterschiedlichen Seiten zu sehen und meine Vermutung ist, dass es verdunstendes Wasser aus dem Stausee ist, welches aufgrund der Windstille einfach an Ort und Stelle verbleibt. Oder aber kondensierendes Wasser in der heißen Luft, weil es über dem See einfach kühler ist. Naja, bin kein Metereologe. Aber kurze Zeit später biege ich am Kreuz Bad Wünnenberg – Haaren von der 44 auf die 33 ab und bin schon fast zu Hause!

Ein Auto mit einem Dachzelt biegt von einer Straße in einee gepflasterten Weg ein. Im Hintergrund ist ein Einfamilienhaus zu sehen und rechts und links des Weges stehen Büsche und Bäume.
Da isser wieder!

Ich hatte den ganzen Tag meinen Live-Standort mit der Familie geteilt und so standen Alex und Ben und im Wendehammer und winkten freudig, als ich vom Dörgen in unseren Wendehammer einbog. Und ich habe genauso freudig zurück gewunken. Schon schön, die Familie wieder um mich zu haben und zu Hause zu sein!

Das Armaturenbrett eines Skoda Yeti. Der Gesamtkilometerstand zeigt 83.791 Km, der Tageskilometerzähler 2.392,7 Km und die Uhr 21:32 Uhr an.
Wieder zu Hause!

Um viertel vor 21 Uhr die erste Abfahrt nach Paderborn und 45 Minuten später habe ich den Yeti um 21:30 Uhr im Dörgen auf dem Hof geparkt. Ein sehr schöner Kurzurlaub und auch wenn ich insgesamt über einen ganzen Tag komplett im Auto gesessen habe, haben sich die 7 Tage dazwischen echt gelohnt. Wir haben uns zu zweit gut verstanden und unterhalten. Beide haben wir gesagt, dass wir die Tour auch alleine gemacht hätten. Ich hatte den Alleinurlaub bereits zweimal ausprobiert und für gut befunden. Mehr als einmal haben wir auf Solaris darüber gesprochen ob und wie wir das im nächsten Jahr noch einmal machen. Hachja!

Der Countdown für den nächsten Besuch in diesem Jahr läuft allerdings schon – dann mit der Familie!

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