Resettaster am Commodore C64 Ultimate
An meinem ersten C64 Anfang der ’80er Jahre hatte ich hinten ein Turbo-Tape-Modul mit dem es möglich war – wie der Name schon sagt – „Turbo Tape“ zu laden, um passend auf Kassette gespeicherte Programme schneller zu laden. Nachdem ich eine Floppy 1541 bekommen hatte, wurde die Funktion nicht mehr so häufig genutzt, da trotz der extremen Schnarchnasigkeit des Commodore-Diskettenlaufwerks dieses immer noch schneller Bytes in den Speicher schaufeln konnte, als die olle Datasette. Ich erinnere mich, dass mein Modul eigentlich nur eine offene Platine mit einem Eprom war, von dem Turbo-Tape schnell geladen werden konnte. Das Ding blieb allerdings auch später immer im Expansionsport stecken, weil zusätzlich noch ein äußerst hilfreicher Resettaster auf der Platine war. Das ersparte das Ein- und Ausschalten des Computers, wenn sich ein Programm aufgehangen hatte oder man, aus welchen Gründen auch immer, nicht aus dem gerade laufenden Programm regulär aussteigen konnte.

Fündig wurde ich bei 0ldskull Retro in deren Shop. Dort gibt’s einen kleinen 3d-gedruckten Taster, den man hinten in eine ungenutzte Aussparung des C64-Gehäuse einsetzen und das Anschlusskabel auf die Pfostenleiste stecken kann. Ähnliche Lösungen gibt es auch für das seitliche Panel, wo die Joysticks und das Stromkabel eingeführt werden. Allerdings muss man dann das Originalteil austauschen und die Ports in das neue Anschlusspanel basteln. Das möchte ich nicht! Das soll bitte Original bleiben. Also den Taster bestellt und nach ein paar Wochen in den 64er gebaut. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft – und funktioniert(e)! Jedenfalls bis zur großen Hitzewelle mit 40°C im Juni. Der 64 Ultimate residiert im Wintergarten. Wintergärten haben die Eigenschaft bei Sonneneinstrahlung noch mal deutlich heißer zu werden, als die Umgebung. Das ist bei unserem auch so. Als ich dann irgendwann mal mit dem Computer daddeln wollte, konnte ich die neuen Taster zwar (mit einiger Kraftanstrengung) drücken, aber die Buttons kamen nicht wieder zurück. Das kleine Gehäuse hat sich verzogen, oder die Taster, oder beides. Fühlte sich an wie festgebacken!

So ein Mist. Ausgebaut und an die Ecke gelegt. Bis ich gestern rumgeprukelt habe und festellte, dass die kleine Platine welche die Taster hält, gar nicht vergossen sondern nur geklemmt ist. Mit vorsichtigem Hebeln mittels Schraubendreher konnte ich alles zerlegen. Mit einer kleinen Rundfeile habe ich die Öffnungen für die Buttons so lange vorsichtig aufgeweitet, bis sich diese ohne zu verkanten leicht hin und her bewegen ließen. Wieder alles zusammen geklippst und in den Rechner verbaut. Zack, funktioniert wieder.
Die Knöpfe sind leicht rau gewoden, weil ich vorher möglicherweise versucht habe, das weiche 3D-Druckmaterial mit einer Spitzzange zu bewegen. Konnte ich aber auch halbwegs zurecht feilen. Außerdem scheint zerlegen des kleinen Gebildes nicht die Passform zu fördern. Das Kästchen ist jetzt etwas „labberig“. Hält aber trotzdem noch hinten am C64. Trotzdem benutze ich immer noch die Tastenkombi, statt nun hinter das Gehäuse zu greifen. Ehrlicherweise kann ich gar keinen Vorteil der physischen Tasten zur Kombi „Commodore-Key + Restore“ finden. Lediglich der Reset geht etwas fixer. Allerdings hatte ich schon Situationen, wo er gar nicht ausgeführt wurde und ich den „Reset & Clear Mem“ per Menü machen musste, damit wieder die Einschaltmeldung erschien.
Bin ich enttäuscht? Hell no! Da ist eine Pfostenleiste extra für diese Funktion auf dem Board, dann müssen da auch Taster dran!
