Ein kleines Geschenk
Ich stand am Donnerstag in der Mittagspause oben am Inowroclawplatz und schaute bedröppelt auf das Eigentum von Manuel Ersay, der den Königshof in Bad Oeynhausen seit fast einem Jahrzehnt vergammeln lässt. Jedenfalls habe ich wohl kein besonders gut gelauntes Gesicht gemacht. Auf dem Spielplatz neben dem Eingang zum Kurpark hörte man fröhliches Kindergeschrei, dass man in Bad Oeynhausen zunächst ja auch nicht haben wollte.
Und wie ich so da stehe, höre ich von hinten eine Stimme „… Du kannst zu der Frau da gehen. Oder den Mann da vorne ansprechen.“ und ich ging stark davon aus, dass ich der Mann da vorne war. Drehte mich um und ein kleines Mädchen kam mit einem Karton auf mich zu, hielt ihn mir unter die Nase und sagte, sie wolle mir was schenken, um mir eine Freude zu machen. Ein paar Schritte dahinter stand die Lehrerin und lächelte.

Ich habe zunächst erwidert, dass sie ruhig jemand anderem eine Freude machen darf. Mir wurde aber der Karton weiter freundlich hin gehalten und die Lehrerin überreichte mir den grünen Zettel mit Erläuterungen. Ich habe mich dann bedankt und die orangene Schachtel genommen, weil sie farblich genau zu meiner Jacke passte. Das kleine Mädchen lief sofort zur nächsten Passantin und ich bin „Am Kurpark“ hoch geschlendert mit der Schachtel in der Hand. Und habe mich dabei erwischt, wie ich tatsächlich die Mundwinkel hoch gezogen hatte. In die Schachtel geschaut habe ich gar nicht. In die Tasche gesteckt und bis zum Büro darüber nachgedacht, dass diese „Freude machen“ tatsächlich geklappt hat. Ich rechnete damit, dass ein Ferrero Küsschen darin wäre.
Am Schreibtisch aufgemacht, fand sich aber ein liebevoll bemalter weißer Stein darin und sowohl die Schachtel, als auch der Stein liegen nun unter meinem Monitor im Büro. Danke, Grundschule Altstadt!
