Ausbau des Weserradweges

Ich bin sicher der Allerletzte, der “Nein, nein, nein” schreit, wenn man in Bad Oeynhausen etwas für Radfahrer tun möchte. Meine dabei aber eigentlich fast immer den Alltagsradverkehr, die touristischen Routen sind grundsätzlich in Ordnung. Insofern bin ich tatsächlich einer der in der gestern in der Neuen-Westfälischen erwähnten erstaunten Ratsherren ob der Tatsache, dass die Stadt 350.000 € in den nächsten drei Jahren für den Ausbau des Weserradweges eingeplant hat.

Ja, an der entsprechenden Stelle zwischen Weserkuss-Brücke und Wasserwerk ist definitiv eine Engstelle, aber auch “ja”: wir haben kein Geld. Ich habe den breiten Ausbau vor der vorletzten Kommunalwahl schon kritisch betrachtet, als die CDU das Stück zwischen dem Dehmer Grillplatz und der Kussbrücke zu einem Prachtboulevard ausbauen ließ. Sicher sieht das gut aus und ist gut zu befahren, aber Büsche schneiden hätte für’s erste auch geholfen. Nur mit den Büschen ist es auf dem jetzt geplanten Stück nicht getan, aber wir schrappen haarscharf am Nothaushalt vorbei. Da habe ich Schwierigkeiten für eine solche Maßnahme zu argumentieren.

Auf der anderen Seite pfeffern wir auch hunderttausende – wenn nicht inzwischen schon an eine Million – für ein Stück (Rad)Weg hinter dem Schloß Ovelgönne raus, das nun wirklich keine verkehrliche Bedeutung hat und reine Parteipolitik ist. Um die tatsächlichen Probleme des Radverkehrs in Bad Oeynhausen wird sich nicht gekümmert. Seit Jahren nicht. Interessiert in der Politik offensichtlich niemanden.

Um den Weserradweg besser befahrbar zu machen könnte man zum Beispiel als erstes die Pfosten entfernen, die man dort mitten in den Weg gepflanzt hat. Würde man diese quer in die Zufahrtstraßen montieren, kämen PKW auch nicht an die Werre und man hätte das Gewünschte erreicht, ohne einen gefährlichen Eingriff in den Radverkehr. Da macht man aber lieber Straßengraffitti.

Falls wir das Geld für den geplanten Ausbau haben: jederzeit. Im Moment bin ich da sehr skeptisch!

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