Warum man wegbleibt

Heute ist wieder mal ein Artikel in der Lokalpresse, in welchem unter anderem der ausbleibende Besucherstrom in der Innenstadt für das Scheitern eines Geschäftes verantwortlich gemacht wird. Grundsätzlich ist das auch richtig. Und es stimmt auch, dass der Werrepark mit seinem Angebot an zentraler Stelle Kunden anzieht. Alles Gerede von Synergien und Zusammenarbeit ist nur Geplapper. Ich frage mich aber, wann man in der Innenstadt beginnt, die Gründe für das Ausbleiben der Kundschaft zu reflektieren.

Seit 3 Jahren höre ich ausschließlich: Parken und Durchfahrt für Autos. Seriously? Ist das der Plan? Glaubt wirklich jemand, dass die beiden Punkte Kunden anlocken? Der Grund für das Ausbleiben ist im ersten Absatz genannt: das Angebot! Kunden kommen wegen dem Angebot und dem Service. Nicht dem Service der Stadt oder der Politiker, sondern dem der Geschäfte. Und wenn ich in der Kloster-, der Viktoria- oder an der Herforder Straße nicht das bekomme, was ich benötige oder nicht so behandelt werde wie ich es erwarte, dann gehe ich woanders hin. So leid mir das tut. Ich kaufe meine Schuhe bewusst in der Innenstadt, ich esse dort fast jeden Mittag, ich kaufe dort Hygieneartikel, ich lasse mir dort die Haare schneiden und die Zähne richten. Es gäbe noch mehr Dinge, die ich dort kaufen würde – aber nicht bekomme. Und es gibt Geschäfte, bei denen ich bewusst nicht mehr einkaufe, weil man sich dort nicht so verhielt, wie ich es erwartete.

Womit ich jedoch noch nie ein Problem hatte, ist ein Parkplatz oder der Weg dorthin.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

2 Kommentare zu „Warum man wegbleibt

  1. Ein Parkplatzproblem gibt es in der Innenstadt sicher nicht. Ok, neuerdings muss man auch für die erste Stunde parken bezahlen. Aber das ist ok.
    @ Andreas
    Du erledigst also viele Sachen in der Innenstadt. Ich vermute mal, dass deine Arbeitsstelle auch in der Innenstadt liegt. Was liegt also näher, mittags in der Innenstadt zu essen, kleine Besorgungen zu machen usw.
    Aber mal ernsthaft: Würdest du all diese Dinge machen, wenn du zum Beispiel auf dem Wittekindshof arbeiten würdest?

  2. Du hast völlig Recht, mein zentraler Arbeitsplatz begünstigt das. Aber: bevor ich dort gearbeitet habe, kaufte ich meine Klamotten bei Hagemeyer – bis diese die Herrenabteilung aufgaben. Ich ging fast ein Jahrzehnt im Werrepark zum Friseur – bis dieser mich zweimal sehr unangemessen auflaufen ließ. Ich bin schon immer in der Innenstadt zum Zahnarzt gegangen und ja, auch zum Essen war ich auch früher schon in der Innenstadt.

    Klar ist es für mich sehr einfach dort hin zu gelangen. Trotzdem fahren wir auch zum Bestellen von Büchern regelmäßig zu Scherer statt zu Thalia/Weltbild/Amazon.

    Es geht mir auch mehr darum zu zeigen, dass es auf das Angebot ankommt. Wenn das stimmt, kommen auch die Besucher. Und der Service ist wichtig – wenn der stimmt gehe ich lieber in eine kleine Klitsche, als in den shiny-shiny Großmarkt.

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