Grainau – 2009.10

10.10.2009

Um 3 Uhr nachts bimmelte der Wecker … bzw. scheuchte uns mit 1live-Gedudel aus dem Bett. Ich wollte spätestens um 4 Uhr vom Hof fahren. Gepackt hatten wir am Vorabend bereits und die meisten Klamotten schon im Kofferraum verstaut. Merkwürdigerweise war da noch unglaublich viel Platz. Ich war ein wenig unsicher, was wir wohl vergessen haben könnten. Aber beim besten Willen fiel uns nichts ein. Liegt vielleicht auch daran, dass wir eine Ferienwohnung reserviert hatten und dort Bettwäsche, Handtücher und so Krams vorrätig sind. Müssen ja nur noch Klamotten mitgenommen werden.

Der Wetterbericht machte uns keine Hoffnung auf Sonnenschein. Aber zumindest als wir los fuhren, war’s noch trocken. Die Autobahn war auch recht frei, der Volvo kam richtig gut voran. Bis irgendwo auf Höhe Crailsheim plötzlich ein leises “Plopp” und eine weiße Wolke im Rückspiegel meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Achsmanschette an der rechten, äußeren Antriebswelle. Kein Bein ab, aber trotzdem ärgerlich. Alles zugeschmoddert im Motorraum.

Aber es waren nur noch knapp 250 Kilometer zu fahren und ein bisschen Schutz war um das Gelenk ja noch gegeben. Vorsichtig fahren und dann klappt das schon. Kurz darauf hielten wir hinter der österreichen Grenze an und freuten uns über die ersten Berge!

Wir sind nicht um München herum gefahren, um unser Ziel zu erreichen. Über Füssen kommt man auch sehr bequem nach Grainau und deshalb der Schlenker durch Österreich. Eine Viertelstunde später hatten wir schon unser Domizil für die nächste Woche gefunden. Und während der Fahrt den ersten und wahrscheinlich einzigen Blick auf die Zugspitze erhaschen können. Es sieht nämlich wirklich nach miesem Wetter aus.

Unsere Wohnung ist ganz in Ordnung. 35m² auf einem Bauernhof mit vielen Kühen, die munter auf der Wiese mit ihren Glocken bimmelten. Hach, heimelig. Wir wohnen auch nicht direkt in Grainau, sondern genau zwischen Obergrainau und Hammersbach. Der Blick von unserem Balkon (den wir wohl nicht nutzen werden :-( ) ist jedenfalls schick:

Einen klitzekleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Die Trasse der Zugspitzbahn führt direkt vor unserem Fenster entlang. Glücklicherweise fährt die ja nicht viertelstündlich und ist nicht mehr dampfbetrieben, aber man hört es schon noch. Vor allen Dingen, da vor den Bahnübergängen immer ordentlich gepfiffen wird.

Nachdem die Wohnung bezogen war, der Kleiderschrank eingeräumt und festgestellt hatten, dass O² UMTS nur dann ausliefert, wenn der Stick an einer bestimmten Stelle in der WohnEssKüche waagerecht auf einer Stuhllehne liegt und die Wirtin mir das Passwort für ihr mit 95% einstrahlendes WLAN aus Sicherheitsgründen nicht geben möchte, sind wir auf einen kleinen Spaziergang ins Dorf aufgebrochen. Bei Google-Maps sahen die Wege schon nicht weit aus und ich war mit Alex vor 12 Jahren schon mal hier. Tatsächlich ist man von unserer Wohnung in nicht ganz einer Viertelstunde mitten im Ort.

Mir kam vieles bekannt vor, manche Sachen wusste ich sogar noch. Die Kirche, der Minigolfplatz, Kurpark, das war mir alles noch bewusst. Ist ein netter, kleiner Ort. Zum Erholen eben. An diesem Samstagnachmittag wollten wir nämlich noch was einkaufen – man hat ja auch Hunger – aber da ist in Grainau nichts zu machen.

Aber hier ist alles nahebei. Richtung Garmisch gibt’s einen Aldi, Edeka, ATU, Porsche, Audi … was man so braucht. Und da haben wir dann den Kofferraum des angeschlagenen Volvo vollgepackt mit Alkoholika Lebensmitteln und haben es uns danach in der Wohnung gemütlich gemacht. Buchstabensuppe mit Brötchen schmeckte allen lecker. Danach noch schnell zugeschaut wie unsere deutsche Elf durch das Qualifikationsspiel zur WM gegen Russland gestolpert ist und dann das Bett fertig gemacht.

Ich wollte noch die Stockcar-Crash-Challenge vom Raab gucken, habe aber das Ende nicht mehr erlebt. Bin dabei eingeschlafen und als ich irgendwann mal wach geworden bin, habe ich die Glotze ausgemacht und habe das Gleiche gemacht wie der Rest der Familie!

11.10.2009

Um 7 Uhr war die Nacht vorbei! Tim stand bei uns im Schlafzimmer und wollte sich anziehen. Er sei nicht mehr müde und wolle nun spielen! Was zum … !? Naja, Alex ist mit ihm auf das Sofa gewechselt und ich habe mich noch eine zwei Stunden umgedreht. Danach lockte mich der Kaffeeduft aus dem Bett und wir haben schick gefrühstückt.

Und auch wenn es draußen noch nicht so aussah, versprach Wetter-Online einen sonnigen Tag. Haben also die Wanderschuhe angezogen und uns auf den Weg nach Hammersbach gemacht. Den Ort haben wir dann nach 5 Minuten erreicht, weil wir ja quasi schon drin wohnen ;-) Dort biegt man dann rechts ab in den Wald und begiebt sich zur Höllentalklamm. Die hatte diese Woche noch geöffnet und das wollten wir dem kleinen Jungen zeigen.

Von Hammersbach bis zur Höllentaleingangshütte geht man knapp eine gute Stunde und das war auch ziemlich genau die Zeit, die wir benötigt haben. Tim ist wacker mitgelaufen – wir sind ja sonst nicht so die Wanderer, zumindest nicht, seit der Nachwuchs da ist. Hat aber gut geklappt auch wenn ich zwischenzeitlich Bedenken hatte. Die letzen 200 Meter haben mir ziemlich zugesetzt. Bis zum Eingang der Klamm geht man dort einen mittelschmalen Weg direkt am Berg entlang und auf der anderen Seite geht es senkrecht runter.

Bis zur Hütte bin ich nur im T-Shirt marschiert, weil es tatsächlich recht warm und der Rucksack mit Keksen und Apfelschorle gefüllt war. In der Klamm selbst ist es aber durchaus feucht und die uns entgegen kamen sahen aus wie frisch geduscht. Also haben auch wir unsere – natürlich – mitgebrachten Regenjacken angezogen. Und los! Die Klamm ist wirklich beeindruckend. Viele Meter tief hat sich der Hammersbach in den fels gefressen und spektakuläre Wasserfälle entstehen lassen. Der Wanderer folgt dem Fluß durch Tunnel, in den Fels geschlagenen oder an den Fels gebauten Wegen.

Da musste ich mich zuerst ein bisschen dran gewöhnen – hab’s ja nicht mit Höhen und Brücken und so – aber nach kurzer Zeit macht das richtig Spaß. Von oben und unten spritzt das Wasser und ohne Regenjacke wäre es bei der Witterung tatsächlich ungemütlich geworden. Tim hat zwischendurch mal gemurrt, wenn der Weg allzu steil und schmal wurde, ist aber ansonsten überraschend flott mitgelaufen. Und fand es nachher auch “klasse”!

Zurück sind wir den gleichen Weg gegangen, kamen allerdings bergrunter deutlich schneller voran. Insgesamt sind wir 4 1/2 Stunden gewandert und waren danach auch alle ein bisschen kaputt. Den Nachmittag haben wir dann im Zimmer verbracht und ein wenig gefaulenzt, bis wir gegen 18 Uhr aufbrachen, um ein Restaurant zu suchen.

Ein Pärchen empfahl uns unterwegs die Gaststätte “Zur Molle”, welches wir auch problemlos gefunden haben und dort in dem winzigen kleinen Gastraum die letzten 3 freien Plätze ergattert haben! Allerdings standen die aufgetischten Portionen in keinem Verhältnis zur Größe der Wirtschaft :-)

Zu Hause ist Tim dann ins Bett gegangen – war ja schon spät! – und wir haben den Abend bei “Ocean’s 13” ausklingen lassen.

12.10.2009

Morgens um 8 wollte ich gerade – fix und fertig geduscht und angezogen – runter gehen und nachschauen, wo wohl die Brötchen geliefert werden, als sie mir von der Wirtin in die Hand gedrückt wurden. Diese Semmeln wie man sie aus Süddeutschland kennt halt – nur nicht warm, sondern kalt. Waren wohl schon etwas länger unterwegs. Dazu hatte ich Kaffee gekocht und wir hatten einen reichlich gefüllten Kühlschrank.

Danach habe ich gegoogelt und versucht einen Volvo-Händler vor Ort zu finden, der mir den waidwunden V40 wieder in Schuss bringt. Gibt’s in Grainau und Garmisch aber nicht, der nächste Händler ist 50 Kilometer entfernt. Also erstmal bei ATU nachfragen, auch wenn ich denen nicht so weit traue, wie ich meinen Volvo werfen kann. Glücklicherweise hatten die weder das Ersatzteil, noch konnten sie es bestellen und ich war gezwungen den freundlichen Händler anzurufen. Der hatte die Manschette vor Ort und ich durfte am nächsten Tag im Laufe des Vormittags zum Einbau kommen – natürlich kann ich drauf warten, Dauert nur eine halbe Stunde! :-)

Derart gut informiert war auch meine Laune besser und wir sind weiter nach Garmisch gefahren, um ein bisschen zu flanieren. Aus dem Spazieren wurde dann ein Einkaufsbummel … und sooo häufig kaufen wir uns nicht neue Jacken. Da durften es dann auch mal für jeden zwei sein. Bei Maier-Sports, C&A, Wind … aber alles günstiger als bei “Jack Wolfskin”. Die Tatzenkleidung scheint so etwas wie eine Pflichtuniform zu sein. So gut wie jeder hat ‘ne Jacke mit der Pfote auf dem Rücken. Oder wenigstens eine Mütze mit dem Schriftzug. Ich mache da nicht mit. Dabei stört mich noch nicht einmal so sehr der Preis, meine Vaude-Sachen sind auch nicht billig, aber ich mag es lieber nicht so aufdringlich.

Tim hat bei Wind sogar noch einen Volleyball geschenkt bekommen, weil er ein kleines Bonbon nicht wollte und den Ball so verliebt angeguckt hat. So war jeder mehr als zufrieden. Auf dem Rückweg haben wir noch ein bisschen Salat und Federweißer für das Abendessen besorgt und dann in die Butze. Und außer Rumgammeln war dann auch nichts mehr.

13.10.2009

Um halb 8 Uhr war ich schon wieder auf den Beinen, weil ich schnell Frühstück machen wollte, um den netten Volvo-Händler nicht warten zu lassen. Als ich geduscht und angezogen aus der Zimmertür guckte, hingen dort auch schon wieder die Brötchen – prima. Leider waren die Eier, die ich gestern gekauft hatte, um lecker gekochte Frühstückseier herzustellen, nicht prima. Ich hatte nämlich nicht in den Eierkarton geguckt und darum auch nicht festgestellt, dass die Hälfte des Inhalts zerbrochen war und mit dem Karton eine Symbiose eingegangen war. Gab’s eben Spiegelei – mag ich eh lieber!

Danach haben wir uns in den Volvo gesetzt, das Navi programmiert und sind los gefahren. Für die nicht ganz 50 Kilometer sollte ca. 1 Stunde reichen. Hat auch sehr gut geklappt. Um 10.48 Uhr fuhren wir bei Auto-Gerg auf den Hof. Bei allerbestem Graupelwetter. Der Mechaniker hat uns super freundlich begrüßt und avisiert, dass nur ein Kunde mit Reifenwechsel vor uns dran sei. Wir haben uns dann in den Verkaufsraum begeben und wurden mit Kaffee, Keksen, Traubenschorle und massenhaft Legosteinen versorgt. Das ist mal ein Service!

Ausgestellt waren neben einem V70 und einem gebrauchten C70 auch noch eine Amazon Karosserie auf einem Montageständer, bei der man prima in die Innereien gucken konnte. Die ganze Verkaufshalle war pickobello sauber und auch die Werkstatt hat gut gearbeitet: nach ein wenig mehr als 30 Minuten war die Manschette bereits gewechselt. Als wir die moderate Rechnung mit der Karte zahlen wollten, funktionierte das Terminal nicht und meldete immer nur “no carrier”. Und statt nun zu sagen “Dann besorgt mal Bares!” wurde uns einfach angeboten, dass per Überweisung zu regeln. Die kannten uns nicht, wir waren noch nie da und die lassen uns einfach so fahren. Ganz ehrlich, ich habe mich noch nie in irgendeinem Autohaus so wohl gefühlt :-) Das war vom ersten Telefonat an perfekter Service. Ein ganz dickes Lob für das Auto-Gerg in Jachenau.

Der Weg zu dem Autohaus führt entlang des Walchensees. Nur eine ganz schmale Straße führt ca. 6 Kilometer am Ufer des Gewässers entlang und auf der Hinfahrt haben wir beschlossen, dass wir da unbedingt anhalten müssen – sofern es nicht Katzen hagelt. Und genau als wir an einer der vielen Parkbuchten vorbei fuhren, rissen die Wolken kurz auf tröpfelte es nur noch ganz leicht. Schnell raus und an den Kiesstrand gelaufen. Das war schon bei diesem Mistwetter schön, ich kann mir vorstellen, dass es dort im Sommer proppenvoll ist. Ich mag Berge und Seen und Seen an Bergen doppelt so gern. Tim ist sofort angefangen, Treibholz zu sammeln und irgendwas zu bauen und Alex und ich haben nur auf’s Wasser geguckt … bis es nach 10 Minuten schon wieder ordentlich zu galler anfing.

Und das wurde nicht besser. Vorsorglich hatten wir die Badeklamotten dabei – nicht weil wir in den See springen wollten, auch wenn der sehr einladend dampfte, sondern weil wir in Garmisch ins Alpsitz-Wellenbad wollten. Haben wir dann auch gemacht. 11,50 Euro für 3 Stunden sind günstiger als die Bali-Therme, allerdings muss ich zugeben, dass in Oeynhausen bis auf die Wellen auch mehr geboten wird. Andererseits sind solche großen Wellen natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Spaßfaktor. Nicht auszudenken, wenn sowas in Bad Oeynhausen angeboten würde! Tim hat jedenfalls vor Vergnügen geschrieen und konnte sich auch ganz ohne Hilfe in dem Wellengang über Wasser halten. Wenn er will kann er sogar richtig schwimmen und nicht nur tauchen wie ein Frosch ;-)

Die einzigen Sonnenstrahlen haben wir übrigens gesehen, während wir in dem Hallenbad waren. Genau in den 3 Stunden war draußen halbwegs erträgliches Wetter. Glück muß man haben. Um 17 Uhr waren wir wieder auf der Bude und es gab Tims Lieblingsessen: Nudeln mit Tomatensoße. Als Nachtisch hatten wir Joghurt aus dem Eimer. Den hat der Aldi bei uns im Norden gar nicht. Ich werde erst mal einen Brief schreiben, in dem ich die Aufnahme diese Einliter-Pötte Vanillejoghurt in das Nord-Sortiment verlange. Wie kann man halb Deutschland so eine Delikatesse vorenthalten?!

Den Abend haben wir wieder gemütlich im Wohn-/Esszimmer ausklingen lassen. Ich am Laptop (abends ist HSDPA recht stabil) und Alex liest auf dem Sofa :-)

14.09.2009

Als wir heute morgen aufgestanden sind guckten wir aus dem Fenster und … waren ziemlich erstaunt! Vor drei Tagen lief ich beim Aufstieg zur Höllentalklamm noch im T-Shirt durch die Gegend und nun lag draußen eine geschlossene Schneedecke. Jöei! Der Wetterbericht hatte sowas ja behauptet, aber gleich soviel? Mindestens ein Mitglied der Familie war jedenfalls komplett aus dem Häuschen und konnte gar nicht schnell genug frühstücken und nach draußen kommen: Tim!

Sind dann auch fix los gelaufen und tatsächlich ist der kleine Junge ohne Murren mit gewandert. Allerdings haben wir auch nur die untere Hälfte des “Sagenwaldpfad” in Grainau unter die Wanderschuhe genommen. Was super! Herrlich klare Luft, frisch, gute Sicht. Eigentlich wollten wir ja Spätsommer-/Frühherbsturlaub machen – nun ist es Winter, auch gut.

Und weil das Wetter wirklich so ausgezeichnet war, haben wir gleich das nächste Ziel anvisiert: den Eibsee. Vielleicht einmal drumrum laufen. Allerdings hat uns auf dem Weg dorthin ein Anblick abgelenkt.

Stand sowieso auf meinem Plan, wir hatten uns aber schon fast damit abgefunden, dass uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen würde. Aber so klar da oben? Na, da sind wir doch vom Parkplatz am Eibsee schnell zum Zahnradbahnbahnhof geschlendert, um mal auf den Fahrplan zu gucken. In 15 Minuten geht’s los! Ganz kurz überlegt und dann hurtig Tickets gekauft. Mit der Gondel kommt für mich aus allgemein bekannten Gründen ja nicht in Frage ;-) Nach einer Stunde standen wir vor dem “Sonn Alpin” auf dem Zugspitzplatt!

Man hält mit der Bahn ja quasi im Tunnelende an und bewegt sich dann nach dem Aussteigen aus den Abteilen nur im Haus. Gedämpftes Lich. Als wir dann zum Ausgang hoch gestiefelt waren und durch die Tür nach draußen traten, war das als wenn wir direkt in einen Discoblitzer geguckt hätten. Zack, blind! Mein Augen tränten sofort und ich konnte 10 Minuten nur knispern … war trotzdem toll!

Und ganz mutig habe ich dann doch noch zugestimmt, bis ganz nach oben zu fahren. Um zwei Ecken gebogen standen wir auch schon vor der Gondel zur Gipfelbahn. Aber wie ich da so an den Stahlseilen nach oben schaue und diese in den inzwischen aufgezogenen Wolken nicht mehr erkennen kann, wird mir klar, dass ich da nicht einsteigen kann. Schnell die Tickets aus der Tasche gezogen, der Frau durch die Kabinentür in die Hand gedrückt und zwei Schritte zurück getreten. Musste der Rest der Familie ohne den Papa auf den Gipfel fahren.

Tim war begeistert, dass er auf dem höchsten Berg Deutschlands war. Da haben wir ihn allerdings auch schon Wochen vorher mit geködert, im ihn von seinem eigentlich Urlaubswunsch “Kühlungsborn” abzubringen. Hat geklappt! Und ich habe mich derweil im “Sonn Alpin” rumgetrieben und auf die beiden Gipfelstürmer gewartet. Kann ich mit leben. Nachdem wir uns noch zu horrenden Preise dort oben gestärkt haben, sind wir dann wieder mit der Zahnradbahn nach unten gefahren.

Und wo wir schon mal da waren, sind wir dann noch runter an den wunderbar klaren See gegangen und ein paar hundert Meter am Ufer entlang spaziert.

15.09.2009

Nachdem die frischen Frühstücksbrötchen vertilgt waren, haben wir noch ein bisschen rumgedrömmelt und uns dann in Schale geschmissen. Denn wir hatten ein königliches Ziel ausgesucht, da will man ja nicht wie der letzte Schlunz auflaufen. Unser Weg führte uns einige Kilometer durch’s Ausland, um uns schließlich nach Füssen zu bringen. Und was gibt es dort zu sehen?

Klar, das Märchenschloß des Märchenkönigs Ludwig II von Bayern. Waren Alex und ich zwar schon vor 12 Jahren, aber ein kleine Auffrischung schadet ja nicht. Und schließlich muß man dem Nachwuchs ja auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Heimat bekannt machen. Wenn da schon Horden von Japanern und Amerikanern rumrennen, ist es doch wohl das Mindeste, das auch als Deutscher mal gesehen zu haben ;-)

Man musste sich schon ganz unten am Parkplatz überlegen ob man eine Führung durch’s Schloß haben möchte, denn nur dort unten wurden die Tickets verkauft. Wir haben das auch (ein bisschen schadenfroh) jedem erzählt, der uns oben am Schloß darauf ansprach, woher wir unsere Eintrittskarten hätten *g* Aber ehrlich, man konnte fast nicht an der Ticketbude vorbei gehen …

Der Herr Ludwig hat sich da wirklich eine ziemlich nette Hütte auf den Hügel setzen lassen. Auch wenn sie nicht ganz fertig geworden ist – sowohl innen als auch außen – und er über die Fertigstellung auf merkwürdige Weise aus dem Leben geschieden ist. Schon eine tragische Geschichte, auch wenn ich diese Verschwendungssucht ganz und gar nicht gut heißen kann. Vielleicht hatte er wirklich einen an der Klatsche … man weiß es nicht. Das Plätzchen ist jedenfalls genial ausgesucht!

Den Tag haben wir dann mit einem leckeren Essen in einem kleinen Restaurant in Grainau abgeschlossen.

16.09.2009

Alle Sehenswürdigkeiten, die ich mir dem Urlaub so gedacht hatte, haben wir uns tatsächlich angesehen: Höllentalklamm, Eibsee, Schloß Neuschwanstein, Zugspitze, Einkaufsbummel in Garmisch. Am letzten Urlaubstag haben wir uns mit Freunden, die zufällig ein paar Kilometer weiter eine Ferienwohnung gemietet haben, getroffen und haben einen kleinen Spaziergang gemacht.

Wir sind bei schönstem Winterwetter einmal den ganze Sagenwaldpfad in Grainau entlang spaziert. Das hat den Kleinsten sichtlich Spaß gemacht und sie haben alle Klettermöglichkeiten ausgiebig ausprobiert. Und dass es inzwischchen ziemlich taute und von den Ästen reichlich Schnee(matsch) herunter tropfte, hat nur am Anfang für kalte Nacken gesorgt. Danach hatten alle die Kapuzen auf!

Den kurzen unteren Teil sind wir mit Tim ja schon mal gelaufen, das ist ja nicht mal eine halbe Stunde. Für die ganze Runde sind wir dann wie auf den Schildern angegeben knapp 2 Stunden unterwegs gewesen. Und der obere Teil ist auch deutlich interessanter, so mit schmalen Wegen zwischen hohen Büschen und mitten im Wald. Und zum Schluß, dort wo der Weg zur Höllentalklamm beginnt, bekommt man noch mal einen wirklich ausgezeichneten Ausblick. Ich mag sowas!

Nach der herzlichen Verabschiedung ist Alex ins Haus gegangen und hat sich ein wenig hingelegt und für den Nachmittag ausgeruht, während Tim und ich noch an einem kleinen Bach gespielt haben. Also Tim hat gespielt, ich habe nur zugeguckt ;-)

Danach gab’s einen kleinen Imbiss aus Kartoffelsalat mit heißen Würstchen und einen letzten kleinen Ausflug nach Garmisch. Und dann haben wir mit der Wirtin des Hauses auch schon die Abrechnung gemacht und sind angefangen zu packen. Morgen müssen wir uns schon wieder auf den Heimweg machen :-(

17.09.2009

Abreise! Leider ist der Urlaub schon vorbei. Die Sachen haben zum größten Teil gestern abend schon gepackt und heute morgen wurde nur noch der Volvo voll geladen. Nach dem Frühstück natürlich. Aber eigentlich sind wir alle immer froh, wenn es Richtung Heimat geht. Auch wenn es in den fremden Betten sehr bequem war.

Um 20 vor 10 waren wir auf der Piste. Und die hatte es in sich. Im Oktober und dem Wetterbericht nach habe ich natürlich noch keine Winterreifen aufgezogen – wie ungefähr 2/3 der anderen Leute, die mit uns unterwegs waren. Dementsprechend niedrig war das Tempo in Richtung Reutte-Pass. Aber eigentlich waren die Straßen weitgehend schneefrei. Und spätestens ab München herrschte Regen vor. Regen, Niederschlag, Wasser von oben und ein bisschen Regen. Die ganze Fahrt über. Das war ziemlich anstrengend.

Das hielt trotzdem einige Spezialisten nicht davon ab, ihr Testosteron mit ihren PS zu verbünden und das Auto als Waffe zu benutzen. Aber is’ ja nix passiert … zum Glück. Ich bin jedenfalls schön sinnig gefahren und nach insgesamt 8 Stunden rollten wir wieder in Bad Oeynhausen auf den Hof. Vorbei! :-)

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