Whisky-Tasting im Weinkontor Biethahn
In den letzten Jahrzehnten waren wir oder auch ich allein schon mal zu einem Whisky-Tasting. Sollte ich alle hier auf der Seite verbloggt haben, dann waren das bisher drei Mal mit der VHS-Löhne in der Werretalhalle und drei Mal im Westfälischen Weinkontor Biethahn an der Königstraße in Bad Oeynhausen. Am Freitagabend waren wir dann zum vierten Mal bei Maik. Zwischen den Terminen lag eine lange Zeit und auch wenn ich einige Flaschen Single Malt (und Blend) im Schrank habe, trinke ich davon recht wenig. Ich mag einfach immer seltener Alkohol und habe oft auch schon nach nur einem Dram beim Fernsehen am nächsten Tag Kopfschmerzen. Ich werde alt.

Leider haben nicht alle Gäste Rücksicht auf die Bitte genommen, während der Erläuterungen die Tischgespräche sein zu lassen, weil die erkältungsbedingt angeschlagene Stimme keine großen Lautstärken zu ließ. Hinter uns war beständig Gelächter und Geplapper, so dass Frau Alba ein paar Mal einfach aufhörte zu reden, da es nicht mehr zu übertönen war. Völlig verständlich und nachvollziehbar. Ich verstehe Menschen nicht, die solch einfache Bitten nicht berücksichtigen können und sich dann einfach „daneben benehmen“.
Sechs Whiskys – davon zwei aus Irland – standen auf der Verkostungsliste und waren dort nach dem Preis sortiert. Die ersten beiden, ein Hyde No. 8 – Stout Cask Finish und der Sailor’s Home Horizon 10YO Rum Cask waren die günstigsten, gefielen mir aber ziemlich gut. Und kamen beide aus Irland. Besonders der Sailor’s Home hat mich mit seiner Süße angesprochen. Danach kam ein Clydeside 8YO – Small Batch Oloroso und wir erfuhren, dass die Destillery von der Familie Morisson betrieben wird, die damals Bowmore abfüllten haben und auch eine Zeitlang Auchentoshan besaßen. Nun, auch deren Single Malt war recht lecker – trotz der über 55% Alkoholgehalt.
Danach gab’s eine halbe Stunde Pause, in welcher wir sehr leckere Suppe zur Stärkung serviert bekamen und uns untereinander austauschen konnten.
Nach dieser Pause folgte ein Wolfburn 8 YO – Cognac Cask Release der OK war, aber mich nicht vom Hocker haute. War mir ein bisschen zu scharf an den Seiten der Zunge. Zuviel Alkoholgeschmack, obwohl deutlich weniger Gehalt, als der Clydeside davor.
Die beiden letzten, sehr torfigen KinGlassie 8YO Double Matured und Bladnoch Alinta Reserve – PX Sherry waren möglicherweise auch wegen „viel trinken“ schon drüber. Eigentlich mag ich Islay-Whiskys mit dem prägnanten Phenolgeschmack und dem Torf. Hier war aber nur Torf. Der KinGlassie roch schon im Glass nach gegrilltem Speck und schmeckte nach gelutschter Holzkohle. Die Geschichte über die Destillery und die Herstellung waren super interessant und auch der Bladnoch wurde unterhaltsam präsentiert, aber ich war nicht mehr aufnahmebereit was den Alkohol anging. Weit, weit entfernt von „besoffen“, aber ich hatte keine Lust mehr zu trinken. Das war wahrscheinlich einer fairen Bewertung des Getränks abträglich und möglicherweise tue ich den beiden letzten Whisky unrecht.
Mein Favorit des Abends war jedenfalls der Sailor’s Home gefolgt vom Clydeside. Dann der Hyde No. 8, der Wolfburn, der Bladnoch und zuletzt der KinGlassie.
Ein schöner, unterhaltsamer Abend! Vielen Dank an Maik Biethahn und Corinna Schwarz für die Lokation und die Präsentation. Nach Hause haben Alex und ich unsere Fahrräder entlang der Straßen geschoben und sind dann auf den Radweg entlang der Werre ausgewichen ;-) Glücklicherweise hatte ich am nächsten Morgen keine Kopfschmerzen und war recht wach. Sonst wäre die Kreismitgliederversammlung ab 11 Uhr sicher eine Tortur geworden!
