Der unbekannte Verkehrsteilnehmer

“Häh, was ‘n das?” scheinen sich die geneigten Autofahrer gedacht zu haben, als ich vorhin eine kleine Abendrunde gedreht habe. Dabei war ich nur mit dem Rad unterwegs. Das scheint aber bei 0°C im Januar und bei Dunkelheit nicht in die Köpfe der motorisierten Helden in Ihren Autos Platz zu haben.

Natürlich bin ich vorschriftsmäßig beleuchtet unterwegs und ich beachte Ampelanlagen usw. … trotzdem bin ich wieder übelst geschnitten, angehupt und wild angestikuliert worden. Die Straße ist defintiv für alle da – nur für die Autos offensichtlich ein bißchen mehr :-/

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

8 Kommentare zu „Der unbekannte Verkehrsteilnehmer

  1. Kommt darauf an,wenn es Radwege gibt Ärgere ich mich auch, denn viele “Sportradler” juckeln trotz Radweges mitten auf der Strasse..

  2. Es macht ja auch Sinn, den Radweg nicht zu benutzen. Auf Radwegen bin ich bereits zweimal von Autofahrern umgemäht worden. Auf der Straße noch nie. Und nenne mir mal *eine* Situation, bei der Du länger als 30 Sekunden von einem Radler aufgehalten wurdest?!

    Die wirst Du nicht finden. Ein Radweg ist *nicht* dazu gedacht, den Auotfahrern freie Bahn zu verschaffen, sondern den Radfahrer zu schützen. Und genau solche schützenden Radwege existieren bauartbedingt nun mal nicht. Darum gehören Fahrräder auch auf die Fahrbahn.

  3. Die Problematik ist ja die, das es nunmal offiziell Radwege gibt die es zu nutzen gilt.
    So nun juckelt man fein auf der Strasse und ärgert sich über hupende und wütende Autofahrer? Kein Wunder, denn wenn es markierte Radwege gibt, gehört ein Rad dahin. Wenn dann solche Aussagen kommen, das die PKW Fahrer einen ummähen verstehe ich die Wut, aber nicht wenn man auf der Strasse fährt, da ist das Risiko in meinen Augen höher.
    Vielleicht verstehe ich es ja falsch, aber du maßt dir ja an, zu bestimmen welche Radwege bauartbedingt i.O. für dich sind…
    Also für mich gehören Fahrräder auf den Radweg, sofern vorhanden. Wenn es diese nicht gibt, ok, dann gilt es von allen Seiten Rücksicht zu nehmen.
    Ich komme im übrigen aus Münster, der wohl größten Fahrradstadt ;-)

  4. Es gibt nunmal in Deutschland seit 1997 glücklicherweise *keine generelle Radwegbenutzungspflicht* mehr. Lediglich wo diese blauen Schilder angebracht sind *muß* ein Radweg benutzt werden. Und dort mache ich das (notgedrungen) auch. Und Radwege dürfen überhaupt nur noch benutzungspflichtig ausgeschildert werden, wenn dadurch die Sicherheit der radler massiv erhöht wird. Eine Vorgabe, die leider bauartbedingt (ich schreibe unten warum) gar nicht möglich ist.

    Alles andere sind “andere Radwege” – wenn überhaupt. Und die muß man nicht benutzen. Und wenn man als Radfahrer auf seine Gesundheit achtet, sollte man das tunlichst auch nicht.

    Und bei aller Liebe zu Deinen Augen: auf der Straße ist das Risiko einen Unfall mit dem Fahrrad zu erleiden *deutlich* geringer als auf einem Radweg. Auf einem Radweg kämpfst Du mit sich öffnenden Türen von parkenden Autos, mit Fußgängern, mit falsch entgegenkommenden Sonntagsradlern, mit Hofeinfahrten, mit Straßenquerungen, mit rechtsabbiegenden Autos und und und.

    Alles Dinge, die Dir auf einer Straße einfach nicht passieren. Daher ist es dort viel sicherer zu fahren. Und man hält – wie schon geschrieben – ein Auto gar nicht auf. Die können jederzeit problemlos überholen. Und wenn sie es wirklich mal nicht können, dann liegt es doch daran, dass gerade soviel Verkehr ist, dass man sowieso nicht schneller fahren kann.

    Und natürlich weiß ich, welche Radwege bauartbedingt für mich i.O. sind! Du weißt doch auch, auf welcher Straße Du gut und sicher Auto fahren kannst und wo nicht, oder? Warum sollte das bei mir anders sein? Hälst Du mich für einen Volltrottel, dass eine sichere Straße nicht erkenne?

  5. Eben gerade wieder so ‘ne Vollplinse erlebt. 30-Zone, rechts eine Reihe parkende Autos, restliche Straße ca. 3 Meter breit. Ich fahre *über* 30 Km/h mit etwas Abstand zu den parkenden Autos – normal, will ja nicht in eine Tür reinknallen.

    Dieser Vollidiot von SUV-Fahrer überholt mich mit *deutlich* höherer Geschwindigkeit als ich sie fahre und mit weniger als 40cm Abstand. Hätte ich keinen Schlenker gemacht, hätten wir uns berührt, weil er zudem nicht in der Lage war, die Spur zu halten.

    Danach macht er mich auch noch an, ob er mir Fahrrad fahren beibringen soll und was ich mitten auf der Straße mache.

    Ist das auch die Situation, von der Du sprichst, wenn Du von “mitten auf der Straße juckeln” erzählst?

  6. Ok, also zur Erklärung, ich glaube wir reden aneinander vorbei!

    War/ ist ein Radweg an der Stelle vorhanden, gekennzeichnet durch das blaue Schild, oder durch Zeichen auf der Strasse/ Bürgersteig (anders farbiger Teil). Abgegrenzt da auf Bürgersteig oder mit dicker weißer Farbe? Du weiß was ich meine!

  7. *g* Nur die Schilder zählen! Irgendwelche Bildchen oder Striche auf der Straße sind keine benutzungspflichtigen Radwege. Ich weiß was Du *meinst*, aber das ist eben der Irrglaube der Autofahrer. “Radfahrer frei” heißt nicht, dass man diesen Weg benutzen *muß*. Und das ist sehr gut so!

    Zu dem gestrigen Vorfall: Es war in einer 30-Zone. Dort darf es laut Straßenverkehrsordnung gar keine Radwege geben! Natürlich war dort dann auch keiner.

  8. Ok, das mit der 30er Zone wusste ich ned. Dann darfst du dich aufregen! Ich hab nun mal geguckt und laut §2 StVo Absatz 4, besteht eine Nutzungspflicht von Radwegen: “… wenn die jeweilige Fahrtrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet ist. Andere rechte Radwege dürfen sie benutzen…”
    Das is ja mal mehr als wild. lol, langsam raff ich gar nix mehr und werde wohl meine Meinung zu vielen Radlern revidieren müssen, Mist…
    Sind die blauen Radelzeichen dann Gebotsschilder, richtig???
    Oh man, da lag ich anscheinend langezeit falsch. Ich dachte Radler müssen wenn vorhanden auf den Radweg juckeln…

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