Schweiz 2009.04

25.04.2009

Mitnehmen oder nicht, das war die Frage. Und sie drehte sich um mein Mountainbike, welches ich zerlegen musste, damit es in den Kofferraum vom Volvo passte. Wohin soll es denn mit? Na, in die Schweiz. Zuletzt waren wir vor 3 Jahren bei Alex Schwester und deren Mann in Faulensee am Thuner See gewesen – Zeit genug, um mal wieder nach dem Rechten zu sehen. Und da die Gegend ganz schön ist und ich auch mal Spaß am bergauf fahren habe, musste das Fahrrad – trotz mäßigem Wetterbericht – mit.

Passte mit demontierten Rädern und Sattel auch gut neben das restliche Gepäck, welches nicht einmal bis zum Dach gestapelt wurde und daher noch Platz für den Blick durch den Rückspoegel bot. Am Freitagnachmittag musste ich zwar noch lange im Büro bleiben – so bis gegen 20 Uhr – und danach noch packen, aber trotzdem waren wir um halb 5 am Samstagmorgen schon auf den Beinen und bereit für die Fahrt. Nach etwas frisch machen und letzte Klamotten einladen, ging’s auf die Bahn. Erfreulich unspannend fuhren wir zunächst bis zu Alex’ Patenkind, in die Unistadt Karlsruhe.

Wir wollten nur mal “Guten Morgen” sagen und uns die WG-Räumlichkeiten anschauen. Wohnt da wirklich ganz schick, der Blick ist schön nur die vielen Stufen bis in den 4. Stock wären mir persönlich zu viel. Nach 20 Minuten haben wir uns wieder verabschiedet und machten uns weiter auf Richtung Eidgenossen. Auch während der zweiten Hälfte der Fahrt gab es nichts besonderes zu berichten. Auto lief, Stau gab’s nur einen ganz kleinen und an der Grenze wurden wir einfach durchgewunken, so dass wir keinerlei Probleme mit dem zuviel eingeführten Fleisch in Form der allerleckersten “Stahls Bratwurst” hatten.

Insgesamt 9 Stunden nachdem wir in Bad Oeynhausen auf die Piste gegangen sind, rollten wir in Faulensee auf den Hof und freuten uns über Sonnenschein, kurze-Hosen-Wetter und den Blick auf das Panorama.

Danach Begrüßung, Wagen entladen, Zimmer in Beschlag nehmen, was trinken und erstmal hinsetzen und Kuchen essen und Kaffee trinken. Danach haben wir uns bei sehr angenehmen 25°C die Beine vertreten und sind den kurzen Weg bis runter an den See spaziert, der mit kristallklarem Wasser zum Eintauchen einlud. Sicherheitshalber wurde das aber zunächst nur mit den Füßen getestet. Besser ist das. Vor nicht mal einem Monat lag noch Schnee und die Temperaturen 10 Zentimeter unter der Seeoberfläche sind sooooo klein.

Es ist sehr schön hier und ich bin ein bißchen neidisch, dass Leute hier wohnen, wo andere Urlaub machen ;-)

Nachdem wir ein bißchen am See spazieren gegangen sind, den Grillen gelauscht und einfach nur den Ausblick genossen haben, pilgerten wir ganz langsam zurück zum Haus. Inzwischen war die Zeit nämlich so weit fortgeschritten, dass die Mägen knurrten! Da der Wetterbericht eher pessimistisch ausfiel, haben wir das für den Sonn- oder Montag geplante Grillen vorgezogen. Würstchen und Fleisch auf die Roste werfen macht einfach mehr Spaß, wenn es trocken ist.

Während wir die Leckereien verspeisten wurde noch viel erzählt und gelacht, aber nicht nur mir klappten recht früh die Lieder herunter. Freitag so lange gearbeitet und danach gepackt, Samstag um kurz nach 4 aufgestanden und dann die Fahrt hier runter … ich war echt fertig. Ziemlich zeitig und Wochenenduntypisch haben sich dann alle in die Schlafgemächer zurück gezogen. Sind ja noch ein paar Tage hier …

26.04.2009

Ausschlafen! Das war die Losung, die am gestrigen Abend ausgegeben wurde. Und das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Während Tim wie immer schon um 7 Uhr wach war und sich (glücklicherweise ganz gut) selbst beschäftigte, blieb ich bis kurz vor dem Frühstück im Gästebett. Und gefrühstückt wurde erst gegen 11 Uhr :-)

Danach haben wir das trotz gemeldetem Regen sehr milde Wetter genutzt, um einen kleinen Ausflug auf die gegenüberliegende Seite des Sees zu machen. Beatenberg liegt 1.200 Meter hoch ein paar hundert Meter unterhalb des Niederhorns. In der kleinen Gemeinde wollten wir ein bisschen am Berg entlang wandern und uns die Berge ansehen. Bei richtig gutem Wetter kann man dort das gesamte Massiv aus Eiger, Jungfrau und Mönch bestaunen. Heute war aber fast alles in Wolken verhüllt. Auf der Fahrt dorthin sahen wir ein paar etwas ältere Fahrzeuge der Schweizer.

Der Weg hoch nach Beatenberg hat meine Nerven strapaziert. Nicht weil viel Verkehr war und auch nicht weil andere Leute drängelten. Der Schweizer fährt ja meist eher besonnen. Aber der Aufstieg war eben ein richtiger Aufstieg. Stellenweise steil, mit Spitzkehren und vor allen Dingen konnte man an einigen Ecken einfach so hunderte von Metern nach unten auf den See gucken. Das ist nichts, wofür ich morgens gerne aufstehen würde! Höhenangst olé! Im Ort selbst stehen aber rechts und links des Weges Häuser, so dass ich nicht den mörderischen Abgrund im Auge hatte (Natürlich lachen die Einwohner und alle anderen da über mich – ich kann’s aber nunmal nicht ab!). Einen Parkplatz (Gebührenpflichtig – was sonst?) haben wir recht schnell gefunden – war ja nichts los!

Und dann auf auf. Leider haben wir nicht sofort die Einstiege in die Wanderwege gefunden – obwohl sie wie immer in solchen Situationen direkt vor unserer Nase lagen – und sind erst ein paar Kilometer asphaltierte Straßen entlang spaziert. Das war Tim allerdings nach knapp einer Viertelstunde bereits zuviel und das Gejammer ging los. Nutzte ihm aber nichts, wir waren 3 zu 1 … musste also weiter gehen.

Auch die schönen Blicke die wir jetzt schon zwischen den Häusern auf die gegenüberliegenden Alpengipfel hatten, waren nicht zur Begeisterung des kleinen Jungen geeignet. Allerdings wollte er auch nicht – wie von uns vorgeschlagen – einfach auf einer Bank sitzen bleiben und auf unsere Rückkehr warten. Das war die Intention des Vorschlags ;-) Immerhin, als Martina begann ihm die Namen der Gipfel zu erklären, war etwas bessere Laune angesagt. Und der “Eiger” ist ja nun auch besonders gefährlich. Klar dass ein Junge dann genau zuhört!

Nach ungefähr einer Stunde verließen wir dann den befestigten Weg und gingen auf dem “Däniken-Pfad” zurück Richtung Parkplatz. Das war viel, viel schöner. Nicht wegen Erich von Däniken, aber sehr wohl wegen dem Wald, der schmalen Waldwege, der einladenden Bänke und dem freien Blick auf die Alpen. Habe ich schon mal gesagt, dass ich sowas mag? Berge mit Schnee oben drauf und unten ein See? Herrlich!

Da wir nur für 2 Stunden den Parkplatz bezahlt hatten, haben wir aber nicht allzuviel Rast gemacht und den kleinen Jungen mussten wir auch bei Laune halten. Haben uns also höchsten 5 Minuten an den Aussichtspunkten aufgehalten und sind immer weiter gelaufen. So viel wie ich jetzt “laufen” und “wandern” geschrieben habe, könnte man denken, wir wären eine richtig große Runde gelaufen – aber wie gesagt, nur kurze 2 Stunden unterwegs gewesen. Und ich konnte meine Wanderschuhe auch nicht mehr so gut am Fuß haben. Am linken, dem wo die Achillessehne mal gerissen ist. Die Narbe schmerzt dann nach einiger Zeit, wenn die Schuhe dort anliegen. Doof.

Klick für Panoramio-Ansicht

Nach dem schönen Ausflug haben wie ab dem späten Nachmittag nur die Beine hoch gelegt und entspannt. Abends gab’s noch leckeres Essen und nach viel Erzählen kam dann wieder früh das Bettchen … Hoffentlich war das nicht unser letzter trockener Tag in der Schweiz!

27.04.2009

Das war er also, der erste Regentag. Und als ich mich morgens im Bett umdrehte, wurde der Wetterbericht auch zur Gänze bestätigt. Bindfäden, ganz gerade runter, kein Windhauch störte das Wasser beim aus den Wolken fallen. Super. Allerdings ist dann das Frühstück umso gemütlicher und der Blick nach draußen trotzdem noch erfreulich. Die Berge sind ja noch da – nur mit einem anderen Outfit.

So haben wir uns nach dem Essen fassen jeder auf seine Art vergnügt. Der Nachwuchs war selig, dass ich einen seiner Lieblingsfilme dabei habe – und dabei ist ihm die Größe der Anzeigefläche völlig egal.

Und ich konnte danach der Datenrettung frönen. Eine externe Festplatte hier im Haushalt hatte den Geist aufgegeben und die darauf befindlichen Dateien sollten möglichst gesichert werden. Ich habe der telefonischen Beschreibung nach gleich gedacht, dass das wohl weniger an der eigentlichen Platte als am mitgelieferten Netzteil liegt. Also ein eigenes externes Gehäuse mitgebracht, Platten umgebaut – et voilá – die 400 Gigabyte konnten kopiert werden. Dauert ja auch nur ein paar Stunden.

Währenddessen erreichte uns die Nachricht, dass es ein paar zig Kilometer weiter östlich trocken sein sollte. Schnell ins Auto und ab nach Bern gehuscht. Soweit man bei den erlaubten Geschwindigkeiten in der Schweiz von “huschen” sprechen kann. Obwohl ich zugeben muß, dass es ganz angenehm ist, wenn alle nur 120 fahren. Da sind wirklich sehr, sehr wenige dabei, die deutlich fixer unterwegs sind. Mit Schritttempo schiebt sich schon mal jemand vorbei, aber im Allgemeinen halten sich in der Schweiz die Fahrer an die Limits. Liegt wohl nicht zuletzt an den nicht gerade günstigen Tarifen.

In Bern haben wir dann Dank guter Einweisung einen kostenfreien Parkplatz bekommen und sind etwas umher spaziert. Das Rathaus, die Altstadt und todesmutig bin ich sogar zu Fuß über die Kirchenfeldbrücke gegangen. Allerdings mit zusammen gekniffenen Pobacken und schwitzigen Handflächen. Die Stahlkonstruktion ist wirklich hoch, richtig hoch! Die erneute Überquerung der Aare haben wir dann über eine niedrigere Brücke bei den Berner Bären versucht.

Gesehen haben wir von den Bären allerdings nur einen und der tat mir leid in seinem kleinen Gehege. Noch dazu direkt an einer belebten Kreuzung. Er sah auch nicht so aus, als würde ihm das gefallen. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das mit einem neuen Gehege – wie es aktuell gebaut wird – besser wird.

Danach habe ich noch die obliatorische Bilderserie zum erstellen eines Panoramas geknippst ;-) Es gab da aber auch ein paar geradezu dafür geschaffene Stellen. Die Stadt ist wirklich schön und wir hätten uns gern noch länger aufgehalten, wenn nicht Tim bereits nörgelig gewesen wäre und der Regen so langsam auch diese Gegend erreicht hätte. Also Heimfahrt. Ich mit Tim im Volvo und Alex mit ihrer Schwester. Für den Volvo haben wir dann noch nach einer Gastankstelle gesucht, die in der Schweiz wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen versteckt sind. Hier fährt niemand mit LPG glaube ich. Schlußendlich wurden wir aber in Gwatt (ich hatte mir die Adresse vorher im Netz gesucht) fündig und konnten 48 Liter nachtanken!

Klick für Panoramio-Ansicht

Im Urlaubsquartier wurden wir dann mit leckeren Röstis bekocht! Danach wurde wieder viel geredet und Musik von der Festplatte gehört … bis die Augen langsam zufielen.

28.04.2009

Tja, das Wetter meint es nicht gut mit uns. Der Blick aus der Schlafzimmertür bescherte uns die gleichen Aussichten wie gestern. Beständig fiel der Regen senkrecht aus den tief hängenden Wolken. Da bleibt nur noch: noch einmal umdrehen! Um 11 Uhr tat mir aber der Rücken weh vom liegen und alle anderen machten aus soviel “Lärm” beim Decken des Frühstückstisches, dass ich sowieso nicht ordentlich weiter dösen konnte ;-) Also aufstehen und lecker Ei zu Marmeladenbrötchen essen.

Als Tagesprogramm haben wir uns heute etwas für Tim ausgedacht. Der ist eine ausgemachte Wasserratte und daher war Schwimmen angesagt. In Thun war ein kleines Hallenbad, Eintritt günstig, aber eben auch “nur” ein ganz herkömmliches Bad. In Bern gibt’s dagegen das Bernaqua, ein Erlebnis- und Spaßbad. Das sollte es werden. Auch wenn 30 Schweizer Franken für 2 1/2 Stunden Rumgeplansche eine ziemliche Ansage sind. Wenn schon denn schon!

Parkplätze waren nach der Fahrt schnell gefunden. Und die dem Bad und anliegenden Einkaufs- und Erlebniszentrum “Westside” Tiefgarage überraschte mich gleich zweimal. Zum einen kostete die Stunde Parken nur 20 Rappen(!), zum anderen gab#s dort keinen Hall! Die Schweizer sind ja eher ruhig und offensichtlich bauen die sogar die Parkplätze dementsprechend. War gedämpft wie in einer Bibliothek.

Das Bad gefiel mir dann allerdings nicht so richtig – optisch jetzt. Sehr modern, mit ausschließlich geraden Linien, nirgends ein rechter Winkel, alles schräg und vor allen Dingen grau. Das soll sicher edel wirken, machte auf mich aber eher einen langweiligen Eindruck. Wohlfühlatmosphäre ist das nicht. Da sind mir die Bali-Therme tausendmal lieber. Mutig wie ich bin, habe ich sogar das “Black Hole” ausprobiert, eine Erlebnis-Power-Rutsche. Zumindest im Prospekt. In Natura war die Treppe für mich das Schrecklichste. Immerhin 17 Meter musste ich freischwebend hoch gehen, bis ich in die Röhre durfte. Und das Rutscherlebnis … naja, ging so. Die Canyon-Bahn fand ich da fast lustiger, weil man da ständig hin und her geworfen wurde.

Die 2 1/2 Stunde waren schnell vorbei, wir haben uns umgezogen, haben die Badesachen im Volvo vrstaut und sind noch ein bisschen im Westside herumspaziert.

Dort war genauso wenig los, wie im Werrepark unter der Woche. Nur laufen im Werrepark keine 2 Dutzend Inder herum und drehen einen Bollywood-Film. So habe ich mal eine richtig große Kamera gesehen. In der Zeit, die wir brauchten um am Filmteam vorbei zu gehen, musste der arme Junge die kleine Inderin sicher 6 mal antanzen … Gut, dass ich kein Schauspieler bin. Vielleicht war aber auch einfach nur nicht gut genug, dass er ständig wiederholen musste ;-)

Da das Frühstück schon so lange zurück lag, kehrten wir im ersten Café ein, das wir fanden. Und – Premiere! – das war ein Starbucks. Dort hatten wir alle noch nie was gekauft und ich war gespannt, wie mir der Kaffee schmeckt. Tim wollte unbedingt ein Stück Schokoladenkuchen, Alex eine Café-Latte und ich nahm wie immer schwarz ohne alles. 15 Schweizer Franken! Und mein Kaffee hatte die Größe eines Espresso. Etwas genervt hat mich das Selbstverständnis der Verkäufer, die offensichtlich davon ausgehen, dass jeder Gast weiß, dass man bei Starbucks dort bezahlt und hier die Getränke abholt. Hätte ja auch was sagen können und mich nicht dämlich an der Kasse stehen lassen.

Der Kaffee schmeckte mir nicht. So kurz, so wahr. Viel zu bitter und wenig aromatisch. Nicht meine Welt. Café-Latte war wohl OK und die Schoko-Torte schmeckte – zumindest uns, Tim nicht. Starbucks muß ich nicht unbedingt haben. Ist kein Verlust, dass bei uns in der Nähe keiner ist.

Gegen 17 Uhr wollten wir zurück sein und das Abendessen vorbereiten. Das zog sich dann mit viel Erzählen wieder den späten Nachmittag hin und um kurz vor 20 Uhr ist Martina zum Sport Pilates gefahren und hat Alex als Gastturnerin mitgenommen. Die Männer haben sich alle zurück gezogen und sich mit Männerdingen beschäftigt. Tim hat geschlafen, Michael gesurft und Musik gehört und ich habe gesurft und Musik gehört und Bilder sortiert :-)

Und danach – so gegen 21 Uhr – habe ich mein mitgebrachtes Buch zur Hand genommen und konnte es bis kurz vor 2 nicht aus der Hand legen. Habe sogar darin gelesen. Dan Simmons scheint mein Autor zu sein. Haben mir die “Die Hyperion-Gesänge” und “Endymion” auf Anhieb sehr gut gefallen, so dauerte es bei “Ilium” ein paar Dutzend Seiten und zwei Anläufe, bis ich drin war. Aber dann ist es echt super spannend geschrieben.

29.04.2009

Heute gibt es nicht so viel zu berichten. Da das Wetter sehr beschissen mäßig ist, haben wir beschlossen einen Gammeltag einzulegen und nichts zu machen.

Nichts heißt in diesem Fall, zu lesen, im Netz zu surfen und lustige Figuren mit Knete zu basteln. an letzterer Aktivität habe ich mich jedoch nicht beteiligt. Basteln ist gar nicht meine Welt – jedenfalls sofern kein Strom daran beteiligt ist. Da fand ich das Spiel, welches zum Vorschein kommt, wenn man den Kicker seines Aufbaus beraubt, interessanter.

Tim konnte sich da auch für begeistern und wir haben ein paar Kugeln eingelocht. Können wir zwar alle nicht vernünftig, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Bisschen klein waren die Löcher für meine Pranken, die Kugeln habe ich da sehr schlecht raus bekommen. Wenn wir mal sowas anschaffen, würde ich da Regenrinnen als Kugelfang drunter schrauben.

Nachdem die Frauen mit dem kleinen Jungen noch schnell einkaufen waren, konnte auch das Abendessen zubereitet werden. Das ist zwar keine Schweizer Spezialität – eher so Ostwestälisch – aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ziemlich lecker. Ich hatte jedenfalls reichlich davon. Pappsatt.

30.04.2009

Endlich! Nach 3 Tagen sollte es aufklaren. Zwar nicht sommerlich, aber immerhin trocken.

Die beiden Frauen und Tim wollten nach Bern in den Zoo fahren und ich hatte mir vorgenommen, das mitgebrachte Fahrrad seiner eigentlichen Bestimmung zukommen zu lassen. Abreise für den Zoo war so gegen halb 12 und ich habe noch etwas gewartet, bis das Thermometer “kurze Hosen”-freundliche Temperaturen zeigte.

Der Zoo war ein voller Erfolg. Tim mag Tiere sowieso gerne und in Bern hatte es sogar noch einen Spielplatz und wilde Tiere. Nicht nur einen Streichelzoo mit Kühen und Schafen.

Und ich bin dann irgendwann mit dem Rad los. Deuka! Ich dachte ja, ich könne auch mal ‘nen Berg hoch fahren … aber in der Schweiz habe ich dann gemerkt, was ein richtiger Berg ist! Oben aber … ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass ich die Aussicht auf Berge mag. Wenn ich mal im Lotto gewinne, kaufe ich mir da oben aus so einer Alm ‘ne Hütte.

Die anderen waren noch nicht wieder zu Hause, als ich von meiner Tour zurück gekommen bin. Habe in Ruhe geduscht und mich dann auf’s Sofa bzw. den Balkon gesetzt. Nach und nach trudelten die anderen ein, es wurden Bilder übertragen und das Abendessen vorbereitet. Den Abend haben wir dann wie immer gemütlich am Tisch mit dem ein oder anderen Gläschen ausklingen lassen. Woebei meine Klänge recht früh ganz leise waren – die Anstrengung forderte ihren Tribut ;-)

01.05.2009

Der letzte Tag ist angebrochen und das bei allerbestem Wetter. Wie soll es auch anders sein? :-) Auf irgendeinen Berg wollten wir heute – allerdings gestaltete sich die Zielfindung recht schwierig, da zwei Prämissen gegeben sein mussten: geöffnet und durch mich erreichbar. Das erste ist klar, wenn z.B. eine Zahnradbahn noch nicht fährt, dann kann man die auch nicht benutzen und es scheint so, dass der 21.05. der Termin für den Beginn der Zahnradbahnsaison ist. Der nächste Punkt ist, dass ich eine verdammte Höhenangst habe und alles was mit steilen Abgründen zu tun hat, für mich ausscheidet.

So richtig finden konnten wir uns nicht und daher haben wir was genommen, von dem ich wusste, dass wir zumindest ankommen: die Axalp bei Brienz. Bis 1.533 Meter Höhe kann man da mit dem Volvo anreisen. Schon einige 100 Meter unter der Endstation sahen wir erste Schneehaufen rechts und links der ziemlich schmalen Straße. Kurz hinter dem Parkplatz war dann wirklich und tatsächlich noch Winter! Schön.

Wir sind durch den Schnee gestapft, bis wir die Baumgrenze erreicht haben. Dabei haben wir allerlei Spuren im Schnee entdeckt. Allerdings keine von Menschen. Ganz offensichtlich waren wir die ersten, die diesen Wanderweg gegangen sind,

nachdem er von der Pistenraupe geplättet worden ist. Und die war auch schon ein paar Tage nicht dort. Ein wunderschöner zweistündiger Spaziergang im Berg. Wir hatten Kekse und Getränke im Rucksack und saßen unterwegs in T-Shirt und kurzer Hose im Schnee in der Sonne – und keine Menschenseele in der Nähe. Das ist wirklich Urlaub.

Danach haben wir uns dann aber auch noch mit deftigeren Nahrungsmitteln auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurants gestärkt. Zu unserer Erbauung hat das Schweizer Militär noch ein paar Flieger knapp unter uns vorbei sausen lassen. Ich brauche eine schnellere und bessere Kamera – aber das habe ich ja auch schon mal erwähnt ;-)

Die Abfahrt war für mich dann nicht ganz so schlimm, wie berghoch. Es geht da abseits der Straße schon ordentlich runter. Die Spitzkehren sind richtig spitz und ich habe in den Kunststoffverkleidungen meiner Frontkotflügel ordentliche Schleifspuren der 215/40er Bereifung.

Zurück in Faulensee war noch ganz schön viel vom Tage übrig. Da das Fahrrad schon mal da war … nun, ich wollte ja noch immer um den See fahren. Habe ich dann auch gemacht und bin nach 2 Stunden auf dem Zahnfleisch wieder in unser Zimmer gekrochen ;-) Währenddessen sind Alex und Martina nach Spiez gelaufen gewandert.

Der Nachwuchs hat die Zeit ebenfalls sinnvoll genutzt und seinem Bautrieb freien Lauf gelassen. Wir durften die ganzen Bauwerke auch nicht zerlegen, sondern mussten sie soweit möglich am Stück einpacken. Denn leider mussten wir mit dem Verpacken unserer Klamotten beginnen – unser Urlaub ist so gut wie vorbei.

02.05.2009

Das war’s! Heute morgen um 10.30 Uhr haben wir uns in den Volvo gesetzt und sind gen Heimat aufgebrochen. Wir waren 8 Stunden unterwegs und haben ungefähr 1 Stunde Pause gemacht … auf mehrere Stopps verteilt. Unter anderem weil wir ziemlich oft zum Tanken angehalten haben. Gas gibt es eben doch nicht an jeder Ecke und dann habe ich lieber einmal mehr getankt, als plötzlich auf Benzin fahren zu müssen.

Keine Staus, bestens durchgekommen, nichts kaputt gegangen und ein paar wunderschöne Tage gehabt. Ein Urlaub hat in diesem Jahr schon mal funktioniert.

Die (meiner Meinung nach) gelungensten Bilder habe ich bei Picasa hoch geladen – sofern sie nicht zu privat waren ;-) Speziell für die Panoramas kann man bei Panoramio rein gucken.

Und jetzt klappe ich das Notebook für diesen Bericht zu! Bis zum nächsten Mal …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*