Ostseecamping in Waabs – Juli 2016

Der Wohnwagen stand schon einige Wochen bei uns auf dem Hof, weil der TÜV gemacht werden musste und ich den Caravan danach nicht wieder zum Überwinterungsort gebracht habe. Ben spielte da so gerne drin rum. Alex hat in der Woche vor unserer Abreise schon alle Klamotten eingepackt, nur ich musste mein Zeug inkl. der EDV noch zusammen suchen. Am 23.07.2016 gegen halb 9 sind wir dann aber vom Hof Richtung Ostsee gerollt.

23.07.2016 – Samstag

Der Ostseecampingplatz Familie Heide in Waabs ist unser Ziel. Darauf gekommen bin ich nur, weil wir ursprünglich nach Kühlungsborn wollten, der Campingplatz dort ausgebucht war und die Domains der beiden Plätze bis auf den Bindestrich gleich sind. War also mehr ein Vertipper. Sei es drum, die Bewertungen waren gut und die Zeit knapp. Und es schien der letzte freie Stellplatz an der gesamten Ostsee zu sein. Da haben wir den natürlich genommen. Ab 15 Uhr durften wir auf den Platz, Google rechnete 4 Stunden Fahrt aus. Da schien mir die frühe Abfahrtszeit arg übertrieben. Wir sind allerdings erst um 15:30 Uhr in Waabs angekommen, weil wir fast überall nur Stau hatten. Nein, die Fahrt war nicht entspannt.

Zwischenstopp

Zwischenstopp

Die ersten 50 bis 60 Kilometer brauche ich immer erst, um mich an den Wohnwagen zu gewöhnen. Danach fällt der hinter dem Yeti fast gar nicht mehr auf. Trotzdem ist Stop & Go kein Vergnügen. Und diese Staus entstehen immer nur durch solche Vollpfosten, die meinen sie müssten ständig von links nach rechts und zurück wedeln. Alle dahinter bremsen, zack, Stau. Überall und immer das Gleiche, ich werde ein immer größerer Verfechter eines Tempolimits. Das ist viel entspannter und garantiert auch flüssiger.

Die Anmeldung an der Rezeption ging flott über die Bühne. Zwar vermisste ich einen “Anstellstreifen” wie es ihn z.B. in Kroatien auf Solaris oder auch in Kühlungsborn gibt, aber da kein Andrang war, stand ich eben einfach so mitten auf der Zufahrt. Wo unser Platz war, hatten wir vorher auf dem Plan im Netz schon gesehen. Dass wir nach Süden eine Hecke haben auch. Dass der Platz aber so schief war, konnte man auf den Google-Bildern nicht sehen. Das ist ja fast ein halber Meter auf die Breite des Platzes gemessen. Zur Türseite steht der Wagen fast auf dem Boden und unten mussten Keile unter das Rad. Noch dazu ist der Stellplatz lang und schmal, das hatten wir schon deutlich besser.

Beim Aufbocken des Wagens ist dann auch noch ein kleines Gussteil an den Stützen gebrochen. Ausgerechnet das, was auf der Schnecke sitzt und die Stütze nach unten drückt. Zack, fällt die Stütze krachend auf den Boden. Das geht ja gut los :-( Glücklicherweise habe ich die Zusatzstützen dabei und kann den Caravan daher an der einen Ecke unter dem Rahmen abstützen. Wackelt nicht und hält. Für die Rückfahrt muss ich da mit Kabelbindern ordentlich festzurren, damit das Ding nicht während der Fahrt auf den Boden knallt.

Das Wetter ist super, die Sonne scheint, der Aufbau geht ansonsten flott von der Hand. Kurze Zeit später steht das Vorzelt. Die Stühle sind raus gestellt. Die Laptops gezückt … allerdings ist auf dem Platz Essig mit UMTS-Empfang. Haben uns die Stellplatznachbarn auch schon gesagt. Egal ob T-Mobile, O2 oder Vodafone … hier geht gar nichts. Aber laut Buchungsbestätigung gibt ‘s bei unserem Platz ja WLAN. Was ich nicht auf dem Schirm hatte ist, dass das für eine Woche 15 Euro kostet und man nur mit zwei Geräten gleichzeitig rein kommt. Hallo? Wir sind im Jahr 2016, haben zwei Laptops dabei, zwei Kindle, ein Tablet und 3 Smartphones. Ich will Urlaub machen und mich entspannen. Dazu gehört auch der Zugriff auf das Netz, um mir Informationen zu besorgen oder einfach nur zu lesen. Unglaublich sowas!

Erst habe ich versucht etwas mit meinen mobilen Routern zu basteln, aber es ist wirklich kein Empfang hier. Sind dann abends auf unserem Erkundungsspaziergang zur Rezeption und haben für 30 Euro einen Monatspass gekauft, sonst wäre ich ja doch unglücklich. Müssen wir uns eben abwechseln … und per Edge kommt ja ab und zu eine Whatsapp-Nachricht durch.

Umgucken ob auch Strand da ist

Umgucken ob auch Strand da ist

Danach noch einmal zum obligatorischen Strandbesuch – darum sind wir ja schließlich hier. Tim und Ben waren am Nachmittag, als Alex und ich aufgebaut haben, schon da und vor allen Dingen Ben war ganz begeistert. Ist ganz schön, sofern man Sandstrand mag. Ich find’ den ja tendenziell eher Scheiße. Gegen 23 Uhr bin ich endlich mal duschen gegangen und dann ins Bett. Die Sanitären Anlagen sind gut und machten einen ordentlichen Eindruck. Wie üblich scheinen aber nicht alle Camper die gleiche Ansicht zu haben, was das Verlassen nach Benutzung der Anlagen angeht. Deutlich gesagt: es gibt ziemlich Pottsäue da draußen. Will nicht wissen, wie Dusche und WC bei solchen Leuten zu Hause aussehen.

Danach lagen wir alle in den Kojen. Tim das erste Mal ausgelagert im eigenen Zelt. Das scheint er aber ganz toll zu finden. Haben auch extra ein “Luftbett” gekauft, weil es sich auf Isomatten, selbstaufblasenden Luftmatrazen oder herkömmlichen Luftmatrazen einfach nicht gut schläft.

24.07.2016 – Sonntag

Ich bin erst gegen 10 Uhr aufgestanden. War müde und kaputt. Alex und Ben waren schon etwas länger auf den Beinen, haben es allerdings auch ziemlich lange im Bett ausgehalten. Beim Duschen gegen halb 11 habe ich dann festgestellt, dass noch immer derselbe Gammel in der Dusche war. Bis dahin ist wohl noch keine Reinigung vorgenommen worden. In Kroatien war die Putzkolonne drei- bis viermal am Tag in den Waschhäusern. Sowas habe ich dort nie gesehen.

Lesen am Strand

Lesen am Strand

Und weil es so heiß war, haben wir beschlossen heute gar nichts zu machen, außer an den Strand zu gehen. Der ist groß, sandig und war gut besucht. Das Wasser war nach 5 Minuten auch gar nicht mehr so kalt. Ben war begeistert vom Sand und hat gebuddelt was das Zeug hielt. Tim war sehr viel im Wasser und ich habe mich mit der unbequemen Situation so gut es geht angefreundet. Sand ist nicht meine Welt. Überall ist das Zeig drinnen. Im Wasser kann man nur stehen und platschen, weil es schlicht und ergreifend nichts zu sehen gibt, außer aufgewirbeltem Wasser. Ich werde nie begreifen, was man an Sandstrand toll finden kann. Glücklicherweise hatten wir eine kleine Liege mit, auf der ich halbwegs bequem mit meinem Kindle lesen konnte. Hatte mir vorher Transport 2 geladen und am Stück durchgelesen! Jetzt muss ich dank des doofen WLAN zusehen, wie ich neue Lektüre auf den Kindle kriege …

Trotz großzügigem Eincremen mit Sonnenschutz habe ich auf den Füßen fiesen Sonnenbrand bekommen. Ist warhscheinlich von den Schuhen abgescheuert und Strandmuschel und Sonnenschirm haben dann wohl mal 30 Minuten nicht auf die Füße aufgepasst. Sonst ist kein Fleckchen Haut in Mitleidenschaft gezogen worden.

Fast fünf Stunden haben wir es am Wasser ausgehalten! Unglaublich, das ist unser Rekord, glaube ich. Alex hatte zwischendurch Fleisch eingekauft und nach dem Duschen habe ich dann den neuen Gasgrill ausprobiert. Wir hatten bisher immer so einen kleinen Mini-Holzkohlegrill mit, den man aber z.B. in Kroatien nicht benutzen darf – zu trocken dort. Habe mir also einen kleinen Reisegrill für Camping-GAZ-Kartuschen gekauft, den man im Zweifel auch als Kocher benutzen kann, wenn man mal Zelten ist. Das Ding funktioniert erschreckend gut und Alex war gleich dabei und wollte einen großen Gasgrill für zu Hause kaufen. Das Fleisch schmeckte jedenfalls sehr gut und hatte gar keine “angekokelten” Stellen ;-)

Kletterburg auf dem Spielplatz

Kletterburg auf dem Spielplatz

Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen Spazieren gegangen und haben den Spielplatz mit der großen Burg, die man von weitem schon sehen kann, gesucht. Auch hier war Ben ganz aus dem Häuschen, als er von weitem das Klettergerüst sah. Für Kinder ist der Platz wirklich super. Ich bin ja immer noch mit der mangelhaften Netzversorgung unzufrieden. Aus den Gesprächen der Platznachbarn ist zu entnehmen, dass das alle eher “geht so” finden. Auch die aufgerufenen Preise sind m.E. nah’ an der Grenze zu Wucher. Jedenfalls aus meiner Sicht als Freifunker.

Spätabends haben Tim und ich noch zwei Folgen “Agents of S.H.I.E.L.D.” geschaut – glücklicherweise habe ich eine externe Festplatte mit noch nicht gesehenen Filmen und Serien dabei :-)

25.07.2016 – Montag

Wieder extrem lange im Bett gelegen. Tim hat irgendwann Brötchen geholt und ich bin nach dem Frühstück mit Ben zum großen Spielplatz gegangen, während Alex und Tim gespült haben. Habe ich den Sonnenbrand auf den Füßen erwähnt? Der stört ein klein wenig beim Gehen. Zusätzlich zur Achillessehne, die ja immer noch Malessen macht.

Danach haben wir nur rumgegammelt, ich habe für einen Verein etwas auf deren Internetseite aktualisiert und danach diesen Text geschrieben. Aber weil wir dem Nachwuchs auch was zeigen wollen, haben wir uns aufgerafft und sind nach Eckernförde gefahren. Das ist ja nur ein Katzensprung. Parkplatz war schnell direkt am Binnenhafen gefunden und wir sind umhergebummelt.

Lecker essen

Lecker essen

Gleich im ersten Café wurde eingekehrt und wir konnten selbstgerösteten Kaffee und Kaiserschmarrn genießen. Tim hatte sich Milchreis mit Zimt und Zucker bestellt, der sich als veritable Portion für mindestens zwei Personen entpuppte. Ben fand’s auch sehr lecker. Praktischerweise waren sogar zwei Pokéstops in Range, so dass der Nachwuchs auch nicht drängelte, weiter zu ziehen. Noch dazu diese mit Lockmodulen versehen wurden …

Danach sind wir noch ein wenig durch die Innenstadt geschlendert, haben hier und dort geschaut, Pokémon und Ingress gespielt und sind dann nach drei Stunden zum Auto gebummelt, um noch ein wenig einzukaufen. Fleisch, Marmelade … was man so für ein Abendbrot und Frühstück benötigt. Gegrillt wurde wieder auf dem neuen Gasgrill, der mir immer besser gefällt. Auch wenn Würstchen ein wenig länger als auf Holzkohle benötigen.

Abends hat Alex gelesen und Tim und ich haben weiter Agents of S.H.I.E.L.D geschaut. Sehr gute Serie!

26.07.2016 – Dienstag

Wir sind echt Langschläfer vor dem Herrn. Sogar Ben wird inzwischen erst gegen 8 bis halb 9 Uhr wach. Ich drömmel meist bis 10 in der Koje rum. Danach Frühstück unter freiem Himmel. Genau deshalb machen wir ja Camping. Für heute haben wir nichts geplant und waren nur auf dem Platz. Tim ist beschäftigt, weil er einen der zwei Zugänge zum WLAN meist mit seinem Handy belegt und zufrieden ist, wenn er ein bisschen Youtube gucken kann. Ben spielt mit allem rum, was so da ist. Sein Fahrradanhänger, Spielzeug, Campingmöbel. Stöcke, Steine und Seile. Sehr pflegeleicht.

Ich habe mir gestern drei neue Bücher auf den Kindle geladen, weil “Transport 2” ja keinen ganzen Tag gehalten hat. Habe mich für Nexus von Ramez Naam entschieden, das Nachfolgebuch Crux, sowie ein Roman, den ich nur dem Namen nach gekauft habe “STERNENGLANZ – Eliteeinheit des Universums 18: Paradise Lost” – hatte nicht gesehen, dass das wohl ein Teil einer Reihe war. Mal schauen. Nexus ist jedenfalls ziemlich cool. Bin irgendwann kurz vor Mittag angefangen zu lesen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Ben buddelt im Sand

Ben buddelt im Sand

Nach dem Abendessen wollten Tim und ich eigentlich S.H.I.E.L.D. weiter gucken, weil das Wetter aber noch so gut war, habe ich mir einen Laphroaig eingeschenkt und draußen weiter gelesen. Alex hat bei den Nachbarn gefragt, ob sie mit Phase 10 spielen darf und Tim kam aus dem Wohnwagen gesprungen, als er das mitbekommen hat. So saß die halbe Familie also auf der benachbarten Parzelle und hat gespielt, während ich weiter das Buch verschlungen habe. Um halb 1 in der Nacht waren die 4 mit ihrem Spiel durch und ich bei 98% im Buch. Die restlichen zwei habe ich im Bett im Wohnwagen noch verlesen. Echt spannende Geschichte.

27.07.2016 – Mittwoch

Wieder bis inne Puppen in den Betten gewesen. Tim ist dann irgendwann los und hat frische Brötchen vom Bäcker am Campingplatzeingang geholt. Nach ein wenig rumgammeln und überlegen was wir mit dem Tag anfangen, haben wir uns entschieden, nach Damp zu fahren. Wir haben das Auto genommen, weil wir nicht wussten, ob Ben gut gelaunt bleiben würde. Kurz bevor die Schranken des Campingplatzes um 13 Uhr für 2 Stunden geschlossen bleiben, sind wir raus gerollt. Damp ist gleich um die Ecke und im wesentlichen ein Yachthafen mit Rehakliniken und einem Spaßbad.

Wir haben außerhalb auf einem kostenlosen Park & Ride Platz geparkt und sind dann in den ebenfalls kostenlosen Shuttlebus gestiegen, um an das andere Ende von Damp zu gelangen. Von da sind wir dann – nachdem ein paar Minuten auf dem Spielplatz hängen geblieben ist – an der Promenade entlang zum Hafen geschlendert. Weit ist das alles nicht. Der Park vor einer Kliniken ist recht schön angelegt und hatte zur Freude von Nachwuchs 1.0 sogar eine Poké-Arena. Die haben wir dann auch eingenommen und sogar ein paar Minuten gehalten. Im Moment spielt das ja offensichtlich jeder.

Am Hafen von Damp

Am Hafen von Damp

Am Yachthafen wollten wir uns hinsetzen und etwas trinken. Haben auch einen windgeschützten Platz bei “Dat Ship” gefunden. Die Wirtin (oder Kellnerin des Tages) hatte Freundlichkeit wohl nicht in ihrer Stellenbeschreibung stehen und auch die anderen beiden Gäste ließen sich uns gegenüber über die ruppige Art der Dame aus. Gab’s halt kein Trinkgeld. Da es Selbstbedienung war und wir auch recht wirsch auf diese Tatsache hingewiesen wurden, hatte ich auch kein schlechtes Gewissen bei meiner Knauserigkeit.

Nach dieser kleine Stärkung ging’s weiter Richtung Hundestrand, wo wir wieder den Shuttlebus zum Parkplatz nehmen wollten. Am Weg entdeckten wir noch einen Edeka-Laden, in dem wir uns mit Grillfleisch und Getränken für den Abend versorgten. Eine Dreiviertelstunde später waren wir wieder auf unserem Platz. Tim und ich haben dann unsere neue Errungenschaft – einen Lenkdrachen für 7,99 € – ausprobiert. Ein paar Meter hinter unserem Stellplatz wird ganz offensichtlich eine Erweiterung des Campingplatzes gebaut und die Straßen sind schon fertig. Dazwischen ist noch nichts außer Unkraut. Freie Sicht bis zur Eckernförder Bucht. Der Wind pustet da ganz moderat rüber, so dass wir mit dem Spielzeug tatsächlich ein bisschen fliegen konnten. Nach einer halben Stunde sind wir aber doch zum Wohnwagen und ich habe mich wegen dem immer dunkler werdenden Himmel ans Grillen gemacht. Auch die Nachbarn waren heute früher dran als üblich.

Pünktlich mit den ersten Regentropfen war aber alles fertig und wir haben eng gedrängt im Vorzelt das Abendbrot verspeist. Kurz danach wurde es aber auch schon wieder etwas heller und ich habe im Vorzelt noch ein bisschen gelesen, bis Nachwuchs 1.0 drängte, dass wir S.H.I.E.L.D. weiter gucken sollten. Fernsehen haben wir in diesem Urlaub wieder nicht. Genau wie vor zwei Jahren in Kroatien versperrt uns ein großer Baum und eine dichte Hecke den Weg nach Südosten. Aber ich habe ja genug auf Festplatte mit. Vier Folgen am Stück haben wir geschaut … ich erwähnte es bereits: super Serie!

Heimkino im Wohnwagen

Heimkino im Wohnwagen

Zwischendurch haben wir im Vorzelt noch an einer Ecke die Fußbodenplane ein wenig gelüftet, da es nun doch richtig regnete und das Wasser drohte ein wenig über statt unter der Folie durch zu laufen. Ging aber fix und lag gut. Der Stellplatz an sich ist echt nicht gut, krumm und schief und insgesamt viel zu schräg. In der Nacht bin ich ein paar Mal aufgestanden und habe geschaut, ob auch wirklich nichts durch das Zelt lief, aber wir haben die Plane ganz gut verlegt. Auch wenn man laut Platzregeln dies gar nicht darf. Allerdings frage ich mich, ob die ernsthaft meinen, wir laufen aus dem Wohnwagen in die Pampe, die uns hier als Rasen verkauft wurde. Tim hat es übrigens trotz ergiebigem Wasser von oben die ganze Nacht in seinem kleinen Zeltchen ausgehalten. Tat mir ein bisschen leid und ich habe ihm vorher ein paar Mal angeboten, mit im Wohnwagen zu schlafen. Er wollte aber lieber sein eigenes Reich. Beim nächsten Mal nehmen wir dann das große Zelt mit, da kann er sogar (noch) drin stehen.

28.07.2016 – Donnerstag

Wie immer haben wir lange im Bett gelegen und danach die von Nachwuchs 1.0 geholten Brötchen verspeist. Die Kunst beim Frühstück auf unserem Stellplatz ist, die Getränke nicht zu verschütten. Da der Boden wahrscheinlich bei Anlage des Platzes nur umgepflügt und dann mit groben Holzklotschen platt getrampelt wurde, findet man eigentlich nirgends eine Fläche, auf die man einen Tisch kippelfrei stellen kann. Und weil der Platz ingesgesamt so klein ist, können wir unsere Vierergarnitur auch nur an einer Ecke so stellen, dass keine Abspannschnüre zwischen den Stühlen entlangführen. Nein, mindestens auf den speziellen Stellplatz D39 (und die dahinter) werde ich nie wieder meinen Wohnwagen stellen. Die 4 Camper hinter uns sehen das übrigens genauso. Im Gegensatz zu denen meckere ich noch sehr moderat.

Eigentlich wollten wir heute nach Kappeln fahren und ein bisschen bummeln, aber die Sonne schien so schön, dass wir beschlossen auf dem Platz zu bleiben und zu gammeln. Etwas lesen, ein bisschen in die Luft gucken und am Nachmittag sind wir runter zum Strand und haben uns in den Windschatten der Strandmuschel gelegt. ich mag ja Sand immer noch nicht! Das Wasser der Ostsee war an diesem Tag dazu auch noch rattenkalt, so dass ich nur einmal ganz kurz bis zum Bauchnabel rein gegangen bin und ansonsten auf der kleinen Liege gelegen und “Crux” weiter gelesen habe. Tim störten die Temperaturen wie immer nicht so sehr und so war er auch desöfteren zum Rumplantschen.

Gegen 17 Uhr wurde es uns trotz Windschutz aber doch zu kalt und wir haben schnell alles abgebaut. Das ist jedesmal wahrscheinlich ein großer Spaß für die anderen am Strand, weil wir dank selbstaufbauender Strandmuschel zwar fix einsatzbereit sind, ich mir aber jedesmal beim Zusammenfalten einen abbreche.

Am Platz habe ich wieder den kleinen Gasgrill klar gemacht und ein paar Stückchen fertig mariniertes Hähnchenfleisch und Pfeffersteaks gegrillt. Hat uns in der Abendsonne wie immer gut geschmeckt. Jeden Tag nehmen wir uns vor, Essen zu gehen und jedesmal landen wir doch wieder am eigenen Tisch :-) Den Abend habe ich mit einem Gläschen Laphroaig, etwas lesen und danach Agents of S.H.I.E.L.D. beendet. Alex liegt währenddessen immer neben Ben im Doppelbett, der sich leider angewöhnt hat, nicht alleine einzuschlafen.

29.07.2016 – Freitag

Muss ich erzählen, dass wir ausgeschlafen haben? Wir sind im Urlaub, ich will mich ausruhen und nicht den ganz Tag Action haben. Wäre ich ganz alleine im Urlaub, würde mir wahrscheinlich der Wohnwagen und ein Campingstuhl reichen … und WLAN oder zumindest UMTS, naja, und ein Laptop und ein Kindle … :-) Nach dem Frühstück in der Sonne haben wir uns aufgerafft und einen Ausflug gemacht. Nach Eckernförde und Damp war jetzt Kappeln an der Schlei unser Ausflugsziel.

Dort gefiel es allen auch deutlich besser als in Damp. Die Stadt ist sehr schön, hat viele kleine, verwinkelte Straßen (auch wenn das grundsätzlich nichts anderes als eine riesige Einkaufsmall ist) und wir haben in einem kleinen Eiscafé gesessen und lecker Eis gegessen. Natürlich erst, nachdem wir nach einigen Minuten feststellten, dass die Angestellten nur zum Rauchen raus kamen und nicht zum Bedienen. Aber wir haben ja Beine und konnten uns die Eisbecher selber holen.

Brunnen in Kappeln

Brunnen in Kappeln

Zwischendurch haben wir Pokémon GO und Ingress gespielt, hier geschaut, da geguckt und sind dann weiter in das nächste Café gezogen. Eine Rundfahrt auf der Schlei haben wir kurz angedacht, für diesen Tag aber verworfen. Das Wetter war uns zu gut. Auf dem Schiff können wir auch bei Regen sitzen, immerhin hat es einen großen, überdachten Raum. Als wir für eine Tasse Kaffee am Hafen saßen, hatten wir auch eine Poke-Arena in Reichweite und Tim und ich schafften es sogar, diese trotz unserer niedrigen Level in mehreren Anläufen einzunehmen. Das hielt aber nicht lange, da an jeder Ecke Spieler rumstanden und die Arena sofort wieder angeriffen wurde. Was mir – und Tim – dann aber ausnehmend Spaß gemacht hat war, sofort nachdem die Gegner die Arena neutral gekämpft hatten, welbst wieder einen Pokémon reinzusetzen :-) Das hat dreimal hintereinander funktioniert – bis wir dann das Café verließen. Ich meine auf einigen Stirnen der herumstehenden Spieler ein Stirnrunzeln gesehen zu haben. Aber wir saßen schön sichtgeschützt.
Café mit Poké-Arena in Range

Café mit Poké-Arena in Range

Danach wollten wir noch ein lecker Fischbrötchen essen, sind aber erst bei einem Klamottenladen hängen geblieben. Mir gefielen schon einige Sachen – auch für Alex – die wollte aber nicht. Dann eben ein anderes Mal. Gab dann noch Krabben-, Fischfrikadellen- und Backfischbrötchen, bevor wir zurück zum Wohnwagen gefahren sind. Zum Abendbrot wurde wie immer gegrillt und dann gelesen. “Crux” habe ich inzwischen auch durch und bin ein wenig unzufrieden, dass es den dritten Band “Apex” bislang nur auf Englisch gibt. Könnte ich wahrscheinlich lesen und verstehen, ist mir aber doch zu anstrengend, da ich mich gerade an die Übersetzung gewöhnt hatte. Und natürlich gab es noch die dritt- und viertletzte Folge der ersten Staffeln von Agents of S.H.I.E.L.D

30.07.2016 – Samstag

Für heute haben wir uns mit Freunden in Eckernförde verabredet. Die sind auf dem Rückweg vom Dänemarkurlaub hier auf einem Zwischenstop um ihrerseits Verwandschaft zu besuchen und nutzten die Gelegenheit zu einem kleinen Treffen. Aber wie immer zuerst das späte Frühstück und dann erst los. Um 12 Uhr wollten wir uns an Janis-Eisdiele am Eckernförder Strand treffen, da es dort einen schönen Spielplatz geben sollte. Den haben wir auch gut gefunden. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir für die Parkplätze selbstverständlich Geld zahlen müssen? Auch in solchen Touristenhochburgen, die ja auf Besucher angewiesen sind? Zwischen 4 und 5 Euro haben wir immer für unsere Aufenthalte berappt. Außer in Damp, da gab es ja sogar einen kostenlosen Shuttle-Service. Aber ausgerechnet den Ort fanden wir ja auch eher “geht so”.

Ben am Strand

Ben am Strand

Ziemlich zeitgleich mit uns trafen auch unsere Freunde am Strand ein und nach der Begrüßung und ein paar gewechselten Worten begann es auch schon zu tröpfeln. Das Janis hatte leider keine ausreichend überdachten Außensitzplätze, so dass wir uns eine Lokalität ein paar Meter weiter suchten und dort ein paar Getränke bzw. die Freunde auch etwas zu essen bestellten. Der bewölkte Himmel wich aber schnell Sonnenschein und wir konnten wieder fix an den Strand gehen. Ben ist übrigens ganz begeistert von dem Urlaub. Überall Spielplätze, Strand, Sand und die Familie ist immer um ihn herum. Besser kann er es wohl nicht treffen.

Fast 3 Stunden waren wir am Strand, haben erzählt, gespielt und Fotos gemacht … bis wir uns wieder verabschieden mussten. Wir sind dann noch einmal die Promenade entlang und haben uns eine Currywurst gegönnt, bevor wir schnell noch einen Aldi gesucht haben, um uns für die nächsten Frühstücke zu versorgen. Auf dem Campingplatz haben wir wieder nur rumgelümmelt. Abendessen ist klar: Grillen ;-)

Danach noch ein bisschen draußen sitzen, bis Tim und ich die letzten beiden Folgen der ersten Staffel “Agents of S.H.I.E.L.D.” geschaut haben. Trotz leichtem Niesel ist Tim danach in sein Zelt gekrochen. Allerdings lag er am Morgen danach doch bei Alex mit im Doppelbett. Ist wohl gegen halb 6 Uhr morgens rüber gekommen.

31.07.2016 – Sonntag

Was machen wir denn heute. Alle gucken sich ratlos an und wir entscheiden uns für Rumgammeln. Die Nachbarn auf den beiden Plätzen unterhalb von uns reisen ab und wir haben noch ein wenig erzählt. Gefrühstückt haben wir vorher allerdings im Zelt, weil es bis kurz vor Mittag immer geregnet hat. Keine dicken Tropfen, aber doch deutlich mehr als nur Niesel. Und so richtig warm war es auch nicht. Habe mich zum ersten Mal geärgert, dass ich keine Jogginghose, sondern nur kurz Trekkinghosen dabei habe. Als der Platz unterhalb von unserem leer war und ich Langeweile hatte, habe ich mal den Zollstock gezückt und ein bisschen gemessen.

Stellplatz mit Regen

Stellplatz mit Regen

Unser Stellplatz D39 ist wirklich nicht besonders üppig von der Grundfläche her. Wir haben einen Frischwasseranschluss und hätte ich ein längeres Kunststoffabflussrohr mit, könnte ich das Abwasser sogar direkt in den Ausguss leiten. Unser Platznachbar war über den kleinen, welligen Platz deutlich nörgeliger als ich es bin. Und da ich mir heute morgen noch mal unsere Buchungsbestätigung angesehen und mit der aktuellen Preisliste verglichen hatte, war ich doch neugierig, wie denn die Quadratmeterzahl war. Mit viel Wohlwollen und messen bis in die Mitte der Begrenzungshecken kam ich auf 8 Meter mal 12 Meter Grundfläche. Das macht 96 m² für den Wohnwagen, das Vorzelt, das kleine Zelt von Tim und den Yeti. Die Preisstaffel weist Plätze von 95 m² bis 109 m², von 110 m² bis 129 m² und von 139 m² bis 160 m² aus. Natürlich mit einer entsprechenden Preisstaffel. Wir zahlen für die mittlere Größe. Das sind statt 17,50 € ganze 18,50 € pro Nacht und insgesamt für die 14 Übernachtungen 14 Euro mehr. Anders gerechnet wird uns 5,71 % zuviel für den Stellplatz berechnet. Für das Geld schlendere ich doch gerne mal die 200 Meter im Nieselregen zur Rezeption und frage nach. Dort war man recht uninteressiert und behauptete, der Platz sei 110 m² groß. Bei allem Wohlwollen funktioniert das nicht und nach ein bisschen Intervenieren hat sich der junge Mann auch irgendwas auf einen Zettel gekritzelt und versprach, dass man Nachmessen werde. Ich werde das verfolgen. Der Platz direkt unter unserem, der exakt gleich groß ist, wird übrigens in der kleineren Kategorie abgerechnet.
Im Sandkasten

Im Sandkasten

Nachmittags klarte das Wetter auf, wir konnten ein paar Sachen zum Trocknen nach draußen hängen und sind mit Ben zum großen Spielplatz gegangen, wo er ganz stolz seine neuen Kletterkünste vorgeführt hat. Danach noch schnell ein paar – nicht sehr langlebige – Sandkuchen gebaut und dann war auch schon wieder Abendbrot. Und wenn wir schon 30 Euro für WLAN ausgeben, dann will ich das auch nutzen. Habe bei Amazon die zweite Staffel Agents of S.H.I.E.L.D bei Prime-Video gekauft und wollte versuchen, das ans Laufen zu bekommen. Klappte auch überraschend gut. Zwar nicht im Caravan, weil die Aluhaut und die beschichteten Jalousien das WLAN doch arg bremste, aber eingemummelt im Vorzelt haben Tim und ich die ersten 3 Folgen geschaut.

01.08.2016 – Montag

Heute wollten wir eigentlich zeitig aufstehen, weil wir uns ausnahmsweise schon am Vortag überlegt hatte, was der Plan des Tages sein sollte. Hat aber irgendwie nicht geklappt, so dass wir uns durch das Frühstück hecheln mussten. Um 10:45 Uhr sollte das Schiff für die Schleirundfahrt ablegen und um 10:10 Uhr haben wir uns auf dem Platz noch von den Nachbarn verabschiedet, die heute die Heimreise antreten wollten. Dann fix los Richtung Kappeln. Die Uhr tickte immer schneller und um halb 11 habe ich mir dann gedacht, dass wir es wohl doch nicht schaffen. Alex hat dann aber doch mal auf den Screenshot vom Fahrplan geschaut und festgestellt, dass ich die Abfahrtszeit für das falsche Boot im Kopf hatte. Das mit dem wir los wollten, fuhr erst 1 Stunde später :-)

Haben dann am Hafen aber noch die MS Kappeln gefunden, die bereits um 11 Uhr die gleiche Fahrt machte wie die MS Princess. Dann eben auf dem Kahn. Zuerst haben wir oben gesessen und uns den Wind um die Ohren wehen lassen. Das Schiff war ganz gut besetzt und wir haben eine Dame, die ganz allein an einem Vierertisch saß, gefragt, ob wir uns dazu setzen dürften. Das hat sie auch ziemlich wirsch und mit angewidertem Blick erlaubt. War dann auch die ganze Zeit komplett ruhig und hat nicht mal rechts und links vom Schiff geschaut, während wir ein Foto nach dem anderen gemacht haben. Manche Leute sind echt komisch. Ob die wohl dachte, sie könne da alleine sitzen? Andere haben später sogar gestanden.

Boote auf der Schlei

Boote auf der Schlei

Hinter Maasholm fing es aber an, ein bisschen zu regnen und wir haben uns ins überdachte Deck begeben. Ganz vorne im Bug war eine Theke und auch noch ein Vierertisch am Fenster frei. Super! Bis Schleimünde sind es nur noch ein paar Minuten gewesen. Dort hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt, während dem es für die jüngeren Passagiere eine kleine Schatzsuche gab, an deren Ende eine Truhe voller Gummibärchen gefunden wurde :-) Ich habe in der Zeit den Leuchtturm Schleimünde in Ingress eingenommen und verlinkt. Gleichzeitig ist der Leuchtturm auch ein Pokéstop … an dem aber irgendwie keine Pokémon spawnten. Nachwuchs 1.0 war da aber heute irgendwie nicht dran interessiert. Muss ich eben alleine spielen.
Leuchtturm Schleimuende

Leuchtturm Schleimuende

Auf der Rückfahrt hat’s dann noch einmal richtig geschüttet, aber pünktlich mit dem Stop der Maschinen am Kai war es wieder trocken von oben. Sind dann noch durch die Innenstadt geschlendert, weil Nachwuchs 2.0 genau wusste, wo in Kappeln das kleine Auto und das rote Feuerwehrauto zum reinsetzen vor den Geschäften standen. Mit ein wenig “Murren” konnten wir ihn nach nur … äh … wenigen Minuten davon weg locken. Wir haben ihn mit leckerem Essen geködert. Das gab es in der Fährschänke direkt am Hafen. Nicht überragend, aber trotzdem lecker. Danach habe ich mich nach 3 Tagen überlegen dazu durchgerungen, mir einen neuen Hoodie zu kaufen. Am Hafen war ein Outdoor-Shop und ich habe mich für einen Naketano-Pulli entschieden. Tim war auch mit gutem Zureden nicht dazu zu bewegen, auch was Neues zu nehmen – und der Frau passten die Farben nicht.

Nach der Rückfahrt auf dem Campingplatz hat Alex hin und her überlegt, ob sie noch joggen soll. Ist dann schließlich doch für ein halbes Stündchen los gelaufen … und kam auch nach 1 Stunde und 15 Minuten wieder. Bis Damp schien es doch gar nicht so weit zu sein :-) In der Zeit haben wir Jungs nur auf dem Platz rumgegammelt, im Netz gesurft und gelesen. Nach dem obligatorischen Grillen zum Abendbrot haben wir erst ein bisschen klar Schiff gemacht, Alex ist mit Ben ins Bett gegangen zum Lesen und Tim und ich haben weiter die zweite Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D geschaut.

02.08.2016 – Dienstag

So, für den Rest der Woche ist nur noch durchwachsenes Wetter angesagt. Und das ist schon ein wenig optimistisch ausgedrückt. Frühstück mussten wir im Vorzelt einnehmen und auch sonst fielen alle Nase lang ein paar Tropfen vom Himmel. Allerdings klarte es dann gegen Mittag doch etwas auf und wir konnten die Klamotten nach draußen räumen. Außer lesen, rumliegen und faulenzen haben wir nichts gemacht. Tim macht immer die Besorgungen im Supermarkt an der Rezeption und ich habe die abgebrochene Stütze hinten am Wohnwagen ordentlich befestigt, damit sie während der Fahrt nicht runter knallt. Ich vermute, das wäre nicht so toll.

Steilküste zwischen Waabs und Damp

Steilküste zwischen Waabs und Damp

Gegen 15 Uhr habe ich mir das Rad geschnappt und bin an der Küste lang Richtung Damp gefahren. Die Strecke, die Alex gestern gejoggt ist. Wirklich wunderschön. Direkt hinter dem Campingplatz fährt man extrem dicht an der Steilküste entlang und der Weg ist nur eine Handbreit. Ab dem nächsten Campingplatz ist der Weg dann aber ordentlich breit und bequem zu fahren. Auf dem Rückweg kundschafte ich den Weg auf der anderen Seite des nächsten Platzes entlang, damit wir womöglich noch mal mit dem Radanhänger nach Damp können.

Nach nur etwas mehr als 5 Kilometern ist man schon da. War genau wie beim ersten Besuch. Ich habe Ingress und Pokémon GO gespielt, mich geärgert, dass ich mein Portemonnaie vergessen habe und darum auch kein Fischbrötchen gekauft :-) Zurück war ich ein klein wenig langsamer, weil der Wind nun von vorne blies. Habe noch einmal angehalten, weil die Sonne so klasse schien und ich an der Steilküste ein Panoramabild machen wollte … aber ausgerechnet beim Abspeichern schaltete das Handy ohne Vorwarnung aus. Akku alle. Vielleicht sollte ich doch mal nach einem neuen gucken.

Am Wohnwagen war nur Tim zugegen, der Rest der Familie war auf dem Spielplatz auf dem großen Hügel mit der großen Burg. Tim wollte auch noch los, um den neuen Lenkdrachen noch mal auszuprobieren, aber der Wind reichte bei weitem nicht aus. So haben wir dann alle nur zugeschaut, wie der Kleinste auf der Burg rumkletterte.

Zum Abendbrot gab es wieder leckeres vom Grill, diesmal aber nicht nur Fleisch, sondern auch zwei dicke Lachssteaks. Die sind auch sehr gut gelungen, waren auf dem Gasgrill wunderbar zart und saftig und schmeckten klasse. Ich hab’ mich dann etwas hingelegt, weil ich bisher jeden Tag leichte Kopfschmerzen habe. Voll nervig. Zu allem Überfluss ist mir heute morgen auch noch eine Plombe aus einem Zahn gefallen. So richtig “entspannend” ist der Urlaub bisher nicht.

Weil Tim aber so große Augen gemacht hat, haben wir uns gegen 22 Uhr doch noch ins Vorzelt gesetzt und Agents of S.H.I.E.L.D geschaut. Aber nur zwei Folgen, danach hatte ich echt keinen Nerv mehr.

03.08.2016 – Mittwoch

Geweckt wurden wir vom Trommeln des Regens auf den Wohnwagen. Leider hörte das den ganzen Tag auch nicht auf. Immer mal eine halbe Stunde, in der es etwas abtrocknete, nur damit dann gleich wieder ein ordentliches Laken runter kam. Trotzdem ist Alex morgens los gelaufen, um frische Brötchen zu holen. Mit Regenschirm. In unserem Vorzelt ist es viel zu eng, um bei so einem Wetter länger Urlaub zu viert zu machen. Die Campingmöbel, Spielzeug der Kinder, Müll usw. nehmen Platz weg.

Rührei zum Frühstück

Rührei zum Frühstück

Frühstück ist in der Enge dann schon ein bisschen unbequem. Ob ich aber noch ein weiteres Vorzelt kaufen möchte, weiß ich nicht. Immerhin haben wir schon dieses etwas festere Zelt, mit dem man auch im Herbst oder Winter los könnte und den leichten Sonnenschutz mit nur einer Wand zur Front hin. Da pfeift es natürlich durch, wenn man mal in sonnigeren Gefilden ist und es dann regnet. Hatten wir ja letztes Mal in Kroatien. Hier haben einige Camper so ein Vorzelt mit Fiberglasstangen, welches dann vor dem ganzen Caravan her geht. Aus dünnerem Material zwar, aber Wintercamping werden wir nie machen. Natürlich ist das deutlich leichter und platzsparender als unser Alugestänge. Mal schauen … wenn ich viel Lust habe.

Ansonsten wurde an diesem Mittwoch nichts unternommen. Stupides rumgammeln im Wohnwagen und auf die Regentropfen gucken. Tim hat irgendwann nachmittags noch Fleisch gekauft und eine neue Kartusche für den Gasgrill. Kann sein, dass der heute den Geist aufgibt, war gestern schon etwas schwach auf der Brust. Und wir überlegen – natürlich ;-) – ob wir Freitag schon abhauen. Der Wetterbericht ist alles andere als prickelnd und mit Glück können wir die Plünnen Freitag vormittag halbwegs trocken verstauen. Da haben wir eigentlich alle keine Lust den Nachmittag im Regen hier im Wohnwagen zu sitzen und auf den nächsten Morgen zu warten. Klar … und abends haben wir unsere Serie weiter geschaut.

04.08.2016 – Donnerstag

Na, das sieht doch ganz gut aus! Beim Blick aus dem Fenster schien die Sonne und alles war trocken. Prima. Da können wir heute ja noch was unternehmen. Während des Frühstücks haben wir überlegt, nach Missunde zu fahren. Dort wird die Schlei mittels Fähre überquert und man soll sehr schön in einem Café am Ufer über den Fjord schauen können. Aber das wäre auch wieder eine Autotour gewesen. Und wir haben doch extra die Fahrräder mitgenommen! Und Bens Anhänger – den haben wir allerdings auch fleißig als Kinderwagen genutzt.

Pokémon-GO-Spieler vertieft im Spiel

Pokémon-GO-Spieler vertieft im Spiel

Weil’s aber so gut aussah, entschieden wir uns daher, mit dem Rad noch mal nach Damp zu fahren. Ich hatte ja schon geguckt, ob das auch mit Hänger entlang der Küste möglich sei und deshalb saßen wir gegen Mittag im Sattel und radelten gemütlich unter Wolken Richtung dem Ostseebad. Sobald Wolken am Himmel waren, wurde der Wind frisch, waren keine da, waren Westen schon zu warm. Ein undankbares Mischmaschwetter. Hat aber trotzdem Spaß gemacht und als wir in Damp ankamen, mussten wir die Räder ja eh schieben. Auf der Promenade ist Radfahren verboten – woran sich allerdings vornehmlich Senioren augenscheinlich nicht halten müssen.

Alle 20 Meter mussten Tim und ich anhalten und Pokémons fangen, Alex hat sich derweil auf Bänken ausgeruht und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Ben wollte gar nicht aus seinem Hänger raus … zumindest solange nicht, bis Sand in Sicht kam. Da musste er natürlich mit Schüppe und Eimer raus. Wie praktisch, dass dort auch ein paar kleine Tische und Stühle standen, die zu einem Café gehörten. So konnte wir “Großen” was trinken und Ben im Sand buddeln. Nachher gab’s noch ein paar frische Waffeln mit Kirschen und da war dann auch Nachwuchs 2.0 mit von der Partie.

Strandkörbe in Damp

Strandkörbe in Damp

Fast 4 Stunden waren wir in Damp und sind dann langsam und bei Gegenwind zurück zum Campingplatz gerollt. An der Steilküste ich es echt schön, aber der Weg ist mit einem ungefederten Rad doch recht holprig. Alex hat mit ihrem vollgefederten Oma-Rad nur gegrinst und Tim hat immerhin vorne eine Federgabel. Nur ich musste ungefedert mit dem Hänger hinten dran über die Buckel holpern. Fang da mal Pokémon bei!

Zwischendurch sah es immer mal wieder so aus, als würde es richtig anfangen zu gallern, aber das ist uns erspart geblieben. Auch das Abendgrillen konnte ich im Freien machen. Den Tisch hatten wir aber im Vorzelt aufgebaut, weil die Wolken doch recht bedrohlich aussahen. Blieb aber alles trocken. Während des Essens haben wir uns – auch nach einem Blick auf den Wetterbericht – dazu entschlossen, Freitagmorgen ganz zeitig abzubauen und dann zu schauen, wie das Wetter am Nachmittag so bleiben würde.

Nach drei sehr späten Folgen S.H.I.E.L.D. ist Tim dann deutlich nach Mitternacht in sein Zelt gekrochen.

05.08.2016 – Freitag

Um 8 Uhr ist Alex angefangen, die ersten Klamotten aus dem Zelt nach draußen zu stellen. Der Wetterbericht sagte für Freitag Sonnenschein mit leichter Bewölkung und für Samstag Regen voraus. Daher haben wir – wie fast immer – unseren Abreisetag um einen nach vorne verlegt. Wir wollten in Ruhe alles verstauen und dann gegen 15 Uhr – wenn die Schranke wieder aufmacht – den Platz verlassen. Tim und Ben sind los zum Bäcker und wir haben schon weiter rumgeräumt. Tims Zelt hatte ich auch schon zusammengerollt und in der passenden Tasche untergebracht.

Der Aufbruch wird vorbereitet

Der Aufbruch wird vorbereitet

Damit Ben uns nicht zwischen den Beinen rumläuft, ist er nach dem Einkaufen mit Tim zum Spielplatz gewandert. In der Zeit haben Alex und ich das Zelt “hochgebockt” und Alex hat die Wände und geputzt. Ich habe in der Zeit alle Flüssigkeiten entsorgt, die Fahrräder für die Träger vorbereitet und dann haben wir die Seitenteile zusammengefaltet und im doppelten Kofferraumboden des Yeti verstaut. Als wir gerade das Dach der Vorzeltes aus der Kederleiste gezogen und auf dem Vorzeltteppich ausgelegt hatten, fing es leicht an zu stippeln. Also schneller geputzt und getrocknet, zusammengefaltet und dann kam auch schon ein Sturzbach runter. Das Vorzelt haben wir gerade noch so in den Wohnwagen schmeißen können, damit es trocken bleibt.

Die Planen, die noch draußen lagen, waren aber klatschnass. Super, irgendwas ist ja immer. Der Schauer dauerte aber nur gute 10 Minuten und dann schien wieder halbwegs die Sonne. Haben die dann einfach ‘ne halbe Stunde liegen gelassen, dann konnte man sie zumindest verstauen und zu Hause noch mal lüften. Und dann hatten wir ganz plötzlich bis auf den Campingtisch und die Stühle alles verpackt. Und die Klamotten kommen alle in den Kofferraum des Yeti. Also Tisch gedeckt und gefrühstückt. Danach war’s viertel vor 12 … um 13 Uhr machen die Schranken zu. Alle gucken sich an … spülen können wir auch zu Hause! Ich unter die Dusche gesprungen, das dreckige Geschirr in Spülwannen in das Badezimmer vom Wohnwagen, Alex duschen, ich den Kofferraum gepackt und die Stützen vom Wohnwagen hochgekurbelt.

Die WLAN-Karte mit 15 Tagen Restnutzungsdauer den Platznachbarn vermacht, Yeti vor den Wohnwagen, ein bisschen vor und zurück rangiert … 12:48 Uhr fuhren wir durch die Schranke vom Campingplatz runter :-) Warum noch 2 Stunden rumsitzen und warten, dass der Tag rumgeht? An der Rezeption habe ich noch die Einfahrtkarte abgegeben und habe nachgefragt, was das Ausmessen unseres Platzes ergeben hätte. War natürlich nicht geschehen und nach der Reaktion zu urteilen wird das auch nicht passieren. Ich habe aber den Differenzbetrag zur nächstkleineren Parzelle erstattet bekommen. Alles gut.

Zum letzten Mal auf dem Campingplatz essen

Zum letzten Mal auf dem Campingplatz essen

Kurz darauf rollte das Gespann! An der “letzten Tanke vor der Autobahn” wurde Sprit bis zum Anschlag rein gepumpt und dann ab dafür. Jedenfalls so schnell es der Verkehr zuließ … und das war zumeist Stau. recht schnell korrigierte das Garmin die Ankunftszeit immer weiter nach hinten, bis schließlich aus 16:45 Uhr irgendwas um 18:30 Uhr wurde. Das hat dann auch gut geklappt – sieht man von den üblichen Spacken auf der Bahn mal ab. Ich bin ja echt für ein Tempolimit.

Wir haben den Wohnwagen am Freitagabend noch ausgeräumt und dann Pizza bestellt. Urlaub zu Ende!