Elberadweg: von Cuxhaven nach Lauenburg
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Glückstadt bis Hamburg – 04.06.2010
Hamburg bis Lauenburg – 05.06.2010
Eckdaten
Fahrrad Lars:
- Stevens X7, Schwalbe Marathon, Parallelogram-Sattelstütze, sonst original XT Ausstattung
- mit Gepäck: 30 Kg
Fahrrad Andreas:
- Scott Purgatory, Schwalbe Land Cruiser, Sattel Selle Italia Explorer, LX-Altus-Deore Mischmasch
- mit Gepäck 30 Kg
Die Tour:
- Donnerstag:
Ab. BO: 08:04 Uhr
mit dem Zug
An. Cuxhaven: 12:27 Uhr
Ab. Cuxhaven: 14:20 Uhr
Strecke: 80,9 Km
Schnitt: 17,2 Km/h
Fahrtzeit: 4h 42m 50s
max.: 50,5 Km/h
Höhenmeter: 280
An. “Pension am Hafen” – Glückstadt: ca. 19:45 Uhr - Freitag:
Ab. Glückstadt: 09:00 Uhr
Strecke: 98,7 Km
Schnitt: 16,1 Km/h
Fahrtzeit: 6h 07m 46s
max.: 37,5 Km/h
Höhenmeter: 244
An. “Hotel Hagemann” – Hamburg: 20:15 Uhr - Samstag:
Ab. Hamburg: 13:40 Uhr
Strecke: 63 Km
Schnitt: 14,1 Km/h
Fahrtzeit: 4h 27m 28s
max.: 65,4 Km/h
Höhenmeter: 224
An. “Hotel Möller” – Lauenburg: 20:00 Uhr - Sonntag:
Ab. Lauenburg: 10:30 Uhr
Strecke: 3,73 Km
Schnitt: 6,2 Km/h
Fahrtzeit: 35m 46s
max.: 22,6 Km/h
Höhenmeter: 66
Rest mit der Deutschen Bundesbahn
An. Bad Oeynhausen: 15:38 Uhr
Am Montagabend erreichte mich eine SMS von Lars, in welcher er mich fragte, ob ich am Brückentag nach dem Donnerstag Zeit hätte. Er könne sich im Büro los eisen, sonst liegt nichts an, das Wetter soll super werden … und wir könnten dann ja unsere geplante Tour starten. Nun, da bin ich doch dabei! Es mussten zwar im Büro ein paar Steine aus dem Weg geräumt werden – oder besser Bedenken zerstreut werden ;-) – aber dann klappte das kurzfristig. Danke dafür nochmal!
Die Tour an sich hatten wir vorher schon ausbaldowert, uns fehlte nur noch ein Termin. Dass der nun so Hals über Kopf festgelegt wurde, machte nur eine nicht unwesentliche Sache etwas schwieriger: die Quartiersuche. Die Bahnkarten kann man sich einfach kaufen, hinter einem Hotel mussten wir aber hinterher suchen. Hamburg schien an diesem Wochenende eine magische Anziehungskraft auszuüben, denn alle bezahlbaren Unterkünfte waren besetzt.
Letztendlich wurde aber auch dieses Problem zu sehr später Stunde am Dienstagabend gelöst und unserer Reise stand nichts mehr im Wege.

So stand ich also um 8 Uhr morgens im Kreise der Lieben auf dem Bahnsteig in Bad Oeynhausen und wartete auf den Zug, welcher mich zunächst bis nach Kirchlengern bringen sollte. Dort wollte ich dann ein paar Minuten auf Lars warten, um dann über Osnabrück, Bremen und Bremerhaven nach Cuxhaven zu tuckern. Das war der Plan und genauso haben wir ihn dann auch ausgeführt. Die Verbindungen nach dort oben sind wirklich nicht gut, so dass das “tuckern” wörtlich zu verstehen ist. Natürlich mit dem von der Bahn gewohnten Service! Erst um ca. 12:30 Uhr standen wir vor dem Bahnhof am Zielort und sortierten unsere Habseligkeiten.
Ein wenig wollten wir uns im Ort umsehen um zumindest mal an der Kugelbake gewesen zu sein. Sind dann also mal grob in eine Richtung gefahren, haben an einem Supermarkt noch Drogerieprodukte nachgekauft und nach dem Weg gefragt, um dann festzustellen, dass wir irgendwie nicht richtig waren. Also umdrehen und ein paar hundert Meter Kilometer zurück. Dann haben wir aber alles schnell gefunden. Ist ja auch nicht so groß dort.
Im Zug haben wir uns schon die ganze Zeit vorgeredet, wie geil das erste Fischbrötchen schmecken würde, so dass genau das auch das erst Tagesziel war. Hat alles geklappt!

Frisch gestärkt ging es dann gegen halb 3 Uhr nachmittags “ernsthaft” auf große Fahrt. Der Elberadweg hinter dem Cuxhavener Hafen war leider gesperrt und wir mussten einen wenig attraktiven aber nicht sonderlich großen Umweg entlang viel befahrener Hauptstraßen nehmen.
Aber schon nach kurzer Zeit befanden wir uns auf der eigentlichen Strecke, die im übrigen auch in den folgenden 3 Tagen eine sehr schöne Oberfläche hatte, meist asphaltiert und insgesamt sehr gut zu befahren war.

Dazu trug sicher auch bei, dass das Wetter mit “perfekt” schon ziemlich gut umschrieben ist. Sonnenschein, angenehme 19 – 21°C und ein stetiger, kräftiger Wind von Nord-Westen. Ideale Voraussetzungen, wenn man nach Süd-Osten fahren möchte. Oben auf dem Deich sind wir teilweise mit über 30 Km/h ganz bequem dahin gerollt.
Vorbei an Altenbruch, Wehldorf und Müggendorf passierten wir nach einiger Zeit Otterndorf, ließen den Ort aber rechts liegen und entschieden uns für eine kleine Abkürzung. Wir hatten ja noch ein bisschen vor uns. Der nächste Ort war Bahrdorf, dann Belum und dort folgten wir dann nicht dem ausgeschilderten Weg, sondern fuhren auf dem Belumer Deich von hinten am “Natureum” vorbei. Das machte Spaß auf dem kleinen Weg durch den Wald auf dem Neuhäuserdeich. Dort quert man über ein Sperrwerk ein Siel.
Und direkt dahinter sind wir wieder nicht dem Weg gefolgt! Scharf links geht es direkt am Siel entlang Richtung Elbe, um danach direkt am Elbeufer weiter zu fahren. Das ist viel schöner als hinter dem Deich auf dem “offiziellen” Elberadweg! Einziger Nachteil des Abstechers ist die etwas längere Wegstrecke und die Tatsache, dass wir 2 Kilometer gegen den Wind fahren mussten. Zum wiederholten Male zeigten wir uns glücklich darüber, dass wir uns für die Fahrt Richtung Osten entschieden haben und nicht anders herum!
Fast 20 Kilometer bewegt man sich so auf einem wunderbaren Weg entlang des Deiches. Außer Schafen und Möwen haben wir dabei keine anderen Lebewesen zu Gesicht bekommen – herrlich. Schließlich erreicht man aber Freiburg und kann sich über das beschauliche Städtchen freuen.
Dahinter folgt Hamelwörden und dann schon Wischhafen, welches wir aber gar nicht erst ansteuerten. Die Fähre nach Glückstadt war unser Ziel. Dort fuhren wir ganz entspannt an den dutzenden wartender KFZ vorbei und stellten uns als erste in die Schlange.
Während der gar nicht mal so kurzen Überfahrt telefonierte ich kurz mit unserer Pension, weil ich versprochen hatte kurz Meldung zu geben, falls wir deutlich nach 19 Uhr ankommen. Und so sah es gerade aus. War aber kein Problem, man wartete auf uns. Auf der Elbe sahen wir dann die ersten richtig großen Containerschiffe. Lars war ein klein bisschen begeisterter als ich, ob der dicken Kähne.

Derweil ich mich eher an der Landschaft und dem schönen Sonnenschein erfreute. Sonne hatten wir reichlich, Wind auch und so fühlte sich denn auch die Haut an. Zumindest die im Gesicht, denn ich bin wohlweislich mit langen Ärmeln gefahren und habe auf der Fähre im Wind auch ein wenig gefroren.

Am östlichen Elbufer angekommen, benötigten wir nur noch knappe 10 Minuten bis wir in Glückstadt am Hafen waren und dort recht fix die “Pension am Hafen” gefunden haben. Das Haus bekommt eine ganz dicke Empfehlung! Sehr gastfreundlich, nett und hilfsbereit. Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt und hatten dort auch die besten Zimmer der ganzen Tour. Klasse.

Wir hatten zwei Einzelzimmer an einem kurzen, abschließbaren Flur mit einem gemeinsam zu nutzenden Bad. Ich hatte ein größeres Bett als Lars, der dafür eine zusätzliche Couch im Zimmer hatte. Schlafen würden wir beide nach einem kleinen Imbiss im Ort wohl gleich gut! Hatten ja auch ein paar Kilometer in den Beinen!


