{"id":6441,"date":"2008-11-07T23:47:00","date_gmt":"2008-11-07T22:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2008\/11\/whisky-tasting\/"},"modified":"2013-11-02T15:10:18","modified_gmt":"2013-11-02T14:10:18","slug":"whisky-tasting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2008\/11\/whisky-tasting\/","title":{"rendered":"Whisky-Tasting"},"content":{"rendered":"<div class=\"bild\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog_2008\/20081107_whisky_tasting.jpg\" width=\"250\" border=\"0\" alt=\"\"><\/div>\n<p> Zum 6. Mal ist William G. Robertson bereits in L\u00f6hne in der Werretalhalle (bzw. in einem der kleineren Veranstaltungsr\u00e4ume im unteren Teil) und stellt hochprozentige Leckereien aus seiner Heimat Schottland vor. Leider habe ich nicht alle dieser Verk\u00f6stigungen mitgemacht, sa\u00df aber nun doch schon zum <a href=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/2005\/11\/whisky-tasting-mit-william-g-robertson.html\">dritten<\/a> <a href=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/2007\/11\/whisky-tasting-mit-william-g-robertson.php\">Mal<\/a> in der wie immer ausverkauften Veranstaltung.<\/p>\n<p>William Robertson war gewohnt symphatisch und mit seinem Akzent und Anekdoten sehr kurzweilig anzuh\u00f6ren. Zwar kannte ich nach 2 bereits besuchten Tastings viele Spr\u00fcche schon, aber auch einige G\u00e4ste die tats\u00e4chlich zum 6. Mal da waren, haben sich sich bestens unterhalten. Running Gag des Abends war mein Sitznachbar, der geb\u00fcrtig aus Cambridge kam und die &#8222;Differenzen&#8220; zwischen den beiden benachbarten Insell\u00e4ndern sorgten f\u00fcr manchen Lacher. Die beiden haben sich aber in einer kleinen Pause ganz nett unterhalten.<\/p>\n<p>Nach ca. einer Viertelstunde Grundkurs in Whiskykunde gab es dann das erste Glas des Abends. Der <span style=\"font-weight:bold;\">Auchentoshan<\/span> ist ein 8j\u00e4hriger Lowland-Whisky mit 43% Alkoholgehalt. Die Besonderheit war die dreifache Destillation. In vergangenen Kursen hat Robertson noch gerne erz\u00e4hlt, dass die Amerikaner ihren Bourbon nur einmal destillieren und dass es deshalb nicht klappen kann. Die Iren destillieren dreifach &#8230; weil die ersten beiden Destillationen nichts bringen und nur die Schotten mit zweifach Destillation alles richtig machen. Nunja, nun fangen die auch ihren Schnaps \u00f6fter zu brennen. Das Ergebnis ist ein sehr heller, strohgelber Whisky, der sehr frisch und fruchtig in der Nase ist. Ganz leicht erkennt man den Sherry aus den F\u00e4ssern. <\/p>\n<p>Der Geschmack ist ganz leicht rauchig, s\u00fc\u00dflich und schwer &#8211; fast cremig und so gut wie keine Sch\u00e4rfe im Hals. Lange nachschmecken tut man den Auchentoshan nicht. Gefiel mir schon ganz gut f\u00fcr den Anfang. Aber erfahrungsgem\u00e4\u00df beginnt Herr Robertson zur Einstimmung mit einem schw\u00e4cheren Kaliber.<\/p>\n<p>Danach gab&#8217;s einen <span style=\"font-weight:bold;\">Auchroisk<\/span> von der Speyside. Der Whisky wurde 1992 destilliert und von Murray Mc David mit einem Alkoholgehalt von 46% in Flaschen abgef\u00fcllt, nachdem er 10 Jahre in Bourbon-F\u00e4ssern und danach 5 Jahre in vorher f\u00fcr Rotwein benutzen F\u00e4ssern lagerte. Es handelte sich hier um eine Jahrgangsabf\u00fcllung, bei der wirklich nur F\u00e4sser aus 1992 verwendet wurden. Die Farbe ist aufgrund des Weins wundersch\u00f6n dunkelbraun. Geschmacklich fand ich ihn gar nicht so weit vom Auchentoshan entfernt. Sehr, sehr mild, warm und eigentlich kein Rauch. Daf\u00fcr Spuren von S\u00fcdfr\u00fcchten und ein wenig Nu\u00df. Lecker!<\/p>\n<div class=\"bild\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog_2008\/20081107_whisky_macallan.jpg\" width=\"250\" border=\"0\" alt=\"\"><\/div>\n<p> Ebenfalls an der Speyside wurde der Star des Abends destilliert und abgef\u00fcllt. Lediglich 291 Flaschen des <span style=\"font-weight:bold;\">Macallan<\/span> wurden aus einem 1988 mit Destillat gef\u00fcllten Sherryfass nach 20 Jahren gewonnen. Nach 2 Jahrzehnten hatte der Single-Cask Whisky immer noch 54,2% Alkoholgehalt und lockte mit einer wunderbar goldgelben Farbe &#8211; genauso wie man sich einen Whisky vorstellt! Beim obligatorischen &#8222;riechen&#8220; am Glas wurde schon klar, dass man hier ein wenig Rauch erwarten durfte. Aber auch Orangen &#8211; Robertson erw\u00e4hnte noch Rosinen, die ich aber beim besten Willen nicht erkennen konnte. Der Macallan l\u00e4uft warm die Zunge entlang und enfaltet einen vollen, weichen Geschmack im Mund. Auch nachdem die Fl\u00fcsigkeit l\u00e4ngst verschwunden ist, bleibt der Geschmack. Nicht ganz zufrieden war ich mit dem Preis. Soviel Exklusivit\u00e4t und Qualit\u00e4t hat nat\u00fcrlich seinen Preis. F\u00fcr 100 Euro konnte man eine der numerierten Flaschen nach dem Tasting mit nach Hause nehmen. Ich konnte mich beherrschen ;-)<\/p>\n<p>Das war schwierig zu toppen. Also was Extravagantes. Vom <span style=\"font-weight:bold;\">Benriach<\/span> gibt es ca. 4 mal so viele Flaschen wie von dem Macallan. Der Highland-Whisky von 1994 hat eine hellgelbe, klare Farbe und schon die erste Nase machte klar, was da kommt! Torf und Rauch. Das roch wie in unserer alten Wurstkammer im Keller. Ich hatte echt sofort abgehangenen Schinken im Kopf und das Wasser lief mir im Mund zusammen. Und was soll ich sagen, das blieb auch beim Trinken so. Ganz eindeutig war hier zu schmecken, dass die Gerste f\u00fcr den Whisky \u00fcber Torf getrocknet wird. Ein wenig nussig und das Eichenfass war auszumachen, aber ansonsten dominierte schon der Rauch. Auch sehr lecker. Vor allen Dingen da er dabei kein bi\u00dfchen scharf oder streng schmeckte.<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df kredenzte uns William G. Robertson &#8211; wie bei den letzten Malen &#8211; etwas sehr eigenwilliges. Schon der Name <span style=\"font-weight:bold;\">Big Smoke<\/span> macht deutlich, wohin die Reise geht. Wir sind auf der Insel Islay in der Destillerie Aardberg, die uns hier eine 10j\u00e4hrige Abf\u00fcllung pr\u00e4sentierte. Der Big Smoke sieht gar nicht nach seinem Namen aus und ist hell und fast durchsichtig im Glas. Daf\u00fcr sollte man die Nase nicht unvorbereitet \u00fcber das Glas halten. 60% Alkohol sind ein Wort und das zweite sind die mehr als 25 ppm Phenol. Himmel, da war ja noch Feuer im Glas. Inseltypisch schmeckte man das Meer, Salz und eben Rauch vermischt mit Rauch. Mit viel Wohlwollen konnte ich noch ein bi\u00dfchen Nu\u00df entdecken. Der Big Smoke ist nicht f\u00fcr Anf\u00e4nger. Scharf, brennt lange nach, hat mir aber durchaus ein bi\u00dfchen gefallen. Aber eine ganze Flasche w\u00fcrde ich mir davon nicht ins Regal stellen. Das ist eher was f\u00fcr so eine Verk\u00f6stigung, um zu zeigen was es alles gibt. Da passt er dann aber ganz ausgezeichnet!<\/p>\n<p>Meine Reihenfolge f\u00fcr diesen Abend:<br \/>1. <span style=\"font-weight:bold;\">Macallan<\/span>, single-cask, 20 Jahre, 54,2%<br \/>2. <span style=\"font-weight:bold;\">Auchroisk<\/span>, Jahrgangsabf\u00fcllung,  15 Jahre (davon 5 im Rotweinfass), 46%<br \/>3. <span style=\"font-weight:bold;\">Benriach<\/span>, Dest.-Abf\u00fcllung, 12 Jahre, 43%<br \/>4. <span style=\"font-weight:bold;\">Auchentoshan<\/span>, 8 Jahre, dreifach destilliert, 43%<br \/>5. <span style=\"font-weight:bold;\">Big Smoke<\/span>, Abf. DTC, 10 Jahre, 60%<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr wieder!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 6. Mal ist William G. Robertson bereits in L\u00f6hne in der Werretalhalle (bzw. in einem der kleineren Veranstaltungsr\u00e4ume im unteren Teil) und stellt hochprozentige Leckereien aus seiner Heimat Schottland vor. 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