{"id":5831,"date":"2007-11-03T11:42:00","date_gmt":"2007-11-03T10:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2007\/11\/whisky-tasting-mit-william-g-robertson-2\/"},"modified":"2013-11-02T15:18:28","modified_gmt":"2013-11-02T14:18:28","slug":"whisky-tasting-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2007\/11\/whisky-tasting-2007\/","title":{"rendered":"Whisky-Tasting 2007"},"content":{"rendered":"<p>Im letzten Jahr haben wir aus terminlichen Gr\u00fcnden die <a href=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/2005\/11\/whisky-tasting-mit-william-g-robertson.html\">allj\u00e4hrliche Whiskyprobe<\/a> der VHS-L\u00f6hne schweren Herzens ausfallen lassen. In diesem Jahr war der Termin aber lang genug geplant, um wahrgenommen zu werden. Seit dem letzten Mal habe ich einige Flaschen gekauft und probiert. Gerade in der kalten Jahreszeit am Kamin mit einem St\u00fcck Schokolade ist so ein Gl\u00e4schen ein ziemlicher Genu\u00df. Den Geschmack kann ich dabei schon ganz gut einsch\u00e4tzen, also ob die jeweilige Sorte mir schmeckt oder nicht ;-) Aber weitere Feinheiten auf die man achten sollte, Hintergrundinformationen zur Destillerie oder die verwendeten F\u00e4sser kann man sich da nur im Netz zusammen klauben. Da ist so eine Verk\u00f6stigung deutlich angenehmer.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;font-size: 70%;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog_2007\/20071102_whisky_tasting.jpg\" width=\"470\" border=\"0\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Wie in den letzten Jahren auch wurden standesgem\u00e4\u00df im schottischen Kilt die Spirituosen pr\u00e4sentiert und in einem sehr am\u00fcsanten Mischmasch aus Deutsch und Englisch Anekdoten und Wissenswertes zum Wasser des Lebens zum Besten gegeben. Und zwischendurch und w\u00e4hrenddessen nat\u00fcrlich die Hauptdarsteller des Abends: die Whiskys.<\/p>\n<p align=\"center\">*****<\/p>\n<p><b>Miltonduff 8 Jahre<\/b> 46% (bottled by DTC Battlehill Collection)<br \/>Es begann gleich mit einer kleinen Besonderheit. In der recht jungen Destillerie Miltonduff an der Speyside gelegen, wird ein leckerer Whisky gebrannt, den wir in einer erst 8 Jahre alten Abf\u00fcllung testen durften. \u00dcblicherweise wird Single Malt Whisky nicht unter 10 Jahren ausgeschenkt, aber aufgrund der immer k\u00fcrzeren und weniger strengen Winter &#8211; so die Erkl\u00e4rung &#8211; beschleunigt sich derzeit auch die Reifezeit des Whisky.<\/p>\n<p>Das Aroma welches nach einer angemessenen Aufw\u00e4rmphase der Nosing-Gl\u00e4ser in der Hand vom Miltonduff entfaltet wird, ist sehr angenehm und duftig. Keine Spuren von Rauch oder muffigem Torf. Der erste Schluck pr\u00e4sentiert dann allerdings doch den Geruch des Brandes, wenn auch nur ganz leicht. \u00dcberrascht hat mich der leichte Fruchthauch im Mund mit einem leichten Gef\u00fchl nach Nu\u00df. Der strohgelbe Miltonduff f\u00fchlt sich ein wenig cremig auf der Zunge an und ist dort auf keinen Fall scharf. Sehr lecker. Ein gelungener Einstieg in den Abend.<\/p>\n<p><b>Edradour 10 Jahre<\/b> 40% (distiller&#8217;s bottling)<br \/>Ein sehr leichter Whisky mit nur 40% wurde uns als zweiter Gang gereicht. Auch hier ein angenehmes Aroma w\u00e4hrend des Anw\u00e4rmens, deutlich intensiver als das des Miltonduff. Der Geschmack ist dann \u00fcberraschend fruchtig. Da schmeckt man Orangen und Zitronen und einen Hauch S\u00fc\u00dfe. L\u00e4sst man den Whisky nach hinten \u00fcber die Zunge rinnen, kribbelt es scharf am Gaumen. Ein l\u00e4ngerer Abgang bis zum Kehlkopf. Das war gar nicht mein Geschmack. Zu hart und wie mit dem Hammer.<\/p>\n<p><b>Springbank 1996<\/b> 46% (bottled by DTC for the NC2 Collection)<br \/>Hier holte William G. Robertson etwas l\u00e4nger aus. Die mitgebrachten Flaschen sind eine Besonderheit und der teuerste Tropfen des Abend. Dieser Springbank reifte 8 Jahre lang in einem Bourbonfass, um dann weitere 2 Jahre in einem Portweinfass gelagert zu werden. Danach wurde er ungefiltert in Flaschen abgef\u00fcllt. Deutlich ist in der Flasche und im Glas die Tr\u00fcbung der Fl\u00fcssigkeit zu sehen.<\/p>\n<p>Der an der Westk\u00fcste Schottlands gelagerte Tropfen pr\u00e4sentiert sich sehr rauchig und mit viel Torf. Man schmeckt das Salz des Meeres, wenngleich der typisch kr\u00e4ftige Phenolgeschmack sich nicht in den Vordergrund dr\u00e4ngt oder sofort auff\u00e4llt. Dazu mu\u00df man schon einen zweiten Schluck nehmen. Eine leichte, wirklich schwache, fruchtige Note meint man auszumachen, wenn man ihn etwas l\u00e4nger im Mund beh\u00e4lt. Ein voller warmer Geschmack mit viel Volumen. Schon sehr lecker.<\/p>\n<p><b>Aberlour A&#8217;Bunadh<\/b> 60,5% (bottled CS distiller&#8217;s bottling)<br \/>Der st\u00e4rkste Whisky des Abends. Dieser cask-strength Whisky ist sehr dunkel, statt gold fast braun und nahezu undurchsichtig. Ein sehr volles Aroma in der Nase und der Geschmack wirkt genauso dunkel wie die Farbe. Ein sehr voller, komplexer Whisky, der warm die Kehle herunter l\u00e4uft. Ein wenig Torf und Rauch zeichnen den Speyside-Whisky aus.<\/p>\n<p>Mit einem Tropfen stillem Wasser entfaltet sich das Aroma noch einmal deutlich mehr. Trotz des hohen Alkoholgehaltes wirkt der Aberlour nicht scharf oder gar sprittig. Man kann soweit gehen und ihn als &#8222;mild&#8220; bezeichnen &#8211; auch wenn man die Nase nicht allzutief ins Glas halten sollte. 60% sind 60%!<\/p>\n<p><b>Auld Reekie (Caol Ila) 10 Jahre<\/b> 46% (bottled by DTC)<br \/>Als letzte Probe wurde uns ein Glas Whisky von der Insel Caol Ila gereicht. Der Name der Abf\u00fcllung ist Programm. &#8222;Auld Reekie&#8220; ist der Spitzname von Edingburgh, welche sie zur Zeit der Industrialisierung bekommen hat und bedeutet &#8222;die alte Rauchige&#8220;. Und genau das trifft auf diese Flasche zu. Hatten die bisher verk\u00f6stigten Abf\u00fcllungen alle zwischen 3 und 5 ppm, so gl\u00e4nzt der Auld Reekie mit 30 ppm, da ist man schon ziemlich in der N\u00e4he eines Lagavulin oder Laphroaig.<\/p>\n<p>Der fast klare Whisky wird in Bourbonf\u00e4ssern gelagert und schon das Glas auf dem Tisch riecht nach Grillen. W\u00e4hrend des Aufw\u00e4rmens in der Hand wurde der Geruch dann naturgem\u00e4\u00df noch einmal intensiver &#8211; hier wurde mit Torf gearbeitet, soviel ist sicher. Der Geschmack ist dann auch wie erwartet. Erdig im Mund, Rauch mit Rauch vermischt und der typisch phenolige Inselgeschmack nach Krankenhaus. Interessant und nicht \u00fcbel. Wobei ich einen Lagavulin in jedem Fall vorziehen w\u00fcrde. Der &#8222;Auld Reekie&#8220; hat mir da einfach zu viel Geschmack nach Feuer.<\/p>\n<p align=\"center\">*****<\/p>\n<p>Erneut ein sehr angenehmer Abend. Ich h\u00e4tte mir sogar ein Fl\u00e4schen des jungen Miltonduff mitgenommen, aber wir hatten noch vor ein wenig weiter zu ziehen und ich wollte die Flasche nicht mit mir rumtragen. Auf jeden Fall war mir der j\u00fcngste Whisky des Abends auch gleichzeitig der Liebste. Und das lag nicht daran, dass er mit 29 Euro die Flasche auch noch der erschwinglichste war. 50 Euro f\u00fcr den Edradour und den Auld Reekie waren ebenfalls wohlfeil. Da lagen der Aberlouer mit 65 und der Springbank mit 75 Euro eine Klasse dar\u00fcber. Einige der G\u00e4ste haben sich jedenfalls eingedeckt und sicher in keinem Fall ein schlechtes Gesch\u00e4ft gemacht.<\/p>\n<p>Eine sehr gute Auswahl grundverschiedener Spirituosen, alle sehr interessant, wenngleich f\u00fcr mich nur einer dabei war, den ich wirklich mochte. Meine Reihenfolge des Abends:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Miltonduff 8 Jahre<\/b> 46% (bottled by DTC Battlehill Collection)<\/li>\n<li><b>Springbank 1996<\/b> 46% (bottled by DTC for the NC2 Collection)<\/li>\n<li><b>Edradour 10 Jahre<\/b> 40% (distiller&#8217;s bottling)<\/li>\n<li><b>Auld Reekie (Caol Ila) 10 Jahre<\/b> 46% (bottled by DTC)<\/li>\n<li><b>Aberlour A&#8217;Bunadh<\/b> 60,5% (bottled CS distiller&#8217;s bottling)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Werde gleich mal im Netz st\u00f6bern.<\/p>\n<p>Da die R\u00e4umlichkeiten in der Werretalhalle immer sehr p\u00fcnktlich verlassen werden m\u00fcssen, war um viertel vor 10 schon Schlu\u00df. Wir gingen dann schnell zum Bahnhof und bekamen p\u00fcnktlich den 10 vor 10 Zug nach Oeynhausen, wo wir den Abend v\u00f6llig unpassend ;-) bei einem Glas Weizen im Br\u00f6sel ausklingen lie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;font-size: 70%;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog_2007\/20071102_broesel.jpg\" width=\"470\" border=\"0\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Jahr haben wir aus terminlichen Gr\u00fcnden die allj\u00e4hrliche Whiskyprobe der VHS-L\u00f6hne schweren Herzens ausfallen lassen. In diesem Jahr war der Termin aber lang genug geplant, um wahrgenommen zu werden. 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