{"id":4732,"date":"2006-01-07T02:05:00","date_gmt":"2006-01-07T01:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2006\/01\/kinoplex-gibts-das-auch-in-scharf\/"},"modified":"2014-04-28T15:07:04","modified_gmt":"2014-04-28T13:07:04","slug":"kinoplex-gibts-das-auch-in-scharf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2006\/01\/kinoplex-gibts-das-auch-in-scharf\/","title":{"rendered":"Kinoplex &#8211; gibt&#8217;s das auch in scharf?"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Brief geht Montag auf die Reise. Wahrscheinlich passiert gar nix, aber wenn niemand den Mund aufmacht, gibt&#8217;s nicht mal die Chance auf Verbesserung!<\/p>\n<p><cite>KPE Multiplextheater GmbH &#038; Co. KG<br \/>KINOPLEX.DE<br \/>&#8211; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung &#8211;<br \/>Postfach 106166<br \/>40859 Ratingen<br \/>\n<br \/>\n<span style=\"text-align:right\">7. Januar 2006<\/span><br \/>\n<br \/>\n<strong>Ihr Kino in Bad Oeynhausen<\/strong><br \/>\n<br \/>\nSehr geehrte Damen und Herren,<br \/>\n<br \/>\nich gehe h\u00e4ufig ins Kino. Nicht mehr so oft wie noch vor ein paar Jahren, als 70 Besuche \u00fcblich waren. Der Nachwuchs, das eigene Haus und nicht zuletzt die mangelnde Qualit\u00e4t der \u201eWare\u201c sind Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Zum einen wird einfach nur Mist produziert \u2013 das ist nicht Ihr Ressort \u2013 zum anderen sind die Vorf\u00fchrungsbedingungen suboptimal. Beispielhaft ein kleiner Bericht der gestrigen \u201eJarhead\u201c Vorstellung im Saal 4 im Kinoplex Bad Oeynhausen:<br \/>\n<br \/>\nAm 06.01.2006 besuchte ich die &#8222;Jarhead&#8220; Vorf\u00fchrung im \u00f6rtlichen Kinoplex. Leider musste ich zweimal den Saal verlassen (und das obwohl ich Mitte\/Mitte sa\u00df), um das Personal zu bitten, den Film scharf zu stellen.<br \/>\n<br \/>\nBeim ersten Mal sagte mir der Junge am Eingang, dass w\u00e4re so gewollt. Viele Filme w\u00fcrden ja heute schon so unscharf gedreht. Nachdem ich ihn darauf hinwies, dass mir der Unterschied zwischen &#8222;k\u00f6rnig&#8220; und &#8222;unscharf&#8220; gel\u00e4ufig sei, versprach er, den Vorf\u00fchrer zu informieren.<br \/>\n<br \/>\nNach 20 Minuten Warten und anstrengenden Versuchen die Zeiteinblendungen am unteren Rand zu lesen, gelang es mir drau\u00dfen den (ich nehme an) stellvertretenden Leiter zu sprechen, der mir zusammen mit dem Vorf\u00fchrer im Saal best\u00e4tigte, dass das Bild so v\u00f6llig OK sei.<br \/>\n<br \/>\nNun hat mein letzter Augentest auf beiden Augen 100% Sehkraft ergeben. Und ich habe schon mal sowohl einen scharf eingestellten Film, als auch einen unscharfen gesehen und bilde mir ein, den Unterschied zu erkennen. Wenn der Regisseur das so gewollt hat, dann frage ich mich, warum er z.B. die Texteinblendungen auch unscharf wollte? Und nat\u00fcrlich ist mir durchaus das Stilmittel der Handkamera in dem Film bewusst, wenn z.B. eine Reporterin im Film ihren Beitrag \u00fcber die Soldaten dreht. Das soll nat\u00fcrlich so aussehen.<br \/>\n<br \/>\nIst das nur bei der Kopie\/dem Kino hier so gewesen und der Film wird anderswo korrekt vorgef\u00fchrt? Ich bef\u00fcrchte nicht, denn ich muss in Ihrem Kino des\u00f6fteren darum bitten, die Sch\u00e4rfe des Films zu justieren. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Und inzwischen habe ich auch von Besuchern anderer Kinos geh\u00f6rt, dass der Film dort absolut scharf und crisp pr\u00e4sentiert wurde. Ich gehe also davon aus, dass Ihr Personal mich entweder auf den Arm nehmen wollte, oder aber nicht in der Lage ist, die Arbeit fachgerecht zu erledigen.<br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"bild\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog\/20060706_jarhead.jpg\"> Im \u00fcbrigen mussten wir, bevor wir uns in die mit Panzertape reparierten und mit Brandl\u00f6chern versehenen St\u00fchle setzen konnten, zun\u00e4chst die Popcornreste der vorherigen Vorstellung entfernen.<br \/>\n<br \/>\nUnd f\u00fcr so eine indiskutable Vorstellung bezahle ich dann 8,40 Euro, weil ein Film \u00fcber 120 Minuten &#8222;\u00dcberl\u00e4nge&#8220; hat. &#8222;Jarhead&#8220; l\u00e4uft laut Verleih 122 Minuten. Der Film begann nach 20 Minuten Werbung um 20.35 Uhr und wir haben um 22.29 Uhr w\u00e4hrend des Abspannes den Saal verlassen. Soviel zu \u00dcberl\u00e4nge &#8230;<br \/>\n<br \/>\nIch kann die von Ihnen verlangten Preise nicht nachvollziehen, da gerade in diesem Kino die Qualit\u00e4t der Vorf\u00fchrungen meiner Meinung nach der gebotenen Leistung in keiner Weise angemessen ist. Ich besuche doch das Kino um den Film zu genie\u00dfen. Spratzelnder, knacksender Ton, zusammenbrechen der Tonkulisse auf den Center und unscharfes Bild sind st\u00e4ndige Begleiter im Kinoplex.<br \/>\n<br \/>\nIch bin vielleicht ein wenig anspruchsvoller als die meisten Ihrer G\u00e4ste, die den Kinobesuch nur noch als \u00dcberbr\u00fcckung der Zeit zwischen McDonalds und der \u00d6ffnung der Disco sehen und w\u00e4hrend des Films telefonieren oder SMS schreiben. Diese G\u00e4ste beschweren sich auch nicht, wenn in Saal 8 der Cache 3 Monate lang kaputt ist und nicht herunter f\u00e4hrt. Denen ist auch egal, wenn in den \u201eChroniken von Narnia\u201c eine Pause gemacht wird (der Film ist ja nun wirklich nicht lang!). Aber ich denke doch, dass Ihnen auch etwas anspruchsvollere Kunden am Herzen liegen und Sie Wert darauf legen, dass Ihr Kino einen guten Ruf hat. In meinem Bekanntenkreis kann ich das jedenfalls nicht beobachten.<br \/>\n<br \/>\nVor einer Preview der \u201eFantastischen Vier\u201c im Kinoplex standen 2 \u201eAufpasser\u201c des Verleihs vor dem Saal und \u201edrohten\u201c mit einer Durchsuchung. Ihnen ist sicher bekannt, dass Durchsuchungen in Deutschland nur die Polizei vornehmen darf und nicht irgendwelche kahlrasierten Gorillas. Zudem wird mir regelm\u00e4\u00dfig ein \u201eRaubkopiererspot\u201c der Kampagne \u201eHart aber Gerecht\u201c vorgef\u00fchrt. Was soll das? Ich habe doch gerade eine gro\u00dfe Menge Geld investiert, um mir den Film im Kino anzusehen.<br \/>\n<br \/>\nMir wurde erkl\u00e4rt, dass der Verleih die Vorf\u00fchrung dieser Spots vorschreibt. Nun, ich lasse mich ungern veralbern. Es ist durchaus so, dass keine derartigen Vorschriften existieren. Immerhin gibt es genug Kinos, die diese Spots ihren Kunden nicht zumuten und sie entfernen.<br \/>\n<br \/>\nFazit: Sie werfen mir potentiell kriminelle Energien vor, Sie wollen mich durchsuchen und Sie pr\u00e4sentieren mir dann eine unscharfe Vorstellung mit oftmals schlechtem Ton und l\u00fcgen mich auch noch an.<br \/>\n<br \/>\nWie gesagt, ich gehe gern ins Kino und Ihr Kino liegt 10 Fu\u00dfminuten von mir entfernt. Eigentlich ideale Bedingungen. Leider werden mir viele, viele Vorstellungen durch solche Kleinigkeiten verg\u00e4llt. Es ist jedes Mal nur ein bisschen, aber in der Summe wirkt das dann sehr unerfreulich. Und wenn dann so etwas wie gestern abend passiert, dann frage ich mich, ob ich daf\u00fcr in Zukunft bereit bin soviel Geld zu investieren.<br \/>\n<br \/>\nIch m\u00f6chte mit diesem Brief keine Freikarten \u201eabgreifen\u201c oder eine Entsch\u00e4digung verlangen! Ich m\u00f6chte, dass ich eine technisch hochwertige Vorstellung zu realistischen Preisen bekomme. Und ich m\u00f6chte einfach mal Laut geben, dass ich mit dem Gebaren der Filmindustrie in keinster Weise konform gehe. Die Leute gehen nicht weniger ins Kino, weil sie den Film aus dem Internet herunterladen, sondern aus den Gr\u00fcnden, die ich Ihnen gerade geschildert habe!<br \/>\n<br \/>\nMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\n<br \/>\nAndreas Edler<\/cite><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Brief geht Montag auf die Reise. Wahrscheinlich passiert gar nix, aber wenn niemand den Mund aufmacht, gibt&#8217;s nicht mal die Chance auf Verbesserung! KPE Multiplextheater GmbH &#038; Co. KGKINOPLEX.DE&#8211; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung &#8211;Postfach 10616640859 Ratingen 7. 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