{"id":4646,"date":"2005-11-05T18:52:00","date_gmt":"2005-11-05T17:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2005\/11\/whisky-tasting-mit-william-g-robertson\/"},"modified":"2010-12-16T20:12:10","modified_gmt":"2010-12-16T19:12:10","slug":"whisky-tasting-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2005\/11\/whisky-tasting-2005\/","title":{"rendered":"Whisky Tasting"},"content":{"rendered":"<div class=\"bild\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog\/20051104_whisky_tasting_anzeige.jpg\"><\/div>\n<p>Ich trinke schon ganz gern mal ein Gl\u00e4schen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Whiskey\">Whisky<\/a>. Wie ich auf <b>alten<\/b> Fotos gesehen habe, durchaus auch schon als J\u00fcngling *g* Allerdings immer nur Supermarkt-&#8222;Pl\u00f6rre&#8220;. Und damit ich mal was Richtiges bekomme bzw. auch erkennen kann, habe ich zu meinem diesj\u00e4hrigen Wiegenfest den Besuch eines Whisky Tastings geschenkt bekommen. Einmal im Jahr pr\u00e4sentiert die VHS-L\u00f6hne Alkoholika aus Schottland. Nat\u00fcrlich nur Single Malt. Alles andere lohnt nicht.<\/p>\n<p>Stilecht im Kilt wurden die ca. 50 G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft und es gab eine kurze Einf\u00fchrung zum Abend. Was Whisky ist, woraus und wie er gemacht wird und das die Amerikaner vielleicht Bourbon trinken, aber keinen Whisky. Bourbon wird nur einmal destilliert, schottischer Malt zweimal! Die Iren destillieren sogar dreimal &#8211; die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr war einleuchtend: die ersten beiden Durchg\u00e4nge werden einfach nichts. Aus welchen Gl\u00e4sern man trinken sollte (nein, die TV-Version mit den dicken Tumblern zu je 1\/2 Kilo ist nicht korrekt!) und womit man den Whisky trinkt. Auf jeden Fall <b>nie, nicht, unter keinen Umst\u00e4nden<\/b> mit Eis und\/oder Cola &#8211; es sei denn, es handelt sich um Bourbon &#8230; aber das ist ja auch kein Whisky. Whisky trinkt man pur und handwarm, nachdem er einige Minuten im Gas geschwenkt wurde &#8230;<\/p>\n<p>5 Sorten des &#8222;Wasser des Lebens&#8220; &#8211; wie der Whisky eigentlich hei\u00dft &#8211; mussten (naja, durften ;-) verk\u00f6stigt werden. Auf die Frage warum gerade 5, wurde nat\u00fcrlich genauso geantwortet, wie auf alle anderen intelligenten Fragen des Abends. Je weiter der Abend fortschritt desto intelligenter wurden die Fragen \u00fcbrigens &#8230; Achja, warum 5: 4 Proben sind einfach zu wenig, 6 eindeutig zu viel!<\/p>\n<p>Und dann ging es auch endlich los. Vor jeder Flasche wurde erkl\u00e4rt welche Besonderheiten der jeweilige Whisky hat, aus welcher Destillerie er stammt, wie alt er ist usw. &#8230;<\/p>\n<h4>Isle of Jura, 10 yrs. Legacy\/40%<\/h4>\n<p>Das erste Glas des Abends beeindruckte nach einer kleinen Zeit des Aufw\u00e4rmens. Auf der Insel Jura gibt es nur diese eine Destillerie und der gerade erst auf dem Markt erschienene &#8222;Legacy&#8220; war sehr warm im Mund. Der gelb-braune Whisky hatte einen sehr angenehmen, ganz leicht rauchigen und ein wenig s\u00fc\u00dfen Geschmack. Gefiel mir ausnehmend gut &#8211; und Alex auch. Die hatte arge Bedenken, weil sie eigentlich dachte keinen Whisky zu m\u00f6gen. Aber nach dem &#8222;Isle of Jura&#8220; war klar, dass wir ein Taxi nehmen w\u00fcrden!<\/p>\n<h4>Glengoyne, 10 yrs. 40%<\/h4>\n<p>Dieser Whisky hatte mit einer Besonderheit aufzuwarten: die Gerste wurde hier nicht \u00fcber einem Torffeuer getrocknet, sondern \u00fcber Gas. Dadurch fehlte Rauch im Geschmack selbstredend. Der deutlich hellere Glengoyne roch offener und frischer als der Isle of Jura. W\u00e4hrend ich bei ersterem sofort ein Kaminfeuer vor Augen hatte, war der Glengoyne bei weitem nicht so gem\u00fctlich. Er wirkte auf mich fast ein wenig fruchtig und ein bisschen scharf. Der Geschmack blieb au\u00dferdem sehr lange im Mund &#8230; musste (nein, so schlecht war er gar nicht) erst mit Wasser neutralisiert werden, bevor mit<\/p>\n<h4>Macallan 12 yrs. Elegancia 40%<\/h4>\n<p> weiter gekostet wurde! Der Speyside Whisky war von \u00f6liger Konsistenz und sehr sch\u00f6n goldfarben im Glas. William G. Robertson machte uns auf den leicht gr\u00fcnlichen Schimmer aufmerksam &#8230; den ich aber nur gegen das Licht ausmachen konnte und wahrscheinlich auch nur, weil ich schon 2 Whisky getrunken hatte ;-)Der Macallan hatte einen sehr intensiven und warmen Anfang im Mund. Hm, das schmeckte nach sehr viel mehr! Wieder dachte ich an den Kamin zu Hause, ich roch Holz und Rauch. Vielleicht ein klein wenig Frucht? Auf jeden Fall keine Sch\u00e4rfe &#8211; fast mild m\u00f6chte ich sagen. Sehr lecker!<\/p>\n<h4>Glenfarclas 105, 60%<\/h4>\n<p> Vor diesem Whisky bekamen wir erst eine kleine Einf\u00fchrung \u00fcber den Alkoholgehalt und wie er entsteht. Und die Warnung, die Nase nicht bis zum Anschlag in das Glas zu halten und zu inhalieren. 60% Alkohol sind kein Pappenstiel! Hier wurde auch ein bisschen klares Quellwasser zum Verd\u00fcnnen gereicht. Aber erst sollten wir &#8222;pur&#8220; testen. Hmja, das war was. Sehr rauchig und voll im Geschmack. Unheimlich komplex, aber trotz des Alkohols nur wenig scharf und gar nicht bei\u00dfend. Wenn man die Nase aber &#8211; wie wir es ja ausdr\u00fccklich nicht machen sollten &#8211; tief ins Glas steckte, hatte man keine Probleme mit verstopften Atemwegen mehr. Das putzte! Nach dem ersten puren Schluck verd\u00fcnnten wir den Glenfarclas mit ein paar Tropfen Quellwasser. Ich h\u00e4tte <b>nie<\/b> gedacht, dass sich das so gewaltig bemerkbar machte! Die Sch\u00e4rfe war fast vollst\u00e4ndig verschwunden, der Whisky entfaltete ein viel gelasseneres Aroma. Gem\u00fctlicher, ruhiger. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihn pur oder mit Wasser lieber mochte. Beides ausgezeichnet.<\/p>\n<h4>Laphroaig Quarter Cask 48%<\/h4>\n<p> Absichtlich bis zum Schluss hatte sich Robertson den Islay Whisky aufgehoben. Das Meer mit allen seinen Zutaten wie Teer, Tang und Salz bestimmen hier das Aroma und den Geschmack. Ich hatte vor ein paar Monaten bereits einmal eine kleine Probe zu Hause, die &#8211; sagen wir mal &#8211; ungew\u00f6hnlich war. Nach dem Aufw\u00e4rmen in der Hand wurde erstmal wieder nur das Bouquet durch die Nase und den leicht ge\u00f6ffneten Mund probiert. Ganz klar lange Krankenhausg\u00e4nge! &#8222;Phenol&#8220; wie erkl\u00e4rt wurdee. Der Laphroaig wird in vielen Foren \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt, ich dachte nach dem ersten Schluck, ich w\u00e4re beim Zahnarzt. Da habe ich zwar keine Angst vor, es ist aber definitiv nichts, wof\u00fcr ich mir einen Tag Urlaub nehmen w\u00fcrde. Ein sehr intensiver, \u00f6liger Teergeschmack. Sehr hell und ich hatte alles im Kopf, aber keine Gem\u00fctlichkeit, die ich mit einem Glas Whisky verbinde. Im Gegenteil, irgendwie dachte ich daran, dass bald wieder Winterreifen auf den Volvo m\u00fcssen &#8211; zu deutlich war der Geschmack nach Gummi. Als wenn ich eine Stra\u00dfe abgeleckt h\u00e4tte, auf der gerade ein paar Konis den Ampelstart ge\u00fcbt haben. Ich habe an dem Glas lange genippt &#8211; alle anderen im \u00fcbrigen auch. Nach &#8217;ner Viertelstunde konnte ich dem Rest in Alex&#8216; Glas sogar etwas abgewinnen. Entweder wirkten die 5 Gl\u00e4ser von vorher, oder man muss sich ganz stark an den Laphroaig gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Meine Reihenfolge f\u00fcr den Abend:<br \/>1. Macallan 12 yrs. Elegancia 40%<br \/>2. Isle of Jura 10 yrs. Legacy 40%<br \/>3. Glenfarclas 105 Cask Strength 60%<br \/>4. Glengoyne 10 yrs. 40%<br \/>5. Laphroaig Quarter Cask 48%<\/p>\n<p>Nach dem letzten Tropfen mussten wir recht fix die R\u00e4umlichkeiten r\u00e4umen, da die L\u00f6hner VHS den Saal nur bis 22.00 Uhr zur Verf\u00fcgung stellte. Ein sehr lustiger, aufkl\u00e4render Abend mit interessanten Anekdoten, leckeren Whiskys und viel Spa\u00df!<\/p>\n<p>Ein sehr sch\u00f6nes Geburtstagsgeschenk! In diesem Sinne: <b>SLAINTE MHATH!<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/blog\/20051104_whisky_tasting_robertson.jpg\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich trinke schon ganz gern mal ein Gl\u00e4schen Whisky. Wie ich auf alten Fotos gesehen habe, durchaus auch schon als J\u00fcngling *g* Allerdings immer nur Supermarkt-&#8222;Pl\u00f6rre&#8220;. 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