{"id":168028,"date":"2021-11-24T23:23:35","date_gmt":"2021-11-24T22:23:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/?p=168028"},"modified":"2021-11-28T15:47:12","modified_gmt":"2021-11-28T14:47:12","slug":"radverkehrskonzept-kreis-minden-luebbecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2021\/11\/radverkehrskonzept-kreis-minden-luebbecke\/","title":{"rendered":"Radverkehrskonzept Kreis Minden-L\u00fcbbecke"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin 2008 \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2008\/02\/runder-tisch-fahrradfreundliche-stadt-bad-oeynhausen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Ank\u00fcndigung zur Erstellung eines Radverkehrskonzepts<\/a> zur Lokalpolitik und zum ADFC gekommen. Seitdem habe ich an einiger solcher Konzepte mitgewirkt. Sicher ein gutes halbes Dutzend &#8211; in einem \u00fcberschaubaren Zeitraum von 13 Jahren und einem eingeschr\u00e4nkten Wirkungskreis, n\u00e4mlich hier der Stadt und vielleicht etwas dar\u00fcber hinaus. Allein daran kann man schon sehen, dass inhaltlich das sprichw\u00f6rtliche Rad nicht neu erfunden wird. Nun schickt sich als oder Kreis ebenfalls an, ein Radverkehrskonzept zu erstellen.<\/p>\n<p>Ich bin als aktives Mitglied des ADFC in Bad Oeynhausen ebenfalls eingeladen worden und habe mir den Nachmittag des 8. November 2021 im B\u00fcro frei genommen, um in Minden im Preu\u00dfenmuseum am Simeonsplatz an der Auftaktveranstaltung teil zu nehmen. Es stellte sich zun\u00e4chst das beauftragte Stadt- und Verkehrsplanungsb\u00fcro Kaulen aus Aachen vor und begann dann mit der Erl\u00e4uterung der Vorgehensweise zur Erstellung des Radverkehrskonzeptes. Und ich \u00e4chzte.<\/p>\n<div class=\"bild\" style=\"font-size: smaller;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/logo_rad.png\" alt=\"Logo: Fahrrad\" title=\"Logo: Fahrrad\" width=\"250\" border=\"0\"><\/div>\n<p> Es wird wieder einmal mit der meiner Meinung nach falschen Fragestellung begonnen: \u201cWo w\u00fcrden Radfahrende fahren?\u201d<br \/>\nMan m\u00f6chte Start- und Zielpunkte ermitteln und dann ein Luftliniennetz erstellen, um folgend zu schauen, ob es auf den Strecken der ermittelten Start- und Zielpunkte Radverkehrsinfrastruktur gibt.<\/p>\n<p>Es gibt dieses Netz bereits. Es besteht aus allen Stra\u00dfen, die alle m\u00f6glichen Starts und Ziele verbinden. Ich als Fahrradfahrer m\u00f6chte diese einfach nutzen k\u00f6nnen! Ich m\u00f6chte irgendwo starten und an einem beliebigen Ziel ankommen. Genauso, wie es jeder andere Verkehrsteilnehmer, der f\u00fcr sich 10m\u00b2 Fl\u00e4che beansprucht und seine 100 Kg K\u00f6rpergewicht mit 1,5 Tonnen Stahl um sich herum von A nach B bewegt auch tut. Der richtige Weg w\u00e4re zu schauen, auf welchen wenigen Strecken dieser motorisierte Individualverkehr zuk\u00fcnfig innerhalb von St\u00e4dten noch vom Start zum Ziel gelangt und alles andere f\u00fcr den Rest optimieren!<\/p>\n<p>Aber nein, wir beginnen wieder bei Adam und Eva, nehmen alle Stra\u00dfen als f\u00fcr das Auto vom Himmel gefallen hin und schauen, wie ich da noch das platz- und energiesparende Fahrrad rein quetschen kann &#8211; nat\u00fcrlich ohne dem Auto Platz weg zu nehmen. Es wird ein Radnebennetz ermittelt, das Radhauptnetz (z.B. Radschnellweg) erg\u00e4nzt und man erh\u00e4lt das Gesamtnetz &#8222;Alltagsradverkehr&#8220;. Danach wird geschaut, ob es dort Stra\u00dfen gibt. Spoiler: ja, die gibt es dort! Anhand der ermittelten Routen wird durch Befahrung der Stra\u00dfen die Qualit\u00e4t und das Vorhandensein von Radinfrastruktur ermittelt. Das als ein m\u00f6gliches Ziel sicher ein halbes Dutzend mal der Kaiser Wilhelm erw\u00e4hnt wurde &#8211; oben auf dem Berg und sicher alles andere als ein Endpunkt f\u00fcr den Alltagsradverkehr &#8211; l\u00e4sst mich ein bisschen zweifeln, was die dabei herauskommenden Routen angeht.<\/p>\n<p>Sind die Routen auf den Stra\u00dfen ermittelt, werden die Qualit\u00e4tskriterien festgelegt. Auf meine Frage, inwieweit die ERA dabei ber\u00fccksichtigt wird, wurde sehr ausweichend erl\u00e4utert, dass die ja auch nicht \u00fcberall der Weisheit letzter Schluss sei (meine \u00dcbersetzung der Antwort!). Tats\u00e4chlich wurden wassergebundene Decken im Nebennetz als v\u00f6llig in Ordnung dargestellt. Klar, ich finde es super, wenn ich bei Nieselregen mit eingesauter Hose auf der Arbeit ankomme. So wird es denn auch keine Verpflichtung geben, die definierten Qualit\u00e4tskriterien auch umzusetzen. <\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussionsrunde wies ein Teilnehmer (ich meine des Klimab\u00fcndnis Minden-L\u00fcbbecke) auf die Verteilung der Verkehrsfl\u00e4chen hin und regte an, hier umzuverteilen. Das wurde von der Pr\u00e4sentatorin aber recht schnell weg gewischt, so dass ich mich auch noch gemeldet habe und dieses Ansinnen deutlich unterstrich. Ohne eine Umverteilung wird es nicht funktionieren. Wir m\u00fcssen den Radverkehr auf allen Strecken st\u00e4rken und ein sicheres Vorkommen erm\u00f6glichen. Sonst wird das nichts mit der Verkehrswende. Ich war da etwas ausf\u00fchrlicher und sicher auch fordernder als mein Vorredner. Daraufhin meldete sich aus dem Hintergrund ein Herr (ich vermute Mitarbeiter des Kreises) und schloss das schon von vornherein ziemlich kategorisch aus. Man m\u00fcsse erstmal sehen, was man tun k\u00f6nne, ohne gleich &#8222;irgendwem was weg zu nehmen&#8220;. Ich habe daraufhin nur sehr lakonisch erwidert, dass genau das bisher der Grund ist, warum sich nichts zu Gunsten des Radverkehrs \u00e4ndert. Hatte nicht den Eindruck als h\u00e4tte das zu Am\u00fcsement hinter mir gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Insgesamt war ich von der Veranstaltung ent\u00e4uscht. Es ist alles wie immer und Menschen, die schon mehrfach an der Erarbeitung solcher Konzepte mitwirkten, werden ein D\u00e9j\u00e0-vu nach dem anderen gehabt haben.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chster Schritt wird dann im Februar 2022 das vom Planungsb\u00fcro ermittelte Streckennetz vorgestellt und in B\u00fcrgerworkshops besprochen werden. Auch das ist wie gehabt. Es wird etwas fertiges pr\u00e4sentiert, auf das dann nur noch sehr wenig Einfluss genommen werden kann. \u00c4nderungsw\u00fcnsche werden dann mit &#8222;aber wir sind doch schon einen Schritt weiter&#8220; kommentiert werden. Ich mache das offensichtlich schon zu lange mit, um optimistisch an sowas ran zu gehen.<\/p>\n<p>Bin nichtsdestotrotz auf den Fortgang gespannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin 2008 \u00fcber die Ank\u00fcndigung zur Erstellung eines Radverkehrskonzepts zur Lokalpolitik und zum ADFC gekommen. Seitdem habe ich an einiger solcher Konzepte mitgewirkt. 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