{"id":167694,"date":"2021-07-07T12:33:43","date_gmt":"2021-07-07T10:33:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/?p=167694"},"modified":"2021-07-07T12:33:43","modified_gmt":"2021-07-07T10:33:43","slug":"autofahrende-sind-meist-schuld-an-verletzten-oder-toten-radfahrenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2021\/07\/autofahrende-sind-meist-schuld-an-verletzten-oder-toten-radfahrenden\/","title":{"rendered":"Autofahrende sind meist Schuld an verletzten oder toten Radfahrenden"},"content":{"rendered":"<div class=\"bild\" style=\"font-size: smaller;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/logo_rad.png\" alt=\"Logo: Fahrrad\" title=\"Logo: Fahrrad\" width=\"250\" border=\"0\"><\/div>\n<p> Destatis hat eine Statistik u.a. zu den Schuldverh\u00e4ltnissen bei <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2020\/08\/PD20_N049_46241.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Unf\u00e4llen mit Beteiligung von Radfahrenden<\/a> ver\u00f6ffentlicht. W\u00e4hrend sich die Stammtische der Republik einig sind, dass Fahrradfahrer so gut wie alle selbstm\u00f6rderische Rambo-Radler sind, die ohne R\u00fccksicht auf geltende Regeln durch den Verkehr rasen, sieht die Realit\u00e4t ganz offensichtlich anders aus.<\/p>\n<p>Insgesamt haben Radfahrende an deutlich weniger als der H\u00e4lfte der Unf\u00e4lle mit Personenschaden die Schuld &#8211; nur 45,4% dieser Unf\u00e4lle wurden von ihnen verursacht. Nimmt man die Unf\u00e4lle mit Personenschaden, an den neben einem Radfahrenden auch ein Autofahrender beteiligt war, dann hat hier zu 76,6 % der Autofahrende die Hauptschuld. Mithin genau das, was ich in den sozialen Medien und auch hier im Blog best\u00e4ndig sage. Diese Zahl hat sich in den letzten Jahren kaum ver\u00e4ndert und spiegelt auch exakt das wieder, was ich t\u00e4glich im Stra\u00dfeverkehr erlebe.<\/p>\n<p>Ist der beteiligte motorisierte Verkehrsteilnehmer ein Berufskraftfahrender &#8211; transportiert er also G\u00fcter &#8211; sieht es noch einmal schlechter f\u00fcr den Kraftverkehr aus: in 81,2 % der F\u00e4lle hat hier der Fahrende im G\u00fcterverkehr die Hauptschuld. Also gerade diejenigen, welche den F\u00fchrerschein berufsm\u00e4\u00dfig ben\u00f6tigen und eigentlich besonders aufmerksam und unfallfrei unterwegs sein sollten, sind diejenigen, welche den Radfahrenden das Leben zur H\u00f6lle machen. Auch das ist f\u00fcr den halbwegs aufmerksamen Fahrradaktivisten keine \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>Kommen nun Unf\u00e4lle zwischen Fu\u00dfg\u00e4nger\/innen und Radfahrenden ins Spiel, verschiebt sich die Situation. Hier sind die Radfahrenden zu fast 60% die \u00dcbelt\u00e4ter. Und auch das war f\u00fcr mich erwartbar, f\u00fcr doch die in Deutschland durchweg katastrophal gel\u00f6se Separierung der Verkehrsarten dazu, dass sich gerade die schw\u00e4chsten Verkehrsteilnehmer die schmalsten und am schlechtesten gepflegten Verkehrsfl\u00e4chen teilen m\u00fcssen. Konflikte vorprogrammiert! Ich predige das im Rat und in den Aussch\u00fcssen seit 2009 und seit \u00fcber zwei Jahrzehnten in Leserbriefen und auf meiner Seite. Die gro\u00dfen Parteien, welche seit noch mehr Jahrzehnten f\u00fcr diese Situation verantwortich zeigen, sind jedoch ws das angeht mit einer enervierenden Ahnungslosigkeit geschlagen. Das ist mitunter extrem frustrierend.<\/p>\n<p>Bei Unf\u00e4llen mit Kraftradbeteilugung ist das Verh\u00e4ltnis fast 50 zu 50, was die Hauptschuld angeht. Leichter \u00dcberhang von 1,7 % zu Ungunsten des Radverkehrs.<\/p>\n<p><cite><strong><a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2020\/08\/PD20_N049_46241.html\">Autofahrerinnen und -fahrer sind h\u00e4ufigste Unfallgegner von Radfahrenden <\/a><\/strong><br \/>\nAn rund 65 200 Fahrradunf\u00e4llen mit Personenschaden war eine zweite Verkehrsteilnehmerin oder ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, in 73,9 % der F\u00e4lle war dies eine Autofahrerin oder ein Autofahrer (48 230 Unf\u00e4lle).<\/cite><\/p>\n<p>Insgesamt werden Radfahrende aber ganz offensichtlich \u00fcberwiegend verletzt und sterben, weil jemand in einem Fahrzeug mit Motor entweder nicht aufgepasst oder sogar bewusst einen Unfall in Kauf genommen hat.<\/p>\n<p>Und was tut die Polizei dagegen? Sie macht Schwerpunktaktionen &#8230; bei den Opfern! Diese werden kontrolliert und sensibilisiert. Ihnen wird eingetrichtert, dass ohne einen Helm zu fahren lebensm\u00fcde ist und man m\u00fcsse sich kleiden wie ein Tannenbaum, um gesehen zu werden. Nichts davon ist in aller Regel unfallverursachend! Aber die Fahrradlobby ist schwach und die Fahrradfahrenden mucken nicht auf. Man kann es mit ihnen halt machen und hat keine &#8222;Gegenwehr&#8220; zu erwarten. Nicht auszudenken, wenn man die eigentlichen Verursache und Gef\u00e4hrer endlich mal sinnvoll reglementieren w\u00fcrde. Obwohl, es ist auszudenken. Es ist sogar schon passiert!<\/p>\n<p>Als n\u00e4mlich die StVO-Novelle in Kraft trat, nach der schon bei einer erstmaligen Geschwindigkeits\u00fcbertretung von 21 Km\/h der F\u00fchrerschein futsch war. V\u00f6llig \u00fcberraschend (nicht!) hagelte es Fahrverbote und ganz erschrocken wurde die Novelle wegen eines Formfehlers(!) eingestampft, um dann als zahnloser Tiger wieder aufzuerstehen. Wo k\u00e4men wir denn auch hin, wenn eine der Hauptunfallursachen wirkungsvoll einged\u00e4mmt werden w\u00fcrde!?<\/p>\n<h4>Danke CDU\/CSU, danke Andreas Scheuer f\u00fcr diesen Wahnsinn!<\/h4>\n<p>Die Polizei macht neben ihrer fragw\u00fcrdigen und einseitigen Sicherheitskampagnen aber auch durch ihre Kommunikation hinsichtlich Unf\u00e4llen mit Beteilung von Radfahrenden einen eher m\u00e4\u00dfigen Job. Auch das war hier im Blog bereits dutzendfach Thema &#8211; ich hatte in den letzten Monaten schlicht keinen Bock mehr, die immer gleiche Leier zu spielen. Gleichwohl es eigentlich wichtig ist, best\u00e4ndig auf die Vers\u00e4umnisse und das schlimme Kommunikatiosnverhalten hinzuweisen. Darum hier eine willk\u00fcrlich in der Twitterbubble durchscrollende Meldung:<\/p>\n<p><cite><strong><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/4970\/4961101\">Frankfurt-Bockenheim: Schwerer Verkehrsunfall<\/a><\/strong><br \/>\n&#8230; war ein 5-j\u00e4hriger Junge auf seinem Kinderfahrrad auf der Schlo\u00dfstra\u00dfe unterwegs in Richtung der Kurf\u00fcrstenstra\u00dfe. Im Kreuzungsbereich zur Adalbertstra\u00dfe rutschte der Junge vermutlich mit seinem Fu\u00df vom linken Pedal ab und st\u00fcrzte auf die Stra\u00dfe. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der 61-j\u00e4hrige Fahrer eines Toyota neben dem radelnden Jungen und konnte der Situation nicht mehr ausweichen. Der Toyota fuhr dem Jungen \u00fcber zwei Finger der Hand &#8230;<\/cite><\/p>\n<p>Schaut man sich die Stelle auf Google-Maps an, scheint es hier einen Radstreifen auf der Fahrbahn zu geben. Laut StVO muss ein KfZ-Fahrender mindestens 1,5 Meter Abstand beim \u00dcberholen von Menschen auf Fahrr\u00e4dern einhalten, bei Kindern eher mehr. Ein f\u00fcnfj\u00e4hriger Junge ist mit ausgestreckten Armen wahrscheinlich gerade mal 1,50 Meter gro\u00df. Wenn dieser nun &#8211; aus welchen Gr\u00fcnden auch immer &#8211; st\u00fcrzt, wie zur H\u00f6lle kann der Autofahrende so nah sein, um \u00fcber die H\u00e4nde des Kindes zu fahren?<\/p>\n<p>Warum tut die Polizei nichts gegen dieses unselige und gef\u00e4hrliche dichte \u00dcberholen. Ich habe dutzende Bilder dazu hier im Blog. Achso, ich wei\u00df es! Das einzige Mal in meinem Leben, dass ich sowas angezeigt habe, sagte mir der Polizist &#8222;Kann ja nicht so schlimm gewesen sein!&#8220; (weil ich erst am n\u00e4chsten Tag zur Wache kam) und &#8222;Wieso, ist doch nichts passiert. Das sieht v\u00f6llig normal aus.&#8220; (\u00dcberholvorgang durch ein KFZ innen in einem einspurigen Kreisel mit anschlie\u00dfende Schneiden des Fahrwegs.).<\/p>\n<p>Die Politik fasst Autofahrende nicht an, weil die Lobby zu gro\u00df ist. Die Polizei fasst Autofahrende nicht an, weil sie selbst zumeist Auto f\u00e4hrt. Das ist der Grund, warum Destatis solche Statistiken ver\u00f6ffentlichen kann und muss. Durch die schlimme Kommunikation der Polizei, welche von den Lokalpostillen per Copy&#038;Paste nachgeplappert wird, sieht der \u00f6ffentliche Diskurs leider komplett anders aus und die Radfahrenden sind allesamt Kampfradler und Radrambos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Destatis hat eine Statistik u.a. zu den Schuldverh\u00e4ltnissen bei Unf\u00e4llen mit Beteiligung von Radfahrenden ver\u00f6ffentlicht. 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