{"id":158446,"date":"2014-11-05T17:15:42","date_gmt":"2014-11-05T16:15:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/?p=158446"},"modified":"2019-07-19T18:10:34","modified_gmt":"2019-07-19T16:10:34","slug":"verkehrsinfarkt-kann-man-dran-drehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2014\/11\/verkehrsinfarkt-kann-man-dran-drehen\/","title":{"rendered":"Verkehrsinfarkt? Kann man dran drehen &#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"bild\" style=\"font-size: smaller;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andreas-edler.de\/grafik\/logo_rad.png\" alt=\"Logo: Fahrrad\" title=\"Logo: Fahrrad\" width=\"250\" border=\"0\"><\/div>\n<p> Die Eidinghausener Stra\u00dfe ist dicht &#8211; ich schrieb es neulich schon mal. Ab 1 Kilometer zur\u00fcckzulegender Wegl\u00e4nge benutzen schon mehr als 50% der Bad Oeynhausener das Auto als motorisierten Individualverkehr. Gleichzeitig wurde letztlich im Workshop &#8222;Erreichbarkeit Innenstadt&#8220; im Rahmen der Untersuchungen f\u00fcr eine Klimafreundliche Mobilit\u00e4t in Bad Oeynhausen erneut gefordert, die Herforder Stra\u00dfe f\u00fcr den motorisierten Verkehr zu \u00f6ffnen und mehr (kostenlosen) Parkraum zu schaffen.<\/p>\n<p>Mein Yeti verbraucht neumal soviel Verkehrsfl\u00e4che wie jedes meiner Fahrr\u00e4der. Mein Arbeitsweg betr\u00e4gt knapp drei Kilometer. Die zur Verf\u00fcgung stehende Verkehrsfl\u00e4che ist \u00fcberall begrenzt. Man kann nicht einfach mehr Stra\u00dfenfl\u00e4che bauen. Daraus folgt ganz einfach: man muss etwas an der Nutzung dieser Verkehrsfl\u00e4chen \u00e4ndern.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAuf der Eidinghausener Stra\u00dfe stehen &#8211; unabh\u00e4ngig von der derzeitigen Sperrung der Br\u00fcckenstra\u00dfe &#8211; mehrheitlich Fahrzeuge im Stau, in denen exakt eine Person sitzt. Muss das sein? Wie lang ist der zur\u00fcckgelegte Weg dieser Menschen? Sind das wirklich alles Pendler, die bereits 20 Kilometer gefahren sind oder noch vor sich haben? Fragen, die mir spontan einfallen. In einem Workshop vor wenigen Tagen wurde erkl\u00e4rt, dass in Bad Oeynhausen \u00fcberdurchschnittlich viele Menschen in der Stadt arbeiten, in der sie wohnen. Die Stadt hat an der l\u00e4ngsten Stelle in Nord-S\u00fcd-Richtung eine Ausdehnung von 10 Kilometern, in Ost-West-Richtung sind es f\u00fcnf. Ich kenne genug Leute, deren Arbeitsweg unter 4 Kilometern ist, die trotzdem immer das Auto benutzen und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Verkehr jammern.<\/p>\n<p>Verkehr ist nicht nur Auto! Es gibt einfache M\u00f6glichkeiten, die Situation zu verbessern. Das erfordert aber ein Umdenken und Ver\u00e4ndern der Gewohnheiten. Und garantiert erfordert es Erkenntnis. N\u00e4mlich die Erkenntnis, dass ich die zugegebenerma\u00dfen in Teilen vorhandene Bequemlichkeit des motorisierten Individualverkehrs mit Unanehmlichkeiten erkaufe. Genauso habe ich Vorteile im nicht-motorisierten Individualverkehr oder \u00d6PNV, welche ich mit Unanehmlichkeiten aufrechnen muss.<\/p>\n<p>Wenn ich bei Regen irgendwo trocken ankommen m\u00f6chte, sitze ich eben mit anderen Menschen gedr\u00e4ngt im Bus und warte an Haltestellen, oder muss damit rechnen mit dem Auto im Stau zu stehen und danach Parkpl\u00e4tze zu suchen. Wenn ich mit dem Rad schnell am Stau vorbei fahren m\u00f6chte und keine Parkplatzprobleme will, dann werde ich unter Umst\u00e4nden auch mal ein bisschen nass. Gegen nasse Klamotten kann man \u00fcbrigens auf Kurzstrecken etwas tun und zudem gibt es deutlich weniger Tage an denen man nass wird, als trockene.<\/p>\n<p>Und kostenloser Parkraum? Warum? Diese Fl\u00e4che muss zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Der Weg dorthin muss zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Bad Oeynhausen macht mit Parkraum aktuell nur Verluste. Die Verkn\u00fcpfung &#8222;kein kostenloser Parkraum = weniger Kunden&#8220; ist schlicht falsch. &#8222;Kein Angebot = weniger Kunden&#8220; zieht dagegen mehr. An Tagen mit besonderen Events ist es in der Stadt n\u00e4mlich proppenvoll und die Menschen haben wunderlicherweise alle einen Parkplatz gefunden. Der kann aber aus naheliegenden Gr\u00fcnden nicht unbedingt in der Klosterstra\u00dfe sein, sondern u.U. auch im Parkhaus und man muss dann auch mal 300 Meter laufen. Das ist in keiner Stadt anders &#8211; und ich war auch schon mal au\u00dferhalb von Bad Oeynhausen einkaufen bzw. zu Besuch. \u00dcberall bezahle ich \u00fcbrigens.<\/p>\n<p>Die viel geforderte freie Stunde im Parkhaus halte ich f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig. Wer in einem Parkhaus parkt, der will in der Regel nicht nur Br\u00f6tchen holen, sondern bummelt durch die Stadt. Ich pers\u00f6nlich m\u00f6chte dann auch gar nicht eingeschr\u00e4nkt sein und nach einer Stunde zur\u00fcck. Bin ich aber l\u00e4nger da &#8230; bitte, dann st\u00f6ren mich die 1,50 Euro auch nicht ernsthaft. Vor allen Dingen nicht, wenn ich mir gleichzeitig das Auto, den Sprit f\u00fcr die Fahrt zum Ziel, die Versicherung usw. erlauben kann. Ganz ehrlich, \u00fcber 1,50 Parkgeb\u00fchren jammern, ist Jammern auf ganz hohem Niveau! Und warum sollte man das \u00fcberhaupt kostenlos zur Verf\u00fcgung stellen. Ein Privatmensch sagte unl\u00e4ngst in einer Diskussion, er k\u00f6nne seinen Parkplatz nicht kostenlos anbieten. Merkw\u00fcrdig, das Gleiche von der Kommune zu erwarten.<\/p>\n<p>Wenn wir etwas an der verkehrlichen Situation \u00e4ndern wollen, m\u00fcssen wir umdenken und vor allen Dingen selbst aktiv werden. Immer nur von anderen verlangen, funktioniert nicht. Einfach mal das Fahrrad nehmen, wenn man nur gerade im Werrepark ein Hemd kaufen will. Klingt komisch, funktioniert aber ganz genau so! Und warum nicht mit dem Rad zur Arbeit? Nat\u00fcrlich geht das, wenn man will. Man spart dadurch Geld, f\u00fchlt sich besser und entlastet die Stra\u00dfen. Dann haben es die, die wom\u00f6glich wirklich eine l\u00e4ngere Strecke zu fahren haben, einfacher. Und bitte nicht mit &#8222;Es k\u00f6nnen aber nicht alle mit dem Fahrrad &#8230; was ist mit den Alten und Gebrechlichen &#8230;&#8220; kommen &#8211; um die geht es nicht! Im Berufsverkehrstau stehen praktisch keine Alten und Gebrechlichen, die auf ein Auto angewiesen sind. Ich sehe das jeden einzelnen Morgen und Nachmittag. Ehrlich, das Argument ist nicht zielf\u00fchrend und in der Diskussion albern.<\/p>\n<p>Nach einer aktuellen Studie spart jeder gefahrene Radkilometer einer Kommune drei Euro im Jahr. Unterhalt f\u00fcr die Infrastruktur usw. &#8230; was man selbst dabei einspart ist noch mal etwas mehr. Einfach mal dr\u00fcber nachdenken!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Eidinghausener Stra\u00dfe ist dicht &#8211; ich schrieb es neulich schon mal. 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