{"id":12787,"date":"2012-09-12T21:14:45","date_gmt":"2012-09-12T19:14:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/?p=12787"},"modified":"2016-06-06T09:08:37","modified_gmt":"2016-06-06T07:08:37","slug":"sielwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-edler.de\/blog\/2012\/09\/sielwehr\/","title":{"rendered":"Sielwehr"},"content":{"rendered":"<p>Das Sielwehr ist irgendwann abg\u00e4ngig. In der seit Jahren anhaltenden Diskussion um den Fortbestand des Bauwerks in Werste ist zuletzt Bewegung gekommen. Eine Mehrvariantenanalyse wurde beauftragt, ausgef\u00fchrt und inzwischen auch allen Fraktionen pr\u00e4sentiert. Jedenfalls hat nun in den letzten beiden Tagen auch die Lokalpresse die m\u00f6glichen Versionen halbwegs ausf\u00fchrlich vorgestellt.<\/p>\n<p>Wir als Gr\u00fcne sind mit dem Fazit, welches die Verwaltung aus den Ergebnissen gezogen hat, zufrieden. Immer schon haben wir gesagt, dass die Werre durchg\u00e4ngig sein muss und wieder ein Fluss und kein Stausee sein soll. Genau dies ist auch der Wunsch aller Kommunen, die &#8222;hinter&#8220; uns an der Werre und deren Zufl\u00fcsse liegen. Wir versperren denen n\u00e4mlich plump gesagt die Natur. Besonders L\u00f6hne ist betroffen, da wir Oeynhausener deren Bem\u00fchungen um eine Renaturierung des Flusses konterkarieren, indem wir ihn bis zum L\u00f6hner Gymnasium aufstauen.<!--more--><\/p>\n<p>Die eigentlich nur machbaren L\u00f6sungen sind die sogenannten Varianten 2a, 2b und 3. Hierbei wird das Sielwehr entfernt und eine &#8222;Raue Gleite&#8220;, eine Gef\u00e4llestrecke mit durchg\u00e4ngigem Wasserfluss, geschaffen. Der Werrelauf wird in diesem Bereich in einem renaturierten Flussbett gef\u00fchrt und die Uferbereiche rechts und links (welche sich dann immer noch im Bereich des aktuellen Ufers befinden) dienen als \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen. Es entsteht so in kurzer Zeit eine nat\u00fcrliche Aue. Der Wasserspiegel der Werre sinkt dabei im Bereich des Kanutenheims um lediglich 80 Zentimeter. Damit der Fluss trotzdem eine Tiefe hat, die einen stetigen Durchfluss ohne stehendes Gew\u00e4sser erm\u00f6glicht, wird die Flu\u00dfsohle angehoben. Dadurch wird die Werre im Bereich des Kanuheimes eine Tiefe von ca. 1 Meter erhalten &#8211; bei gleicher Wassermenge wie zur Zeit.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckstau Richtung L\u00f6hne verringert sich nun wie gew\u00fcnscht. Dort sinkt der Wasserspiegel entsprechend, die Werre wird wieder zum Fluss und die L\u00f6hner k\u00f6nnen ihre bereits begonnenen Arbeiten fortsetzen. Au\u00dferdem werden hierdurch alle Anforderungen an den Klima- und Umweltschutz sowie die Europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie erf\u00fcllt. Die Kanuten k\u00f6nnen weiter Kanu fahren, die Werster behalten ihre Optik und alle sind zufrieden. I-T\u00fcpfelchen auf dem ganzen ist, dass diese Ma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert werden und die Stadt Bad Oeynhausen mit einer bis zu 90%igen Bezuschussung rechnen kann.<\/p>\n<p>Die unverst\u00e4ndlicherweise immer wieder ins Gespr\u00e4ch gebrachte &#8222;Nulll\u00f6sung&#8220;, bei der das Werrewehr einfach  belassen und instand gesetzt wird, entspricht nicht den Rahmenrichtlinien, ist nicht umweltfreundlich, behindert die L\u00f6hner und alle dahinter liegenden Kommunen, senkt die Wasserqualit\u00e4t und &#8211; zu allem \u00dcberfluss &#8211; die Stadt muss alles aus dem eigenen S\u00e4ckel zahlen &#8211; ohne einen Euro Zuschuss.<\/p>\n<p>In jedem Fall ist die Installation einer Wasserkraftanlage m\u00f6glich. Jedoch muss man bedenken, dass diese nicht zu den gef\u00f6rderten Ma\u00dfnahmen z\u00e4hlt. Hier muss die Stadt eine eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung aufmachen. Dieses Projekt ist quasi l\u00f6sgel\u00f6st von einer Umgestaltung des Wehrs zu sehen. Es geisterten enorme Erl\u00f6swerte pro Jahr durch die Presse, welche die Stadt verschenken w\u00fcrde, sollte man auf Wasserkraft verzichten. In den, dem Rat vorgestellten, Gutachten ist die Rede von 250.000 Euro &#8211; von denen Errichtung, Betrieb und Instandhaltung (so habe ich es verstanden) noch abgezogen werden m\u00fcssen. Wir haben Gutachten mit noch geringeren Werten gesehen. Man mag sich seine eigene Meinung bilden, ob es sinnvoll ist, Wasserkraft um der Wasserkraft Willen zu erzeugen und dabei den wirtschaftlichen Aspekt v\u00f6llig au\u00dfen vor l\u00e4sst. Nat\u00fcrlich kann man sagen &#8222;Hey, wir sind super klimafreundlich und regenerativ!&#8220; und dabei Geld verpulvern. Man kann aber auch vern\u00fcnftig sein.<\/p>\n<p>Eine Entscheidung hinsichtlich einer Variante mit einer &#8222;Rauen Gleite&#8220; entspricht allen Anforderungen, wird gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert und &#8211; wenn&#8217;s denn sein muss &#8211; bietet die M\u00f6glichkeit zur Nutzung der Wasserkraft. Bisher habe ich noch kein Argument geh\u00f6rt, welches dagegen spricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sielwehr ist irgendwann abg\u00e4ngig. In der seit Jahren anhaltenden Diskussion um den Fortbestand des Bauwerks in Werste ist zuletzt Bewegung gekommen. Eine Mehrvariantenanalyse wurde beauftragt, ausgef\u00fchrt und inzwischen auch allen Fraktionen pr\u00e4sentiert. 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