Kroatien 2018

17.07.2018 – Anreise

Um 3 Uhr nachts klingelte der Wecker im Smartphone und ich habe mich noch einmal umgedreht. Alex nicht, die ist gleich aufgestanden und hat angefangen, die restlichen Sachen in das bereits gepackte, angehangene und in Fahrtrichtung abgestellte Gespann zu packen. Der Eriba Nova 545 stand schon seit Wochen bei uns auf dem Hof. Musste zum TÜV, neue Reifen wegen der 100 Km/h Zulassung und außerdem liege ich da auch ganz gerne mal drin, wenn es draußen weht und regnet. Das ist fast wie Urlaub! Um viertel nach drei bin ich dann auch aus dem Bett und habe mich angezogen. Um 4 Uhr wollten wir auf die Piste und uns auf den Weg nach Solaris machen. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren. 1981 war ich zum ersten Mal auf dem Campingplatz und 1980 das erste Mal auf der anderen Seite der Halbinsel auf Lanterna. Und dem Rest der Familie gefällt es dort auch super. Besonders Ben redet seit Wochen und Monaten von nichts anderem.

Skoda Yeti mit Eriba Nova 545 bereit zur Abfahrt


Die angepeilte Startzeit haben wir um 5 Minuten gerissen. Dafür verlief die Fahrt völlig ereignis- und staulos. Alex hatte sich vorher dolle Gedanken gemacht, weil es um Paderborn rum ganz schlimm sein sollte. Aber nicht um vor 6 am Morgen. Von der Fahrt kann man tatsächlich so gut wie nichts berichten. Wir sind stoisch zwischen 85 und 100 Km/h gefahren, hatten keinen Stress mit Lastwagen – sieht man mal davon ab, dass die alle genauso schnell fahren wie wir mit dem Hänger und manchmal sogar überholen. Gegen Mittag waren wir schon in München und am Chiemsee in Bernau haben wir dann – wie im letzten Jahr – lecker gespeist. Ben wollte unbedingt dort zum “Bürger King” (Ich bin froh, dass er denkt es gäbe den nur einmal in Deutschland und das auf dem Weg nach Kroatien ;-).

Autogrill Feistritz – immer gut für die Übernachtungspause


Dann über die Grenze und zack waren wir auch schon auf dem Autogrill Feistritz, wo wir nun schon ein halbes Dutzend Mal die Nacht verbracht haben. War ziemlich wenig los, in dieser Nacht. Da standen auch schon mal Gespann an Gespann! Wir waren so früh da, dass ich noch mehrere Runden um das Gelände “spazieren” tigern konnte, bevor ich mich gegen 20:30 Uhr ins Bett gelegt habe und versuchte zu schlafen. Nachdem Nachwuchs 1.0 Nasenspray bekommen hatte, ging das dann auch. Es kam mir zwar vor, als wäre ich nur kurz weg genickert, aber da war es doch schon 5 Uhr am nächst Morgen, als ich auf die Uhr guckte!

Auf der Piste – wir waren nicht die Schnellsten

18.07.2018 – Ankunft, Aufbau, Urlaub

Um 6 Uhr sind wir wieder auf die Piste und waren fix durch den Karawankentunnel – zack – Slowenien. Auch an diesem Tag gab es überhaupt nichts aufregendes während der Fahrt. Keine wild überholenden LKW, kein platzender Reifen am Muldenkipper vor uns. Einfach nur Kilometerfressen. Ben war etwas nervig, weil ihm ständig “langweiliig” war – wie er sagte. Heilen kann man diese Langeweile ausschließlich, indem man “Cars” guckt. Vier mal lief der Film während der Fahrt auf dem Tablet. Vielleicht auch 5x … alle Erklärungen, dass Papa als kleiner Junge nicht mal ein Tablet hatte, geschweige denn Filme darauf konnten ihn nicht dazu bewegen, Autos zu zählen oder einfach mal nur so aus dem Fenster zu gucken.

Ich hatte meinen Spaß mit der SD-Karte vom Amundsen-Radio. Auf dem Rechner habe ich einen Ordner “CD”, in welchem ich immer die Lieder für meine Auto-CD hatte bzw. habe. Fein ca. 650 MB an MP3s. Auch als ich den neuen Yeti bekommen habe, der ja gar keinen CD-Player mehr hat, habe ich das so beibehalten und den Ordner einfach auf eine SD-Karte gepackt und in das Radio geschoben. Dass die SD-Karte aber 32 Gigabyte Speicher bietet, ist mir erst 2 Tage vor der Fahrt bewusst geworden. Also habe ich einfach alles mögliche zusätzlich drauf gepackt. Unter anderem einen Ordner, in dem ich alle Maxi-CDs, welche ich mir in meiner Jugend gekauft habe, gerippt abgelegt hatte :-) Ob das dem Rest der Familie so gefallen hat, weiß ich nicht. Ich fand es sehr amüsant, die Lieder von ’87 bis ca. 2000 zu hören.

Der Schlagbaum von Solaris


Gegen 10 Uhr waren wir dann endlich am altbekannten Schlagbaum zum Campingplatz und sind an der Rezeption sofort dran gekommen. Es waren zwar vielleicht ein halbes Dutzend Leute vor uns, aber wenn wir doch so nett in den Nebenraum gebeten werden, lassen wir uns das auch nicht zweimal sagen. Auf Platz A52 standen wir im letzten Jahr und diesmal sollte es A49 werden. Mal hin und gucken. Hm, Sonne hat der Platz reichlich. Und nur ein Eichenbäumchen mit einem kleinen Eichenbäumchenschatten. Der viel schönere Platz auf der anderen Seite des Weges war allerdings nicht frei, wie uns auf Nachfrage an der Rezeption beschieden wurde. Und ein anderer direkt am Volleyballfeld beim Sidro war mir nicht nach der Mütze. Muss ich eben irgendwie eine Halterung für Alex’ neue Hängematte dengeln. Im letzten Jahr habe ich mich beim Aufbau des Wohnwagens noch nicht nackig gemacht … dieses Jahr hatte ich die Plünnen aus, bevor ich die Kurbeln unten hatte. Kerl, war das heiss. Der Schweiss lief mir in Strömen am Kopf runter.

Der Caravan steht schon mal auf der richtigen Stelle


Nach und nach wurde unser Kurzzeitzuhause aber wohnlicher. Das DWT-Foyer aufgestellt, die neue Seitenwand eingehangen, ein Sonnensegel verspannt und Strom und Wasser vom Versorgungskasten auf den Stellplatz geholt. Glücklicherweise habe ich zu Hause noch ein extra Stromverlängerungskabel eingepackt, sonst hätten wir doof aus der Wäsche geschaut. Das war etwas weiter weg, als im letzten Jahr bzw. wir haben den Eriba 90° versetzt gestellt, so dass er mit dem Rücken zum Weg steht. Wir haben einen Eckplatz und dann ist zumindest zu einer Seite Ruhe … außerdem können wir so besser auf das Meer gucken. Danach habe ich noch aus einem dicken Alurohr, mit dem mein Vater immer die Sat-Schüssel an der Wohnwagendeichsel befestigt hat und welches seitdem immer im Bettkasten mitfährt, ein paar Spanngurten und dicken Bodenheringen eine Halterung für die eine Seite der Hängematte gebaut und die andere Seite mit einem Spanngurt oben im Baum befestigt. Zumindest für Alex und Nachwuchs 1.0 reicht es. Ich hänge mich da lieber nicht rein.

Ponderosa ist aufgebaut


In der Zeit waren Ben und Tim bestimmt schon dreimal im Meer und auch Alex war schon einmal im Wasser. Ich wollte aber lieber ausruhen und noch hier und da was anschließen. Den Fernseher mit der externen Festplatte und den vorher von Prime und Netflix runter geladenen Serien zum Beispiel :-) Zu guter Letzt haben wir uns auch noch mal am Aufbau der Sat-Schüssel versucht. Das hat in den letzten Jahren mangels einer freien Ausrichtung nach Süden nie geklappt. Aber nun, mit nur einem Minibäumchen hat die Sonne freie Sicht auf uns und wir auf den Himmel. Deswegen klappte es mit dem Empfang auch auf Anhieb! Da hat sich der neue Dreibeinständer von Amazon doch bezahlt gemacht. Ist dem Platznachbarn auch gleich aufgefallen. Der hatte sich genau das Teil auch schon beim Onlinehändler angesehen und hat sich das Alugestell interessiert in natura angesehen.

Hängematte hängt

Das war mal eine entspannte Anreise! Kein Stress auf der Bahn, keine Pannen, der Stellplatz total bequem zu erreichen, gleich drei Leute die mit geschoben haben (letztes Jahr haben wir einen gefragt, der interessiert zuschaute und dann nur sagte “Sorry, no english”) und sogar Fernsehen klappt. Konnte ich dann auch gleich für das Ende der Tagesetappe der Tour-de-France nutzen :-) Dann das erste Mal ins Meer. Und das auch noch an einer anderen Stelle als in den vergangenen Jahren – total verrückt! Und das ging sogar auch, vielleicht noch besser als im Vorjahr. Ben ist ganz begeistert, weil er jetzt ja auch schon das Seepferdchen hat. Bewegt sich im Wasser ein wenig wie ein Frosch, hat aber kein bisschen Angst und ist richtig fix unterwegs. Tim passt derweil gut auf und war immer dabei, wenn Ben mit seiner Brille begeistert hinter den Fischen her war.

Eins war dann am Abend aber wie in den Vorjahren: Abendessen gab’s im Galeb! Dazu ein leckeres Ožujsko – vielleicht sogar zwei – und dann war der erste Tag auch schon vorbei. Alex liegt in einer Strandmuschel, Tim auf der Liege, Ben ist in der Hängematte eingeschlafen und ich habe noch schnell den Bericht bis genau hier hin geschrieben. Angekommen!

erstes Bier im Galeb

19.07. – erster ganzer Tag

Wir haben geschlafen, bis wir von alleine wach geworden sind. Ich glaube, Alex war als erste auf den Beinen und ist mit Nachwuchs 2.0 los gezogen, um ein wenig Backwaren für das Frühstück zu besorgen. Ich habe mich noch ein paar Mal hin und her gedreht, bevor ich dann auch aufgestanden bin. Ich hatte mir vorgenommen, mehr mit dem Rad zu fahren, als im letzten Jahr. Dann mal los. Hier nach Kroatien nehme ich immer das Scott Apect 50 mit, weil die Wege doch meist gesplittet oder einfach nur festgefahrene Erde sind. Ich wollte nur einmal um den Platz fahren. Bin also auf der Strandpromenade bis zum Leuchtturm und von dort an der Lanternaküste entlang, bis auch dort der Campingplatz aufhörte. Das ist kurz vor der Mirna-Mündung. Von da geht’s einen richtig knackigen Anstieg hoch nach Tar und dann durch den Ort zurück auf die lange Zufahrtstraße nach Solaris runter. Waren 13,5 Kilometer und trotzdem ich vor 10 Uhr unterwegs war, ist mir der Schweiß immer nur so in die Augen gelaufen. Alex war mit Ben im Wasser, da bin ich doch auch nur fix aus den Klamotten und runter ins Meer. Das kam mir nach der kleinen Runde ganz schön kalt vor. Herrlich!

Premium Mobile-Homes am Strand von Lanterna


Danach gab’s Frühstück bzw. ein kombiniertes Mittagsessen! Brötchen und Kaffee. Unser Stellplatz ist einen Steinwurf vom Meer entfernt, so dass Ben abwechselnd mit Tim und dann wieder mit Alex ins Meer geht. Er ist ganz offensichtlich eine richtige Wasserratte und ständig mit der Taucherbrille auf der Nase im Wasser. Gut, dass er das Seepferdchen schon hat. Er traut sich ohne Probleme ins Tiefe (wenn einer von uns dabei ist) und kommt ganz schön fix voran. Ich war auch zwei oder dreimal im Meer. An der Stelle direkt an “unserem” Weg geht das sehr gut. Schön flache Steine, ein langer gemauerter Steg und eine Dusche direkt an der Zuwegung. Perfekt. Eigentlich ein ganz guter Stellplatz … wenn er nicht in der prallen Sonne liegen würde. Der eine Eichenbaum spendet echt überschaubar Schatten. Das war letztes Jahr viel, viel angenehmer.

Das Ende der “Lanterna-Bucht mit dem kleinen Mini-Hafen


Gestern ist uns schon einmal der Wasserschlauch zu unserm Stellplatz geplatzt. Direkt dort, wo die Gardenaspritze angeschlossen wird. Den Schlauch hatte ich im letzten Jahr in Porec besorgt und – blöderweise – natürlich den günstigsten genommen. Der ist nun nicht besonders dick und weil er sehr ungeschützt in der Sonne liegt, wird er weich und der Wasserdruck reicht, um das Material erst zu dehnen und dann zu zerreissen. Nachdem ich das gestern geflickt hatte, ist es heute zweimal hintereinander wieder passiert. Jedesmal ist der Schlauch ein paar Zentimeter kürzer. Wenn ich das fortgeführt hätte, könnten wir das Wasser am Ende des Urlaubs auch gleich aus dem Waschhaus holen.

Fernsehempfang ist auch gesichert – In die Ferne sehen ist auch möglich


Also habe ich mich gegen 15 Uhr in den Yeti gesetzt und bin nach Porec gefahren. Merkwürdigerweise wollte zu dieser temperaturmäßig anspruchsvollen Zeit der Rest der Familie gar nicht mit. So ungefähr wusste ich noch, wo der Campingzubehör-Laden lag. Beim Lidl links rein. Habe ich im Navi eingegeben und das hat mich dann irgendwo abbiegen lassen, wo es letztes Jahr irgendwie noch keinen Kreisel gab. Hier sind nur Kreisel, teilweise zwei hintereinander, so dass es kein Kreis mehr sondern eine Acht ist. Und dann kam ich dem Zentrum immer näher und dachte mir, dass das nicht sein kann. Navi aus, neu gesucht, irgendwo abgebogen … ich glaube, diejenigen die mich kennen, wissen dass ich es nicht mag, wenn ein Plan nicht funktioniert. Bin dann aber doch noch halbwegs zügig am Ziel angekommen und habe einen etwas dickeren Schlauch ergattern können.

Für das nächste Mal steht schon ein richtiger Pavillion im Amazon-Warenkorb


Danach noch in den Lidl und das Abendessen geschossen. Es gab Cevapcici-Tier und Hähnchenfleisch. Nach nicht ganz zwei Stunden war ich wieder auf dem Campingplatz und auch mit dem Ordner der Maxis auf der SD-Karte im Radio durch! Die Familie hat sich schon Sorgen gemacht, nicht wegen der Musik, aber wegen der Dauer der Fahrt. Alex hat das Essen eingeräumt und ich bin angefangen den Schlauch zusammen zu stecken. Habe natürlich auch etwas hochwertigere Anschlussstücke erworben. Das billige Set vom letzten Jahr können wir zu Hause im Kalten weiter benutzen – für hier taugt es nicht. Schöner Nebeneffekt ist, dass der Schlauch nun bis unter das Sonnenfoyer reicht! Prima, fließend Wasser am Wohnwagen.

Essen unter freiem Himmel


Danach haben wir nur noch gegammelt, ab und an ins Meer, Ben durfte anfangen “Der Gigant aus dem All” zu gucken und dann haben wir gegrillt. Das geht auf dem kleinen Camping-Gas-Grill immer noch ausreichend schnell. Dazu eine Flasche Ozujsko und um 22 Uhr war ich so müde, dass ich als erster ins Bett gegangen bin. Zweiter Tag auch vorbei!

20.07. – zweiter ganzer Tag

Aufgewacht bin ich schon recht früh, aber noch im Bett liegen geblieben. Der Rest der Sippe schnarchte und röchelte auch noch vor sich hin. Irgendwann ist Alex dann aufgestanden und hat Nachwuchs 2.0 bespaßt, der morgens früh wach ist, obwohl er abends immer bis in die Puppen wach ist. Irgendwann sind die beiden dann los und haben frische Brötchen vom Bäcker um die Ecke geholt. Hier gibt es nicht so schöne helle Brötchen mit harter Kruste. Das was hier hell ist, ist eher so ein lappiges Burgerbrötchen. Geschmacklich ganz gut, aber mir viel zu weich. Die Baguettes sind OK und die dunklen Mehrkornbrötchen auch. Die sind dann allerdings gleich deutlich härter. Ach, es ist schon schlimm hier ;-)

Für unsere Verhältnisse haben wir ziemlich früh gefrühstückt und dann nur rumgegammelt. So richtig weiß ich gar nicht mehr, was wir gemacht haben. Hier gesessen, da gelegen. Ich wollte mit dem Rad los, hatte dann aber irgendwie keine Lust. Tim, Alex und Ben sind regelmäßig die drei Schritte runter zum Meer gegangen, um sich in die Fluten zu stürzen und ich habe diesen text geschrieben und den Himmel beobachtet. Es war recht windig, so dass unser abgespanntes Sonnensegel ganz schön hoch und runter gehoben wurde. Da für den nächsten Tag etwas ruppigeres Wetter prophezeit wurde, haben wir das neu erworbene Sturmabspannband ausgepackt. Ein dicker Riemen mit – naja – massiven Heringen. Ein rechtwinkliges Blech mit einem angepunkteten Haken. Da sind aber fast alle Haken, die ich hier so habe, deutlich stabiler. Was soll’s, in den Boden gekloppt, Riemen über das Foyer geworfen und dann versucht mit der Schnalle schön straff zu spannen. Spielzeug! Die Feder ist schön massiv, die Heringe halten wider Erwarten auch ganz gut im harten kroatischen Boden, aber diese Schnalle zum Spannen ist ein Witz! Habe dann die Feder benutzt und daran einen herkömmlichen Spanngurt befestigt. Das hält! Mal gucken, wozu ich den Riemen benutzen kann.

Die Haustiere sind immer um uns herum


Aber das hat alles nichts für das flatternde Sonnensegel gebracht. Bei Amazon gab’s genug Pavillons und ich habe Alex gleich schon avisiert, für den nächsten Urlaub so ein Teil zu ordern. Auf der anderen Seite sind wir ja noch ganz am Anfang des diesjährigen Urlaubs. Und ob ich das nun für das nächste Jahr oder jetzt kaufe, ist eigentlich auch egal. Also bei Meridian in Porec geschaut und die hatten den ausgeguckten Pavillon sogar vorrätig. Zu exakt dem Preis, den auch Amazon aufrief. Noch ein bisschen Zaudern und hin und her überlegen und dann habe ich mich wieder auf den Weg nach Porec gemacht. Eine Stunde später war ich wieder am Stellplatz und hatte einen neuen Karton auf der Rücksitzbank.

Das Sonnensegel war fix abgebaut, die Erdnägel aus dem Boden raus und dann konnte das neue Teil aufgebaut werden. Ohne Anleitung, denn die liegt nicht bei. War aber nicht allzu schwer. Wenn man schon mal ein Zelt auf- und abgebaut hat, bekommt man das wohl hin. Lediglich für die kleinen Pinne, mit denen man den Zeltstoff unten an den Stützen fixieren sollte, hat Tim nach der Anleitung gegoogelt. Da konnte ich mir nicht vorstellen, dass das was intuitiv möglich war, auch die tatsächlich (für mich leicht fragwürdige) Lösung war. Ist aber so – bin gespannt, wie lange das hält. Macht keinen schlechten Eindruck das Medusa II und ich habe hier auf dem Platz auch mindestens schon vier andere davon gesehen.

Coleman Medusa II


Zwei Seitenwände sind auch dabei und wir müssen uns die Nachbarn nicht mehr angucken, die enervierend oft die Alarmanlage ihrer tollen Elektroscooter ausprobieren – oder vielleicht auch nur nicht bedienen können. Die Teile fangen jedenfalls auch bei jedem Start an zu sprechen und piepsen manchmal unmotiviert vor sich hin, obwohl von denen niemand am Platz ist. Geht den Leuten unter uns auch schon auf den Senkel. Und da die als quasi erste Aktion noch vor dem “Hallo” als wir gekommen sind, ihren Zusatzanhänger als Sichtschutz zwischen uns geschoben haben, ist mein schlechtes Gewissen die verbliebene Lücke nun auch blickdicht gemacht zu haben, recht klein.

Prima! Nun haben wir einen Pavillon und das ist viel gemütlicher als das Sonnensegel. Zur Belohnung sind wir nach dem Aufbau unter die Dusche und dann in den Galeb gegangen. Gefülltes Hacksteak mit Pommes … lecker! Nach dem Essen gab es noch etwas Live-Musik am Strand – die Tim nicht mehr mitbekommen hat, da er bereits zum Stellplatz zurück gegangen war. Alex und ich haben etwas gelauscht, während Ben auf dem Spielplatz rumtobte und dort dann auch einen Freund getroffen hat. Ein anderer kleiner Junge, der ebenfalls allein dort spielte. Ab da rannten die beiden zusammen über den Platz. Geht auf Campingplätzen meist recht fix. Für Kinder ist das toll … obwohl ich mich nicht erinnern konnte, damals mit jemand anderem gespielt zu haben. Vielleicht weil meine fast gleichaltrige Schwester immer dabei war.

Unter Bäumen sitzen und Musik hören


Nachdem wir uns mit der Familie des Jungen für den nächsten Tag verabredet haben, sind wir zurück und haben noch ein bisschen draußen unter dem neuen Pavillon gesessen, Ben hat dort Cars geschaut, ich im Internet gesurft und Alex gelesen, während Tim auf seinem Handy daddelte. Gegen Mitternacht war der Tag vorbei.

21.07.

Was eine miese Nacht! Habe nicht in den Schlaf gefunden, weil ich irgendwie Kopfschmerzen bekommen habe. Mit offenem Fenster war mir zu kalt an der Stirn, geschlossen wurde es zu stickig. Nachwuchs 1.0 schnarchte wie ein Holzfäller, draußen hat irgendeine Pumpstation enervierend gebrummt, ich musste pinkeln, aber gerade so wenig, dass ich liegen geblieben bin. Bis es dann nicht mehr ging … danach konnte ich erst recht nicht schlafen und die Stunden zogen sich ins unendliche. Bis es dann um 7 Uhr draußen begann Morgen auf dem Campingplatz zu werden, die Tablette wirkte und ich mich wie durch den Wolf gedreht zur Dusche geschlurft habe.

Nein, das fing nicht gut an. Bens erste Worte waren, dass er sich heute mit Michel – dem Jungen von gestern abend – verabredet hatte und das wiederholte er in wechselnden Wortzusammenstellungen ungefähr im Zehn-Minuten-Takt. Alex war mit Ben dann gegen 20 vor neun beim Bäcker und hat festgestellt, dass auch das zu spät ist, um die etwas festeren hellen Brötchen zu bekommen. Wir haben dann im neuen Pavillon gefrühstückt und bekamen kurz darauf auch schon Besuch von Michel und seinen Eltern. Da war Alex mit Ben gerade auf dem Sprung, dorthin zu gehen. Scheinen die beiden sich ja gefunden zu haben.

Mit dem Rad in Porec


Da der Himmel recht bewölkt war und es auch nicht über 30°C warm war, habe ich beschlossen, eine kleine Runde mit dem Rad zu drehen und bin – als Alex mit den anderen ans Meer ging – mit dem Rad los Richtung Süden. Mal schauen … Cervar Porat, die Badeinsel dahinter, FKK Ulica und dann doch bis Porec. War eigentlich ganz entspannt. Bis auf die vielen Autos auf den ausgeschilderten Radrouten. Man muss ja mit dem Kraftfahrzeug bis direkt an den Liegeplatz der öffentlichen Strände fahren. Zweieinhalb Stunden war ich unterwes und bin auf dem Weg von Porec zurück auch noch nass geworden. Da kam dann der angekündigte Regen herunter und machte aus dem trockenen roten Staub, nasse rote Matsche, die mir dann auch hinten auf dem Trikot pappte. Zurück am Campingplatz war allerdings alles trocken. Hier schien es nicht so gregnet zu haben.

Trotz erträglicher Temperatur ein bisschen kaputt

Derweil hatte Ben schon wieder Besuch von Michel und wechselte immer zwischen Stellplatz und ferngesteuerten Autos und dem Strand. Nebenbei habe ich die ganze Zeit im Netz gesurft und schaue mir Eriba Touring Trolle an. Diejenigen, welche die Kisten haben, sind begeistert. Das scheinen aber nicht so viele zu sein. Ich habe sowohl auf Lanterna, als auch hier auf Solaris Ausschau gehalten und nicht einen einzigen gefunden. Inzwischen glaube ich auch, dass der uns vielleicht doch ein wenig zu klein ist. Alternativ gucke ich nach einem Eriba Feeling 425. In den Grundrissen steht dort eine Variante mit einem Doppelbett längs im Heck und der Toilette daneben – genauso, wie wir es in unserem Nova auch haben. Das wäre klasse, allerdings finde ich davon nirgends Bilder im Netz. Womöglich muss ich im August wirklich zum Caravan-Salon.

Alex war heute im Supermarkt und hat für das Abendbrot die unvermeidlichen Cevapcici und für sich eine Dorade gekauft. Fisch ist ja so gar nicht meine Welt und als das Vieh auch noch am Stück war, habe ich die Tüte erstmal erschrocken wieder auf den Hocker gelegt. Aber Alex sagte, das Ding muss einfach so auf den Grill – nunja, das kriege ich wohl hin.

Fisch und Fleisch


So haben wir also zum Abendessen alle Mann unter unserem neuen Pavillon gesessen und uns gefreut, dass die beiden im Lieferumfang enthaltenen Seitenteile den Wind so schön abgehalten haben. Nebenbei schmurgelte das Grillgut auf dem Gasfeuer, Alex und Tim schnibbelten Paprika, Gurken und Mozzarella klein, während Ben noch schnell eine Folge guckte. Das Essen schmeckte danach auch ganz vorzüglich, der Fisch war wohl auch auf dem Gasgrill in Ordnung und dazu gab’s wieder ein Ozujsko. Morgen ist dann wieder der Galeb an der Reihe – vielleicht – wenn es trocken bleibt – auch ein Restaurant in Rovinj. Mal sehen.

22.07. – Sonntag

Die Nacht war ein wenig unruhig. Am Vorabend hat es schon aus der Ferne ziemlich geleuchtet am Himmel, das angekündigte Gewitter schien aber einen Bogen um Solaris zu machen. Der neue Pavillon hatte jedenfalls noch keinen Einsatz. Bis gegen 1 Uhr Nacht dann erste leichte Regentropfen auf die Dachhauben klatschten, das Zucken draußen heller wurde und die Tropfen auch immer dicker. Alex und ich sind dann aus den Betten und haben draußen geschaut – allerdings ohne etwas festhalten zu müssen. War nur Regen, das Gewitter schien sich über dem Meer auszutoben. Unser Platznachbar stand jedenfalls mit Kamera unten am Wasser und filmte.

Unser Blick aus dem Badezimmer


So spektakulär fand ich es dann nicht und habe erst ein bisschen unter dem Pavillon gestanden und mich gefreut, dass wir das Ding gekauft haben, um mich dann wieder ins Bett zu legen. Der nächste Morgen präsentierte dann schon wieder strahlenden Sonnenschein. Großartig etwas gemacht haben wir nicht. Alex geht netterweise jeden Morgen zum Bäcker und holt frische Brötchen und ich glaube an diesem Tag haben wir sogar mal vor halb 12 etwas gegessen. Auch dabei hat Alex sich sehr wohlwollend zum neuen Dach über dem Kopf geäußert. Die eine kleine Eiche spendet echt sehr überschaubar Schatten. So gut der Stellplatz liegt, er ist in der prallen Sonnen und jedes bisschen Schatten hilft. Da man die Seitenwände im Pavillon in 10 Sekunden von einer Seite zur anderen gehangen hat, können wir prima im Schatten essen.

Danach war nur Gammeln angesagt. Ab und zu ins Wasser und wieder zum Stellplatz. Auch so eine gute Entscheidung, dass wir im letzten Jahr gesagt haben, wir geben ein paar Taler mehr aus und buchen einen Comfort-Mare-Platz näher zum Meer. Das ist schon angenehm, so müssen wir nicht unsere Plünnen runter tragen, ausbreiten, zusammen suchen, wieder hoch tragen. Wir gehen ins Wasser und legen uns vorm Wohnwagen auf die faule Haut.

Alex gefällt’s am Galeb


Abends ging es wieder ins Galeb, wo Alex und Tim diesmal völlig unüblich jeweils Pizza bestellt haben. Ich bin aber nicht so für Veränderungen und blieb bei Fleisch mit Pommes ;-) Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Blick über’s Meer und einem kalten Ozujsko.

23.07.

Immer noch nicht Halbzeit! Mir gefällt der Urlaub diesmal echt gut. Keine Anlaufschwierigkeiten, aufbauen, in den Liegestuhl, zack, Urlaub. Auch heute wieder bis in die Puppen im Bett gelegen. Als Alex mit Ben zu seinem neuen Freund gegangen ist, habe ich mich in die Radklamotten gepellt und wollte eine kleine Runde fahren. Erst bin ich aber hinter dem Teil der Familie her gefahren, weil Alex sich per Whatsapp gemeldet hatte. Der kleine Prinz auf der Erbse, kann nicht in “fremden” Waschhäusern auf Toilette gehen :-o Als ich dort vorbei kam, war aber schon fast alles wieder gut.

Wegweiser zu den Metropolen


Also hoch nach Tar und von dort irgendwo rechts ab. Jedenfalls eine Straße, die ich in den letzten Jahren noch nicht gefahren bin. So richtig weit wollte ich gar nicht. Als ich los bin tröpfelte es ein wenig und da sollte die Tour halbwegs in der Nähe bleiben. Bin nach Rosini gefahren, von dort nach Kukci und wieder zurück zur Baredine Jama. An den wenigen Portalen unterwegs habe ich etwas Ingress gespielt. Mindestens eins der Portale habe ich sogar selbst eingereicht.

An der Höhle habe ich mich dann auf mein Garmin Edge 520 verlassen, auf welches ich zu Hause neben dem OWL-Umfeld auch alle Openstreetmap-Tiles von Istrien geladen habe. Dafür reicht der kleine Speicher gerade so aus. Hinter dem Gelände geht ein Feldweg weiter, den ich so nie gefahren wäre, aber die Radkarte von Openstreetmap sagte: “Hier geht es weiter.” Klappte auch prima. Bin durch Weinreben gefahren, entlang von gemähten und ungemähten Wiesen, durch kleine Tunnel aus Hecken, dachte ich wäre schon kurz vor dem Campingplatz … und komme kurz vor einem Wegweiser zur Baredine Jama wieder raus. Habe den Ausschnitt auf dem Edge wohl etwas klein gewählt und nicht bemerkt, dass ich halbwegs im Kreis gefahren bin :-)

Radwegroute hinter der Baredine-Jama


Noch schnell in die falsche Richtung abgebogen und einen kleinen Umweg genommen, um dann doch wieder in Tar zu landen. Habe kurz überlegt an der kleinen Eisdiele einzukehren und mich etwas zu erfrischen, aber die 4 Kilometer runter nach Solaris kühlen genug. So warm war es ja nicht – und ich auch ohne Getränke nach den etwas über zwei Stunden noch ganz gut drauf.

Am Wohnwagen begrüßten mich dann gleich vier Kinder mehr, als bei der Abfahrt. Kurz nach gezählt, nö, zwei der sechs Anwesenden haben wir selbst mitgebracht, der Rest muss sich irgendwo im Vorzelt angesammelt haben. Passiert schnell sowas, auf einem Campingplatz. Nach der Tour ein bisschen abkühlen im Meer, die neue Unterwasserkamera ausprobieren und chillen auf dem Bett im Wohnwagen. Am ganz späten Nachmittag habe ich den Grill angeworfen – beschränkt sich auf’s Gas aufdrehen und den Piezo-Zünder drücken – und die Sardellen drauf gelegt. Ich bin nicht so der Fischesser, so dass auch noch Hähnchen und Cevapcici dazu kamen.

Sonnenuntergang am Galeb


Und zum Abschluss des Tages sind wir einmal bis zum Leuchtturm und zurück gewandert. Das Eis danach haben sich alle verdient!

24.07. – Dienstag

Wenn Ben bis in die Puppen wach ist, dann schläft er morgens auch lange. Tim ist sowieso – wahrscheinlich wie alle Teenager – ein Meister im Liegenbleiben. Allerdings sind auch Alex und ich nicht unbedingt Frühaufsteher. Außer Alex, die immer schon gegen 8 bis halb 9 zum Bäcker geht, um dort noch die “schönen” Brötchen und Baguette zu besorgen, bevor sie ausverkauft sind.

Blauer Busch blüht – hat sich wohl gefreut, dass ich nicht auf ihm geparkt habe.


Zum Frühstück gegen 11 Uhr haben wir inzwischen immer drei Kinder am Tisch, weil Bens neuer Freund jetzt mit dabei sitzt. Der Wohnwagen der Familie steht recht weit oben auf dem Platz und sie gehen immer sehr früh runter an den Strand … praktisch für die beiden kleinen Jungs, dass unser Stellplatz dann direkt am Weg liegt. Und während noch die Berliner und Brötchen mit Nutella in den Mündern verschwinden, spielen die beiden Geschwister vom Platznachbarn schon mal alleine bei uns im Vorzelt, bis die beiden Jungs dazu kommen.

Danach das übliche: rumgammeln, ausruhen, Meer angucken. Am Nachmittag habe ich mir überlegt, dass es so ohne Schatten auf dem Platz doch doof ist und wir haben das zusammengerollte Sonnensegel wieder raus gekramt, ein paar Zeltstangen zusammen gesucht und dann ausprobiert, wo wir die 3×3 Meter große Plane hin spannen. Ist dann halt mitten auf dem Platz geworden, da haben wir im Laufe des Tages den meisten Schatten. Zu Hause ist es wohl sogar noch heißer als hier – unser Vorteil ist aber zum einen, dass wir uns einfach so ein Sonnensegel aufspannen können, weiterhin das Meer 30 Meter entfernt ist, dort eine kalte Dusche steht und wir keine Kleidung tragen müssen.

Wir könnten einen schlechteren Ausblick haben!


Als der Sonnenschutz stand und mangels Wind auch kein bisschen flatterte, ist Alex mit Ben und dessen Freund zum Spielplatz am Galeb gegangen, ein bisschen spielen und wieder zurück. Danach duschen, umziehen und wieder Galeb, aber diesmal zum Essen :-) Ist zwar immer das gleiche Spielchen, aber ich habe gar keine Lust, mich in das warme Auto zu setzen und in den Ort zum Essen zu fahren. Mal schauen, wir sind ja noch ein bisschen hier. Und jedesmal denke ich, wir hätten auch mal in Tar-Vabriga was essen können. Aber ich bin einfach zu bequem. Alex drängelt aber schon, die Eltern von Bens Freund waren da auch schon …

Apropos Ben, von Tim habe ich die ganze Zeit so wenig geschrieben. Auf unserem Stellplatz strahlt das WLAN ganz ausgezeichnet rein, Strom haben wir auch und Tim hat ein Smartphone. Ich habe den Eindruck, dass das einem Teenager durchaus ausreichen kann. Außerdem hat der Wohnwagen zwei geräumige Doppelbetten, so dass man den Großen meist auf dem Bett räkelnd mit dem Motorola 15 Zentimeter vorm Gesicht finden kann. Aussagegemäß ist der Urlaub ganz OK :-)

Unsere Ranch …


Als es dunkel war und kurz nach Mitternacht, schien der Mond schön auf die Küste und spiegelte sich im Wasser. Da musste ich doch schnell noch hin und mit der Fuji-Kamera versuchen ein halbwegs ordentliches Bild zu machen. Mit dem Smartphone ist bei dem Licht dann doch irgendwann Schluss. Alex ist auch noch mit runter gegangen und schaute zu, wie ich so mit meinen Croqs auf den Felsen rum kletterte. Habe ich aber nicht lange gemacht, weil man in der Nacht trotz hellem Mond echt wenig gesehen hat und ich daher auch die Algen nicht bemerkte, welche so gar keinen Halt bieten wollten.

Mond über der Adria


Folgerichtig bin ich elegant weggeglitscht, konnte mich zunächst ein bisschen fangen, habe mit den Armen gerudert und bin dann vorne rüber auf die scharfkantigen Steine gefallen. Die Kamera habe ich dabei schön hoch gehalten und den Fall mit dem rechten Schienenbein und Knie abgefangen. Was womöglich als Idee eher mittelgut war, denn das Blut und der Schmerz kamen ziemlich gleichzeitig. Blut nur wenig, Schmerz ein bisschen mehr. Ist auch ratzfatz dick geworden. Aus Bockigkeit habe ich dann eben doch noch ein Bild gemacht, was nicht mal besonders toll geworden ist und bin mit Alex – die schon dachte die linke Sehne sei wieder ab – zurück zum Wohnwagen gehumpelt. Den Dreck habe ich noch abgespült und dann habe ich mich leidend ins Bett gelegt und mir von Alex ein Kühlpack auf das Schienenbein legen lassen. Festknoten musste ich allerdings selbst, weil ich dabei wohl doch das Gesicht verzogen habe.

25.07. – Mittwoch

Als ich aufgewacht bin ging der erste Blick zum Bein. Eigentlich bin ich wegen dem Bein aufgewacht, weil die Vorderseite vom Schienenbein bei der kleinsten Berührung einen Stich los schickt. Aber die Schwellung ist stark zurück gegangen. Wird schon werden. Alex hatte schon Brötchen geholt und wir haben dann rumgedrömmelt, Tim ist mit Ben ab und zu ins Wasser gegangen und natürlich war Bens neuer Kumpel hier und hat mit gefrühstückt.

Blick auf Santa Marina


Ich habe mir gegen 11 Uhr die Fahrradklamotten übergezogen und erstmal im Stand schon voll geschwitzt. Puh. Während der Fahrt war es dann aber in Ordung. Knapp unter 30°C zeigte das Thermometer an und ich bin ein bisschen quer durch die Gegend gegondelt und habe die Portale in Ingress abgegrast. Die stehen hier ja nicht so dicht. Waren knapp 30 Kilometer kreuz und quer und wieder habe ich festgestellt, dass die meisten Autofahrer hier wirklich mit Fahrrädern auf der Fahrbahn nichts anfangen können. Gerade die Spezialisten aus den Radländern Niederlande und Dänemark taten sich heute ganz besonders hervor. Ein Däne hatte sehr viel Ausdauer beim Zeigen seines Mittelfingers aus dem Seitenfenster heraus.

Wieder am Stellplatz war ich doch ein bisschen platt – so ganz ohne Getränk in den 2 1/2 Stunden. Schnell ins Meer gehüpft und dann haben wir lecker gefrühstückt. Naja, sagen wir, wir haben die erste Mahlzeit des Tages zu uns genommen ;-)

Am Meer Fahrrad fahren … schön!


Tim fährt hier mit Ben und den anderen Kindern viel mit ferngesteuerten Autos rum. Er hat ein großes von Tamiya, Ben den kleinen Silverlit und für einen Jungen vom Nebenstellplatz hält Lightning McQueen her, der auch sehr gerne in Beschlag genommen wird. An Tims großem Renner hat sich irgendwann in den letzten Tagen ein Teller der Stoßdämpfer gelöst und ist offensichtlich vom Druck der Feder getrieben in den Weiten der kroatischen Campingplatz-Flora verschwunden. Der Wagen fährt dann zwar noch, federt aber eher geht so und zieht vor allen Dingen fies in eine Richtung. Ist kein Bein-ab, Tim wollte sich eh neue Stoßdämpfer holen, die den Wagen etwas höher legen. Nur sind die halt noch im Lager beim Versender :-)

Also haben wir etwas gebastelt und aus zufällig gefundenen Plastikringen und breiten Kabelbindern einen provisorischen Teller gebaut, welcher die Feder nun wieder hübsch spannt. Und zack, kann wieder Rennen gefahren werden.

Stoßdämpfer wieder gängig


Zum Abendbrot haben wir wieder unseren bewährten Gasgrill angeschmissen und Dorade, Hühnchen und Cevapcici zubereitet. Dazu gibt es immer Weißbrot mit frischen Tomaten, Gurken und Ozujsko. Allerdings musste Tim sein Essen unterbrechen, weil um 20 Uhr die Kinderdisco begann und der Fisch noch nicht durch war. Er ist dann erstmal als Begleitung mit, ich habe den Fisch fertig gemacht, dann hat Alex schnell gegessen und Tim abgelöst, der dann mit seinem Hähnchen dran war. Just in time Essenszubereitung.

Rio 2 auf Großbildleinwand


Nach der Kinderdisco war um 21 Uhr eine Open-Air-Kinovorstellung – Rio 2 wurde gezeigt. Und Ben durfte das erste Mal in seinem Leben ins Kino, noch dazu in der Umgebung. Hat neben den Nachbarskindern im Sand gesessen und mit offenem Mund den Film verfolgt, der in Originalsprache mit kroatischen Untertiteln gezeigt wurde. Verstanden hat er nur die Hälfte und Alex hat zum Souflieren neben ihm gesessen. Ich fand den Film übrigens auch recht amüsant. Dazu hatte der Nachbarvater noch ein slovenisches Bier in der Kühltasche und wir hatten einen netten Abend.

26.07. – Donnerstag

Ich habe das Gefühl, wir schlafen immer länger. Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn Alex ist lieberweise immer ganz früh unterwegs und holt Brötchen, um danach ins Meer zu gehen. Ich bleibe aber durchaus auch bis halb 10 in der Koje. Haben ja wirklich nichts vor. Die Schramme am Bein sieht nicht besser aus, eher im Gegenteil. Direkt um die Ränder herum ist es tief-violett.rot geworden und die Haut ist im Bereich von 20 Zentimetern um die Risse immer noch leicht rosig gefärbt. Außerdem tut jeder Schritt, der ein bisschen härter ist, weh. Auch wenn ich länger sitze und/oder liege und dann beim Aufstehen das Blut wieder mehr in das Bein fließt, zucke ich einmal zusammen. Eher geht so.

Wunde entzündet sich langsam


Trotzdem haben wir erstmal gefrühstückt. Ein letztes Mal mit Bens Kumpel Michel, der heute wieder abreist. Die Eltern haben gestern schon das Vorzelt abgebaut und wollten heute noch ein wenig den Strand genießen. Michel und Ben sind eine Herz und eine Seele gewesen und haben auch bis zur Abreise gegen Mittag intensiv miteinander gespielt. Da wir die Abreise schon zwei Tage vorher angesprochen haben, war auch der Abschied völlig in Ordnung. Tschüss, winken, nochmal tschüss, nochmal winken und dann war die Familie auch schon um die Ecke verschwunden. Auf dem Nachbarplatz sind ja noch Elias und Ewa, die auch schon ab morgens rüber kommen. Und Tim ist ebenfalls versorgt, auch wenn er die Geschwindigkeit des WLAN anprangert. Von meinem LTE-Volumen sind allerdings schon 12 GB verbraucht und nur noch 3 übrig. Das gibt’s nicht.

Alex hat mich ein paar Mal versucht zu überreden, doch wegen dem Bein einen Arzt zu konsultieren. Aber ich bin da ja eher ein wenig zurückhaltend – wegen einem Kratzer? Habe dann eine Fotostory mit meiner Schwägerin in der Schweiz gemacht, die als Intensivkrankenschwester schon die ein oder andere Infektion gesehen hat und auch die meinte, wenn es nicht schlimmer würde, sollte ich mal Wundheilsalbe ausprobieren. Paracetamol habe ich eh schon genommen, da es den Schmerz ein bisschen betäubt hat. Vorsorglich habe ich aber bereits Adressen von Ärzten raus gesucht und in Umag einen gefunden, der sehr gute Bewertungen hatte. Zudem gibt es eine Ambulanz in Novigrad auf dem Weg nach Umag – mal sehen.

Blick aus dem Lazarett


Zwischendurch waren aber sowohl der Rest der Familie als auch ich nochmal im Wasser. Das kühlt am Bein so schön :-) Irgendwie war ich mir aber doch unsicher und saß dann um kurz vor 18 Uhr schon fast im Auto, um einen Arzt zu konsultieren … und hab’s dann doch wieder gelassen.

Abends sind wir dann wie immer an jedem zweiten Tag ins Galeb gegangen und haben uns bekochen lassen. Nachwuchs 1.0 verlässt den Tisch dann meist früher als wir und geht zurück zum Wohnwagen, um in Ruhe alleine zu chillen. Nachwuchs 2.0 wollte unbedingt noch eine Nachtwanderung machen und wir haben dann den Campingplatz am Strand Richtung Santa Marina “abgewandert” und sind zurück oben am Steinbruch und danach dem Supermarkt entlang zum Wohnwagen zurück. Da ist man schon einen Dreiviertelstunde unterwegs. Dabei können wir Ben auch sicher im nächsten Jahr noch ohne Langeweile zu erzeugen zeigen, wo wir 2001 unser Zelt in den Flitterwochen aufgestellt haben.

Alex im Galeb


Kurz vorm Einschlafen hatte Ben dann noch das Glück, dass er “Knallsterne” sehen konnte. Wie fast jeden Abend ist irgendwo an einem der Locations an der Küste ein Feuerwerk und diesmal schien irgendwo bei Novigrad eines abgebrannt worden zu sein. Von knapp hinterm Galeb konnte man jedenfalls sehr zu Bens Begeisterung etwas sehen.

27.07. – Freitag

Halb zehn aufgestanden und der erste Blick ging zum Schienenbein. Nein, nicht gut. Dunkelrote, deutlich abgegrenzte Ränder um den Rand der aufgerissenen Stelle, darum dunkelviolett und vereinzelte Stippen mit Eiter (ihr habt doch schon gegessen, oder?) – und wenn ich das Bein runter halte, sticht es fies bis unter’s Knie. Wir haben erst noch das wieder von Alex frisch geholte Brot verzehrt dann habe ich noch ein paar Minuten im Wohnwagen gesessen und mit mir gehadert und dann habe ich mich angezogen, um zum Arzt zu fahren.

Verband über der Creme auf der kleinen Schramme


Die Adresse vom Doktor in Umag habe ich mir auf das Nokia gesendet, die Ambulanz in Novigrad kenne ich. Also los. Noch schnell Geld abheben am Geldautomaten der Rezeption und vorsichtshalber meinen Ausweis geben lassen und wo ich schon mal da bin, kann ich ja auch gleich fragen, wo in Novigrad womöglich ein Arzt ist. Och, so weit muss ich gar nicht. Aus dem Tor raus, links zu den Lanterna-Apartments, zack, neben der Rezeption ist eine Ambulanz. Da hätte ich mich ja gar nicht zwei Tage zieren müssen.

Im sehr angenehm klimatisierten Warteraum war niemand und ich hatte gerade Zeit, mich einmal umzudrehen, als ich auch schon rein gerufen wurde. Eine Arzthelferin bedeutete mir den Weg zum jungen Arzt, der sich das Malheur ansah und auch meinte, es wäre ein Infekt und entzündet. Wurde dann gesäubert, desinfiziert, mit einer antibiotischen Salbe eingeschmiert und verbunden. Danach noch ein Rezept für Antibiotika-Tabletten und die bereits drauf geschmierte Salbe. Die Apotheke befindet sich direkt am Ortseingang von Tar und war auch sehr angenehm klimatisiert. Insgesamt hat mich der Spaß ca. 500 Kuna gekostet (70 Euro) und wir können endlich mal die Auslandsreisekrankenversicherung in Anspruch nehmen.

Platz in der Mitte von Tar


Den Verband sollte ich bis zum nächsten Tag dran lassen, also heute kein Bad im Meer. Bin ich eh nicht so wild drauf. Also den Rest des Tages im Wohnwagen gegammelt und mit Nachwuchs 1.0 die “Agents of S.H.I.E.L.D. – Staffel 5” in OV weiter geschaut. Ben hat derweil bereits einen weiteren neuen Freund, der so langsam anfängt mit den Nachbarn und ihm zu spielen. Die Sprachbarriere – er ist Slowake – scheint weniger störend. Die Transformers-Autos reichen zur universalen Verständigung aus.

Elias spielt mit Ben


Zum Abendbrot gab es Seehecht vom Grill mit Garnelen, Cevapcici und Hähnchenfleisch. Dazu wie immer Weissbrot mit Butter. Einen Spaziergang haben wir nicht gemacht, jedenfalls keinen langen, denn an diesem Abend stand ein Jahrhundert-Schauspiel auf dem Plan. Die längste totale Mondfinsternis, die es in den nächsten 100 Jahren zu bestaunen geben wird. Wir konnten das Spektakel am Strand von Anfang an beobachten, sind aber leider ein wenig zu spät gekommen, so dass der Mond quasi schon ganz weg war. Dutzende andere Solarisaner hatten sich auf den Felsen niedergelassen, Pizza und Wein mitgebracht oder saßen nur so in den Liegestühlen und auf den Steinen.

Lecker Fisch!


Wie gut, dass ich das fast 50 Jahre alte Stativ von Papa in einem Staukasten des Wohnwagen gefunden habe. So konnte ich mich mit der Fuji gut platzieren und versuchen ein wenig mit den Knöpfen zu spielen.

Der Mond über dem Mars über Cervar-Porat

Auch wenn das mit den Fotos etwas ist, von dem ich keine Ahnung habe. Da verlasse ich mich immer auf die Automatik und hoffe, es kommt was ansehnliches bei raus. Das konnte ich beim Mond allerdings vergessen. Weder Autofokus noch die Belichtung passte. Und ich bezweifle, dass es den Leuten um mich herum besser ging, welche mit Smartphone und eingeschaltetem Blitz versuchten irgendwas auf die Speicherkarte zu bekommen.

Blutmond am Strand von Solaris


Ich bin bis zum leeren Akku am Strand geblieben – nur kurz zum Platz, um die ersten Fotos auf den Laptop zu ziehen – und habe ab und zu auf den Auslöser gedrückt. Das letzte Fitzelchen Verdunkelung war dann leider immer noch zu sehen, als die Kamera automatisch abschaltete. Alex und Tim haben den Rest der Mondfinsternis vom Platz aus angesehen, weil der Mond dort fantastisch durch eine Lücke in den Bäumen schien. Hatte sie mir auch per Whatsapp mitgeteilt … aber das Smartphone lag im Caravan. An der Küste war es aber auch schön.

28.07. – Samstag

Ausgeschlafen, gefrühstückt und rumgegammelt. Fahrrad fahren wollte ich noch nicht, da ich den Verband am Bein erst morgens zum Duschen abgemacht habe und das alles noch nicht so richtig super aussieht. Außerdem zieht es noch bei jedem Schritt. Allerdings bilde ich mir auch ein, dass die Rötung etwas kleinflächiger geworden ist, dafür der Bereich direkt um die Schnitte dicker. Und das ganze Bein ist unten bis zu den Knöcheln geschwollen und die Haut spannt. Man, man, wie alte Leute.

Tim vor der Altstadt von Rovinj


Also nur ein wenig im Meer gewesen und ansonsten Agents of S.H.I.E.L.D. weiter geschaut. Gegen 17 Uhr haben wir uns dann aber auf den Weg gemacht, um Rovinj zu besuchen. Ich war da auf dem Landweg noch nie und vor ca. 35 Jahren sind wir meiner Erinnerung nach nicht aus dem Viking-Katamaran ausgestiegen, um einen Landgang zu machen. Sind extra spät los, weil wir es zum einen abends bei Beleuchtung ansehen wollten, weil es abends kühler wird und weil wir dort zu Abend essen wollten. Die eine Stunde Fahrt war unspektakulär und ohne Maut auf der Autobahn zu zahlen auch nur knapp 5 Minuten länger. Wir haben direkt auf dem Parkplatz an der Altstadt-Halbinsel geparkt. Zwar 15 Minuten warten, bis wir auf den Platz konnten, aber dann eben sehr zentral.

Spaziergang in Rovinj


Als erstes haben wir uns ein leckeres Eis gegönnt, dann versucht Fotos zu machen … was eher semi-gut geklappt hat. Die Kirche haben wir uns noch angesehen, einmal durch die Altstadt und dann sind wir auch schon wieder zum Auto gegangen. Ohne Essen, ohne Beleuchtung, aber kühl war’s … Um kurz nach 21 Uhr sind wir wieder auf den Campingplatz gerollt, wo ich mich dann auch gleich ins Bett gelegt habe.

29.07. – Sonntag

Ich habe ewig im Bett gelegen, während Alex sich bereits wieder um Brötchen, Baguette und Kaffee gekümmert hatte. Kaffee habe ich zum Frühstück auch getrunken und mich dann wieder ins Bett gelegt. Dem Bein geht es besser, die fiese Rötung ist größtenteils einem leichten Rosa gewichen, ziehen tut es nur noch ganz leicht und nach dem langen Liegen war der Knöchel auch wieder sichtbar. Ben spielt die ganze Zeit mit den Kindern vom Platz über uns und dem slowakischen Jungen vom Platz schräg gegenüber. Die Sprache ist zwar unterschiedlich, aber das klappt trotzdem ganz klasse. Die Eltern sind auch sehr nett und wir unterhalten uns zumeist auf Englisch immer ein wenig auf dem Weg zwischen den Stellplätzen (auch um ab und zu für die Kinder zu dolmetschen).

Ben spielt mit Samko


So richtig Bock auf irgendwas hatte ich nicht und habe darum meist im Wohnwagen gelegen, bis ich mich gegen 14 Uhr doch aufgerafft habe und mit dem Rad nach Novigrad gefahren bin. Dort gibt es in Ingress ein 5er-Missions-Mosaik der Stadt. Optisch keine Pracht, aber immerhin hat man dann was im Profil, dass man da war. Danach hatte ich noch eine einzelne Mission für Antenal gefunden, so dass die 6er-Reihe im Profil gefüllt ist. Die fünf Missionen in Porec sind recht einfach, aber die Portale wirklich mies hintereinander angeordnet. Für eine schnelle Hackreihe ist das viel zu durcheinander. Man muss ständig hin und her, eine erkennbare Sinnhaftig in der Anordnung existiert offensichtlich nicht. Fünfzehn Minuten sollte jede Mission im Schnitt dauern, das klappte aber auch nur, wenn ich doch mit dem Rad fahre und es nicht schiebe. Blöd, wenn man keinen Handyhalter am Drittrad hat. Die letzte für heute geplante Einzelmission sollte eineinhalb Stunden dauern. Auch hier waren die dazugehörigen Portale wild gestreut. Aber da ich mit dem Rad unterwegs war, wurden aus drei halben Stunden nur eine und ich habe eine schicke 6er-Reihe, die sogar aussieht, wie gewollt.

Blick aus Novigrad aufs Meer


Danach ging’s über den Mirna-Damm zurück. Direkt dahinter beginnt ein Garmin-Segment, bei dem ich es im letzten Jahr (ohne zu wissen, dass da ein Segment ist) auf Platz 96 mit 12 Minuten geschafft habe. Ein sehr steiler Anstieg hoch nach Tar in der prallen Sonne. Ich war da schon zweieinhalb Stunden in der Sonne unterwegs und hatte natürlich nichts zu trinken mitgenommen. Am Campingplatz in Novigrad habe ich noch schnell ein Eis verdrückt, bevor ich den Rückweg angetreten bin. Und auf dem “Novigrad Climb” wollte ich nach 30 Metern dann auch schon absteigen und schieben. Nichts da! Musste mich zwingen nicht in den allerkleinsten Gang zu schalten, aber das kleinste Kettenblatt wurde doch benutzt. Oben in Tar musste ich mich an der Kirche auf eine Bank im Schatten setzen und ich konnte dem Wasser zusehen, wie es aus den Poren lief. Die Zeit für das Segment habe ich um 6 Minuten verbessert und bin 23 Plätze nach oben gerutscht. Nur noch drei Minuten hinter dem Schnellsten. Wie man die Strecke in drei Minuten schaffen will, entzieht sich mir aber :-) Mit meinem Bauch sicher nicht!

Völlig kaputt in Tar


Von Tar muss man dann nur noch runter nach Solaris rollen und ab und zu mal treten, damit es nicht zu langsam wird. Ein Junge auf seinem Mountainbike wollte mich immer überholen (und sah auch nicht verschwitzt aus), aber das habe ich dann doch nicht zugelassen – so alt und kaputt bin ich dann doch nicht. Erst als ich nach links zum Campingplatz und er nach rechts zu den Apartments abgebogen ist, war ich so alt und kaputt. Sogar noch älter und kaputter. Die letzten Meter bis zum Wohnwagen bin ich nur gerollt und dann musste ich mich setzen – nichts ging mehr. Mehr als 24 Stunden nichts gegessen und viel zu wenig getrunken. Ganz blöde Idee.

Alex am Galeb-Strand


Nach ein wenig Cola-Light bin ich ins Meer – Tim war schon drin – und habe mich abgekühlt. Der Rest der Familie hat das in der Zwischenzeit wohl auch schon ein paar Mal gemacht. Nach noch mehr trinken habe ich mich nur noch aufs Bett gelegt und ausgeruht – bis wir dann wie üblich runter zum Galeb geschlendert sind. Für Ben ist das das allergrößte! Und er isst jedesmal nur eine Schüssel Pommes … aber da fragt er dann auch den ganzen Tag nach :-) Zum Abschluss des Abends habe ich zusammen mit Tim dem Kleinen noch eine Taschenlampe aus dem Auto mit Panzerband an den Lenker geflanscht. Panzerband ist in den letzten Wochen Tims liebstes Spiel- und Werkzeug und als wir das aus dem Zelt geholt haben hat er damit auch noch schnell das ferngesteuerte Auto vom Nachbarjungen repariert. Die Lampe am Laufrad war fast noch besser als Pommes! Sein Kumpel von schräg gegnüber hat eine Stirnlampe vom Papa bekommen und dann sind die beiden mit Beleuchtung durch die Gegend gefetzt bis endlich Bettgehzeit war. Und ich bin mit dem Tagebuch auch wieder auf Stand :-)

30.07. – Montag

Der letzte richtige Urlaubstag begann wie immer mit einem von Alex besorgten Frühstück. Und natürlich auch wie immer reichlich spät, also eher so ein Mittagessending. Zweimal am Tag was futtern reicht bei den Temperaturen auch völlig aus.

… selbst gemachte Cevapcici


Ansonsten gibt es nichts zu erzählen. Bei uns war jeden Tag Kinderbesuch, vielleicht sogar schon etwas viel, denn Ben konnte sich teilweise gar nicht finden, mit wem er nun rumrennen sollte. Tim hat übrigens auch immer schön den Unterhalter für die Kleinen gegeben. Das kann er echt gut. Und große Augen waren immer dann angesagt, wenn er sein großes Rennauto aus dem Schrank geholt hat und damit richtig Staub aufwirbelte.

Grill ist voll


Abends kam erneut der kleine Gasgrill zum Einsatz – bei dem übrigens auch mitten im Grillen die Kartusche einfach gewechselt werden kann, wie ich jetzt aus Erfahrung weiß. Zusätzlich gab es im Supermarkt heute weder Cevapcici, noch sonst fertigen Hackbraten. Aber das was Alex da selbst gezaubert und gewürzt hat, schmeckte sogar noch besser als die gekauften Röllchen! Der Fisch klappt inzwischen auch super. Womöglich kaufe ich für zu Hause auch einen Gasgrill. Das ist schon ziemlich bequem, im Vergleich zum Hantieren mit der Holzkohle. Zum Abschluss des Tages und des Urlaubs habe ich mir an der Hand noch eine fette Blase gekloppt, als ich die Hängematte mit einem fetten Erdnagel neu befestigen musste. Die viele Schaukelei hat selbst der Betonboden Kroatiens nicht ausgehalten und ist an der einen Befestigungsstelle zerbröselt.

Papa & Sohn


Als es richtig dunkel wurde, sind wir noch einmal bis zum Leuchtturm spazieren gegangen und haben die Küste Kroatiens genutzt, um zu entspannen und durchzuatmen. Natürlich war das inzwischen beleuchtete Laufrad auch dabei!

31.07. – Dienstag

So, auf geht’s! Oder doch erst noch liegen bleiben? Beim Frühstücken haben wir uns entschieden, dass wir ab dem Mittag mit dem Abbau unserer Piselotten beginnen wollen. Also noch liegen bleiben, umdrehen und gammeln. Das übliche Frühstück besteht bei mir übrigens aus Weißbrot und Lino-Lada, einer extrem leckeren Nuss-Nougat-Creme. Leider hatten sie die im Supermarkt am letzten Tag nicht mehr, so dass wir kein Glas davon mit nach Hause nehmen konnten.

Anfangen zu packen …


Mir fällt gerade auf, dass wir mit fortschreitendem Urlaub immer weniger Fotos gemacht haben. Nicht weil es nicht mehr toll ist, sondern weil wir immer das Gleiche machen. Alex stellte sogar fest, dass sie den Campingplatz nur ein einziges Mal für die Fahrt nach Rovinj verlassen hat. Tim und Ben übrigens auch nicht öfter :-)

Ein Teil nach dem anderen verschand an diesem Morgen als in Kisten, Staufächern oder der Dachbox. Wasserversorgung zusammenrollen, Teppiche ausklopfen und dann auch das Foyer vorm Wohnwagen abbauen. Den Pavillon haben wir noch etwas stehen lassen, weil wir sonst nicht ein bisschen Schatten auf dem Stellplatz gehabt hätten. Der lag zwar echt super, aber der eine fieselige Baum war echt zu wenig. Letztes Jahr standen wir den ganzen Tag im Baumschatten. Als dann wirklich nur noch die Stühle und ein Tisch rumstanden (und die kommen in den Kofferraum), habe ich mich noch einmal in die Radklamotten geschoben. Danach waren die instant durchgeschwitzt.

Garmin Edge 520 am Scott Aspect 50


Wollte nur eine kleine Runde bis Cervar-Porta fahren. In den paar Tagen habe ich einige Ecken als Portale in Ingress eingereicht und zwei davon wurden bereits frei geschaltet – da musste ich natürlich den first capture machen. Es macht richtig Spaß mit dem Garmin Edge 520 zu fahren. Wie gut, dass ich zu Hause gespielt und mir angeeignet habe, wie man Kartenausschnitte auf das Gerät bekommt. So konnte ich beruhigt einfach irgendwo in die Pampa abbiegen und schicke Schotter- und Erdwege fahren. Die Endzündung am Schienenbein tat aber bei Schlägen und Schütteln immer noch weh und außerdem war mir auch viel zu warm, so dass ich nach knapp 16 Kilometern auch schon wieder am Stellplatz war.

Der Wald hinter Santa-Marina


Sehr zu meiner Verwunderung hatte der Rest der Familie da schon den Pavillon abgebaut und in der Tasche verstaut. Klasse! Um die Zeit warfen auch die Bäume der anderen Stellplätze ausreichend Schatten auf unsere Parzelle. Trotzdem es nur so eine kleine Runde war, hat mich das doch ziemlich geschlaucht und wir sind erstmal alle ins Wasser gegangen. Herrlich, wir hatten alle keine Lust, schon wieder nach Hause zu fahren. Naja, Nachwuchs 1.0 schon, der wollte endlich wieder Fortnite spielen und Nachwuchs 2.0 hatte Sehnsucht nach seiner Oma.

Fast alles ist verpackt


Zum Abschluss haben wir noch einmal dem Galeb einen letzten Besuch abgestattet. Allerdings war ich vor der Abfahrt offensichtlich schon so nervös, dass ich Schwierigkeiten hatte, alles aufzuessen. Das ist auch noch nicht vorgekommen. Ben wollte unbedingt noch eine Nachtwanderung machen, aber wir hatten eine viel bessere Idee und sind im Dunkeln noch einmal ins pullerwarme Meer gegangen. Das war fast wellenlos und total still – klasse. Schlafen konnte ich aber trotzdem nicht. Habe mich im Wohnwagen rumgewälzt und um halb vier oder so bin ich raus gegangen und habe im Campingstuhl die Sterne angeschaut.

01.08. – Mittwoch – Heimfahrt

Um 6 Uhr klingelte der Wecker im Handy. Alex dachte, wir wollten erst um sieben Uhr wachwerden und darum wurde sich noch einmal umgedreht. Vor allen Dingen, da ich alles andere als wach war. Eine Stunde später hat Alex dann zum letzten Mal Baguette gekauft, die wir aber nur für die Fahrt eingepackt haben, denn wir wollten uns unterwegs ein paar Brote machen. Lieber noch mal ins spiegelglatte Meer gehen. Man konnte ohne Brille ganz bequem bis auf den Grund schauen und dort jede Einzelheit erkennen! Das Wasser ist in Kroatien wirklich wunderbar – einer der Gründe, warum wir immer wieder hierher fahren.

Unser Stellplatz der letzten zwei Wochen


Dann geduscht, Stühle und Tische verstaut – ich habe auch vor dem Einräumen des Kofferraum daran gedacht, die Anhängerkupplung zu montieren – noch mal ins Waschhaus, nochmal zum Meer gucken, nochmal den Platz nach vergessenen Spielzeugen absuchen, nochmal zum Meer gucken und dann das Auto vor den Caravan spannen. Vom Platz runter ziehen war kein Problem, das Gespann stand ja direkt an der Zufahrtstraße. Alle noch einmal umschauen, dann noch mal aussteigen und noch mal auf Toilette … noch mal am Platz gucken, ob was liegen geblieben ist, dann musste noch mal jemand *seufz* und dann ging es endlich los. Jedenfalls bis hinter die Schranke, da wollte der Papa dann noch mal ein Foto haben :-)

Skoda Yeti mit Eriba Nova 545 am Tor von Solaris


Und dann richtig los! Den Weg finde ich inzwischen auch fast ohne Navi. An der Grenze sind wir wieder über den kleinen Grenzübergang geführt worden, an dem es sich diesmal ziemlich staute – schon den Berg runter. Danach die Küste entlang bis Koper und ab da waren wir wieder auf dem “normalen” Route bis Ljubljana. Die Fahrt verlief recht OK. Es war zwar viel Verkehr und ganz so schnell wie auf der Hinfahrt kamen wir nicht voran, aber wir standen bis jetzt auch noch nicht richtig im Stau.

Zwischenstopp in Rosegg


Eins, fix, drei waren wir durch den Karawankentunnel wieder in Österreich und haben in Rosegg das erste Mal nachgetankt. Zudem wollten wir schauen, ob man hier im Zweifel auch mal übernachten kann. Und dann rauschten wir auch schon weiter. Der Yeti zog den Wagen wie gewohnt souverän. Und im Ausland kann man anders als in Deutschland auch halbwegs entspannt auf der Autobahn unterwegs sein. So waren wir denn auch sehr schnell wieder im Heimatland und haben am Chiemsee in Bernau angehalten, um beim einzigen “Bürger King” den es in diesem Land gibt, ein spätes Mittagessen zu nehmen und ein bisschen zu verschnaufen. Kerl ist das warm. Gut, dass der Wagen eine Klimaanlage hat.

Nachtquartier in Ellwangen


Das eingebaute Navi macht übrigens einen sehr guten Job und bietet sinnvolle Umfahrungen von gemeldeten Störungen an. Wir haben das bis auf einmal – wo wir dann auch prompt blöd im Stau standen – genutzt und sind prima damit gefahren. Selbst um München herum ging’s halbwegs fix voran. Es war zwar voll, heiß und es gibt genug Vollpfosten auf der Straße, aber insgesamt war ich halbwegs ruhig. Und auch wenn ich kurz überlegt habe, wieder in einem Rutsch nach Hause zu fahren, sind wir dann um 20 Uhr in Ellwangen auf den Autohof gefahren und haben uns ganz weit hinten einen Stellplatz neben einem anderen Camper gesucht. Kurz darauf gesellte sich noch ein Dritter Urlauber dazu, mit dem ich ein paar Worte wechselte, weil er wissen wollte wie alt unser Eriba Nova sei – seiner hatte sechs Jahre mehr auf dem Buckel und ein paar faule Stellen im Boden mehr (wir haben keine ;-).

Keiner mehr da!


Gut einschlafen konnte ich nicht. Drei Parkbuchten weiter hatte ein LKW-Fahrer seinen Kühlcontainer abgestellt und war mit der Zugmaschine was-weiß-ich-wo. War eh noch aufgedreht und bin daher nicht in den Schlaf gekommen. Alle Stunde auf die Uhr geschaut, nachts gab es dann noch ein Gewitter … gegen 5 bin ich dann wahrscheinlich ein bisschen eingenickert. Der Rest der Familie ist morgens nicht wach geworden, so dass ich mir auch erst um halb 9 die Augen gerieben, die Rollos hoch gelassen und haben ein wenig tranig feststellte, dass wir die Letzten auf dem Autohof waren. Nichts mit früher Vogel und so. Anziehen, schnell im Wohnwagen die Zähne putzen, die verschwitzten Haare halbwegs in Form bringen, noch einmal zur Raststätte pilgern und dann wieder auf die Autobahn.

Im Stau


Das Thermometer war schon wieder deutlich über 20°C und stieg zusehends. Noch dazu war heute deutlich mehr Verkehr, viele Baustellen, einige Unfälle und auch sonst eher unentspanntes Fahren. Nur gut, dass ein Ende absehbar war. Das kam mir aber nicht schnell genug näher. Ätzend. Zum Schluß wurde Ben auch etwas unwilliger und wollte immer häufiger auf Toilette, auch wenn wir gerade auf einem Rastplatz waren. Aber gut, dass er Bescheid sagt! Ist besser, als die Alternative ;-) Um 16 Uhr waren wir dann endlich zu Hause. Feierabend, Urlaub zu Ende. Vier Stunden später waren bereits zwei Waschmaschinenladungen durch, Wohnwagen und Auto leergeräumt und der Pizzadienst kontaktiert.

Bis nächstes Jahr auf Solaris!

Ein Kommentar zu “Kroatien 2018
  1. Stefan Reeg sagt:

    Hübscher Reisebericht zum CP-Urlaub in Kroatien. Ich war da auch mal Anfang der 80er Jahre – fand es da schon ziemlich tümmelig. Das scheint sich ja zu einem richtigen (oder riesigen) Resort entwickelt zu haben. Wir mögens ruhiger, leiser und natürlicher… und dazu muss man inzwischen recht weit die dalmatische Küste runter fahren. In Loviste auf der Halbinsel Pelješac haben wir sowas gefunden – fantastisch, aber weit. Wenig aufregend, aber dafür müssen wir halt sorgen ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*