Tja, das Wetter meint es nicht gut mit uns. Der Blick aus der Schlafzimmertür bescherte uns die gleichen Aussichten wie gestern. Beständig fiel der Regen senkrecht aus den tief hängenden Wolken. Da bleibt nur noch: noch einmal umdrehen! Um 11 Uhr tat mir aber der Rücken weh vom liegen und alle anderen machten aus soviel "Lärm" beim Decken des Frühstückstisches, dass ich sowieso nicht ordentlich weiter dösen konnte ;-) Also aufstehen und lecker Ei zu Marmeladenbrötchen essen.
Als Tagesprogramm haben wir uns heute etwas für Tim ausgedacht. Der ist eine ausgemachte Wasserratte und daher war Schwimmen angesagt. In Thun war ein kleines Hallenbad, Eintritt günstig, aber eben auch "nur" ein ganz herkömmliches Bad. In Bern gibt's dagegen das Bernaqua, ein Erlebnis- und Spaßbad. Das sollte es werden. Auch wenn 30 Schweizer Franken für 2 1/2 Stunden Rumgeplansche eine ziemliche Ansage sind. Wenn schon denn schon!

Parkplätze waren nach der Fahrt schnell gefunden. Und die dem Bad und anliegenden Einkaufs- und Erlebniszentrum "Westside" Tiefgarage überraschte mich gleich zweimal. Zum einen kostete die Stunde Parken nur 20 Rappen(!), zum anderen gab#s dort keinen Hall! Die Schweizer sind ja eher ruhig und offensichtlich bauen die sogar die Parkplätze dementsprechend. War gedämpft wie in einer Bibliothek.
Das Bad gefiel mir dann allerdings nicht so richtig - optisch jetzt. Sehr modern, mit ausschließlich geraden Linien, nirgends ein rechter Winkel, alles schräg und vor allen Dingen grau. Das soll sicher edel wirken, machte auf mich aber eher einen langweiligen Eindruck. Wohlfühlatmosphäre ist das nicht. Da sind mir die Bali-Therme tausendmal lieber. Mutig wie ich bin, habe ich sogar das "Black Hole" ausprobiert, eine Erlebnis-Power-Rutsche. Zumindest im Prospekt. In Natura war die Treppe für mich das Schrecklichste. Immerhin 17 Meter musste ich freischwebend hoch gehen, bis ich in die Röhre durfte. Und das Rutscherlebnis ... naja, ging so. Die Canyon-Bahn fand ich da fast lustiger, weil man da ständig hin und her geworfen wurde.
Die 2 1/2 Stunde waren schnell vorbei, wir haben uns umgezogen, haben die Badesachen im Volvo vrstaut und sind noch ein bisschen im Westside herumspaziert.

Dort war genauso wenig los, wie im Werrepark unter der Woche. Nur laufen im Werrepark keine 2 Dutzend Inder herum und drehen einen Bollywood-Film. So habe ich mal eine richtig große Kamera gesehen. In der Zeit, die wir brauchten um am Filmteam vorbei zu gehen, musste der arme Junge die kleine Inderin sicher 6 mal antanzen ... Gut, dass ich kein Schauspieler bin. Vielleicht war aber auch einfach nur nicht gut genug, dass er ständig wiederholen musste ;-)

Da das Frühstück schon so lange zurück lag, kehrten wir im ersten Café ein, das wir fanden. Und - Premiere! - das war ein Starbucks. Dort hatten wir alle noch nie was gekauft und ich war gespannt, wie mir der Kaffee schmeckt. Tim wollte unbedingt ein Stück Schokoladenkuchen, Alex eine Café-Latte und ich nahm wie immer schwarz ohne alles. 15 Schweizer Franken! Und mein Kaffee hatte die Größe eines Espresso. Etwas genervt hat mich das Selbstverständnis der Verkäufer, die offensichtlich davon ausgehen, dass jeder Gast weiß, dass man bei Starbucks dort bezahlt und hier die Getränke abholt. Hätte ja auch was sagen können und mich nicht dämlich an der Kasse stehen lassen.
Der Kaffee schmeckte mir nicht. So kurz, so wahr. Viel zu bitter und wenig aromatisch. Nicht meine Welt. Café-Latte war wohl OK und die Schoko-Torte schmeckte - zumindest uns, Tim nicht. Starbucks muß ich nicht unbedingt haben. Ist kein Verlust, dass bei uns in der Nähe keiner ist.

Gegen 17 Uhr wollten wir zurück sein und das Abendessen vorbereiten. Das zog sich dann mit viel Erzählen wieder den späten Nachmittag hin und um kurz vor 20 Uhr ist Martina zum Sport Pilates gefahren und hat Alex als Gastturnerin mitgenommen. Die Männer haben sich alle zurück gezogen und sich mit Männerdingen beschäftigt. Tim hat geschlafen, Michael gesurft und Musik gehört und ich habe gesurft und Musik gehört und Bilder sortiert :-)

Und danach - so gegen 21 Uhr - habe ich mein mitgebrachtes Buch zur Hand genommen und konnte es bis kurz vor 2 nicht aus der Hand legen. Habe sogar darin gelesen. Dan Simmons scheint mein Autor zu sein. Haben mir die "Die Hyperion-Gesänge" und "Endymion
" auf Anhieb sehr gut gefallen, so dauerte es bei "Ilium
" ein paar Dutzend Seiten und zwei Anläufe, bis ich drin war. Aber dann ist es echt super spannend geschrieben.