Das war er also, der erste Regentag. Und als ich mich morgens im Bett umdrehte, wurde der Wetterbericht auch zur Gänze bestätigt. Bindfäden, ganz gerade runter, kein Windhauch störte das Wasser beim aus den Wolken fallen. Super. Allerdings ist dann das Frühstück umso gemütlicher und der Blick nach draußen trotzdem noch erfreulich. Die Berge sind ja noch da - nur mit einem anderen Outfit.

So haben wir uns nach dem Essen fassen jeder auf seine Art vergnügt. Der Nachwuchs war selig, dass ich einen seiner Lieblingsfilme dabei habe - und dabei ist ihm die Größe der Anzeigefläche völlig egal.

Und ich konnte danach der Datenrettung frönen. Eine externe Festplatte hier im Haushalt hatte den Geist aufgegeben und die darauf befindlichen Dateien sollten möglichst gesichert werden. Ich habe der telefonischen Beschreibung nach gleich gedacht, dass das wohl weniger an der eigentlichen Platte als am mitgelieferten Netzteil liegt. Also ein eigenes externes Gehäuse mitgebracht, Platten umgebaut - et voilá - die 400 Gigabyte konnten kopiert werden. Dauert ja auch nur ein paar Stunden.

Währenddessen erreichte uns die Nachricht, dass es ein paar zig Kilometer weiter östlich trocken sein sollte. Schnell ins Auto und ab nach Bern gehuscht. Soweit man bei den erlaubten Geschwindigkeiten in der Schweiz von "huschen" sprechen kann. Obwohl ich zugeben muß, dass es ganz angenehm ist, wenn alle nur 120 fahren. Da sind wirklich sehr, sehr wenige dabei, die deutlich fixer unterwegs sind. Mit Schritttempo schiebt sich schon mal jemand vorbei, aber im Allgemeinen halten sich in der Schweiz die Fahrer an die Limits. Liegt wohl nicht zuletzt an den nicht gerade günstigen Tarifen.
In Bern haben wir dann Dank guter Einweisung einen kostenfreien Parkplatz bekommen und sind etwas umher spaziert. Das Rathaus, die Altstadt und todesmutig bin ich sogar zu Fuß über die Kirchenfeldbrücke gegangen. Allerdings mit zusammen gekniffenen Pobacken und schwitzigen Handflächen. Die Stahlkonstruktion ist wirklich hoch, richtig hoch! Die erneute Überquerung der Aare haben wir dann über eine niedrigere Brücke bei den Berner Bären versucht.
Gesehen haben wir von den Bären allerdings nur einen und der tat mir leid in seinem kleinen Gehege. Noch dazu direkt an einer belebten Kreuzung. Er sah auch nicht so aus, als würde ihm das gefallen. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das mit einem neuen Gehege - wie es aktuell gebaut wird - besser wird.

Danach habe ich noch die obliatorische Bilderserie zum erstellen eines Panoramas geknippst ;-) Es gab da aber auch ein paar geradezu dafür geschaffene Stellen. Die Stadt ist wirklich schön und wir hätten uns gern noch länger aufgehalten, wenn nicht Tim bereits nörgelig gewesen wäre und der Regen so langsam auch diese Gegend erreicht hätte. Also Heimfahrt. Ich mit Tim im Volvo und Alex mit ihrer Schwester. Für den Volvo haben wir dann noch nach einer Gastankstelle gesucht, die in der Schweiz wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen versteckt sind. Hier fährt niemand mit LPG glaube ich. Schlußendlich wurden wir aber in Gwatt (ich hatte mir die Adresse vorher im Netz gesucht) fündig und konnten 48 Liter nachtanken!
Im Urlaubsquartier wurden wir dann mit leckeren Röstis bekocht! Danach wurde wieder viel geredet und Musik von der Festplatte gehört ... bis die Augen langsam zufielen.