Verhalten optimistisch der Blick zum Himmel, als ich die Nase am Morgen aus dem Vorzelt steckte. Zwar nicht wolkenlos, aber immerhin trocken. Was nicht zuletzt am Wind lag, der die Wolken so schnell vor sich her trieb, dass sie gar keine Zeit zum Abregnen hatten.
Alex wollte mit Tim zum Piratenbasteln und ich nutzte die Zeit, um mir mit dem Rad die Gegend an zu sehen. Also eigentlich kannte ich die ja schon, aber immer nur essen und nicht bewegen führt bei mir zu Plautze und Unwohlsein. Also los. Ich bin nur eine ganze kleine Strecke nach Heiligendamm gefahren. Kam mir durch den Verkehr auf den Waldwegen aber deutlich weiter/anstrengender vor, als es die gefahrene Zeit letztlich anzeigte.

Warum wir im letzten Jahr nicht hinter die Fassaden der brüchigen Häuser an der Heiligendammer Promenade geguckt haben, weiß ich nicht mehr. Auch nicht, warum wir den dort endenden Weg vom Bahnhof her nicht genommen haben, sondern mit Tim im Hänger einen kleinen Umweg gekurvt sind. Hätte uns vor 12 Monaten eine nasse Jacke erspart.

Auf dem Rückweg habe ich noch das schöne "Cafe Baltic Bar" aufgenommen. Ich mag das Haus und finde es ziemlich schade, dass das so vergammelt. Genau wie die Villen in Heiligendamm übrigens. Wenn ich mal im Lotto gewinne und gar nicht mehr weiß wohin mit dem Geld, kaufe ich mir so eine Butze.
Nach der Tour haben wir es uns wieder mit der Strandmuschel im Sand und am Wind gemütlich gemacht. So lange, bis uns wildes Piratengeschrei aufschreckte. Die Animateure vom Campingplatz veranstalteten für die Kinder ein kleines Schauspiel und Tim war sofort Feuer und Flamme. Ein paar Minuten später haben wir dann die Sachen zusammen gepackt. In dem Augenblick, als wir die letzte Zeltstange im Sack hatten, begann es zu regnen. Punktlandung. Das störte die Piraten jedoch wenig, die machten einfach weiter und bezogen (leider ;-) auch das Publikum mit ein. Wer von den mitspielenden Vätern auf dem Bild ich wohl bin ...


Bei soviel Einsatz habe ich mir die Entspannung am Abend redlich verdient. Das Ostseekino-Kühlungsborn zeigte am heutigen Mittwoch "Clonewars" in einer Preview. Und wo ich schon mal da bin ... ! Ich wollte schon am Morgen eine Karte kaufen, aber mir wurde beschieden, dass man nicht mit ausverkauftem Haus rechne und ich solle kurz vor 21 Uhr das sein. Das reiche.
Um 20.30 stand ich an der Kasse, bei sowas kann ich ja nicht warten. Und tatsächlich war die Empore für diese Vorstellung schon ziemlich besetzt. Im unteren Zuschauerraum saß dafür niemand.

Das Kino hält an sich keinem Standard stand, aber ich mag es trotzdem. Anders als das Haus der Erlebnisse auf Usedom hat das Ostseekino einen gewissen Charme. Mit vielen Postern, einem Filmprojektor, Filmrequisiten vor'm Haus. Und auch die Einrichtung des Zuschauersaal zeugt davon, dass den Betreibern doch etwas am "Kino" liegt. Der Ton in meinem Wohnzimmer ist besser und ob man unbedingt auf den Vorhang projezieren muß ... im Kinoplex hätte ich das moniert. Aber in so einem Saal gehört das fast dazu.
Ach ja, "Clonewars" hat mir sehr gut gefallen. Definitv sehenswert. Etwas Star Wars sollte man aber schon gesehen haben, sonst sitzt man vielleicht ein bißchen ratlos rum.