Wenn was nicht so läuft, wie ich mir das gedacht habe, werde ich kribbelig und meine Laune sinkt. Und das dürfen gerne auch mal so richtige Kleinigkeiten sein. Nagelklippser vergessen, Stimmung dahin. Also heute morgen los und gesucht, weil es bei unseren verregneten Ausflügen gestern leider keine Lösung des Problems zu kaufen gab. Ales ist mit Tim auf den irgendwann in den letzten 12 Monaten neu gebauten Kinderspielplatz gegangen und ich mit dem Rad in die Innenstadt gefahren. Konnte dann auch sehr schnell die 3,95 Euro an den Mann bringen. Hab' dann noch ein bißchen rumgeguckt und wieder fest gestellt, dass ich mit einem Wohnwagen sehr zufrieden bin. Ein Eigenheim fühlt sich ja auch anders an, als eine Mietwohnung. Ich glaube, in so einem Hotelzimmer würde ich mich immer eingeengt fühlen, auch wenn es physisch größer ist, als Wohnwagen und Vorzelt zusammen.

Das Wetter war warm, bewölkt und windig. Genauso wie vorhergesagt, leider. Die Wolken hätten ruhig weg bleiben können. Für Wassersportler war es natürlich ideal, die surften lustig in der Brandung umher. Auf der Promenade selbst war's trotz Samstagvormittag überraschend leer. Fast niemand unterwegs im Vergleich zu Freitag. Am Horizont zogen schon wieder Wolken auf, also fix zurück. Habe die Familie am Spielplatz abgeholt und dann gab's Mittag.

Etwas später und ein paar Regentropfen mehr auf dem Boden, klarte es wieder auf und Familie Edler packte die Taschen für den Strand. Die Strandmuschel blieb allerdings am Wohnwagen, so gut sah es dann doch nicht aus. Der kleine Junge war aber begeistert. Endlich richtig im Sand buddeln und bauen. Das ist ja sein Grund, warum er nach Kühlungsborn will.

Ins Wasser sind wir natürlich auch gegangen. Muß man ja ausnutzen, wenn das Wasser so warm ist. Jedenfalls fühlt es sich so an, wenn man die Gänsehaut weggezittert hat und 5 Minuten bis zum Hals in der aufgewühlten See stand. Der Hauptspaß war heute, in den meterhohen Wellen zu stehen und das Wasser an den Kopf klatschen zu lassen. Davon haben Papa & Sohn nicht genug bekommen. Auch wenn die neben uns liegenden Strandbesucher mir kein bißchen geglaubt haben, dass es wirklich warm gewesen sei. Pech gehabt, denen ist ein ziemlicher Spaß entgangen.

Tim hat in diesem Jahr auch endlich das Radfahren für sich entdeckt und kurvt ständig über den Platz. Manchmal so lange, dass wir besorgt los ziehen, um zu suchen wo er steckt. Gestern saß er dann in aller Seelenruhe am Eingang zum Campingplatz auf dem Bordstein. Hat andächtig die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge beobachtet und als ich dazu kam ganz selbstverständlich erklärt, ein kleines Päuschen zu machen. Naja, ist ja auch ziemlich weit vom Stellplatz entfernt. Bestimmt 200 Meter, da kann man schonmal erschöpft sein.

Kam aber sofort mit, als ich avisierte den kleinen Grill wieder anzuschmeißen. Der ist wirklich klein, funktionierte im letzten Jahr aber super. Dieses Jahr irgendwie gar nicht. Ich vermute es liegt am Wind, der die spärlich entstehende Hitze schlicht wegpustet, bevor sie das Grillgut erreichen kann. Vielleicht rüsten wir da mal auf, der Kleine hat auch schon den ein oder anderen Rostquadratzentimeter angesetzt.
Später am Abend gab's entgegen meiner Empfehlung "Terminator 2". Nebenbei habe ich ein bißchen im Internet gesurft. Prima Sache so ein Hotspot auf dem Campingplatz. Eigentlich auch fast unverzichbar. Denn die Leute, die hier stehen, sind zu einem Großteil in unserem Alter. Da hat man doch Internet, oder nicht? Und anders als viele Leute im Bekanntenkreis, die "Computer" (Bäh!) mit Arbeit assoziieren, ist das doch in Wirklichkeit eine ganz normale Kommunikations- und Informationsquelle. Genau wie Telefon oder Fernsehen. Und diese Dinge lässt man doch im Urlaub auch nicht einfach so weg. Ich bin immer erstaunt, wenn andere erstaunt sind, dass ich *im Urlaub* einen Laptop dabei habe. "Computer habe ich im Büro schon genug ..." - Herrje, Menschen habe ich im Büro auch um mich herum, trotzdem fahre ich nicht auf eine einsame Insel.