
In diesem Jahr war der Volvo besser präpariert. Die Batterie würde nicht am Morgen der Abfahrt den Dienst versagen, die Flüssigkeiten habe ich am Mittwoch überprüft und aufgefüllt und neue Reifen hat er auch vor ein paar Monaten bekommen. Den Wohnwagen und das Auto haben wir am Vortag komplett bepackt und da wir versucht haben uns diesmal wirklich etwas einzuschränken, soll das gewichtsmäßig wohl auch hingekommen sein. Ich habe jedenfalls für die 14 Tage alle Klamotten in eine Reisetasche bekommen. Naja, sieht man mal von der Elektronik ab. 2 Laptops, 3 Handys, TFT, Navis und so weiter ab. Die Klamotten wiegen sicher soviel, wie alle meine Kleidung ;-)

Der Wecker pingelte um kurz nach 4 und um kurz nach 6 saßen wir im Auto und fuhren auf die Autobahn auf. Überraschend viel los an so einem Donnerstagmorgen. Hätte ich nicht gedacht. Wie im letzten Jahr war das Fahren erst ungewohnt, machte aber nach ein paar Dutzend Kilometern gar keine Schwierigkeiten mehr. Der Volvo zieht das Gespann wie eine Lokomotive. Bergrauf schnauft er ein wenig, weil 2 Liter eben nur 2 Liter sind. Vielleicht sollte ich dann mal etwas höhertouriger fahren, damit der Turbo einsetzt.
Auf den ersten 50 Kilomtern sind wir 2 mal angehalten, weil die Gurtbänder, mit denen ich die Räder auf dem Dach zusätzlich verzurrt hatte, zu einem ganz unangenehmen Brummen führten. Das übertrug sich auf die ganze Karosserie und machte mich wahnsinnig. Ein Küchentuch und zwei Kabelbinder schafften aber schnell Abhilfe.

Danach ging es flüssig weiter, jedenfalls bis Hamburg. Wenn man dort "rechts" abbiegt um nach Lübeck zu kommen, steht man im Stau. Nicht zuletzt deshalb, weil immer wieder Vollpfosten links an den beiden Abbiegespuren vorbei fahren und sich dann ganz vorne noch reinzudrängeln. Das hat wenig mit Reißverschluß, aber sehr viel mit "Guckt auf meinen tiefergelegten Audi, ich darf das!" zu tun. Ersetze "Audi" durch beliebigen, Firmenwagen, den man sich für eigenes Geld nie kaufen würde.
Auch sehr merkwürdig verhalten sich Lastwagen-Fahrer. Wenn mein Navi gps-genau 87 km/h anzeigt, dann überholen die mich mit 2 Km/h Geschwindigkeitsüberschuß. Obwohl ich vor mir ebenfalls einen LKW habe. Gut, ich halte schon ein paar Meter Sicherheitsabstand ein, vermutlich verwechseln Lastwagen-Fahrer das aber mit einer "Lücke". "Sicherheitsabstand" ist für LKWs offensichtlich ein kleinerer Wert, als für mich.

Als uns der Hunger überfiel, hielten wir an der Raststätte Brunautal an, um ein Frühstück zu genießen. Der Genuß wurde lediglich durch den Preis getrübt. 16 Euro für 3 belegte Brötchen, einen Muffin und zwei Kaffee! Deuka! Gut, dass ich meine Wegelagerer-Belege Sanifair-Marken brav gesammelt habe. So drückten wir den Preis um 2 Euro und ernteten mißbilligende Blicke, hatte die Kassiererin mein erstes Vorlegen der Marken doch ignoriert und musste noch mal auf die Ermäßigung angesprochen werden.
Ziemlich genau 6 Stunden nach unser Abfahrt rollten wir in Kühlungsborn in die Wartespur für den Topcamping-Park. 12.10 Uhr ... leider. Am Vortag habe ich extra nochmal angerufen, ob ich anreisen könne, wann ich wolle und das wurde freudig bejaht. Anreisen ist kein Problem, nur dass man zwischen 12 und 14 Uhr nicht auf den Platz darf, hat die nette Dame am Telefon vergessen mir zu sagen. Super, da hätte ich auch zwei Stunden länger schlafen können. So saßen wir dumm in der Gegend rum und starrten Löcher in die 30°C heiße Luft. Alex und Tim besuchten schonmal den Spielplatz, während ich einen Teil der Technik in Gang brachte.
Seit 2 Wochen hatte der Platz nämlich WLAN! Einen T-Mobile Hotspot. Da lohnt sich doch endlich mal mein DSL Comfort-Plus-Vertrag, welcher eine Hotspot-Flat beinhaltet. Eigentlich hatte ich vor per UMTS ins Netz zu gehen, aber das war - wie ich sogleich feststellte - nicht nötig. Der Zugang funktionierte auf Anhieb. Fein. Den Nachwuchs hat's auch gefreut. Wenngleich der am PC lieber seiner Leidenschaft für "Shaun, das Schaf" frönte ...

Nachdem wir um 14.15 Uhr die Anmeldeformalitäten erledigt hatten, durften wir endlich auf den Platz und begannen mit dem Aufbau. Nach 10 Minuten hatte ich das T-Shirt schon aus - durchgeschwitzt. Sauheiß. Leider sagte der Wetterbericht, dass das nicht so bleiben würde. Aber aufgebaut haben wir schon mal im Trocknen. Danach war es schon fast 5 und wir haben die Badesachen geschnappt und sind sofort an den Strand.
Im Vergleich zum letzten Jahr war die Ostsee diesmal ein Whirlpool! Pullerwarm. Wir sind geschwommen, getaucht und Tim wollte gar nicht mehr raus. Prima Erfrischung, mir war doch schon leicht fluffig im Kopf nach der Fahrt und dem anstrengenden Aufbau.
Den Abend haben wir dann mit einem lecker Grillen abgeschlossen. Urlaub!