andreas edler - mein Senf

Kühlungsborn vom 19.08. bis 31.08.2007

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24.08.2007 - Rerik und Kino

Wie immer in den letzten Tagen war der Morgen dunkel. Die Wolkendecke hängt tief und es sieht aus, als wenn es jeden Augenblick anfängt zu regnen. Zudem ist es kalt - zu kalt für einen Sommerurlaub. Trotzdem will der kleine Junge jeden Tag immer nur eins: an den Strand. Sand ist das Größte und buddeln seine Leidenschaft. Also haben Mama und Sohn nach dem Frühstück die Siebensachen gepackt, eine Wärmflasche, Campingstuhl, mehrere Jacken und Spielzeug geschnappt, um an die Ostsee zu gehen. Ich hatte dazu keine Lust und habe das Rad klar gemacht.

mit dem Drachen surfen

Pünktlich als ich mich in den Sattel schwang, kamen die ersten Tropfen vom Himmel. Das kann ja heiter werden. Ich wollte erst nach Bad Doberan, habe mich bei einem Blick zum Himmel für die andere Richtung entschieden und Rerik als Ziel auserkoren. Wenn möglich an der Küste entlang. Der Wind blies gehörig, aber es war dann doch nicht kalt - schon gar nicht, wenn man mit dicker Radjacke gegen den Wind fährt. Hinterm Campingplatz rechts ist man ruckzuck an der Küste. Verbotsschilder gab's keine und darum bin ich mit dem Purgatory auch bis direkt ans Wasser gefahren. Was keine gute Idee ist. Nicht dass es nicht zu schaffen wäre, aber der Sand setzt sich auf der Kette fest, beißt sich in die Ritzel und macht Schalten zum Glücksspiel. Ich bin schnell umgekehrt und habe mich an asphaltierte Strecken gehalten.

Großsteingrab

Unterwegs gibt's viel zu sehen. Hauptsächlich Landschaft und teilweise arg verfallene Gehöfte. Aber auch ein altes Großsteingrab, welches jedoch von den geschätzten 1.000 Radlern die noch unterwegs waren, nur mich zu interessieren schien. Die anderen waren damit beschäftigt, auf ihre Helme, Westen und Brezellenker zu achten und darauf, sich möglichst gegenseitig im Weg zu sein. Radfahrer im Urlaub, oder besser Urlauber, die aus Versehen aufs Rad gestiegen sind. Wenigstens sind die Leute hübsch der Fahrbahn fort geblieben und ich hatte dort meine Ruhe.

Rerik von der Landbrücke aus

Nach etwas über einer Stunde war ich dann am Ziel. Rerik ist eine nette kleine Stadt welche per natürlicher Seebrücke mit der Insel Wustrow verbunden ist. In das Naturschutzgebiet bin ich aber nicht mehr gefahren. Mit dem Rad durfte man nicht auf den Damm, es war inzwischen auch reichlich warm geworden und ich wollte noch zum Rest der Familie an den Strand. Den Weg habe ich immerhin schon mal ausgekundschaftet. Wenn es nächste Woche mal trocken ist, können wir mit dem Hänger noch mal herkommen. Der Rückweg wurde in Angriff genommen - und war deutlich angenehmer, da ich den Wind im Rücken hatte!

Leuchtturm oberhalb von Kühlungsborn

Ich bin nicht ganz den gleichen Weg zurück gefahren und habe dadurch eher zufällig den Weg zum Leuchtturm gefunden. Von dort hat man eine prima Aussicht. Müssen wir auch noch hin. Von dort bis zum Campingplatz sind es keine 10 Minuten mehr und ich habe schnell die Badesachen geschnappt und bin zum Strand. Dort waren Alex und Tim bereits seit 5 Stunden intensiv bei der Sandbearbeitung. 2 weitere Stunden haben wir es dann noch ausgehalten, bevor es zurück zum Wohnwagen ging. Sehr zum Mißfallen des Nachwuchses.

Ostseekino Kühlungsborn

Und abends stand ein Pflichtprogramm an. Wenn im Urlaubsort ein Kino ist, versuche ich es zu besuchen. Wenn es dann quasi noch fast auf dem Campingplatz ist, dann geht wirklich kein Weg daran vorbei. Diese kleinen Lichtspielhäuser haben oft ein sehr spezielles Programm, nicht mehr ganz taufrische Filme in täglichem Wechsel. Ich hatte vorher das Programm studiert und freute mich nun auf den ollen Hopkins in "Das perfekte Verbrechen". Sollte um 21:15 Uhr beginnen und ich war rechtzeitig da. Bin ich bei Kinobesuchen sowieso, aber wenn ich mir was angucken will, bin ich halt noch pünktlicher.

Ostseekino innen

Der Eingangsbereich ist gleichzeitig Eisverkaufsstand, Zeitschriftenladen und Internet-Café ... letzteres nutzte ich knapp 20 Minuten, weil ich mit GPRS über's Handy keine PDFs ziehen wollte ;-) Die Karte für den Film bekam ich von einer nostalgischen Abreißrolle für 6,90 Euro. Dafür hatte ich einen Platz auf der Empore ergattert. Die Sitze dort sollten etwas breiter sein als im Parkett und mit verstellbarer Lehne. Tatsächlich war das dann auch so. Ich suchte mir einen der nicht allzu verschlissenen Sitze aus und saß eigentlich bequemer als im heimischen Kinoplex.

Die Sitzfläche konnte man nach vorne schieben, wodurch die Rückenlehne sich flacher stellte und man fast einen Liegesessel hatte. Rechts und links zierten Surround-Lautsprecher den langen, schmalen Kinosaal. Aber außer Rauschen und einem 50-Hertz-Brummen habe ich während der Vorstellung nichts aus den Boxen gehört. Dafür war der Stereo-Ton von vorne absolut in Ordnung. Auch das Bild auf der erwartungsgemäß nicht riesigen Leinwand war scharf und klar. Das sehe ich zu Hause oftmals deutlich schlechter.

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