Nach etlichen Jahren "Wanderurlaub" in Österreich (Egg am See) und Südtirol (Meran), sollte es diesmal etwas sein, bei dem man sich überhaupt nicht anstrengen muß. Irgendwo, wo man das Meer sieht und wo es warm ist.
Ich war das letzte Mal in 1985 in Kroatien und hatte im Kopf, das unsere Vorgaben genau auf dieses Fleckchen Erde zutreffen ...
Gut, es sind knapp 1.200 Km, aber das kann man auch mit einem 60PS Punto schaffen, der die 100.000 Km Marke bereits weit hinter sich gelassen hat. Der Wagen wurde also mäßig bepackt - wir waren uns nicht so ganz sicher, ob wir uns ein Appartment mieten oder doch lieber campen sollten - und den üblichen Checks unterzogen.
Am 29.07.2001 gegen 15.00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Es war ziemlich warm aber die Autobahn relativ frei, so daß wir zügig voran kamen. Ich habe nicht mehr alle Zeiten genau im Kopf, aber gegen 23.00 Uhr fuhren wir von der Autobahn ab um auf einem Parkplatz am Faaker See in Österreich eine Mütze voll Schlaf zu nehmen *g* Keine schlechte Leistung bis dahin! Damit habe ich die von route.web.de errechnete Zeit um ziemlich genau eine dreiviertel Stunde übertroffen :-)
Um 4.30 Uhr weckten uns die Vögelein und ein paar Augenknispern später waren wir wieder auf der Bahn in Richtung Süden. Es folgten Udine, Trieste, Koper und schließlich fuhren wir durch Novigrad auf Tar zu, wo man bekanntlich rechts abbiegt, um die dort gelegenen Lanterna- und Solaris-Campingplätze zu erreichen. Hier passte die von route.web.de ermittelte Zeit von knapp 3 Stunden recht gut. Es war so um 8.00 Uhr rum und schon mächtig warm. Über 30°C Celsius behauptete die Quecksilbersäule und mein T-Shirt schien dies zu bestätigen.
Was mir auf der Fahrt auffiel:

Ca. 5 Minuten vor Tar überlegten wir uns, daß wir statt einem Appartment doch lieber unsere mitgebrachte Villa ausprobieren wollten. Also führte uns das Ende der Reise zunächst zum Camp "Lanterna" an die Rezeption. Kurz den Ausweis hinterlegt und ab auf den Platz um ein Örtchen für unser kleines Zelt zu suchen.
"Lanterna" ist ein 'Textilplatz', d.h. man läuft bekleidet rum. Es war dort berstend voll und morgens um 8.00 Uhr schon reichlich Remmi-Demmi. Nicht besonders einladend!
Kurzentschlossen machten wir kehrt, holten unseren als Pfand hinterlegten Ausweis wieder und fuhren nach "gegenüber" zum Naturist-Camp "Solaris" - einem FKK-Campingplatz. Den ganzen Tag nackig rumrennen *g* Hört sich für den ein oder anderen etwas merkwürdig und verrucht an, ist es aber kein bißchen. Während auf Textilplätzen hinter verspiegelten Sonnenbrillen den Bikinischönheiten nachgelinst wird, geht es auf FKK Plätzen sehr gesittet zu. Keiner guckt und gafft, es ist deutlich ruhiger - das soll nicht heißen, daß dort nichts geboten wird - und die sanitären Anlagen sind i.d.R. sauberer.
Tscha, und nachdem das Zelt aufgebaut war, haben wir 12 Tage lang nichts anderes getan, als in unseren Liegestühlen zu liegen, zu lesen und zu dösen. Von Zeit zu Zeit mal unter die eiskalte Dusche oder ein wenig Schnorcheln in der pullerwarmen Adria. Sehr erholsam das Ganze!
Das Wasser an der Kroatischen Adriaküste ist leicht grün-gräulich, was an den vorherrschenden Kalksteinformationen am Strand liegt. Sand wird man dort nur finden, wenn er künstlich angefüllt wurde. Ansonsten gibt es von groben - und ich meine "grob" - bis zu spiegelglatten, schrägen Felsplatten, die meterweit ins Wasser gleiten, jede mögliche Variation des Themas "Felsküste". Mir paßte das hervorragend, da es zum einen für ein wunderschön klares Wasser - ideal zum Schnorcheln - sorgt und man zum anderen bei dem ständig herrschenden Wind nicht vom Sand paniert wird.
Am "Solaris"-Strand - der gut und gerne 30 Fußminuten lang ist - ist ungefähr alle 200m eine Duschmöglichkeit, um sich nach einem Badegang das Salz aus den Haaren und den Augenwinkeln zu spülen. Versäumt man dies, kann es in der Sonne schon etwas anfangen auf der Haut zu brennen. Zudem haben die Platzbetreiber an allzu kruden Stellen ein wenig nachgeholfen und den Fels etwas begradigt. Dies wurde aber so feinfühlig und mit vielen kleinen Steinen mosaikartig gemacht, daß es sich sehr gut dem natürlichen Aussehen des Strandes anpaßt. Dadurch kann man an viel mehr Stellen bequem den Wellen lauschen, während man auf seiner Schaumstoffmatte - ohne die geht nix in Kroatien - liegt.
Die sanitären Anlagen sind - wie oben schon erwähnt - sehr sauber und werden mehrmals täglich gereinigt. Im Vergleich zu Textilplätzen kommt es mir so vor, als ob die FKKler sich ein wenig mehr anstrengen um die Örtlichkeiten von sich aus nicht komplett zuzusauen. Einkaufsmöglichkeiten sind in Form von zwei Supermärkten auf dem Platz gegeben. Die Preise sind bei bekannten Markenprodukten happig, einheimische Ware wird zu moderaten Preisen an den Mann/die Frau gebracht.
Für das leibliche Wohl sorgen zwei Grills (der weiter südlich gelegene ist eindeutig nicht zu empfehlen) und zwei größere Restaurants (hier wird ohrenbetäubende Livemusik geboten, die hauptsächlich laut, aber nicht gut ist). Verschiedene Aktionen wie z.B. Karneval, Cocktailabend, Feuerzauber etc. ... runden fast täglich das Unterhaltungsangebot ab.

... ansonsten: Enstpannt genießen!