Sommerurlaub in Kühlungsborn – 15.08.2010 – Montag
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Länger als 8 Uhr schlafe ich nicht, die beiden anderen sind sogar schon gegen 7 Uhr wach. Schnell aus den Federn, aus dem Bett eine Sitzecke gemacht. Dann in die Badehose geschlüpft und ab zum Waschhaus. Ganz ehrlich, das ist das einzige was mich am Campen ein ganz klein wenig stört. Ein komfortables Bad direkt am Platz wäre mir lieber bzw. gefällt mir an einem Appartment oder Ferienwohnung/-haus besser. Grundsätzlich haben wir im Wohnwagen eine Toilette, eine Dusche und ein Waschbecken – sogar mit Warmwasser – aber ich glaube, es werden wohl auch andere Camper diese Einbaulösungen nicht wirklich regelmäßig und intensiv nutzen, oder?
Als ich zurück kam, war der Tisch schon gedeckt und in der Zeit in der die beiden anderen zum Waschhaus gingen, habe ich vom Bäcker die Brötchen geholt. Die kleine Backstube ist direkt im Norma-Markt vor den Toren des Campingplatzes. Keine 2 Minuten zu Fuß – dafür 20 Minuten anstehen, weil an der kleinen Theke nur eine Mitarbeiterin redlich versuchte den Ansturm der Backwarenkäufer zu bewältigen. Die Brötchen in Ostwestfalen sind übrigens leckerer! Selbst die “Camperecken” – mit 45 Cent fast doppelt so teuer wie ein normales Brötchen – können nicht mit einem “Normalen” von Karlchens Backstube mithalten.

Egal, Nutella drauf und der Hunger treibt’s rein ;-) So schlimm ist es natürlich nicht, wir sind hier schon gut verpflegt. Um 11 Uhr kam dann der Ostsee-Kasper auf den Campingplatz und Tim hat die Vorstellung von “Der gestiefelte Kater” gesehen. Danach haben wir eine weitere Überraschung für den kleinen Jungen auf dem Programm. Er hat erst am vorletzten Tag unseres Urlaubs Geburtstag und wir haben das Gemeinschaftsgeschenk von “Oma & Opa / Onkel & Tante” bereits im Kofferraum. Weil man damit im Urlaub ganz gut was anfangen kann, haben wir besprochen, es schon am Anfang quasi vorgezogen zu verschenken!

Da freute sich Tim sichtlich und gehörig, als er sein eigenes Waveboard auspackte. Hat bei einem Freund und auf dem Schulfest schon reichlich geübt, so dass er tatsächlich gleich ein paar Meter geradeaus fahren konnte. Und ich habe es auch geschafft, mich fortzubewegen. Auch wenn ich dann sofort anfange zu transpirieren. Mag allerdings auch daran liegen, dass der am Morgen noch stark wolkenverhangene Himmel aufgeklart war und inzwischen die Sonne den Matsch vor dem Zelt zu trocknen begann! Ein bisschen rechts und links den Weg runter und dann hatten wir erstmal genug Sport getrieben.

Haben dann die Fahrräder gesattelt und uns Richtung Promenade auf den Weg gemacht. Kannten wir zwar schon alles – beim dritten Besuch sollte man das erwarten – aber nur auf dem Platz hocken ist ja kein Urlaub! Ganz locker bis zum Hafen. Da haben wir dann die Schuhe ausgezogen und sind durch den Sand bis zu den Wellenbrechern gegangen, um uns dort in der Sonne die frische Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Der Plan ist auch voll aufgegangen. Schön. Als der Himmel dann aber plötzlich dunkel wurde und auch am Strand die Menschenmassen begannen die Strandmuscheln zusammen zu packen, haben auch wir uns wieder auf den Heimweg gemacht. Unterwegs noch Geld abgehoben und der kleine Junge wollte unbedingt noch an einem Spielplatz halten. Und 100 Meter weiter auch noch in so einen riesigen luftgefüllten Ball, mit dem man in einem großen Planschbecken umherlaufen kann.


Das war direkt neben dem “Café Baltic Bar”. Das alte Gebäude hat mich schon bei den letzten beiden Besuchen fasziniert, so dass ich diesmal sogar etwas näher ran gegangen bin und auch mal durch ein paar Löcher Bilder von innen gemacht habe. Bestimmt kann man da auch irgendwie rein kommen – aber sicher nicht am hellichten Tag von der Promenade aus. Westlich direkt angeschlossen ist ein ehemaliges Hallenbad. Das sieht von innen bestimmt auch spannend aus … von außen ist es jedenfalls ein sehr schöner “Lost Place”.

Kurz vor’m Campingplatz haben wir im Norma reichlich Grillfleisch und ein paar andere Abendbrotzutaten gekauft, die wir dann fachgerecht zubereitet haben. Also Kohle an und auf die Roste im Wesentlichen. Mehr braucht es denn auch – neben einem leckeren Salat – nicht für ein standesgemäßes Essen. Und obwohl es schon fast 20 Uhr war, ist der kleine Junge dann noch mit einem neuen Freund auf den Spielplatz gegangen. Von dem er irgendwie nicht zurück kam. Nicht dass er nicht schon alleine ein bisschen los darf. Aber so spät, ohne Bescheid sagen? Wir sind ein bisschen nervös die Seitenwege abgegangen – aber als ich erfolglos zurück am Wohnwagen ankam, holte er sich gerade sein Fahrrad. Wollten noch eine Runde in der Dämmerung drehen! Racker!

Irgendwann ist dann aber mal für siebenjährige Jungs Schicht im Schacht. Pillern, waschen, ab ins Bett. Und Mama & Papa sitzen noch ein bisschen rum und lesen …
