Sommerurlaub in Kühlungsborn – 13.08.2010 – Samstag
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Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Aufstehen, duschen, Zähne putzen. Viel mehr war nicht zu tun, weil ich den Volvo schon in den vorherigen zwei Tagen beladen hatte. Die Klamotten waren die Woche über bereits von Alex vorbereitet und in Taschen verstaut und diese befanden sich genau platziert im Wohnwagen. Gas- und Benzintank voll, alle Akkus geladen – um 7 Uhr saßen wir im Auto, hatten den Hänger auf der Kupplung und bogen auf die Autobahn ein.

Allerdings sind wir nicht weit gekommen. Die 160 PS hatten kein Problem mit dem Gewicht und wir hatten vorher extra noch gewogen, um nicht über die im KFZ-Schein angegebenen Werte zu kommen. Aber das Klackern, von vor zwei Wochen war in Höhe der Ausfahrt Veltheim plötzlich wieder mehr als deutlich zu hören. Aus dem leicht schabenden Geräusch war aber inzwischen ein metallisches Klockern geworden, welches völlig abrupt einsetzte und nicht mehr verstummte. Es ist zum Kotzen! So ein Mist, warum passiert das immer uns? Vor 3 Jahren war die Batterie am Morgen der Abfahrt verreckt, auf dem Weg nach Grainau vor zwei Jahren platzt auf der Bahn die Achsmanschette der Antriebswelle und heute zerlegen sich die Gelenke des Antriebs. Kann das nicht stattfinden, wenn wir nicht gerade auf dem Weg in den Urlaub sind?
Wir also abgefahren und wieder auf den Heimweg gemacht. Haben ja im Urlaub sonst nichts zu tun, außer doof durch Ostwestfalen zu humpeln. Alex hat bei meinen Eltern angerufen, die unseren Stellplatz in Kühlungsborn in zwei Wochen übernehmen werden. Wir hatten sowieso überlegt, ob wir nicht deren Auto zur Fahrt hier hoch nehmen sollen, weil der S80 doch ein bisschen größer ist, als unser V40. Obwohl ich eigentlich gar keine Lust mehr hatte, überhaupt noch weg zu fahren. Mein Vater ist aber sofort los gesaust und als wir den Wohnwagen im Dörgen abgehangen hatten und den V40 ausluden, kam auch mein Vater schon auf den Hof. Wir haben unsere Plünnen dann im anderen Wagen verstaut und sind mit 2 Stunden Verspätung wieder auf die Bahn gerollt.

Allerdings war’s dann mit dem Rollen auch nicht weit her. Zwischen Rehren und Bad Nenndorf gab’s den ersten Stau. 5 Kilometer Schritttempo wegen eines Unfalls, der – als wir ihn passierten – eher nach einer Panne aussah. Aber alle müssen dran vorbei kriechen, man könnte ja was zu sehen bekommen! Und es ging so weiter. Bei Garbsen standen wir wieder 20 Minuten in der Schlange. Um Soltau rum ging es auch nur mäßig fix voran und vor Hamburg dauerte es gar 40 Minuten, bis wir Richtung Lübeck weiter fahren konnten. Bei Lübeck war dann wieder sehr, sehr zähflüssiger Verkehr, so dass die ganz ursprünglich vom Navi errechnte Anfangszeit bereits von 14 Uhr auf 15:30 Uhr verschoben war. Aber hinter Lübeck war es dann endlich frei und wir konnten die erlaubten 80 Km/h fahren.
Der Tag hatte mir bis dahin aber schon gehörig auf die Nerven geschlagen, so dass ich nicht so richtig entspannt war. Kopfschmerzen, schlechte Laune, da konnte auch der näher kommende Zielort nicht viel retten. Eine halbe Stunde vor der Küste bogen wir auf die Landstraße ab und fuhren Richtung Rerik auf einer wunderschönen, aber sehr schmalen Allee gen Kühlungsborn. Die Straße ist in den letzten 3 Jahren nicht besser geworden und der große Eriba-Wohnwagen schwankte ein bisschen hin und her. Aber man muss ja nicht Vollgas fahren. Jedenfalls gab es großes “Hallo” im Auto, als wir über eine Hügelkuppe fuhren und das erste Mal das Meer die Ostsee sahen!

Ein paar Mal noch falsch abgebogen und schon standen wir in der Anmeldeschlange des Campingplatzes. Das ging dann aber tatsächlich sehr fix und freundlich über die Bühne und gegen 16 Uhr stand der Wohnwagen an Ort und Stelle auf dem Stellplatz, wo wir umgehend mit dem Aufbocken und Zeltaufbau begannen. Erstmal ausruhen ist bei sowas ja gar nicht nach meiner Mütze. Erst muss alles fertig sein und dann kann ich mich entspannen. Tim war natürlich ganz und gar auf’s Meer versessen und kannte sich hier ja auch schon aus. Hat sich also eine Chipkarte zum Tor öffnen geschnappt und ist gleich zum Strand gerannt. Als wir das Gestänge mit dem Dach stehen hatten, kam er das erste Mal mit durchnässter kurzer Hose zurück – war nur ein ganz klein wenig im Wasser :-)
Seitenwände ins Zelt einhängen, Teppich verlegen, Möbel aufstellen, Unterstand für die Fahrräder bauen, das dauert alles seine Zeit. Um kurz nach 19 Uhr war ich dann aber soweit zufrieden, dass wir die Hütte abgeschlossen haben und das erste Mal zusammen an den Strand gegangen sind. Das Wasser war erstaunlich warm, wenn man erstmal ein paar Sekunden mit den Füßen drin stand und trotz des Windes habe ich im T-Shirt auch nicht gefroren. Sind ein bisschen hin und her gelaufen, bis uns der Magen zum Wagen zurück lotste. Dort wurde stilecht eine Dose Eierravioli geöffnet und nach der fachmännischen Zubereitung verspeist.

Erst danach habe ich mich daran gemacht, die EDV aufzubauen. Ziemlich spät für meine Verhältnisse ;-) Hier folgte die Ernüchterung aber umso schneller. Der vor drei und vier Jahren noch wunderbar zu benutzende Telekom-Hotspot ließ zwar eine Verbindung zu, authentifizierte mich aber nicht, so dass der Zugang unbrauchbar war. Naja, habe ja noch den Mifi-Router in der Tasche! Blöderweise hat O2 in Kühlungsborn aber kein UMTS, von HSDPA ganz zu schweigen. Mit viel zureden und ein bisschen Spucke bekommt der Router eine EDGE-Verbindung hin, über die man vielleicht Mails lesen kann, aber nicht online einen WordPress-Beitrag schreiben. Das ist ärgerlich und trübt meine Stimmung doch mehr als nur ein klein wenig.
Mutter und Kind sind abends zeitig ins Bett gegangen und ich habe noch ein bisschen rumgezappt – Kabel-TV funktioniert! Habe aber auch vor Mitternacht die Augen zu gemacht. Der Urlaub hat begonnen!
