andreas edler - mein Senf

“Solaris” in Kroatien – 23.07.2010 – Freitag

Anreise | Sonntag | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag | Montag | Abreise

Wir verbringen hier auf “Solaris” einen richtig tollen Urlaub. Eigentlich tun wir gar nichts, sondern ruhen nur aus. Auch die Animationsangebote haben wir nicht und werden wir wohl auch nicht mehr in Anspruch nehmen. Das einzige Mal, das wir es versucht haben, hat der “Maro Club” einen Piratentag ausgerichtet. Aber leider vergessen auf dem Flyer zu erwähnen, dass es nicht der Pool auf “Solaris”, sondern der auf “Lanterna” war. Nunja, geografisch ein kleiner Unterschied. Aber Tim war nicht enttäuscht, bestand die Alternative doch in “Pippi auf Taka-Tuka-Land” im zimmereigenen Kino mit anschließendem Tauchgang in der Adria.

Ich habe extra noch vor dem Urlaub eine externe 2 1/2 Zoll-Platte gekauft und mit allen Filmen für den kleinen Jungen bestückt – man weiß ja nie. Zusätzlich sind da noch die ganzen ungesehenen Aufnahmen unseres Festplattenreceivers drauf. Aber wir haben bisher ja noch nicht einmal den Fernseher angehabt, geschweige denn einen Film auf dem Laptop gesehen. Lesen, dösen, lesen, schwimmen … mehr machen wir hier nicht.

So auch heute, nachdem Tim den dritten Pippi-Teil konsumiert hatte. Sind zum Strand gegangen, haben die Muschel aufgebaut, damit wir ein bisschen Schatten hatten und dann gefaulenzt. Zum Tauchen habe ich heute mal nicht meine Billigkamera im Unterwassergehäuse mitgenommen, sondern Tims Rollei ohne extra Gehäuse. Hatte ich bisher nicht gemacht, weil ich etwas skeptisch bezüglich der Dichtigkeit und der Robustheit war. Alles unbegründet, die Kamera ist 1a zu bedienen und man kann das Display sogar ordentlich erkennen. Zu allem Überfluss macht sie deutlich bessere Bilder unter Wasser als meine Kamera. Nur Tim darf das Ding nur an Land benutzen. Meine Cam schwimmt oben und seine geht leider unter.

Das Meer war eher noch unruhiger als in den letzten Tagen und die Wellen höher und trotzdem ist fast jedes Bild scharf geworden. Lediglich das Motiv richtig anvisieren muss ich noch üben. Ich halte die Kamera unter Wasser grundsätzlich zu hoch.

Endlich kann man die Farben auch erahnen – also die verschiedenen Grautöne – und Einzelheiten erkennen. Das waren mal gut investierte 49,95 Euro. Gegen 18 Uhr haben wir – und alle anderen – aber ziemlich schnell unsere Plätze geräumt, weil der Himmel von Norden her tiefschwarz wurde und die Wellen auch eine ganze Ecke höher wurden.

Abendessen wurde bei uns auf dem Balkon eingenommen. Es gab aufgewärmte Nudeln in Pesto angebraten mit Salat von Tomaten und Gurken und dazu frisches Weissbrot. Ein “PAN Pivo” aus einem Alugebinde und für Alex einen eher süßen Rotwein aus einer hochwertigen Abfüllung mit Kronkorkenverschluss. Wir haben hier schon ein schönes Leben! Als es anfing dunkel zu werden sind wir noch auf eine kleine Campingplatzrunde gegangen. Das Gewitter hat sich ohne auszubrechen verzogen und wir wollten dem kleinen Jungen zeigen, wo wir vor 9 Jahren unser Zelt aufgebaut hatten. Die Stelle war auch schnell gefunden, auch wenn dort inzwischen ein Dauercamper steht und dafür ein anderer seinen Platz aufgegeben hat.

Ich hatte lediglich die Entfernungen zum Supermarkt und zum Waschhaus viel weiter in Erinnerung. Auch ist “Solaris” gewachsen. Dort wo früher vor 30 Jahren noch ein wilder Dschungel in einem Steinbruch war, ist jetzt alles schön grün und mit Stromkästen versehen. Wir sind bis ganz zum Ende des Platzes gegangen und dann an der Küste zurück. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht blickte man auf die Marina mit Remmi-Demmi und dicken Wolken darüber, in denen es gewaltig blitzte und zuckte. Ich sollte mein Stativ nicht nur mitnehmen und im Kofferraum liegen lassen, sondern vielleicht auch mal zu so einem Spaziergang unter den Arm klemmen. Mit Selbstauslöser und ruhig liegender Kamera gelingen nämlich ganz hübsche Fotos.

Der Strand des Campingplatzes hat sich in den Jahrzehnten gewaltig verändert. Als ich so alt war wie der kleine Junge, gab es hier nur ganz ursprüngliche Felsen und scharfe Kanten. Gummischuhe mit dicken Sohlen waren obligatorisch, weil man sonst zentimeterlange Seeigelstacheln in den Fußsohlen hatte. Und das tat weh kann ich sagen. Vor neun Jahren gab’s schon befestigte Abschnitte, die mit Natursteinen und Beton zu Liegeflächen umgebaut worden waren. Und heute ist ein sehr großer Teil des Strandes befestigt, Seeigel musste ich lange suchen bis ich ein paar kleine fand und die Leute gehen teilweise barfuss ins Wasser. Tja.

Die Zeit bleibt nicht stehen. Und ich finde es ja durchaus angenehm, dass es Edelstahlgeländer gibt, an denen man über die Steine besser ins Wasser gelangt. Seeigelstacheln im Fuß muss ich auch nicht unbedingt haben, aber ich fand auch die wilden Felsen toll.

Zum Abschluss unseres kleinen Spazierganges haben wir uns noch ein bisschen auf die Mauer am “Grill Galeb” gesetzt und dem Treiben dort zugesehen. Tims weiser Kommentar, während wir so auf der Mauer saßen und den Abend genossen: “Das Meeresrauschen ist super toll, aber die Discomusik passt da gar nicht zu!” – sehr klug der Junge. Allerdings war er dann doch schon ganz schön müde und ist fast im Stehen eingeschlafen, so dass wir um 10 im Zimmer waren und noch ein bisschen gelesen haben.

Andreas am 24.07.2010 um 12:05 |
Einkaufen?!

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