andreas edler - mein Senf

“Solaris” in Kroatien – 19.07.2010 – Montag

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Wecker oder solches Gedöns benutzen wir hier nicht, sondern lassen uns von dem unerträglichen und lauten Geplärre der Möwen wecken. Netterweise halten die auch Nachtruhe und daher kann man leidlich ausschlafen. Nach dem für uns typischen sehr späten Frühstück, haben wir beschlossen, nach Novigrad zu fahren, um dort den Gastank des Volvo füllen zu lassen. Ich hatte vorher schon im Netz nach möglichen Tankstellen gesucht und es sollte eine am Hafen geben. Und ich hatte in Erinnerung, dass tatsächlich direkt an der Kaimauer eine kleine Tanke war. Also sind wir die knapp 7 Kilometer in den Nachbarort gefahren und dort mitten in die enge zentrale Innenstadt. Das Gebäude der Tankstelle stand noch, das sah aber nicht so aus, als wäre es erst gestern außer Betrieb gegangen. Also zurück und die nächste größere Zapfanstalt angefahren. Dort wurde uns der Weg zu einer kleineren Filiale gewiesen – die dann tatsächlich auch direkt am Hafen lag. Den Zettel an der Zapfnase konnte ich ganz gut lesen: “Außer Betrieb”. Toll!

Aber der nette Tankwart wies uns in einem mehr als gebrochenen Englisch den Weg ins Industriegebiet Richtung Buje, wo ich nach einem “Butan Plin” Ausschau halten sollte. Das war wie sich herausstellte keine 2 Minuten entfernt und super leicht zu finden. Preis war auch OK und darum war der Tank vom Volvo auch ganz schnell wieder voll. So gerüstet sind wir gleich wieder an den Hafen gefahren, haben dort geparkt und sind zu Fuß Richtung Kirchturm gelaufen.

Der kleine Fischerhafen direkt im Zentrum sieht noch so aus wie vor 30 Jahren – kam mir jedenfalls so vor. Nur die vielen großen Yachten hatte ich so nicht in Erinnerung. Da lag ganz schön viel Geld vor Anker. Nachdem wir an einem der unvermeidlichen Souvenirläden dem quängelndem Nachwuchs eine luftpumpenartige “Wasserspritzpistole” und mir ein paar Surfschuhe gekauft hatten, sind wir an dem “Freibad” vorbei geschlendert. Gute Idee, im Wasser einfach eine Hüpfburg zum Klettern aufzustellen!

Auf der Kaimauer hatte man den besten Überblick und in den paar Minuten, in denen wir dort standen, konnten wir einige schöne Boote ein- und auslaufen sehen. Da die Sonne inzwischen schon ganz schön hoch stand, wir nur für 2 Stunden Kuna in die Parkuhr geworfen hatten und alle Lust auf ein Eis bekamen, bewegten wir uns ganz langsam zurück Richtung Parkplatz. An einem Geldautomaten haben wir kurz unsere monetären Verhältnisse verbessert und ich habe mich über die Deppen gewundert, die nicht in der Lage waren, die Bank zu betreten. Standen im Pulk vor der Doppeltür, die auf Knopfdruck öffnete und immer exakt eine Person durchließ. Sicherheitsfeature und so. Vor allen Dingen war sie nur zu öffnen, wenn der Raum zwischen den beiden Türen leer war. Fremdschämen deluxe. Unterwegs gab es noch für jeden ein Eis auf die Hand, welches bei der Hitze doppelt gut schmeckte.

“Zu Hause” haben wir schnell die Klamotten geschultert und sind zum Strand gepilgert. Ein Plätzchen gesucht, die Strandmuschel aufgebaut und ab ins Wasser. Herrlich. Immer noch nicht so warm wie am Samstag aber auch weit entfernt von eisig kalt. Konnte man schon aushalten. Die Wellen waren 30 bis 40 Zentimeter hoch und klatschten ganz schön an die Felsen. Auf unseren Strandmatten bekamen wir das ein oder andere Mal ordentliche Abkühlungen ab. Leider war das Wasser nicht so klar – kein Wunder wenn es so unruhig ist und mit meiner billigen Kamera sind nur wenige Bilder was geworden.

Nach 5 1/2 Stunden haben wir dann genug zwischen Baden und Sonnenbaden gewechselt und unseren Platz geräumt. Da waren wir wieder unter den Letzten, die gegangen sind ;-) Damit wir nicht verhungern, hat Alex schnell ein paar Nudeln mit Tomatensauce gezaubert. In der Zeit habe ich noch mal mein Glück mit dem WLAN am Hotspot der Rezeption versucht. Und – Oh Wunder – nach nur einem dutzend Versuchen hatte ich sowas wie eine Verbindung mit der es mir gelungen ist, 1 Mail zu beantworten, 2 Ausgaben der NW zu laden und sonst … nichts! Das ist doch Dreck. Wenn ich etwas anbiete, dann dimensioniere ich das so, dass es auch funktioniert. Auch wenn ich damit solche Stoffel wie den Typen neben mir bediene, der sich seine “FC Bayern München”-News in HD streamen musste. Bandbreitenschwein! Und alle anderen leiden unter solchen Analphabeten – kann der die Nachrichten nicht einfach lesen?

Zum Essen bin ich natürlich zu spät gekommen, weil aus den 15 Minuten doch eher 30 (oder etwas mehr) geworden sind. Die Familie hat nur mit den Schultern gezuckt, kennen mich ja ;-) Die Sonne war leider schon untergegangen, wir sind aber trotzdem noch zu einem kleinen Abendspaziergang aufgebrochen. Tim wollte unbedingt noch ein bisschen Volleyball mit Mama üben.

Mit mir auf gar keinen Fall, weil ich am Nachmittag frecherweise gesagt habe, er solle mal versuchen den Ball so oder so oder so anzunehmen und zurück zu spielen. Was bilde ich mir auch ein!

Am Grill Galeb nebenan war Remmi-Demmi und die Promenade voll mit Teenies, die ihre Handys präsentierten. Also nichts Ungewöhnliches. Einige genossen aber wie wir einfach nur die Stimmung über dem ruhigen Meer.

Ist schon was anderes ob man hier über die Adria guckt nachdem die Sonne untergegangen ist, oder oben in Kühlungsborn zur gleichen Zeit am Strand steht. Beides schön, aber hier ist es irgendwie noch angenehmer – nicht nur wegen der Temperaturen. Der kleine Junge will jedenfalls nicht mehr nach Kühlungsborn, sondern nur noch nach Kroatien.

Vielleicht probieren wir in den nächsten Tagen auch mal den Pool aus. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das Chlor oder das Salz mehr in meinen Augen brennen. Rein optisch kann ich für keine der beiden Varianten einen Vorsprung ausmachen, sieht beides super aus!

Nach dem Spaziergang ist Tim bei einem TKKG-Hörbuch innerhalb von 2 Minuten in Tiefschlaf gefallen und wir haben noch auf dem Balkon die Nachtluft genossen. Bald ist es mir sogar egal, dass das WLAN nicht funktioniert.

Andreas am 20.07.2010 um 22:15 |
Einkaufen?!

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