andreas edler - mein Senf

02.01.2012

Qualitätsjournalismus

Ich gucke eben auf meinen Kontoauszug und sehe eine Abbuchung über 16,50 Euro. Die Neue Westfälische hat den monatlichen Obolus für meine Berechtigung zum Lesen ihrer Zeitung im PDF-Format eingezogen. Nicht viel möchte man meinen. Allerdings interessiert mich eigentlich auch nur der Lokalteil. Alles was im überregionalen oder gar internationalen Teil steht, ist eh veraltet und ich habe die Infos meist bereits in den Tagen und Stunden vorher ausführlicher und verlinkter online gesehen und gelesen. Sei es über Facebook, Twitter, den Google-Reader oder schlicht durch andere Blogs. Den Sportteil lese ich auch nicht. Naja, fast nicht. Neuerdings gucke ich immer, wie der HCE in der Landesliga gespielt hat und ob sich meine völlig laienhafte Meinung zum Spiel mit dem der Redakteure deckt. Kompletten Beitrag lesen

Andreas am 02.01.2012 um 21:09 in Bad Oeynhausen, Mecker, Presse | 0 Kommentare |

15.12.2011

4 Monate am Stück verlieren

Die Bild hat im September den vierten Monat in Folge an Reichweite verloren und liegt nun auf dem Jahrestief. Und das ist noch zuviel!

Andreas am 15.12.2011 um 23:30 in Presse | 1 Kommentar |

23.11.2011

Kein Wort zum Fehlverhalten des Autofahrers

Es wird noch nicht einmal das verniedlichende “übersah” oder “bemerkte nicht” verwendet. Gar nichts, nur einfach links abgebogen. Polizei Mi-Lü: Schutzhelm bewahrt Radfahrer bei Unfall vor Schlimmerem
… Beim Abbiegen nach links auf ein Firmengrundstück kam es zur Kollision mit einem 49-jährigen Mindener, der mit seinem Fahrrad den linksseitigen kombinierten Geh- und Radweg der Karlstraße in der gleichen Richtung befuhr. Der Geh- und Radweg ist für den Verkehr in beiden Richtungen ausgeschildert …
Der Autofahrer hat nicht auf den vorfahrtberechtigten Verkehr geachtet. Punkt. Entweder tat er dies vorsätzlich, das wäre ziemlich ungewöhnlich, oder er hat gepennt. Mit keinem Wort erwähnt die Polizei, dass Autofahrer in solchen Situationen vielleicht mal über die Schulter gucken sollten. Mit keinem Wort erwähnt die Polizei, dass der Radfahrer Vorfahrt hatte!

Aber es wird gnädigerweise mitgeteilt, dass er dort fahren durfte – denn ganz offensichtlich fur er auf der eigentlich falschen Seite. Nur – und auch das verschweigt die Polizei, wenn ein Radler “verbotswidrig den linksseitigen Geh- und Radweg” benutzt hat und dabei umgemäht wurde – ist das ganz offensichtlich vielfach erlaubt oder sogar vorgeschrieben. Ich wiederhole mich, wenn ich also behaupte dass ein Autofahrer *immer* auf beide Richtungen aufpassen muss, wenn er abbiegt.

In Spekulationen ergeht sich die Polizei, wenn sie davon spricht, dass der Helm vor Schlimmerem geschützt hat. Üblicherweise wird – wenn dem denn so ist – ausdrücklich erwähnt, dass der Helm irgendwo angeditscht ist. Hier ist aber von leichten Verletzungen am Oberkörper die Rede. Trug der Fahrradfahrer einen Ganzkörperhelm? Oder hat die zusätzliche Beleuchtung am Helm den Oberkörper gerettet?

So ein Zusatzlicht halte ich übrigens für Unfug. Dieses Aufrüsten um noch mehr Licht und Reflektorgedöns führt lediglich dazu, dass man schwächere Reize nicht mehr wahrnimmt. Xenon hier, Warnwesten dort, 40 oder 60 Lux am Rad, Tagfahrlicht am Auto. Was kommt als nächstes? Werde ich bald nicht mehr ohne weißen Reflektoroverall das Haus verlassen dürfen, falls ich vorhabe kein Auto zu benutzen?

Es läuft einiges ganz gewaltig in die falsche Richtung.

Andreas am 23.11.2011 um 18:45 in Fahrrad, Mecker, Presse, Sicherheit, Verkehr | 0 Kommentare |

22.11.2011

Wieder nicht vor unangepasstem Autofahrer geschützt

Die Polizei meldete gestern – und die NW übernahm heute – dass auf der Triftenstraße ein Radfahrer frontal in ein Auto gefahren sei. Polizei Mi-Lü: Helm bewahrt Radfahrer vor schweren Verletzungen
… Autofahrer befuhr um kurz vor 18 Uhr die Triftenstraße bergab in Richtung Bergstraße. Im entgegen kam der 49-jährige Radfahrer. Da die Bergstraße aus Sicht des 19-Jährigen in dem Scheitelpunkt einer annährend 90 Grad Kurve mündet, musste der junge Mann seinen Wagen stark abbremsen. Dabei rutschte der Pkw auf der leicht feuchten Fahrbahn in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit dem Radfahrer … Nach Einschätzung der Polizei hätte sich der Mann ohne den Helm schwere Kopfverletzungen zugezogen.
Nach meinen Einschätzungen, war der Autofahrer mit einer nicht den Verhältnissen angepassten Geschwindigkeit unterwegs und hat zudem die Vorfahrt des Radfahrer missachtet. Dieses ganze Gefasel von Scheitelpunkt und 90° Kurve ist wurstegal, der muss da aufpassen. Ich fahre an dieser Stelle mehrmals die Woche entlang und es ist weder schlecht einsehbar noch über Gebühr steil. Dort kann man ganz bequem anhalten. Auch auf einer leicht feuchten Fahrbahn. Punkt.

Die Polizei formuliert aus der Situation gleich zwei mildernde Umstände für den jungen Mann: einmal ist es unübersichtlich (Scheitelpunkt, 90°) und dann kann man ja nun für’s Wetter wirklich nichts (leicht feucht).

Und der Helm … nun, ohne zu wissen, wie schnell beide unterwegs waren, ist so eine Vermutung der Polizei hinsichtlich der Schutzwirkung stochern im Nebel. Und was im Artikel wieder völlig untergeht: der Helm hat erneut keinen Unfall verhindert, der aufgrund der Unachtsamkeit eines Autofahrers passiert ist.

Andreas am 22.11.2011 um 11:34 in Bad Oeynhausen, Fahrrad, Presse, Regeln | 3 Kommentare |

21.11.2011

Parkplätze vor dem Geschäft

In der Innenstadt schließt nach 76 Jahren ein Geschäft. Ich habe dort auch schon eingekauft und mich informiert. Gründe mag es dafür viele geben, jedoch einer wundert mich: NW-News: “Strathmann” schließt nach 76 Jahren: Zu wenig Platz für Schlafsysteme
… zollen den Wünschen ihrer Kunden Tribut. Die wollen vor dem Geschäft parken und eine Vielfalt von Bettsystemen mit Rahmen und Matratzen sehen. Dafür fehlt aber Platz …
Zunächst einmal, sind dort Parkplätze in der Nähe, sogar näher als zu anderen Geschäften in der Innenstadt. Und ich kam immer sehr bequem dorthin. Zum anderen wird dieser “Mangel” völlig ansatzlos von der Neuen-Westfälischen erwähnt. Der weitere Artikel greift das Thema mit keinem weiteren Wort auf.

Wird hier schon wieder der letztlich von den Innenstadtkaufleuten vermehrt geäußerte Wunsch nach einer Öffnung der Herforder Straße für den motorisierten Verkehr hofiert? Der NW käme das sicher gelegen ;-)

Andreas am 21.11.2011 um 18:46 in Bad Oeynhausen, Presse, Verkehr | 0 Kommentare |

11.09.2011

Loveparade-Gutachten

Ich bin bei Gutachten immer sehr erstaunt, was die so kosten. Als ich vor ein paar Tagen (ich hatte den Artikel noch in meiner Read-it-later-Liste) gelesen habe, was die Stadt Duisburg für ihren “Ablasszettel” bezahlt hat, wurde mir allerdings ganz anders. derwesten.de: Kosten für Loveparade-Gutachten nach Panne aufgeflogen
… Für das Gutachten, wonach die Stadt Duisburg keine Schuld an der Loveparade-Katastrophe trägt, hat die Stadt der Kanzlei … 420.260,15 Euro gezahlt …
Warum nur habe ich sofort beim Lesen des Artikels gedacht, dass sich hier die Höhe der Kosten am Fazit orientiert hat? Warum wollte die Stadt Duisburg, dass die Kosten nicht publik werden?

Andreas am 11.09.2011 um 9:11 in Fraglich, Geld, Medien, Presse, Tagesgeschehen | 0 Kommentare |

17.08.2011

Mengenlehre in der NW

Die Neue-Westfälische schreibt heute im obligatorischen Fahrradsonderteil Radfahrer sind Lichtmuffel. Laut Statistik schalten sie nur selten die Beleuchtung an ihrem Drahtesel ein. Natürlich ohne diese Statistik zu benennen oder genauer zu zitieren. Nun ist “selten” etwas das eher einen zeitlichen Rahmen beschreibt. Wenn die meisten Fahrten bei Tageslicht stattfinden, muss man tatsächlich wohl nur selten das Licht anschalten. Die Neue-Westfälische meint sicher “wenige” und bezieht sich auf Situationen, in denen ein Radfahrer das Licht einschalten muss.

Der Satz bedeutet also “Laut Statistik schalten nur wenige Radfahrer die Beleuchtung an ihrem Drahtesel an, obwohl es die Umstände erfordern.”. Und genau diese immer wieder in der Presse wiederholte These hat sogar die NW bereits mehrfach widerlegt. Zuletzt bezogen auf Bad Oeynhausen in der Ausgabe vom 01.12.2010, in der von Lichtkontrollen berichtet wurde. Dort wurden 24 Radler ohne Licht erwischt – bei 250 kontrollierten Radfahrern! Das macht nach allem was ich in der Schule gelernt habe weniger als 10% aus. Einige Zeit später wurden für eine Kontrolle in Minden vergleichbare Zahlen genannt.

Weniger als 10% aller Radfahrer sind also “viele” bzw. mehr als 90% sind “wenige”.

Andreas am 17.08.2011 um 10:37 in Bad Oeynhausen, Fahrrad, Kommunikation, Presse | 1 Kommentar |
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