24.10.2010
Letztes Jahr ist der Nachwuchs eingeschult worden und hat von seiner Patentante einen Schreiblern-Bleistift von Lamy geschenkt bekommen. Das Ding solle ganz toll sein, prima zum Lernen. Liegt auch gut in der Hand, sieht schick aus und fühlt sich wertig an.
Allerdings hat mich das Ding regelmäßig genervt, da es irgendwie nicht länger als drei Tage am Stück in einer benutzbaren Form bleiben wollte. Letztlich hatte ich die Faxen dann dicke und habe eine Mail an Lamy geschrieben. Hallo liebes Lamy-Team,
mein Sohn hat vor ca. einem Jahr den Druckbleistift “Modell 109 – LAMY abc” von seiner Patentante geschenkt bekommen, um damit in der Grundschule (damals erste Klasse) zu schreiben. Ich bin überzeugt, sie meinte es nur gut!
Das Ding treibt mich in den Wahnsinn. Es vergeht fast kein Tag, an dem es nicht auseinandergefallen bei mir auf dem Schreibtisch liegt … “Papa, kannst Du mal bitte …”. Derjenige, welcher sich das Teil ausgedacht hat, muss es garantiert nicht benutzen.
Die durchaus schicke Holzhülle lässt sich nicht zu einer festen Verbindung mit den Innereien überreden. Sobald man die Mine herausdrehen möchte, fällt das ganze Schreibgerät auseinander. Dieses Verhalten zeigte der Stift übrigens vom ersten Tag an. Und es wurde nicht daran herumgebrochen oder sonstwie Gewalt angewendet. Weder äußerlich noch an den inneren Teilen kann ich Beschädigungen feststellen.
Ich halte das Ding – zumindest unser Exemplar – für Schrott.
Dies nur als kleines Feedback.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Edler Daraufhin habe ich vom Supportteam eine freundlich formulierte Mail bekommen, in welcher mir geraten wurde mit dem defekten Stift zum Fachhändler zu gehen und ihn dort reparieren zu lassen. Ein Bleistift, der knapp 8 Euro kostet. Für einen Bleistift sicher ein sehr stolzer Preis, in absoluten Zahlen gesehen jedoch …
Geärgert hat mich das nicht, aber ich war schon ein wenig verwundert. Ich bin wirklich nicht auf Gratis-Gimmicks aus, oder so. Ich wollte nur mitteilen, dass es halt nicht funktioniert. Das mache ich eigentlich immer, wenn was Murks ist :-) Manchmal interessiert es die Hersteller – meistens die, deren Produkte eh schon gut sind und nur kleine Verbesserungen zum meinem Wohlbefinden benötigen würden. Manchmal schreibt man in die hohle Hand. Ich habe Lamy jedenfalls noch eine Mail geschrieben, in welcher ich den Begriff “wirtschaftlicher Totalschaden” angesichts der Produktkosten erklärt. Fahren, Parken, Laufen etc. … und das für 8 Euro.
Ausdrücklich habe ich noch erwähnt, dass ich keinen neuen Bleistift möchte und auch keine kostenlose Reparatur. Nur dass es klasse gewesen wäre, wenn mir kurz gesagt worden wäre: “Hallo, ja, kennen wird, da muss da und dort ein bisschen Kleber hin und dann hält das wieder. Passiert schon mal. Tschüss!”. Ich bin ja bereit, dann zu basteln, möchte aber nicht alles wild mit Heißkleber verhunzen, wenn man es auch eleganter hinbekommt. Nun, und nach dieser zweiten Mail hat man sogar angerufen. War zwar Alex dran, weil ich noch im Büro war, aber das ist ja ebensogut. Haben sich über die Formulierungen in der Mail gefreut und dass sich überhaupt Zeit genommen wurde, darüber zu berichten und man würde uns selbstverständlich einen neuen Bleistift schicken.
War nicht meine Absicht und nicht mein Wunsch, aber es ist trotzdem sehr nett und höflich. Eine etwas ausführlichere Mail habe ich auch noch bekommen mit einer kurzen Erläuterung, wo die Holzhülle auf dem Kunststoff *eigentlich* verklebt sein sollte – fehlte bei unserem Exemplar offensichtlich. Mit ein paar Tropfen Sekundenkleber war das Ding dann ganz schnell repariert und ist seitdem nicht wieder auseinandergefallen. Ein paar Tage später hatten wir auch noch ein zweites Exemplar im Haus.
Und Lamy hat einen zufriedenen Kunden mehr! So stelle ich mir guten Service vor!
20.09.2010
Heute war der erste Tag von zweien, die ich in Münster auf einer Schulung verbringen werde. Immer gern gemacht, ein bisschen raus aus dem Büro, was Neues lernen und nicht zuletzt die außerhäusige Übernachtung. Das der Akademie angeschlossene Hotel ist so schlecht nicht und vor allen Dingen das hauseigene Restaurant/Kneipe ist angenehm. Also morgens in den Volvo gesprungen und los. Das Navi behauptete, ich würde um 8:52 Uhr in Münster auf den Hof rollen. Blöderweise bin ich den Anweisungen gefolgt und um kurz vor 8 die Eidinghausener Straße bis zur Mindener gefahren. Doof, doof, doof. In Höhe von Kentucky-Fried-Chicken sollte es schon 8:59 Uhr sein. 7 Minuten auf 2 Kilometer verloren … naja, reichlich Spielraum, die Schulung beginnt um 9:30 Uhr.
Als die Kanalstraße in die Autobahn überging, habe ich entspannt Gas gegeben. Wetter in Ordnung, das Thema interessiert mich, das Gestühl des Volvo bequem. Besonders am Pöter … äh … wenn ich so bequem sitze, kann das doch nur bedeuten … richtig! Das Portemonai befindet sich nicht in der Gesäßtasche, sondern zu Hause auf dem Schrank im Flur. Fiel mir auf, als ich schon fast an der Abfahrt Gohfeld vorbei war. Die Abfahrt hat noch geklappt. Und ich bin den Weg zurück nach Hause nicht zu schnell gefahren – obwohl das sogar mir ungefähr soviel Beherrschung abverlangt hat, wie in der Kirche schon zu Anfang der Predigt ganz dringend pinkeln zu müssen. Als ich äußerst schlecht gelaunt die doofe Geldbörse einsteckte (und die Uhr umschnallte, die ich ebenfalls habe liegen lassen), zeigte das Navi bereits 9:15 Uhr Ankunftszeit – nur noch 16 Minuten Spielraum.
Als wir das letzte Mal im Zoo Osnabrück waren, habe ich mich noch gefreut, dass die Bahn so schön ausgebaut und baustellenfrei war – ist das auch schon wieder 2 Wochen hin? Hinter Melle ging’s mit den Staus und zähflüssigem Verkehr los. Die Abfahrt nach Bremen in Osnabrück ist gesperrt und von Osnabrück bis Münster ist auch alle Nase lang 80. Ja Sackra! Wollen die mich wahnsinnig machen? 9:20 Uhr, 9:22 Uhr … die Ankunftszeit rückte immer mehr nach hinten. Um 5 vor halb 10 parkte ich in einer super-engen Parklücke und kam dann als vorletzter in den Schulungsraum. Inzwischen mit Kopfschmerzen.
Die Präsentation lief dann – wer hätt’s gedacht – auch nicht wie geplant, weil das System nicht zur Verfügung stand. Der Dozent konnte aber auch “trocken” ganz gut voran kommen. Ich habe tatsächlich einige Tipps und neue Dinge mitgenommen. Hatte ich fast nicht erwartet. Mittags an der Rezeption holte ich mir dann die Info, wo ich übernachten sollte, denn das Akademiehotel war ausgebucht. In Gimbte sollte mein Bett stehen, in der Tucht, hinter den sieben Bergen. Und am abendlichen gemeinsamen Essen wollten inkl. mir nur 2 Personen teilnehmen. Habe ich dann kurzerhand abgesagt und das erste Mal überlegt, nach Hause zu fahren. Aber die Stornierung des Zimmers hätte 80% der Übernachtungskosten verschlungen. Dann eben nicht.
Der Nachmittag ging fix rum und um 16:35 Uhr stehe ich vor der Herberge – vor verschlossenen Türen! Was zum Teufel? “Sonntags Ruhetag” prangt da an der Tür “… und der Sonntag geht bis Montag um 18 Uhr!” *????* Telefon gezückt, angekündigt dass ich natürlich nicht für die Übernachtung zahle und mich jetzt auf den Heimweg mache. Der dauert knapp über eine Stunde und die Alternative ist, 1 1/2 Stunde auf die Öffnung der Pforten zu warten. Man, man, man … wenn, dann läuft aber auch alles schief!
So konnte ich wenigstens noch an der Fraktionssitzung teilnehmen – zumindest nachdem ich eine Sumatriptan genommen habe. Bei dem Gewese kann selbst der gelassenste Mensch nicht ganz stressfrei bleiben ;-) Aber dafür sitze ich jetzt entspannt auf dem eigenen Sofa.
19.09.2010
Heute morgen hatte ich eine tolle Idee … fand der kleine Junge! Wir fahren zum Parkplatz des Werrepark, schnallen ihm die Inliner unter und üben, wie man damit in die Runde fährt.

Das hat sogar ganz gut geklappt. Wir haben’s wie auf der Eisbahn gemacht, nur statt einem Pinguin haben wir einen Einkaufswagen genommen, hinter dem Tim fahren konnte. Paar mal noch, dann geht das auch ohne.
Danach haben wir noch einen Abstecher zur Kussbrücke gemacht, um auf die Weser zu gucken und den Fortschritt der Baustelle im Bild fest zu halten.

Neulich stand in der Zeitung, dass der südliche Weg an der Werre gesperrt sei, aber da konnte man noch bequem fahren. Allerdings war auf der gegenüberliegenden Seite bereits ein Korridor aus Bauzäunen zu sehen, durch den die Radfahrer wohl in Zukunft geführt werden.
9,5 Km | 9,1 Km/h Schnitt | 26,2 Km/h max. | 48 Höhenmeter
11.05.2010
Ich konnte den Kerl noch nie leiden und er verfestigt diese Antipathie mit quasi jeder Aussage, die er absondert: DerWesten.de: Koch fordert Kürzungen bei Bildung und Kinderbetreuung
… CDU-Vize Roland Koch hat die Bundesregierung zu harten Sparmaßnahmen aufgerufen. Der hessische Ministerpräsident forderte, die Ausgaben für Bildung und für die Betreuung von Kleinkindern zu überprüfen. Erste Unterstützung kommt aus der FDP … Und die FDP tutet ins gleiche Horn, ist ja klar. Wie wär’s, wenn man erstmal die Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe rückabwickelt? Das ist sicherlich deutlich sinnvoller, als den Kindern den Weg in Bildung zu erschweren. Mal ganz abgesehen davon, dass solch “ungebildete” Kinder später sicher nicht zu denen gehören, die dem Hotelgewerbe das Geld in die Kassen spülen.
Diese Bande ist so fürchterlich kurzsichtig …
07.03.2010
Die paar Meter bis zum Bäcker kann man auch zu Fuß zurück legen. Und dazu noch bei diesem (wenn auch viel zu kaltem) Kaiserwetter. Der kleine Junge und ich haben den morgendlichen Gang gleich zu einer Unterrichtsstunde umfunktioniert und mir wurde gezeigt, wie man sich im Straßenverkehr bewegt. An jeder Straßenquerung schön anhalten und gucken, links gehen, Gefahr sehen, nach Autos hören usw. Hat der Nachwuchs ganz ausgezeichnet gemacht, bin zufrieden. Und nachdem wir dem Bäcker einige Brötchen abgekauft haben, sind wir noch ein bisschen spazieren gegangen!

18.02.2010
Eben in der Kosmetikabteilung …
Kundin: Ach, hier arbeitest Du jetzt? Ist Deine Ausbildung beendet.
Verkäuferin (recht jung): Ja ne, ich hab’ mal zwei angefangen, aber aufgehört. Jetzt arbeite ich dann hier eben so.
K: Und wieviel bekommst Du dann so?
V: Ja ne, nich’ soviel wie die richtig Ausgelernten. Aber es reicht schon.
K: Hm.
V: Dafür habe ich den ganzen Stress nicht mehr! *Patsch*
20.11.2009
Am Mittwochabend war ich auf dem Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld und habe einen Vortrag von Herrn Dankmar Alrutz (PGV Hannover) zum Thema “Mehr Handlungsspielräume zur Förderung des Radverkehrs durch die neue StVO” verfolgt. Eingeladen waren “alle Personen, die sich für das Thema ‘Radverkehr’ interessieren” und ich war in meiner Eigenschaft als Aktiver des ADFC in Bad Oeynhausen dort. Neben einigen anderen ADFClern schienen auch ein paar Mitarbeiter der Verwaltung der Stadt Minden anwesend zu sein, nebst dem dortigen Fahrradbeauftragten – welcher auch die Einladung ausgesprochen hat. Leider konnte unser Fahrradbeauftragter nicht zu der Veranstaltung kommen, ich habe ihn jedenfalls nicht entdeckt.
Herr Alrutz ging nach einer kurzen Einleitung im wesentlichen auf die Änderungen der neuen StVO im Vergleich zu der von 1997 ein und erläuterte einige Ergänzungen der neuen ERA (die hoffentlich nächstes Jahr heraus kommt) im Hinblick auf deren positive Auswirkungen für Radfahrer – die ich leider noch nicht alle durchschaut habe.
So wird es in Zukunft z.B. möglich sein, für “linke Radwege” ein “Radwege frei” vorzugeben. Dadurch darf ein Radfahrer auf einem linken Radweg fahren, muß es aber nicht. Welchen Vorteil sowas haben soll, ist mir noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich gibt es noch nicht genügend Unfälle an Einmündungen. Und in diesen Fällen wird die Polizei ja auch nicht müde, fortwährend zu wiederholen, sofern sich der Radfahrer dort widerrechtlich in der falschen Richtung fortbewegt hat. Zukünftig werden wir also vielfach diese Schilder vorfinden, welche dem Autofahrer auf der Fahrbahn (fälschlicherweise!) suggerieren, dass der Radfahrer doch auf dem Hochbord fahren soll und der querende Kraftverkehr an noch mehr Stellen auf “unerwartete” Radler von rechts achten muß. Tolle Verbesserung!
Weiterhin soll es Erleichterungen für die Einrichtung von Fahrradstraßen geben. Welche das sind, wurde nicht erwähnt. Aber schön, dass es so ist. Ich habe das in Bad Oeynhausen ja auch vor. Und endlich ist auch die ERA in der StVO ausdrücklich erwähnt und stellt somit mehr als nur ein Zettelwerk dar. Das ist von den Verwaltungen zukünftig bitte verbindlich zu beachten. Z.B. auch das sehr interessante Diagramm, in welchem man sehr schön die KFZ-Zahlen pro Stunde zu einer Anordnung einer Benutzungspflicht sortiert hatte. Bei bis zu ca. 9.500 KFZ/Tag bei 50km/h ist ein Mischverkehr auf der Fahrbahn der Regelfall. Selbst bei bis zu 1.000 KFZ/Stunde und 50km/h ist eine Benutzungspflicht nicht angeraten. Hier kann man z.B. über nicht benutzungspflichtige Radwege nachdenken oder den Gehweg für Radfahrer freigeben. Aber der Radfahrer sollte weiterhin auf der Fahrbahn fahren dürfen. Da bin ich ja mal gespannt!
Überhaupt können “nicht benutzungspflichtige Radwege” (früher: “andere Radwege”) eine dauerhafte Lösung sein. Und die ERA stellt an benutzungspflichtige und solche Radwege ohne Benutzungspflicht die gleichen baulichen Anforderungen. Hier gibt es keine Unterschiede mehr. Verankert ist übrigens auch eine “Vorsorge gegen unerlaubtes Parken auf Radwegen”. Da musste ich ein wenig schmunzeln.
Viel Zeit des Vortrages wurde auf die “Schutzstreifen” verwendet. Ich halte diese Lösung für gegorenen Blödsinn in Tüten. Autofahrer neigen dazu, bei deren Vorhandensein den Streifen als Fahrmarkierung für ihren rechten Reifen anzusehen. Bei 1,25 Meter breiten “Schutz”streifen (das ist das Mindestmaß und mehr machen Verwaltungen dann auch nicht) bleibt da kein Mindestabstand beim Vorbeifahren an Radfahrern. Nicht wenn diese nicht in der Gosse fahren und dadurch Unfälle durch Dreck oder sich öffnende Autotüren riskieren. Autofahrer, welche trotz “Schutz”streifen einen ausreichenden Abstand beim Überholen einhalten, machen dies auch ohne eine solche Markierung. Alle anderen fühlen sich lediglich ermutigt, den Radfahrer nun erst recht in seinen Bereich zu drängen. Sicher ist das nicht.
Wichtigste Erkenntnis in dem Zusammenhang war: niemand kennt die Sonderregelungen für Radfahrer. Weder sie selbst, noch weniger die Autofahrer. Die Besonderheiten von Benutzungspflichten sind weitgehend unbekannt und führen dazu, dass der motorisierte Verkehr alles was nur ansatzweise nach Radweg aussieht als “benutzungspflichtig” ansieht und dementsprechend im Verkehr agiert. Jeder halbwegs regelmäßige Radfahrer ist sicher auf der Fahrbahn durch Hupen oder Gestikulieren auf den vermeintlichen Radweg hingewiesen worden. Wesentlich wichtiger als alle baulichen Maßnahmen ist also eine Aufklärungskampagne, welche Fahrradfahrer ins Bewusstsein Aller ruft: als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer!
Drei Kernpunkte wurden zu baulichen Maßnahmen noch genannt:
* Besser keine als eine schlechte Radverkehrsanlage!
* Kein Ausklammern von Problembereichen
* Keine Kombination von Minimalelementen
Mit diesen Vorgaben kann man eigentlich alle blauen Schilder in Bad Oeynhausen abmontieren.