Am Mittwochabend war ich auf dem Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld und habe einen Vortrag von Herrn Dankmar Alrutz (PGV Hannover) zum Thema “Mehr Handlungsspielräume zur Förderung des Radverkehrs durch die neue StVO” verfolgt. Eingeladen waren “alle Personen, die sich für das Thema ‘Radverkehr’ interessieren” und ich war in meiner Eigenschaft als Aktiver des ADFC in Bad Oeynhausen dort. Neben einigen anderen ADFClern schienen auch ein paar Mitarbeiter der Verwaltung der Stadt Minden anwesend zu sein, nebst dem dortigen Fahrradbeauftragten – welcher auch die Einladung ausgesprochen hat. Leider konnte unser Fahrradbeauftragter nicht zu der Veranstaltung kommen, ich habe ihn jedenfalls nicht entdeckt.
Herr Alrutz ging nach einer kurzen Einleitung im wesentlichen auf die Änderungen der neuen StVO im Vergleich zu der von 1997 ein und erläuterte einige Ergänzungen der neuen ERA (die hoffentlich nächstes Jahr heraus kommt) im Hinblick auf deren positive Auswirkungen für Radfahrer – die ich leider noch nicht alle durchschaut habe.
So wird es in Zukunft z.B. möglich sein, für “linke Radwege” ein “Radwege frei” vorzugeben. Dadurch darf ein Radfahrer auf einem linken Radweg fahren, muß es aber nicht. Welchen Vorteil sowas haben soll, ist mir noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich gibt es noch nicht genügend Unfälle an Einmündungen. Und in diesen Fällen wird die Polizei ja auch nicht müde, fortwährend zu wiederholen, sofern sich der Radfahrer dort widerrechtlich in der falschen Richtung fortbewegt hat. Zukünftig werden wir also vielfach diese Schilder vorfinden, welche dem Autofahrer auf der Fahrbahn (fälschlicherweise!) suggerieren, dass der Radfahrer doch auf dem Hochbord fahren soll und der querende Kraftverkehr an noch mehr Stellen auf “unerwartete” Radler von rechts achten muß. Tolle Verbesserung!
Weiterhin soll es Erleichterungen für die Einrichtung von Fahrradstraßen geben. Welche das sind, wurde nicht erwähnt. Aber schön, dass es so ist. Ich habe das in Bad Oeynhausen ja auch vor. Und endlich ist auch die ERA in der StVO ausdrücklich erwähnt und stellt somit mehr als nur ein Zettelwerk dar. Das ist von den Verwaltungen zukünftig bitte verbindlich zu beachten. Z.B. auch das sehr interessante Diagramm, in welchem man sehr schön die KFZ-Zahlen pro Stunde zu einer Anordnung einer Benutzungspflicht sortiert hatte. Bei bis zu ca. 9.500 KFZ/Tag bei 50km/h ist ein Mischverkehr auf der Fahrbahn der Regelfall. Selbst bei bis zu 1.000 KFZ/Stunde und 50km/h ist eine Benutzungspflicht nicht angeraten. Hier kann man z.B. über nicht benutzungspflichtige Radwege nachdenken oder den Gehweg für Radfahrer freigeben. Aber der Radfahrer sollte weiterhin auf der Fahrbahn fahren dürfen. Da bin ich ja mal gespannt!
Überhaupt können “nicht benutzungspflichtige Radwege” (früher: “andere Radwege”) eine dauerhafte Lösung sein. Und die ERA stellt an benutzungspflichtige und solche Radwege ohne Benutzungspflicht die gleichen baulichen Anforderungen. Hier gibt es keine Unterschiede mehr. Verankert ist übrigens auch eine “Vorsorge gegen unerlaubtes Parken auf Radwegen”. Da musste ich ein wenig schmunzeln.
Viel Zeit des Vortrages wurde auf die “Schutzstreifen” verwendet. Ich halte diese Lösung für gegorenen Blödsinn in Tüten. Autofahrer neigen dazu, bei deren Vorhandensein den Streifen als Fahrmarkierung für ihren rechten Reifen anzusehen. Bei 1,25 Meter breiten “Schutz”streifen (das ist das Mindestmaß und mehr machen Verwaltungen dann auch nicht) bleibt da kein Mindestabstand beim Vorbeifahren an Radfahrern. Nicht wenn diese nicht in der Gosse fahren und dadurch Unfälle durch Dreck oder sich öffnende Autotüren riskieren. Autofahrer, welche trotz “Schutz”streifen einen ausreichenden Abstand beim Überholen einhalten, machen dies auch ohne eine solche Markierung. Alle anderen fühlen sich lediglich ermutigt, den Radfahrer nun erst recht in seinen Bereich zu drängen. Sicher ist das nicht.
Wichtigste Erkenntnis in dem Zusammenhang war: niemand kennt die Sonderregelungen für Radfahrer. Weder sie selbst, noch weniger die Autofahrer. Die Besonderheiten von Benutzungspflichten sind weitgehend unbekannt und führen dazu, dass der motorisierte Verkehr alles was nur ansatzweise nach Radweg aussieht als “benutzungspflichtig” ansieht und dementsprechend im Verkehr agiert. Jeder halbwegs regelmäßige Radfahrer ist sicher auf der Fahrbahn durch Hupen oder Gestikulieren auf den vermeintlichen Radweg hingewiesen worden. Wesentlich wichtiger als alle baulichen Maßnahmen ist also eine Aufklärungskampagne, welche Fahrradfahrer ins Bewusstsein Aller ruft: als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer!
Drei Kernpunkte wurden zu baulichen Maßnahmen noch genannt: * Besser keine als eine schlechte Radverkehrsanlage! * Kein Ausklammern von Problembereichen * Keine Kombination von Minimalelementen Mit diesen Vorgaben kann man eigentlich alle blauen Schilder in Bad Oeynhausen abmontieren.
Eigentlich wollte ich mit dem kleinen Jungen noch mal einen Miniurlaub an der Nordseeküste machen. Aber meine Unpässlichkeit Anfang der Woche machten dem Vorhaben “Cuxhaven” einen Strich durch die Rechnung. Aber ein bisschen was mit Wasser sollte es schon sein und darum habe ich mich an den Gutschein für einmal freien Eintritt im Sea Life – Hannover erinnert. Da fahren wir hin!
Da wir ziemlich nahe der niedersächsischen Metropole wohnen, war die Fahrt ein Katzensprung. Das Sea Life haben wir auch sehr schnell gefunden, genauso wie einen Parkplatz. Hm, hatte ich mir irgendwie noch größer vorgestellt. Trotzdem waren die liebevoll ausgestalteten Aquarien toll anzusehen. Nochmal eine ganz andere Nummer als das kleine Fischhaus im Osnabrücker Zoo! Hier gibt’s richtig große Haie und Rochen zu sehen!
Am beeindruckendsten war sicher der 8 Meter lange Tunnel durch das große Meerbecken mit den richtig großen Tieren. Tim fand das alles zwar richtig cool – aber nicht so lange, wie ich es gerne angesehen hätte. So sind wir schon ziemlich fix dem Rundgang gefolgt, der uns im letzten Drittel in eine Dschungelwelt führte.
Über einen Steg kann man den Wald erkunden und von einem Turm in der Mitte aus hat man einen prima Überblick über die Landschaft. Hier kann man sich auch auf kleinen Bänken einfach mal in den Urwald setzen und ausruhen. Wollte Tim aber nicht
Und kurz darauf waren wir auch schon ganz durch. Ziemlich genau 2 Stunden haben wir uns in “Sea Life” aufgehalten. Ich hätte es insgesamt noch gut eine Stunde länger ausgehalten, für kleine Kinder reicht es aber völlig aus. Zum Abschluß sollte es noch was schönes zu Essen geben und wenn wir schon auf See-/Fisch-/Meertour waren, machten wir einen kleinen Abstecher nach Steinhude um dort den Blick auf’s Meer zu genießen und uns zu stärken.
Westfalen-Blatt: Uni schenkt Studenten neue Netbooks … kosten die Netbooks zusammen eine Million Euro. »Damit zahlen wir pro Exemplar etwa 330 Euro, das ist die Hälfte des Listenpreises« …Das müssen ja ganz tolle Verhandlungen gewesen sein, die dort geführt wurden. Wenn es sich wirklich um ein Netbook von Dell handelt, dann konnte ich eben gerade keines finden, welches für 660 Euro über die Ladentheke wandert. 330 Euro ist eher ein leicht überteuerter Discounter-Preis. Bei einer Abnahme in dieser Größenordnung wäre ich für ein Netbook doch mehr von einer Summe von unter 200 Euro je Gerät ausgegangen.
Aber vielleicht täusche ich mich ja und es handelt sich um eine technische Preziose, denn immerhin: … Der mobile Computer ist leistungsstark, mit moderner Technologie ausgestattet, er verfügt über alle notwendigen Anschlüsse und sorgt über eine kabelfreie Bluetooth-Verbindung für den Zugang zum Internet … Man kann damit sogar per Bluetooth ins Internet! Sakrament, das ist wirklich ein Teufelsgerät.
Tim fährt mit dem Fahrrad zur Schule. Natürlich noch nicht allein – das habe ich in der ersten Klasse zwar gemacht, aber ich musste auch nicht über die Eidinghausener Straße. Und mir scheint auch, dass damals die Verkehrsregeln noch mehr in den Köpfen verankert waren.
Zum wiederholten Male konnte gestern ein Autofahrer seinen fahrbaren Untersatz nur mit quietschenden Reifen zum Halten bringen, nachdem er mit ordentlich Schwung aus dem Kreisel in den Alten Postweg einbiegen wollte. Morgens um kurz vor 8 Uhr, wenn alle Schulkinder unterwegs sind. Und ich hatte mein Vorderrad noch nicht einmal auf der Fahrbahn, sondern zeigte durch mein Verhalten lediglich, dass ich gedachte meine Vorfahrt in Anspruch zu nehmen.
Der Autofahrer ließ daraufhin sogar die Scheibe runter und schrie mir unverständliches Zeug entgegen, woraus ich lediglich entnehmen konnte, dass er der Meinung sei, auf einem Zebrastreifen darf man nicht radfahren. Und damit hat er natürlich vollkommen Recht! Das bedeutet aber nicht, dass er Radfahrer, die einen Zebrastreifen fälschlicherweise fahrenderweise benutzen, einfach umfahren darf.
Weiterhin ist dieses Wissen für ihn am Eidinghausener Kreisel ziemlich nachrangig, denn dort gibt es für die Radfahrer extra eine Furt, die ich im Bild mit einem roten Pfeil markiert habe. So eine Furt ist was Feines, denn hier haben Radfahrer im Kreisel Vorfahrt, neben den Fußgängern, die auf dem Zebrastreifen Vorrang haben.
Zum Mitmeißeln für alle Autofahrer, die meinen, sie hätten genug gelernt: im Eidinghausener Kreisel habt ihr Fußgängern und Radfahrern, die den Kreisel auf dem Radweg befahren immer Vorrang bzw. Vorfahrt zu gewähren. Das mag in manche Köpfe nicht reingehen, ist aber so.
Leuten die morgens, wenn Schulkinder unterwegs sind, 250 Meter Luftlinie von der Grundschule entfernt, derart durch die Gegend holzen, sollte der Führerschein zur Kühlung ihres Mütchens sowieso erstmal entzogen werden.
Und wer nun meint “Dann warte doch!” … hm, wann soll ich denn dann die Straße überqueren? Und wie erkläre ich das meinem sechsjährigen Sohn? 500 Meter weiter ist auf dem Alten Postweg eine Querungshilfe, an der Fußgänger und Radfahrer keine Vorfahrt/Vorrang haben. Trotzdem halten dort oft Autofahrer an, um Kinder durch zu lassen. Dort werde ich beschimpft, wenn ich mich an die Regeln halte und meinem Sohn erkläre, er soll warten bis frei ist (weil der nächste Autofahrer sehr wahrscheinlich eben nicht anhält). Am Kreisel soll ich trotz Vorfahrt/Vorrang warten und werde beschimpft wenn ich mich an die Regeln halte und meine Vorfahrt nutze. Was denn nun?
Wer die Regeln nicht kennt, darf nicht mitspielen – so ist das überall! Nur wenn sich alle an die Regeln halten, funktioniert ein sicheres und reibungsloses Zusammenspiel.
… sollte man nicht nur von Automatismen wie dem Wahl-O-Mat abhängig machen. Auch wenn es natürlich zum Rumspielen, Gucken und Lernen eine sehr, sehr gute Sache ist. Aber es können auch solche Empfehlungen dabei raus kommen:
Da mögen doch die Grundeinstellungen der jeweiligen Parteien ein wenig unterschiedlich sein …
Edit: Kaum beantwortet man 2 Fragen anders und setzt bei ein paar anderen Fragen die Wichtung neu, dreht sich das Ergebnis um nahezu 180°. Allerdings sind die Grünen immer ganz oben mit dabei. Vernunft setzt sich halt durch! Und was auch jedesmal klar wird: die FDP und CDU sind doch schon ziemlich weit weg von dem, was ich möchte.
Das ging ja wirklich fix. Gestern noch im Kinderwagen durch die Gegend geschoben, heute ist der Nachwuchs schon eingeschult worden. Ist jetzt ein großer Junge mit allem Drum und Dran. Nachdem er morgens noch nichts so ganz überzeugt war, muss die erste Schulstunde ein voller Erfolg gewesen sein. Morgen geht er sicher wieder hin, war das Resümee. Hoffentlich bleibt das so.
Ich bin letztes Wochenende zu einem Freund gefahren. Wir wollten erst gucken, wie der Klitschko den Chagaev verkloppt und danach in die Disco. Ein ganz normaler Abend also, alltäglich. Mal abgesehen davon, dass ich in meinem fortgeschrittenen Alter, nicht mehr weit von der bösen 4 vorne entfernt, nicht mehr sonderlich oft in eine Disco gehe. Etwas war aber doch anders, etwas was mir erst einfiel, als ich darauf angesprochen wurde. Ich hatte nämlich das erste Mal völlig in Gedanken beim aus dem Haus gehen den EeePC in der Hand und den UMTS-Stick in der Tasche. Zu Hause sitze ich auch auf dem Sofa, den Laptop auf dem Schoß und gucke Fernsehen. Per Twitter kommentiere ich das Gesehene und lese gleichzeitig, was andere dazu meinen. Und da ich zum “Fernseh gucken” verabredet war, gehört der Laptop dazu, oder?
Genauso selbstverständlich habe ich auch im Urlaub mindestens einen (bei den letzten beiden mehrtägigen Reisen waren es sogar zwei) Rechner dabei. Warum sollte ich im Urlaub auf etwas verzichten, was ich für so selbstverständlich halte, dass ich es normalerweise gar nicht mehr wahrnehme? Freunde und Arbeitskollegen reißen die Augen auf, wie ein Werwolf der gerade Weihwasser getrunken hat, wenn sie nur hören, dass ich im Urlaub *E-MAILS* lese. Mails, das macht man doch nur auf der Arbeit. Computer sind Werkzeuge, die benutzt man notgedrungen zum Geld verdienen. Ich benutze Computer und Netze nicht. Ich lebe damit. Und auch wenn meine Frau das vielleicht nicht ganz so selbstverständlich sieht, ist sie doch ein zuverlässiger Melder, falls das DSL mal ausgefallen ist. So ganz ohne geht es auch bei ihr inzwischen nicht mehr.
Mein Vater hat mir schon desöfteren gesagt, ich sei doch “schon süchtig” danach. Ich sehe die Nutzung von Mail, Blogs, Twitter, IRC, ICQ, UseNet, RSS-Feeds, Napster und was es noch alles an Diensten gibt, nicht als Sucht. Es ist die ganz normale Informationsbeschaffung, meine ganz üblichen Kommunikationswege. Hat irgendwann irgendjemandem gesagt, er sei “süchtig”, weil er Zeitung liest oder telefoniert. Oder redet? Warum sollte ich im Urlaub aufhören zu sprechen? Weil ich im Büro auch spreche und im Urlaub nichts mache, was ich auch auf der Arbeit tue? Mein Vater – der mir sagt, ich sei süchtig – hat seinen Laptop den ganzen Tag auf dem Esszimmertisch stehen und er nutzt das Gerät täglich und regelmäßig. Er sucht sich Ersatzteile, liest in Foren, informiert sich über das Wetter und das Tagesgeschehen. Ich glaube, er schreibt sogar E-Mails. Und er ist Rentner und hat den Laptop erst nach dem Berufsausstieg bekommen. Selbst für ihn ist “das Netz” ein Teil seines Lebens, auch wenn er das vielleicht nicht so sieht. Vielleicht gerade weil er es nicht so sieht. Und natürlich wird er mir sagen, nachdem er das hier gelesen hat (was er täglich tut) dass das nicht stimmt
Ich habe meinen ersten Rechner so ungefähr 1985/1986 bekommen. Einen beigen C64 mit farblich abgestimmter Datasette (aus Kostengründen von einem Drittanbieter), den ich nach dem Auspacken glücklich lächelnd gestreichelt habe. Genau das gleiche hat übrigens mein Nachwuchs mit seinem Lerncomputer gemacht, der sich beim Ausschalten immer freundlich von ihm verabschiedet. Kurz darauf habe ich bei einem Nachbarn per ebenfalls am C64 angeschlossenen Akustikkoppler erste Mailboxen angewählt. Es war für mich in der Realschule völlig normal, eine Sinuskurve nicht mit dem Bleistift mittels ausgerechneter Koordinaten auf Karopapier zu malen, sondern gleich ein kleines Basicprogramm zu schreiben, welches die Kurve auf dem Nadeldrucker ausgab. Was sage ich, nicht nur die eine Kurve aus Aufgabe 17 auf Seite 8 im Mathebuch, sondern die Kurven *aller Aufgaben* von allen Funktionen die ich dem kleinen Programm vorgeworfen habe. Der Rechner ist für mich keine Arbeit, er ist ein Werkzeug, mir die Arbeit zu erleichtern.
Aus Gründen, die ich im nachhinein nicht mehr so Recht nachvollziehen kann und die wahrscheinlich nicht existieren, hatte ich zwischen 1991 und 1995 keinen Computer. Ich hab’s überlebt. Nachdem ‘95 der Pentium bei uns Einzug gehalten hat, kam recht fix ein 14.4er Modem, eins 28.8er Geschwindigkeit, ISDN und sofort nachdem es bei uns bereitstand auch DSL dazu. Meine erste Homepage war 1996 zu bewundern, seit 1999 mit eigener Domain. In der ganzen Zeit habe ich über das Netz Leute kennen gelernt, mit Ihnen Gedanken, Informationen und Hilfe ausgetauscht und es hat mich (außer den – anfangs horrenden! – Verbindungsentgelten) nichts gekostet. Ich gucke im Vorbeigehen im Arbeitszimmer nach meinen Mails oder lese die Schlagzeilen der abonnierten Feeds. Das mache ich auch unterwegs (Flatrate sei Dank) auf dem Handy. Ich kaufe bis bis auf Lebensmittel fast alles Online, mindestens informiere ich mich aber vor dem Kauf im Netz. Ich lerne täglich, stündlich im Internet, vieles was ich lese ist neu. Zeigt neue Sichtweisen, neue Blickwinkel und andere Meinungen. Nichts davon könnte ich in dem Umfang und der Geschwindigkeit mit klassischen Offline-Medien haben.
Meine Schwägerin hat ihren Mann bei Isudi (die Älteren erinnern sich) kennen gelernt und mein Sohn sagt mir, ich soll seine neueste Lego-Kreation fotografieren, um das Bild an den Lego-Club zu *mailen*! Aber nicht vergessen, es auch ins Internet zu stellen! Für ihn gibt es keine Welt ohne E-Mail und Internet.
Das Netz ist selbstverständlich, es ist einfach da, ich nutze es wie ich meinen Mund zum Sprechen oder die Ohren zum Hören nutze. Ich verdiene u.a. meinen Lebensunterhalt damit und ich verbringe einen Teil der Freizeit dort und damit. Ich habe keine blasse Haut, keine eckigen Augen und auch keine strähnigen Haare. Ich weiß wie man einen Schweinestall mistet – nicht aus der Wikipedia, sondern weil ich es selbst gemacht habe. Ich kann einen Vespamotor zerlegen und wieder zusammen bauen und er läuft danach noch wieder. Ich habe das im Internet geschrieben und schon nachts um halb zwölf mit jemandem telefoniert, der das gelesen hat und mich nun fragten wie er die Gehäusehälften des vor ihm liegenden Motors trennen kann. Durchaus nenne ich Menschen meine Freunde, Menschen die ich im “richtigen Leben” kennen gelernt habe – und auch einige, die ich nur über das Netz kenne. Mit beiden kommuniziere ich u.a. elektronisch.
Ich bin nicht süchtig nach dem Internet. Ich bin auch nicht süchtig nach einem Telefon oder einem Teller Pudding. Ich lebe einfach. Und wenn früher die Leute einen berittenen Kurier los schickten, um jemand anderem etwas mitzuteilen, dann ist das heute per Mail etwas bequemer. Solche wie mich gibt es millionenfach.
Es ist wie es ist, Dinge verändern sich. Und das Problem an der Sache ist, dass es Menschen gibt, die diese Veränderung nicht mitbekommen. Und wenn sie davon hören, es nicht wahr haben wollen. Für diese Menschen ist das Netz unverständlich und böse. Das war schon immer so. Wat der Buer nich kennt, dat frett er nich. Die Erde ist rund? Wo kommen wir denn da hin. Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems? Ketzer! Sobald man schneller als 30 Kilometer in der Stunde fährt, sammelt sich das Blut im Rückenmark – alles was schneller als eine Pferdedroschke fährt, ist Teufelszeug. Wer Milch auf Wasser trinkt, bekommt Läuse im Bauch.
Unsere Politiker verstehen nicht, was das Netz ist und wie es funktioniert. Und sie sollen uns regieren. Aber wie können sie jemanden regieren, der ihnen weit überlegen ist? Nun, sie machen es wie es schon immer gemacht wurde. Informationen werden gekappt. Sie werden gesperrt und weggeschlossen. Diejenigen, die Informationen verbreiten werden denunziert und mundtot gemacht. Leider haben sie eins dabei vergessen: das hat auch in den letzten 2.000 Jahren noch nie dauerhaft funktioniert. Wissen hat sich immer seinen Weg gebahnt. Früher langsamer, aber so wie die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung zunahm, nahm auch die Wissensverbreitung zu. Gutenberg hat den Buchdruck erfunden, heute gibt es das Netz. Bücher mussten transportiert und gelagert werden. Das Netz ist einfach da.
Es ist nicht sperr- oder abschaltbar. Und es gelten dort auch keine anderen Gesetze, als im richtigen Leben. Entgegen aller Beteuerungen unserer Regierung. Und das ist gut so.
Die einzige Lösung kann also nur sein, zu informieren. Informiert wen ihr könnt und wo ihr sie trefft. Ich hatte letztlich ein sehr interessantes Gespräch mit dem Onkel und der Tante von Alex und denen waren die Zusammenhänge zwischen Internetsperren, Löschung von Seiten, wer da was fordert und wie es umgesetzt werden soll nicht klar. Und wenn man das mal erklärt, dann lautet die Rückfrage: “Und warum löschen die das dann nicht sofort?” – tja, und da kann ich dann auch nur mit den Schultern zucken. Ich weiß es einfach nicht.
Wohl aber weiß ich, was das “Zugangserschwerungsgesetz” bringen wird: ein für diejenigen, die es entsprechend nutzen wollen, herrlich ungestörtes Internet. Denn wenn ein BKA-Beamter eine Seite erstmal auf die Liste gesetzt hat, dann hat er seine Arbeit getan. Aus den Augen aus dem Sinn. Da aktuell ganz offensichtlich die Seiten nicht entfernt werden, werden sie es nach einer Sperre erst recht nicht mehr. Die sind ja nicht mehr zu erreichen. Um eine Verfolgung muß sich hinter dem Stoppschild-Vorhang keiner Sorgen machen. Sorgen müssen sich nur diejenigen, die den Vorhang sehen. Und wir werden immer mehr Vorhänge sehen. Dahinter werden diejenigen, die jetzt als Grund für die Sperren mißbraucht werden, weiter ihrem Schicksal überlassen.
Ich will das Netz weiter nutzen können, ich will keine berittenen Boten mehr. Und ich will keinen Vorhang vor einem Mißstand. Man behebt Mißstände nicht dadurch, dass man wegguckt. Ich gucke nicht weg, wenn jemand auf der Straße seine Frau verprügelt und ich gucke nicht weg, wenn jemand irgendwo am Boden liegt. Es hilft denjenigen dann auch nicht, wenn schnell ein Polizist ein Tuch davor hält und mir sagt: “Hier gibt es nichts zu sehen!”.
Im Rahmen der Bemühungen den Status “Fahrradfreundliche Stadt” zu erhalten, hatte der Fahrradbeauftragte der Stadt Bad Oeynhausen zu einer Exkursion nach und in Bünde geladen. Dort sollte uns sein dortiger Kollege einige Einblicke in die Maßnahmen der Nachbarstadt geben. Immerhin schon seit längerer Zeit mit dem Siegel “fahrradfreundlich” geehrt.
Ein wenig unstandesgemäß mit dem Bus und den Rädern im Hänger wurden die 20 Kilometer zum Ziel zurück gelegt. Angesichts des Wetters und der unterschiedlich zusammen gesetzten Teilnehmergruppe aber durchaus verständlich. Nach der Ankunft hielt der Dezernent der Stadt Bünde eine kurze Begrüßungsrede und dann ging’s bei Sonnenschein auf die Piste.
Uns wurden Lösungen für Radler entlang der Else vorgstellt, Verkehrsführungen in der Innenstadt und Verbindungen in der und die Peripherie. Da waren ein paar schöne Dinge dabei, aber auch ganz viel altbekanntes und nicht zuletzt auch etliche Radstreifen, von denen ich ja gar nichts halte.
Ich bin auch der Meinung, dass man nicht dadurch fahrradfreundlich wird, indem man die Radler auf Umgehungsrouten schickt – die im Zweifel durchaus auch mal einen Umweg bedeuten. Da merkt man dann deutlich, dass es immer noch schwierig ist, Radverkehr zu Lasten des KFZ-Verkehrs zu beschleunigen und sicherer zu machen. Einer der Hauptgründe der Ablehnung des Antrags von Bad Oeynhausen an die AGFS von vor über 10 Jahren übrigens. Tatsächlich gibt es in Bünde aber auch ganz interessante Lösungen, die man in Bad Oeynhausen ebenfalls problemlos umsetzen kann. Sogar kostenneutral – um nicht zu sagen: für Umme! Da kann man einige Dinge anstoßen.
Nach ungefähr der Hälfte der avisierten Strecke öffnete sich leider der Himmel. Erst verhalten, dann aber so stark, dass wir unter dem dichten Laub einiger Straßenbäume Schutz suchten. Dauerte aber glücklicherweise nicht sehr lange. Wir kamen pünktlich zur Halbzeit am “Wirtschaftswunder” an, wo Kaffee und Kuchen und die Presse auf uns wartete.
Währenddessen hatte es auch aufgehört zu regnen und wir gingen den Rest der Strecke an. Ich bin viele der Straßen schon gefahren, habe aber nie auf spezielle Lösungen geachtet. An einigen Stellen haben sich meiner Meinung einige eigens angelegte Wegeführungen sogar negativ auf den Verkehrsfluß ausgewirkt. Der Kreisel in Spradow inkl. der stark verschwenkten Radfahrerfurt macht es z.B. unmöglich genauso flott nach Bünde hineinzugelangen, wie vor dem Umbau.
Der ebenfalls mitradelnde Experte der PGV-Hannover bestätigte denn auch, dass man in Kreiseln prinzipbedingt auf der Fahrbahn eher sicherer aufgehoben ist. Da kann man sich noch so viele Gedanken um die richtige Anordnung der Radfahrer- und Fußgängerquerungen am Kreisel machen, es wird nie richtig passen.
Naja, hat keiner behauptet, dass es einfach ist fahrradfreundlich zu werden *g* Nach ca. 3 Stunden waren wir zurück am Ausgangspunkt, wo der Bus auf uns wartete und wir pünktlich zum erneut einsetzenden Regen wieder in den Sesseln saßen.
19,8 Km | 13,2 Km/h Schnitt | 30,3 Km/h max. | 90 Höhenmeter
Gestern abend lud der VCD und der ADFC Löhne zu einer Vortragsveranstaltung “Neue Wege in der Mobilitätserziehung” in die Werretalhalle in Löhne ein. Zielgruppe waren wohl in erster Linie die Lehrer der umliegenden Grundschulen, aber über den ADFC habe ich die Einladung auch bekommen. Wenn auch recht kurzfristig, reichte es aber doch noch um nach einem Beratungstermin schnell noch in die Nachbarstadt zu fahren.
Philip Spitta referierte und stellte u.a. auch Auszüge aus seinem “Praxisbuch Mobilitätserziehung: Unterrichtsideen, Projekte und Material für die Grundschule” vor. Das war alles richtig und recht interessant, hätte aber auch ganz kurz mit “Zurück zu den Wurzeln” beschrieben werden können. Die Ansätze “zu Fuß in Gruppen zur Schule gehen” (neudeutsch: Walking Bus) werden zwar neuerdings in Löhne praktiziert, sind aber auch vor 30 Jahren schon gang und gäbe gewesen. Zwischenzeitlich nur wieder vergessen worden, genau wie die alte Tradition “mit dem Rad zur Schule” zu fahren. Oder “einfach mal zu den Freunden rüber gehen” und “im Wald spielen”. Da wird viel gemacht an den Schulen (das meine ich Ernst), um den Kinder das Verkehrsgeschehen nahe zu bringen und Regeln zu erläutern. Das man das am besten in der Praxis macht und eine Ampel in natura zeigt, liegt nahe – wie Herr Spitta mit zahlreichen Folien verdeutlichte.
Aber das reicht eben nicht! Das Problem sitzt meiner Meinung nach ganz woanders – nämlich bei den Eltern. Womit ich mich selbst explizit mit einbeziehe. Früher war es selbstverstndlich, dass ich schon der ersten Klasse mit dem Fahrrad zur 3 Kilometer entfernten Grundschule fuhr. Zuerst wurde der Weg in Begleitung der Eltern zu Fuß gelernt, nach ein paar Monaten zusammen mit dem Fahrrad absolviert und irgendwann – sicher aber schon in der zweiten Klasse – sind ich und meine Schwester dann alleine gefahren. Jetzt lamentieren alle “Aber heute ist doch viel mehr los!” – Stimmt! Und zwar sind alle die los, die lamentieren. Gestern wurde das verniedlichend mit “Taxi Mama” umschrieben. Die Eltern sagen es ist viel zu viel los auf den Straßen und bringen ihr Kind daher mit dem Auto zur Schule oder zum Kindergarten. Wobei gestern ganz klar gesagt wurde, dass die weiteste zurückgelegte Strecke bei knapp über 2 Kilometern liegt. 2.000 Meter meine lieben Leser! Das ist ein Katzensprung, auch für ein 6jähriges Kind. Und nicht jeder Weg führt über die Mindener Straße.
Nun sind wir bei den Eltern, die aus Sorge vor dem dichten Verkehr ihr Kind kutschieren. Was machen die? Richtig, die Verkehrsdichte enorm erhöhen. Das es so ist mag sich jeder selbst bestätigen, indem er einmal morgens um 7.45 Uhr die Eidinghausener Straße innerhalb und außerhalb der Ferien befährt. In den Ferien ist dort *nichts* los. Außerhalb der Ferien gibt es Rückstau von der Kreuzung zur Mindener Straße bis zu Fiat Blöbaum. Es ist eben ein hausgemachtes Problem.
Kindererziehung in der Schule ist richtig, wichtig und muß dringend mit so plastischen und praktischen Methoden vermittelt werden, wie sie Herr Spitta vorgestellt hat. Aber viel wichtiger ist die “Erziehung” der Eltern. Die sind letztendlich verantwortlich für das, was auf der Straße passiert. Indem sie ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, drehen sie die Spirale “auf der Straße ist es viel zu unsicher” selbst immer weiter. Und das aus Bequemlichkeit – wie gesagt, ich nehme mich da nicht aus.
Heute morgen habe ich das Beschriebene dann auf dem Dörgen (30-Zone) wieder in Reinkultur erlebt. 7:40 Uhr, dicker Schulkinderverkehr, alle unterwegs Richtung Schulzentrum Nord. Dass die mitunter auch mal nebeneinander fahren stimmt, zwei Fahrräder nebeneinander sind aber auch nicht breiter als ein Auto. Und die Kinder fahren alle nicht langsam – ich muß da schon reintreten um vorbei zu kommen Jedenfalls bin ich nach meinem Tacho (ist laut GPS sehr genau) mit etwas über 30 Km/h unterwegs gewesen. Fahre dann an einigen rechts geparkten Autos vorbei, als mich in dem Augenblick, in dem ich hinter dem letzten geparkten KFZ ein wenig nach rechts schwenke, eine Mutter überholt. 2 oder 3 Kindergarten-Kinder im SUV und mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuß. Nach 50 Metern war ich neben ihr, da sie an der Einmündung zur Eidinghausener sowieso warten musste. Der Überholvorgang war zum Einen also verboten, zum Anderen völlig unnötig.
Ich habe erst überlegt, ob ich was sage. Aber angesichts des gestrigen Vortrags dann in Höhe der Fahrerin doch gehalten, um kurz mitzuteilen, dass für alle in einer 30-Zone die gleichen Höchstgeschwindigkeiten gelten. Das Gesicht kam mir gleich bekannt vor und Alex hat sich dann im Kindergarten auch sagen lassen müssen, dass die Frau einen “Disput” mit mir gehabt hätte Ist halt eine Kleinstadt hier. Aber es ändert sich doch, nur weil man sich vom Sehen her kennt, nichts an der Tatsache, dass in diesem Fall deutlich zu schnell gefahren wurde. Und das im dichten Schulverkehr. Ich denke, dass ich auch weiterhin den Mund aufmache, wenn jemand sich derart verhält. Es geht hier um mein Kind, welches auch mal mit dem Rad zur Schule soll, um die anderen die dort unterwegs sind und nicht zuletzt um meine eigene Gesundheit. 45 oder 50 ist in einer 30-Zone nunmal zu schnell. Und wenn man sein Kind mit dem Auto kutschiert, weil der Straßenverkehr so gefährlich ist, dann sollte man sich kurz an seine Nase fassen und überlegen, warum das wohl so ist!
Heute und morgen werde ich in die Geheimnisse des neuen CMS eingeweiht, mit dem ich zukünftig unseren Internetauftritt pflegen muß. “Muß” weil ich eigentlich ganz gerne mit Phase 5 arbeite. Andererseits ist die automatisierte Übernahme zentraler Inhalte nicht ganz unschön. Das browserbsierte Tool machte heute auf jeden Fall einen besseren Eindruck, als die Vorgängerversion. Trotzdem sind noch einige Dinge drin, die ich arg verbesserungsfähig finde. Wir werden sehen.
Auf jeden Fall bin ich heute morgen super pünktlich los gefahren und war kurz vor Lotte-Osnabrück auch kein bißchen nörgelig deswegen. Ich stand nämlich das erste Mal seit Jahren wieder richtig lange im Stau. 30 Minuten, weil sich vor der Ausfahrt Lotte ca. 6 bis 8 Autos ineinander geschoben haben. Und das sah mir nicht so aus, als wäre das wegen akutem zu-langsam-fahrens passiert. So standen die kleinen Kinder neben ihren verdötschten Corsas und stierten zu Boden. Taten mir ein bisschen leid, wie sie so den Abschleppwgen beobachteten. Schienen alle noch mal Glück gehabt zu haben. Und ich auch … habe mich nur 2 Minuten verspätet – und war nicht mal der Letzte im Raum!
Das Wetter in Münster ist prima, ich hatte aber trotzdem keine Lust mit “den anderen” nach dem Essen noch los in eine Kneipe zu ziehen. Ich genieße lieber die frische Luft und die (relative) Ruhe auf dem Balkon vor dem Hotelzimmer. Naja, und weil ich mich natürlich weit aus dem Fenster gelehnt habe, schreibe ich auch noch eine Erweiterungsanforderung an den Hersteller des CMS, welche der Dozent dann mitnimmt. Und danach, wenn der Akku vom EeePC leer ist (ich habe nur auf dem Balkon UMTS), lege ich mich ins Bett und lese “Illium” weiter. So eine Schulung hat in gewisser Weise auch was von einem Urlaub