21.12.2011
Bisher hätte ich tatsächlich noch gesagt, Wulff hat sich in der Geschichte mit seinem Privatkredit sehr spitzfindig geäußert. Finde ich immer noch nicht gut, aber naja, er ist halt Politiker. Mir ist es ziemlich egal, von wem er wofür einen Kredit bekommen hat, er muss aber wenn er gefragt wird, die Wahrheit sagen. Ganz besonders, wenn der Kredit aus dem Dunstkreis von Wirtschaftsinteressen kommt. Dann ist es auch egal, ob es sich um einen guten Freund handelt oder nicht – das muss offen gelegt werden. Der Westen: Egon Geerkens war an Verhandlungen über Wulffs Kredit beteiligt
… Bislang hatte Wulff behauptet, er habe den Vertrag mit dessen Ehefrau Edith Geerkens abgeschlossen … Nun gibt er einen wesentlichen Punkt, der die “Spitzfindigkeit” widerlegt, selbst zu. Für mich ist die alte Aussage insofern ganz klar eine Lüge gewesen. Und das geht gar nicht.
Ich habe das bisher ausgeschlossen, aber nun sollte Wulff sich daran erinnern, was er seinerzeit von Rau gefordert hat. Allein die 200.000 Euro die er nun fortan bis an sein Lebensende bekommt, tun mir mehr als weh in der Seele. Dieser Fall ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass man ab einer bestimmten Position absolut keine ‘Verantwortung’ mehr trägt. Ihm persönlich kann doch völlig egal sein, wie er sich verhält. Ausbaden müssen wir es. Sehr, sehr traurig. Wulff hat verspielt.
07.12.2011
Wenn man in so einer kleinen Stadt lebt, sieht man manche Menschen zwangsläufig regelmäßig. Gut, man weiß womöglich den Namen, aber hat niemals direkten Kontakt gehabt. Eine solche Dame fällt mir seit Wochen auf, war in der Realschule ein oder zwei Klassen über mir. Jedenfalls scheint sie die Verkehrsregeln nicht zu kennen. In der 30er-Zone der Innenstadt wird ihr Golf rasant bewegt. Zebrastreifen sind offensichtlich Ziermarkierungen, damit der Asphalt darunter geschont wird und Parken darf man auch entgegen der Fahrtrichtung.
Morgens hatte ich die Dame schon mehrfach hinter mir. Doof, weil ich ja so ein nerviger Hilfsscheriff bin der sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Das sind laut StVO nunmal Maximalgeschwindigkeiten und ich fahre bei 50 ziemlich genau 50 und bei 30 zeigt der Tacho 30 an. Ein bis zwei Meter Abstand, ständiges nach links Ausscheren und Überholversuche auf der schmalen Königstraße waren dann die “Gegenmaßnahmen” meiner Verfolgerin. Dass sie sich neulich auch noch in der Mittagspause beim Bäcker sehr ruppig vordrängelte, ist nur das kleine Krönchen auf dem mangelhaften Benehmen.
Ich habe ein fettes Grinsen im Gesicht gehabt, als heute morgen die Polizei die junge Dame an der Königstraße gestopt hat und sich mit ihr unterhielt. Der Öffnungsgrad ihres Mundes bei der Unterhaltung ließ nicht auf leise Töne schließen. Und ich kenne auch nicht den Grund der Kontrolle – aber es kann nur richtig gewesen sein.
04.12.2011
Dass mit dem dort geplanten Kunstrasenplatz bisher noch nicht so richtig in die Pötte gekommen wurde, ist schon etwas ärgerlich. Dass die entsprechende Baufirma die Geräte seit Wochen dort stehen lässt finde ich unverständlich. Das aber irgendwelche Vollhonks schon mal hingehen und alles in Schutt und Asche fahren, was dort vorhanden ist, kann ich schlicht nicht verstehen. Polizei Mi-Lü: Vandalismus auf Sportplatz
… Durch die Personen wurde ein Radlader, der für Umbauarbeiten genutzt wird, gestartet. Sie beschädigten mit ihm die dortigen Sportpätze, angrenzendes Erdreich, ein Aluminiumgeländer des dortigen Ascheplatzes, die Gossensteine des dortigen Hartplatzes, sowie das Tor einer auf dem Gelände befindlichen Wellblechgarage … Wahrscheinlich zu dumm um den eigenen Namen zu schreiben, aber Gemeinschaftseigentum kaputt machen, dazu reicht es noch. Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte.
30.11.2011
Es macht natürlich überhaupt keinen Sinn zu wissen, wen und wieviele man in eine potentiell gefährliche Organisation eingeschleust hat. Hauptsache man gibt ihnen genug Geld, damit sie ihre Arbeit erledigen können. Welche das ist, ist natürlich auch nachrangig! Der Westen: Zahl der V-Leute nicht zentral erfasst
… “Weil wir die Personen nicht kennen, können wir auch gar nicht wissen, in welchen Positionen sie in der NPD tätig sind”, fügte er [Anm.: Wolfgang Bosbach] hinzu … Ist schon OK Wolfgang, ihr macht das schon. Ich habe vollstes Vertrauen in euch!
08.11.2011
Eigentlich ist das natürlich völliger Humbug, dass man wegen einem Castor-Transport auf Fußball verzichten sollte. Was ist wohl harmloser. Allerdings geht es hier gar nicht um das Ereignis, sondern die Aufgaben der Polizei. Und da kann ich der Forderung sogar etwas abgewinnen: NW-News: Castor-Einsatz: Polizei fordert Bundesliga-Verzicht
… In beiden Begegnungen prallen stark rivalisierende Fan-Gruppen aufeinander. Hunderte Polizisten sind auch hier notwendig, um die jeweiligen Lager zu trennen und Ausschreitungen zu verhindern … Warum muss ich mit meinem Geld auch noch bezahlen, dass sich Vollhonks nicht die Köpfe einschlagen? Mir reicht schon, dass ich die dicken Taschen der Atomindustrie finanziere und gleichzeitig noch für die Entsorgung ihres Mülls latze.
Die Atomindustrie wie auch die Fußballvereine bedienen sich hier in meiner Tasche, weil sie die unangenehmen Seiten der Medaille nicht bezahlen wollen: depperte Fans bzw. Atommüll.
Und ganz ehrlich? Ich habe deutlich mehr Verständnis, dass man gegen einen Castor protestiert (bzw. gegen das ganze System dahinter!) als dafür, dass sich Fans zweier Fußballmanschaften marodierend gegenüber stehen.
16.10.2011
Heute nachmittag haben sich Gäste angemeldet, die meinen Volvo kaufen möchten. Fällt mir schwer, aber drei Autos ist echt eins zuviel. Wegen dem Termin bin ich ausnahmsweise mal ganz früh auf’s Rad gestiegen und habe das bombastische Wetter genutzt – diese Zeilen schreibe ich im Gartenstuhl auf dem Balkon im T-Shirt :-) Mitte Oktober, super.
Bin mit dem Rad ein bisschen durch Eidinghausen und an der Trasse lang. Habe mir im Gewerbegebiet die Baustelle der neuen Brücke angesehen, um dann quer durch Oeynhausen zur Weserstraße zu fahren und dort die Baustelle zu begucken. Schon toll, wenn man in einem echt schönen Kurort wohnt und als Einheimischer statt den Kurpark zu durchwandeln, die Baustellen abfährt. Aber es gibt auch schöne Gewerbeobjekte. Eins davon steht z.B. in Oberbecksen:

Leider aktuell eher ohne Inhalt, aber dafür mit einer imposanten Fassade aus Glas. Das Ding sah beleuchtet beeindruckend aus. Weil das Tor zum Hof offen stand, bin ich mal auf’s Gelände gefahren und habe Fotos gemacht. Leider scheinen nicht alle Glas so toll zu finden.

Ein paar Kilometer weiter haben ein paar Vollhonks eindrucksvoll gezeigt, was sie von fremder Leute Eigentum halten. Leute, das geht alles von eurem Geld ab. Dämlich sowas.
Trotzdem schöne Runde. Mir war nachher sogar ein bisschen warm. Obwohl ich nur so langsam rumgeschlichen bin und alle Nase lang angehalten habe.
21,6 Km | 17,4 Km/h Schnitt | 47,1 Km/h max. | 147 Höhenmeter
03.10.2011
Seit ein paar Tagen rumort es in Bad Oeynhausen. Da gibt es in unserer überalterten Stadt tatsächlich ein Grüppchen, welches sich gegen “Kinderlärm” stark macht. Ich dachte das Thema wäre nun auch gerichtlich in Deutschland langsam durch. Immerhin scheint es im Seniorenbeirat, der diese Aktion initiiert hat, noch ein wenig Reste von Anstand zu geben: NW-News: Beiratsmitglieder geben nach Plakataktion ihr Amt auf
… “Wir schämen uns für die Aktion”, teilen sie in einem offenen Brief mit. Ihre eigenen Versuche, den Beirat davon abzuhalten, seien leider gescheitert … Zwei Mitglieder des Beirates baten um Entlassung aus dem Amt. Als Ratsmitglied würde ich gerade solche Menschen ungern gehen lassen!
Ich stelle mir aber schon die Frage, ob man freiwillige Einrichtungen aus denen solche Vorschläge kommen und auch umgesetzt werden, in Zukunft noch unterstützen sollte! Senioren sind Menschen und haben als solche nicht wesentlich andere Bedürfnisse als alle anderen auch. Diese Dinge werden in ausreichender Form in den normalen Ausschüssen und Beiräten besprochen. Und wenn es mal ein Spezialthema geben sollte, dann ist dafür sicher Platz auf der Tagesordnung. So ein extra Beirat kostet ja auch extra Geld.

Nachdem ich mir das Plakat mal angesehen habe, ist es natürlich ein bisschen der Sturm im Wasserglas. Natürlich gibt es eine Mittagsruhe und ich persönlich halte mich auch daran und habe auch Tim schon mal gesagt, er soll vielleicht nicht ganz soviel rumkrakelen. Aber bitte, das ist doch normal, oder? Da muss man doch kein Fass aufmachen und plakatieren?!
Ganz grundsätzlich finde ich die Intention die hinter diesem Aushang steht nicht gut. Normales Miteinander ist nicht besonders erwähnenswert. Dann komme ich demnächst mit einem Plakat “Elektroscooterfahrer bitte Rücksicht auf Fußgänger nehmen!”. Albern die ganze Geschichte und darum höchst überflüssig und ärgerlich!