31.08.2009
Liebe Eltern des Kindes, welches heute das Fahrrad meines Sohnes mit einem zusätzlichen Zahlenschloß am Fahrradständer abgeschlossen hat: das Schloss war womöglich nicht ganz billig. Ich weiß nicht, wie viele Sie von den Dingern kaufen wollen, bis ihr verzogenes Blag mitbekommt, dass …

… meine billige Blechschere keine 30 Sekunden braucht, um die 15 Euro zu Kernschrott zu verarbeiten. Ich kann Ihnen aber versichern, dass mit jedem Schloß, dass ich kaputt mache, meine Laune nicht besser wird. Weil es überhaupt keinen Spaß macht, mit einem weinenden Kind zu Fuß nach Hause zu laufen, wenn man noch Termine hat. Und Sie möchten mich nicht treffen, wenn ich wirklich schlechte Laune habe.

30.08.2009
Der Wecker klingelte heute um halb 7 … an einem Sonntag! In einer Stunde sollte ich im Wahllokal in Eidinghausen aufschlagen, um meine Aufgabe Wahlzettelzähler zu erledigen. Stellvertretender Wahlvorstand war ich sogar (hatte mir den Zettel gar nicht richtig angeguckt) und durfte daher die Urne bewachen und hübsch auf und zu machen ;-) Nach einer kurzen Besprechung haben wir das Lokal um Punkt 8 Uhr eröffnet und ich war ziemlich erstaunt, dass dann auch gleich die ersten 10 Wähler den Raum stürmten. Waren alle gut gelaunt und … danach wurde es wieder ruhig. Die Leute kamen immer in Schüben, entweder alle auf einmal, oder keiner.
Gegen halb 11 hatten wir gerade einmal 10% Wahlbeteiligung. Skepsis. Allerdings besserte sich das rasch und 2 Stunden später war abzusehen, dass inkl. der Briefwähler wohl an die 50% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben würden. War dann auch so und als wir um 18 Uhr die Wahl beendeten und das Siegel der Urne gebrochen haben, wurde mir bewusst, dass ich wohl nicht pünktlich zur Wahlparty kommen würde.

Gegen 21 Uhr habe ich das Wahllokal endlich verlassen – mit rasendKopfschmerzen vom krummen Sitzen in der abgestandenen Luft. Schnell zu Hause eine Tablette genommen und dann ins “Esszimmer” zu den Grünen. Immerhin habe ich versprochen mit dem Laptop die Ergebnisse vorzuführen.
Das klappte auch per Beamer prima und wir konnte uns über respektable 9,28% und 4 Sitze im neuen Rat freuen. 3 weniger als beim letzten Mal, aber da sind wir auch noch zusammen mit dem Bürgerforum angetreten. Die haben inzwischen umfirmiert und bereits vorher die Fraktion verlassen, um diesesmal selbst anzutreten. Da zudem eine weitere Bürgerbewegung und die Linken angetreten sind, ist der geringe Stimmenverlust sogar als Erfolg zu werten. Und ich bin zudem hoch zufrieden, habe ich doch in meinem Wahlbezirk 9,39% erreicht und bin über den Listenplatz in den Rat eingezogen.
Bin gespannt und freue mich …
29.08.2009
Morgen laufen hoffentlich alle zu den Urnen und wir haben ein letztes Mal den grünen Pavillion am Schweinebrunnen aufgebaut. Das geht inzwischen eins-fix-drei und die Kiste steht. Neben uns hatte die SPD wieder den einzelnen Stehtisch aufgebaut. Zusätzlich war die CDU mit einem großen, orangenen Pavillion vertreten, der zugegebenermaßen größer und stabiler als unser war ;-) Nur alleine aufbauen konnten sie ihn nicht – da mussten wir ein wenig Starthilfe geben. Die FDP kam ein wenig zu spät und konnte daher ihre Klamotten nicht mehr motorisiert bis zum präferierten Standplatz vor Douglas befördern. Tja, der frühe Vogel fängt den Wurm.

Alle hatten heute “Gimmicks” dabei. Wir hatten selbst gezüchtete, köstliche Tomaten und Minimuffins mit eigenen Pflaumen, die SPD verteilte (50?) rote Rosen und bei der FDP hatte sich einer der Ratskandidaten nicht lumpen lassen und palettenweise Muffins gebacken. Was die CDU unter’s Volk gebracht hat, habe ich nicht mitbekommen.
Das Wetter tat sein übriges, um reichlich Leute in die Innenstadt zu holen und es ergab sich das ein oder andere Gespräch. Mal gucken, ob morgen auch so gewählt wird, wie heute erzählt wurde ;-)
29.08.2009
Sogar der Nachwuchs hilft! Habe ich mich schon gefreut, als der Kleine mit dem T-Shirt in der Stadt aufkreuzte :-) Wusste ich nix von!

27.08.2009
Das Team “Jacke/Steinert” hat wieder zugeschlagen und erfreut den geneigten Leser in der Neuen-Westfälischen mit einem kaum durch Polemik, Halbwissen und Vorurteilen verwässertem Artikel über die Radfahrer in Bad Oeynhausen. Allesamt Rüpel, die nichts besseres zu tun haben, als durch die Fußgängerzone zu “düsen”.
Klar, Frau Jacke ist da Fachfrau, die täglich die Klosterstraße intensiv beobachtet. Alle anderen haben da keine Vorstellung. Natürlich auch ich nicht, weil ich mich täglich nur eine halbe Stunde dort aufhalte. Auch die vergangenen Samstagvormittage, die am Wahlkampfstand der Grünen direkt am Schweinebrunnen zugebracht wurden, lassen da kein aussagekräftiges Bild entstehen. Das wurde mir in einem persönlichen Gespräch mit Frau Jacke, anlässlich des letzten Artikels zu dem Thema, klar gemacht. Da zählt es nicht, dass ich noch nie einen rasenden Rüpel gesehen habe und Samstags in der Klosterstraße mehr Kraftfahrzeuge als Radler unterwegs sind.
Es ist auch völlig unerheblich, dass sowohl Ordnungsamt als auch Polizei – auf das Thema angesprochen – jedesmal erklären, dass es kein Problem mit Radlern in der Innenstadt gibt und diese deren Dafürhalten nach auch durchaus für den Radverkehr freigegeben werden könnte. Auch in der Unfallstatistik, die wir im Rahmen der AG Sicherheit für den Radverkehr ausgewertet haben, trittt die Innenstadt nicht hervor.
Was ist also das Problem, welches hier zum Sargnagel Bad Oeynhausens hochstilisiert wird? Ich glaube, dieses existiert eher auf einer persönlichen Ebene und ist sowieso durch nichts aus der Welt zu schaffen. Aber wenigstens mit dieser Aussage hat Frau Jacke Recht: “Sicher stehe ich nicht den ganzen Tag am Fenster, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Radfahrer dadurch einschüchtern lassen und ihr Verhalten ändern. Die fahren genau so oft und schnell wie früher durch die Fußgängerzone.” Es hat sich glücklicherweise nichts geändert: es fahren meiner Beobachtung nach genauso wenig Radler durch die Innenstadt wie sonst auch und sie sind genauso langsam wie immer. Und es gibt auch überhaupt keinen Grund, sich von irgendwem einschüchtern zu lassen. Angst machen ist immer der falsche Weg!
Wenn das Ordnungsamt etwas für die Sicherheit in Bad Oeynhausen tun will, dann soll es sich um die wild parkenden KFZ und die besonders an der Eidinghausener Straße verkehrsgefährenden angebrachten Wahlplakate kümmern!
26.08.2009
Angesichts von gefeierten Parties mit Größen aus Politik und Wirtschaft an exponierter Stelle fällt mir eigentlich nur ein: Haben die eigentlich den Arsch offen?
So langsam kann ich bei dem Verhalten der von mir bezahlten Staatsdiener wirklich nicht mehr ruhig bleiben. Egal ob man die Geschichte “Geburtstagsfeier” oder “Gesprächsanbahnung zwischen Wirtschaft und Politik” tituliert.
26.08.2009
Um ein Problem zu lösen, werden in Bad Oeynhausen gerne mal Warnbaken aufgestellt, zumindest wenn sich Sperrpfosten nicht realisieren lassen. Nun nehme ich mich nicht so wichtig, dass ich glauben würde, jemand Verantwortliches in Bad Oeynhausen hätte auf mich gehört und wollte dem Radwegparken an der Mindener Straße endlich Einhalt gebieten.
An der Stelle ist das im übrigen besonders gefährlich, weil es genau hinter einer 90° Kurve passiert und man als Radler um einen Ampelpfosten herum muß, um gleich darauf festzustellen, dass der Radweg blockiert ist. Ich muß da mal ein etwas besseres Panoramabild von machen.

Nun hat also jemand dort Warnbaken aufgestellt. Was die bewirken sollen, erschließt sich mir nicht. Wenn Sie das Abstellen von Fahrzeugen verhindern sollen, stehen sie verkehrt. Wie man sieht, funktioniert das immer noch ganz prächtig. Mit dem Erfolg, dass nun niemand mehr den benutzungspflichtigen Radweg benutzen kann.
Wenn die Baken nicht dazu gedacht sind, das Parken zu verhindern, können sie dem Aufstellungsort nach nur dazu dienen, Radfahrer vor Hindernissen auf oder Schadstellem in dem Radweg zu warnen. Das würde bedeuten, die Radwegbenutzungspflicht ist aufgehoben und ich muß dort die Fahrbahn – sprich: die Mindener Straße – benutzen. Nun, das wäre sogar mir ein wenig zu heikel.
Wie man es dreht und wendet, die Baken haben dort nichts zu suchen und sind überflüssig bis gefährlich. Einzig auf dem Standstreifen würden sie an der Stelle Sinn machen, um zu verhindern, dass direkt in der Kurve Autofahrer parken. Für kurz eine Wurst einwerfen kann man auch 20 Meter gehen.
Aber Bequemlichkeit zu Lasten von Radfahrern, Fußgängern oder Rollstuhlfahrern ist ja eher ein Kavaliersdelikt – wenn es denn in den Gedanken des herkömmlichen Autofahrers überhaupt ein Delikt ist. Der Fahrer des Wagens im folgenden Bild war jedenfalls erstaunt bis erbost darüber, dass ich weder damit einverstanden war, wie er kurz vor mir von der Fahrbahn auf den Radweg wechselte und mich zu einer nicht unerheblichen Bremsung nötigte, noch dass ich es nicht gut fand, dass er dort auch noch so stehen bleiben wollte.
