Der Radweg am Ende der Woche

Der Freitagabend wird brav zu Hause verbracht. Morgen wird der Filius 3 Jahre alt, Alex bereitet das Wohnzimmer für die zwei Tage Familienbesuch vor und ich bin nach der Woche etwas ermüdet ;-) Eben noch ‘ne halbe Stunde auf’s Rad – nachdem der Sturzbach vorbei war (Auf dem Borweg lief fast knöchelhoch das Wasser runter!).

Bin erst gegen halb neun los gefahren, im Dämmerlicht und auf den Weserwiesen war leichter Bodennebel … nur ganz wenige Schleier. Dazu kein Mensch auf dem Weserradweg unterwegs. Ich bin erst am Mooskamp hoch und dann runter zum Automuseum um an der Weser zurück zu fahren. Genau andersherum, als ich das Teilstück sonst fahre. Das machte bei der Stimmung richtig Spaß. Die Büsche hängen halb über den Asphalt, es ist totenstill, die Kühe stehen ruhig auf der Weide, kein Wind und ich rausche mit knapp über 30 da lang … hätte stundenlang so fahren können. Leider ist dieses beschauliche Stück vielleicht gerade mal 2 Kilometer lang :-/ Danach kommt der Werrepark. Da musste ich leider lang, weil ich am Magics noch was nachgucken wollte.

Naja, von dort die Mindener lang ist nun nicht dazu geeignet, in Prosa besungen zu werden. Eins hat das Stück autobahnbegleitender, kombinierter Geh- und Radweg aber mit dem Sahnestück von Rehme bis Vlotho gemein: die beschissene Beleuchtung!

Am Radlertreff, kurz vor’m Sportplatz an der Rehmer Insel und direkt vor dem Weser-/Werre-Kuß Gefahr läuft man im Dunkeln Gefahr, Bekanntschaft mit dekorativen aber leider unbeleuchteten und nicht mal mit Reflektoren versehenen Pömpeln mitten im Weg zu machen. Die übrigens gar nichts bringen, wie der direkt an der Kußbrücke parkende VW Passat, der dort sitzenden Angler, zeigte. Der die Mindener Straße begleitende Radweg ist derart schlecht beleuchtet, dass nicht mal im Halbdunkel das Hochbord zur Straße zu sehen ist. Noch dazu windet er sich an Einmündungen unerklärlich und an jeder anders. Noch dazu stehen Ampeln, Beleuchtungsmasten (die ihren Lichtschein leider nur auf die Fahrbahn werfen) und Verkehrschilder – allesamt ebenfalls ohne Reflektoren – mitten auf dem Radweg. Das ist wie ein Himmelfahrtskommando!

Naja, Bad Oeynhausen will ja “Fahrradfreundliche Stadt” werden. Macht man Leute … da es eh ein zweifelhaftes Prädikat ist – wenn ich mal so nach Bünde rüber schaue – dann bin ich vielleicht froh, dass hier alles daran gesetzt wird, nicht ausgezeichnet zu werden :-) Und die Mindener benutze ich mit dem Rad eh sehr, sehr selten.

2 Comments on “Der Radweg am Ende der Woche

  1. Dem Thema “Pömpel” nehmen wir uns an. Wir werden dies prüfen und geloben Nachbesserung. Für weitere Tipps sind wir immer offen. Die Stadt Bad Oeynhausen möchte sehr gerne als Fahrradfreundliche Stadt anerkannt werden. Und gerade an dieser wichtigen Radverbindung sollte es schon in Ordnung sein.

  2. Tja, ich mecker’ hier ganz gerne ;-) von daher dürfte der ein oder andere Mißstand zu finden sein.

    Freut mich, dass die Stadt hier mitliest!

    Wie soll man denn fahrradfeundlich sein, wenn die Räder auf üble, lebensgefährliche Strecken (Eidinghausener) verbannt werden. Wenn ihnen suggeriert wird, sie müssten einen viel zu schmalen, in einer 3ß-Zone eh nicht zulässigen, Radstreifen benutzen (Hermann-Löns-Straße), oder die Beschilderung schlicht falsch ist (Wegweiser oben an der Klosterstraße)? Um nur einige Dinge zu nennen, die mir jetzt spontan einfallen. Alles Kleinigkeiten, aber es summiert sich.

    Es reicht nicht, am Weserradweg zu liegen oder einen wirklich schönen Weg die Werre entlang zu haben.

    Da wird an der Königsstaße für 100.000 Euro ein Stück Radweg gebaut. Die Bergkirchener Straße bekommt einen linksseitigen Radweg, statt die Straße vernünftig breit zu machen. Überflüssig wie ein Kropf.

    Ich fahre sehr viel mit dem Rad und ich fahre auch sehr viel mit dem Auto. Mach Dir mal den Spaß und fahr morgens um kurz vor 8 von Eidinghausen nach Oberbecksen. Nur 30-Zonen mit vielen Schulkindern. Aber fahr bitte nur 30! Zähle die gezeigten Vögel, die erhobenen Stinkefinger, die knappen Überholvorgänge, das Gedrängel.

    Was ich sagen will: fahrradfreundlich wäre es, diese Mißstände abzustellen, damit man mit dem Rad dort sicher ist, wo es hingehört: auf die Fahrbahn, weg von den Fußgängern, rein in den Sichtbereich der Autos und weit entfernt von Hauseinfahrten und Einmündungen. Das ist sicher. Keine Radwege.

    In einer 30-Zone (und mal ehrlich, fast alles ist doch inzwischen 30) ist man mit dem Auto eh nicht schneller als ein Rad. Nicht bei viel Verkehr und wenn wenig Verkehr ist, ist es kein Problem einen Radler zu überholen. Ich weiß, das ist viel zu einfach gedacht. Aber es funktioniert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*