| Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie |
|
|
|
1 2
|
08.06.08 17:19
-frank-
|
Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Hallo Leute, ich habe mich hier heute als Nutzer angemeldet, um Euch mitzuteilen, was mir nach 8 Monaten Achillodynie (beidseits) geholfen hat, damit ihr davon profitieren könnt. Die Ratschäge sind einfach - aber effektiv !!!
1) Historie Begonnen hat alles Mitte 2007. Zu viel Sport, täglich Reizung durch Sport, am nächsten Morgen dann der typische Anlaufschmerz nach dem Aufstehen: 10 Schritte so als wäre man - die A-Sehnen betreffed - man ein 80-Jähriger. Dennoch keine Schonung, denn das wird ja schon wieder ...
Nach einigen Monaten bin ich dann zum 1. Orthopäden, der dann 6 Monate an mir herumgedoktort hat: zunächst mal kein Sport mehr und orthopädische Einlagen, wegen Knick-Spreizfuss hinten 5mm erhöht, um die A-Sehne zu entlasten, dann Sportbandage von Sporlastik, dann Röntgenreizbestrahlung und orthopädische Schuhzurichtungen. Ferner habe ich noch Voltaren-Creme, Voltaren Pillen, Ibuprofen, Bromelain und Wobenym geschluckt. Ferner Krankengymnastik.
Was hat wenig oder nichts gebracht?
Einlagen: sicherlich sinnvoll - aber keine Besserung.
Sportbandage hilft (aus anderem Grund als wofür sie gedacht ist) etwas: s.u. bei "orthopädischen Schuhzurichtungen"
Röntgenreizbestrahlung: half am einen Fuß, der sehr weh tat bei jeder der 6 Sitzungen merklich - am anderen nicht so stark schmerzenden Fuß gar nicht. Hat nur geholfen auf beiden Füßen quasi auf ein Level zu kommen, der nicht mehr "richtig übel" ist sondern einfach ständig "gereizt". Nach Empfehlung eines Chirurgen, der NICHT operieren wollte, sei das für Männer, die noch Kinder zeugen wolen aber nicht zu empfehlen. Daher habe ich keine weiteren Sitzungen machen lassen.
Voltaren/Ibuprofen haben als Schmerzmittel kurzzeitig gewirkt und evtl. geholfen eine Entzündung zurückzudrängen, genau wie Bromelain+Wobenzym. Geschadet hat es sicher nicht - aber ob es geholfen hat, kann ich auch nicht sagen.
Krankengymnastik: hier zeigte sich meiner Meinung nach, dass mit wenig Geld von der Krankenkasse nur mangelhafte Versorgung geleistet wird. Ich war bei 5 Therapeuten. 4 waren so unerfahren, dass es traurig war. Der fünfte hat es dann auch nicht gebracht, obwohl er Ahnung hatte.
orthopädische Schuhzurichtungen: Jaaaaaa, da hat geholfen. Und darüber werde ich hier berichten, denn meiner Meinung MUSS das bei jeder Achillodynie gemacht werden. Leider war es nur so, dass die ersten 2 orthopädischen Schuhzurichter mir 3 von 4 Schuhen zerstört haben, weil die zu wenig Ahnung hatten. Erst der dritte und vierte Schuhzurichter haben es dann geschafft, weil ich Ihnen von den Fehlern der ersten 2 erzählen konnte und mit Ihnen zusammen zwei verschiedene SEHR GUTE Konzepte erarbeitet habe, die ich hier kurz vorstelle.
So, gleich folgt der nächste Beitrag, denn hier kann ich keine weiteren Zeichen eingeben.
|
|
|
|
|
|
08.06.08 17:41
-frank-
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
So jetzt folgt Teil 2: -----------------------
Was ist an normalen Schuhen SCHLECHT???? Die Schuhkappe and der Hacke wird dazu gebraucht (mißbraucht?), den Schuh am Fuß zu halten. Das wird dadurch erreicht, dass die Schuhkappe einen gewissen Druck auf die A-Sehne ausübt, um den Schuh am Schlappen zu hindern. Dieses Druck auf die A-Sehne hat bei mir nachweislich dazu geführt, dass die AS-Reizung bei mir nicht abklingen konnte. Als ich das merkte, habe ich andere Schuhe gekauft, die eine andere Kappe haben (weich und nicht so weit nach vorne geneigt) - einige Stiefel ohne Belastung der Ferse funktionieren auch. Vorteil: ab dem ersten Tag deutlich verminderte Reizung, nach 3-4 Tagen fast beschwerdefrei. Nachteil: nach 7 Tagen war jedes Paar Schuhe so eingelaufen, dass die Fersenkappe wieder an der Sehne anlag und die Schmerzen wieder begannen. Nach 4 Paar neuen Schuhen habe ich dann im Internet Hinweise auf orthopädische Schuhzurichtungen gefunden und habe das ausprobiert. Der Erfolg hängt von der Ausführung ab. Die ersten 4 Schuhe waren kaum zu gebrauchen. Daher hier nur die zwei Versionen, die wirklich etwas bringen. Wer etwas anderes will, kann es auch machen, muss aber damit rechnen, dass seine Schuhe unbrauchbar werden und keine Besserung eintritt und er einfach nur Zeit und Geld verliert. Die Schuhzurichtungen zahlt übrigens die Krankenkasse. Zunächst 3 Paar, dann jede 6 Monate ein weiters Paar. (je 56 Euro oder so).
Version 1: Gummizug in Fersenkappe. -------------------------------------------- Die Fersenkappe wird weggeschnitten (ca. 2 cm hoch und 6cm breit) und durch einen dünnen Gummizug ohne Spannung ersetzt. Berührt der Gummizug beim Gehen die A-Sehne dehnt er sich und übt keinen Druck auf die AS aus. Der Schuh sitzt fast noch so gut wie vorher. Ich kann damit ohne Probleme 15km gehen (weiter ginge auch, nur dann habe ich keine Lust mehr...)
Version 2: Einlage mit Abstandhalter an der Ferse. ---------------------------------------------------------- An einer orthopädischen Einlage wird hinten ein zu fertigender Abstandhalter angeklebt, der dafür sorgt, dass die A-Sehne den Schuh (und Halter) nicht mehr berühren kann. Wo keine Berührung ist, kann auch kein Druck ausgeübt werden. Auch hiermit kann ich 15km gehen. Nachteil: neue Schuhe, die deutlich größer sind, müssen gekauft werden (bei mir Größe 11 statt 9-9,5).
Ich habe Fotos von beidem und kann die gerne zuschicken, wenn die irgendwer irgendwo posten kann. Ich weiß nicht, wie man hier (oder sonstwo) posten kann und habe auch keine großen Ambitionen mich damit abzuquälen.
Teil 3 folgt.
|
|
|
|
08.06.08 17:54
-frank-
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Und nun Teil 3:
Ein neuer Orthopäde, bei dem ich jetzt bin, sagte mir, dass die Einstellung vom Sport falsch war, da damit die Sehne nicht mehr gut durchblutet wird und Schadstoffe nicht mehr abtransportiert werden.
Er hat recht: Gehe ich (mit den umgebauten Schuhen) 10km, bin ich 4 Tage beschwerdefrei, dann fängt es langsam wieder an zu zwicken...bis ich wieder 10km gehe (vielleicht würden auch 5km helfen, muss ich noch ausprobieren...).
Er riet dazu, einen Crosstrainer zu benutzen (führt bei mir zur Reizung) oder Rad zu fahren (funktioniert bei mir gut), um die Sehne zu durchbluten.
Ferner riet er dazu, die Wadenmuskulatur zu massieren, damit die nicht so stark an der Sehne zieht. Dafür habe ich mir einen Massagesessel gekauft, wo ich mich täglich 2x20min (beim Essen...) draufsetze. Ich kann nicht sagen, ob das hilft aber es ist ja egal, wo man beim essen sitzt und ob man sich die Waden massieren läßt oder nicht (den restlichen Körper natürlich nicht - ich will mich ja nicht übergeben...).
Ferner benutze ich nachts noch Kytta-Plasma-f Salbe, die wohl etwas ähnliches bewirkt wie Voltaren. Wenn die letzte Tube leer ist, werde ich aber nichts mehr nachkaufen.
FAZIT -------
Hätte ich rechtzeitig die orthopädischen Einlagen und den Gummizug im Schuh gehabt, wäre alles nicht so schlimm gekommen. Der Gummizug wird vom Arzt verschrieben "Schuhzurichtung wegen Achillodynie/Haglundferse". Ob man Haglundferse hat oder nicht (ich habe KEINE) ist egal - aber dann zahlt es ganz sicher die Krankenkasse, wie das bei Achillodynie ist weiß ich nicht - aber es hilft !!!! Man sollte aber erst nur 1 (altes) Paar ändern lassen und ausprobieren, daran kann man dann lernen und dem Schuhzurichter bei den weiteren Paaren noch individuelle Tipps geben. Ich habe den Gummizug machen lassen bei Höller in Leverkusen-Alkenrath. Super Arbeit sowohl funktionell als auch optisch 1A.
Achja: wieso hat die Fuß-AS-Bandage bei mir (etwas) geholfen: ganz klar, das war eine etwas festere Schutzschicht auf der Haut, die den Druck von der Schuhkappe auf eine etwas größere Fläche verteilt hat :-)) Was auch noch etwas geholfen hat: mauelle Therapie. Aber der Schlüssel waren die Schuhe !!!
|
|
|
|
08.06.08 18:42
-frank-
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Teil 4.
Es gibt 8 Bilder. Die habe ich dem Betrieber der Forums (unter Kontakt: andreas AT filmfacts PUNKT de) geschickt, sie sind aber auch bei mir erhältlich.
Schuh_1 + 2 zeigt den ersten (alten) Schuh mit dem Gummizug an der Hacke. Schuh_3 zeigt denselben Schuh von innen. Dort ist am Gummizug eine Kante zu sehen, die die ersten Stunden recht unangenehm sein kann. Hat sich aber eingelaufen. Schuh_4 zeigt das zweite Paar Schuhe von innen nachdem ich den Schuhzurichter auf die Verbesserungsmöglichkeit mit der Kante hingewiesen hatte. Ergebnis: Super !!! Der Gummizug sollte nicht zu klein und nicht zu groß sein. Ich würde empfehlen: 2cm Höhe und ca. 5,5cm Breite.
Einlage_1 + 2 + 3 + 4 zeigen die Einlage aus veschiedenen Perspektiven. Sie ist maßzufertigen und man sollte ein Paar Schuhe mitbringen, die 1cm zu groß sind, den so dick wird der Abstandhalter im unteren Teil auf jeden Fall (bei mir also Schuhgröße 11 statt 9,5). Da das die teurere Variante ist (Zuzahlung ca. 40 Euro zu Einlagenrezept) PLUS neue größere Schuhe, wird das wohl keiner nachmachen....insbesondere braucht man bei Anpassen viel Zeit und Geduld (der Schuhmacher auch!!!)
|
|
|
|
08.06.08 18:47
-frank-
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
... und Foto Schuh_5 zeigt die Funktion des Gummizugs ... und Foto Einlage_5 zeigt die Idee der Einlage.
|
|
|
|
|
|
|
|
24.06.08 09:22
tinabln199

|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Hallo Frank, vielen Dank das du dir soviel Mühe gemacht hast mit den Bildern und deiner Schilderung. Ich habe sie verschlungen, weil mich nach einer Knie OP re seit 3 Monaten li meine Achillessehne so schmerzt, daß ich gar nicht weiß wie ich nun überhaupt laufen soll. So werde ich die Krücken wohl nie los. Einreiben und kühlen mache ich nun zig Mal am Tag, was meiner Meinung außer der angenehmen Kühlung nichts bringt. Krankengymnastik hilft mir nach 8 malen (2x wö) etwas, aber der große Durchbruch ist es nicht oder bisher nicht. Um jede Verordnung muß ich kämpfen. Schuheinlagen habe ich auch schon und eine Bandage auch. Einlage + Bandage = Riesenschuhe, weil ich sonst nicht mehr in den Schuh komme.
Aber das Gummiteil am Schuhhacken ist genial. Schon werde ich meinem Orthopäden und meinem Schuhzurichter das unter die Nase halten und es einfordern.
Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Kann dir nicht sagen wie froh ich bin.
Ich denke, wenn erstaml der Hacken ok ist kann auch das Knie besser werden. Alles ist aus dem Gleichgewicht gekommen wird anders belastet als vorher.
Nochmals vielen Dank und alles Gute Anita
|
|
|
|
24.06.08 19:55
-frank-
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Nachtrag: was auch noch hilft:
a) Wechselduschen der Füße auf die Achillessehne 15 Sekunden warm-heiß, 15 Sekunden so kalt es geht. 5 Mal abwechselnd. Hilft einige Zeit.
b) In einem wasser-gefüllten Joghurtbecher steckt man einen Holzstift und tut das ganze in ein Gefrierfach. So erzeugt man sich ein kostenloses Eis am Stiel... Mit dem Eis streicht man ca. 60sec über jede Sehne - nicht so lange bis es wehtut! Das kann man mehrmals am Tag wiederholen. Das Eis wird immer wieder ins Gefrierfach getan... so wird die Sehne auch gut durchblutet. Soll viel besser sein als kalte Umschläge / Gelkissen (letztere habe ich nicht probiert).
|
|
|
|
12.08.08 09:06
hartmut
|
Re: Das half mir nach 8 Monaten Achillodynie
Das hört sich gut an. Schöne Bilder von den Schuhen. Werde mich mal demnächst zu meinen Ortho aufmachen und ihm diese zeigen. Viele Dank und weiterhin gute Erfolge
Gruß hartmut
|
|
|
|
|
|
1 2
|