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andreas edler

Achillessehnen-Forum

Unfallversicherung
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26.07.08 18:47
Pfienzer 

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Unfallversicherung

Hallo zusammen,

muss dieses Thema mal anschneiden, da hier nicht viel drüber geschreiben wird.

Bei mir ist die AS vor 8 Wochen beim Einsatz als Schiri gerissen, nachdem ich beim Drehen vom Rückwärtslaufen zum Sprint nach vorne im Rasen hängen geblieben bin. Gab nen netten Knall und kurz Schmerzen. Dachte zuerst, mir sei jemand hinten reingelaufen. War aber leider weit und breit keiner. Leider ist es 14 Tage nach meinem 30. Geb. und kurz vor dem Urlaub passiert. 7 Wochen daheim sind leider kein Ersatz. Probleme mit der AS hatte ich - zumimdest spürbar - noch nie.

Vor 1 1/2 Wochen habe ich die ASO von Roeck - nach 4 Wochen tragen - wegbekommen und bin derzeit wieder mit normalen Schuhen und Einlagen (2 cm) unterwegs. Durch die KG und das regelmäßige Bewegen (Fahrrad fahren, kurze Strecken laufen) geht es auch schon wieder einigermaßen mit dem Laufen, es rostet halt doch alles sehr schnell ein. Arbeiten geh ich seit dieser Woche auch wieder - Wiedereingliederung, da ich derzeit nicht in den Außendienst darf.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Wie viele andere in diesem Land habe ich eine Unfallversicherung , die ja in "bestimmten Fällen" aufkommen soll, wenn was passiert - man will sich ja absichern. Bisher hatte ich noch nie Probleme; bei 2 Knie-OPs und einer an der Hand haben sie anstandslos bezahlt. Nach Anmeldung meiner Ansprüche habe ich einen Fragebogen zugesendet bekommen, der den von meinen beiden Krankenversicherungen weit übertroffen hat. Nachdem ich diesen eingesendet habe, bekam ich als kurze Antwort, dass noch Nachfragen an das KH gerichtet werden müssen (Verschleiß ??? Wenn ja, wie hoch ?!).

Vor 2 Wochen war ich zur Kontrolle in meinem KH, wo mir mitgeteilt wurde, dass keine Verschleißerscheinungen vorhanden waren (was auch im Schreiben an meinen Hausarzt so steht). Jetzt wird im Fragebogen der Unfallversicherung angegeben, dass Verschleißerscheinungen vorhanden waren und diese auf 50 % beziffert werden und das Krankenhaustagegeld sowie das Genesungsgeld damit nur zur Hälfte ausgezahlt werden könne. Dieses Hüh und Hott kann bzw. muss man nicht verstehen ... oder ?!

Werde jetzt erst mal Widerspruch bei der Versicherung einlegen und Einsicht in meine Krankenakte verlangen - hab ja nochmal nen Termin zur Kontrolle. Will mir den Bericht hinsichtlich der Untersuchung der Gewebeentnahme mal ansehen und kopieren (bezahl ja schließlich dafür), da ich die Woche drauf nen Termin eh bei meinem Hausarzt habe und dorthin mitnehmen möchte. Vielleicht gehe ich danach zum RA - je nachdem was mein Doc dazu meint.

Hat einer von euch mal solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht ??? Wie ist es euch ergangen ???

Allen anderen "Leidensgenossen" im Forum gute Besserung !!!

27.07.08 12:59
426Hemi 

Re: Unfallversicherung

Hi,

das Argument der "Vorschädigung" ist bei den Versicherungen offenbar beliebt um die Leistungen zu drücken (dazu steht viel im alten Forum!). Hintergrund ist der, dass aus medizinischer Sicht momentan wohl nachgewiesen ist, dass eine ASR nicht ohne Vorschädigung der Sehne durch körpereigene Kräfte verursacht werden kann. Anders gesagt: Erleidest du eine ASR bei einer ganz normalen Bewegung, dann MUSS eine Vorschädigung vorliegen.

Für den Fall, dass du operiert wurdest, kannst du mal nachforschen, ob eine Gewebeprobe entnommen wurde. Wenn ja, dann kann eine Untersuchung dieser Probe Aufschluss bringen, ob du eine Vorschädigung hattest. Ist keine Vorschädigung erkennbar, dann hast du auf jeden Fall ein wasserdichtes Argument ggü der Versicherung.

Solltest du nicht operiert worden sein oder keine Probe entnommen worden sein, dann stellt sich in der Tat die Frage, wie eine Vorschädigung ausgeschlossen werden kann bzw. ob du überhaupt die Beweislast trägst. Denn immerhin war es ja keine "normale" Bewegung, sondern ein Unfall mit Einwirkung von außen (Rasen), der wohl auch eine gesunde Sehne zum Reißen bringen würde. Das - in Kombination mit deinem Alter - sollte eigentlich Argument genug sein, um die Frage der Vorschädigung auszuklammern.

Das sind aber nur meine Mutmaßungen, mit eigenen Erfahrungen kann ich (noch) nicht dienen.

Schönen Gruß und gute Besserung

27.07.08 20:40
Pfienzer 

Re: Unfallversicherung

Danke für die Antwort. Diese Argumentation habe ich auch im alten Forum gelesen, nur ist sie für einen juristischen bzw. medizinischen "Laien" sehr schwer nachvollziehbar, oder ?! Dementsprechend müssten ja fast alle Bänder- und Sehnenverletzungen auf Verschleiß zurückzuführen sein - zumindest theoretisch

Eine Gewebeprobe wurde entnommen, das Ergebnis werde ich ja sehen, wenn ich den Bericht in den Händen halte. Was mich nur stutzig macht, ist die Tatsache, dass das KH an meinen Hausarzt was ganz anderes schreibt und mir in einem Gespräch auch bestätigt wurde, dass kein Verschleiß da war und an die Versicherung das genaue Gegenteil geschrieben wird.

Mich regt nur auf, dass man - wie es auch schon andere geschrieben haben - viel Geld für eine Versicherung zahlt und dann nicht die vollen Leistungen erhält.

Wenn ich mehr weiß, melde ich mich ...

29.07.08 08:44
Mikel

nicht registriert

Re: Unfallversicherung

Hallo,

da Du ja als Schiri tätig warst, bist Du doch über den Verband versichert, in der Regel ARAG, die macht immer solche Schwierigkeiten wenn es um die Entschädigung geht. Bist du nicht auch über die VBG versichert???? Du mußt schauen was im OP Bericht steht, evtl. schadhaftes Material (degenerativ)entfernt oder so. Sollte nichts derartiges drin stehen und der histologische Befund negativ sein, dann muß die versicherung zahlen. Bei mir war das genauso, beim Trainigsspiel gerißen, histologischer und OP Bericht degenerative Vorschädigung obwohl nichts bei der OP entfernt wurde und ich noch nie was ander Sehne hatte, Versicherung und VBG weigerten sich zu zahlen. Rechtsanwalt eingeschaltet und Klage gegen die versicherung und VBG eingereicht, Gutachter bescheinigten mir keine Vorschädigung und die histologische Untersuchung auch nicht. gegen die VBG gewonnen und gegen die ARAG läuft noch.

Also kämpfen.

Mike

30.07.08 18:12
Pfienzer 

Re: Unfallversicherung

Hallo Mikel,

wie du selbst leidvoll erfahren hast, stellt die Versicherung meistens auf stur. Die Unfallversicherung vom Verband - bei uns auch ARAG - zahlt nur bei Invalidität und das erst ab 20 %, bei Achillessehnenruptur eher unwahrscheinlich zu erreichen. KKH-Tagegeld gibts keins. Aber immerhin erstatten sie der Krankenversicherung ein Teil der Kosten.

Die VBG zahlt normalerweise auch nur, wenn du beim Verein angestellt bist (z.B. Trainer, bezahlte Spieler) - zumindest steht das in den Vertragsbedingungen, denn Beiträge werden nur für angestellte Personen abgeführt, die auch tatsächlich angemeldet sind. Oder liege ich da falsch ???

Meine Unterlagen von der privaten Unfallversicherung liegen derzeit bei nem Rechtsanwalt zur Prüfung. Das Gutachten hole ich mir morgen, hab nochmal nen Kontrolltermin. Wir werden sehen. Hatte auch noch nie Probleme mit den Sehnen ... Muss auch mal nachfragen, weshalb an den Hausarzt was anderes geschrieben wurde - nämlich kein Verschleiß - als an die Versicherung.

Ich freue mich wenigstens, dass ich schon mal nen Teil des Geldes bekommen habe und mittlerweile auch wieder arbeiten kann - wenn auch nur 4 Stunden - dank Wiedereingliederung. Durch die KG und das Fahrrad fahren ins Geschäft kommt auch so langsam wieder Bewegung in die ganze Sache.

Wenn ich manch anderen Bericht hier lese, kann ich heilfroh sein mit dem Verlauf. Kann allen nur raten, nur den Kopf nicht hängen lassen ... und wünsche gute Besserung !!!

22.08.08 08:17
michi27 
Re: Unfallversicherung

Ich würde gerne wissen wen Ihr als Gutachter bestellt habt.
Und kostet es etwas oder übernimmt dieses die Versicherung.
Wie wurde gegen die BG ( VBG ) vorgegangen. Was hat das Verfahren
gegen die ARAG nun gebracht. Ist es gut ausgegangen oder
ist das verfahren noch im Gange ?
Da ich mir als Fußball Trainer auch die AR beim Sprung über die
Hürden gerissen habe wäre es für mich hochinteressant wie es hier weiterging.
War es bei Euch ein spezieller Anwalt mit einem bestimmten Fachrecht ??

25.08.08 12:37
Pfienzer 

Re: Unfallversicherung

Hallo Michi27,

für die ARAG musst du ein Unfallformular ausfüllen, gleiches gilt für die BG (sofern du für deinen Trainerjob bezahlt wirst). Die Formulare müsste der Schriftführer des Vereins haben - zumindest ist das bei uns im Verein so der Fall. Mein Unfall wurde vom Schiri-Gruppenobmann gemeldet. Antwort war darauf, dass nur bei Invalidität gezahlt wird. Der Antrag ist innerhalb eines Jahres nach dem Unfallereignis zu stellen.

Bin derzeit bei nem rechtsbeistand wegen der privaten Unfallversicherung. Ich würde jedcoh das nächste Mal sofort dorthin gehen, denn die Formulare sind echt ohne Anwalt und Arzt nicht ausfüllbar und sehr steinig für einen Laien. Schon der kleinste Fehler kann Geld kosten.

Bei mir wurde ein Gutachten von nem Spezialisten aus nem anderen Krankenhaus erstellt, der das Gewebe nach der OP untersucht hat. Leider/zum Glück ist es sehr schwammig formuliert. Riß wirklich teilweise degenerativ oder doch nur vom Unfall herrührend ??? Das konnte nicht eindeutig gesagt werden. Mal sehen was rauskommt.

Wenn 9 Monate rum sind, werde ich den entsprechenden Antrag auf Invalidität stellen ... was dann raus kommt, wird man sehen.

23.09.08 14:58
Pfienzer 

Re: Unfallversicherung

Hallo zusammen,

nachdem ich mittlerweile meine Widerspruchsbegründung versendet habe und aus dem Urlaub zurück bin, will ich mich mal wieder melden.

Es ist schon verwunderlich, wie schnell Versicherungen antworten können, wenn es um Ablehnungen geht. Einen Tag nach dem Zugang meines Schreibens kam auch schon die Antwort. Es wurde mir bedeutet, dass man nach dem vorliegenden Sachverhalt weiterhin nicht vom Standpunkt abrücken will; eine abschließende Beurteilung kann jedoch erst erfolgen, wenn der pathologische Befund vorgelegt wird. Es sieht wohl stark nach Gerichtsweg aus ...

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen ???

Grüße und gute Besserung an alle...


Riss am 31.05.08 beim Pfeifen, OP am 01.06., 2 1/2 Wochen Gips, 4 Wochen lang Versorgung vom ASO, KG nach 6 Wochen Post-OP

23.09.08 15:39
Rainer 
Re: Unfallversicherung

Hallo,

hatte michi auch unter dem Thema " BG will nicht zahlen" am 10.9. geschrieben.
Ohne Rechtsweg geht es bei der so großen und übermächtigen BG nicht. Die geben sich erst geschlagen, wenn sie den Prozess v erloren haben. Ist wohl auch eine Kostenfrage, denn im Falle einer Zahlung kommt dann ja noch evtl. die BU-Rente.
Ich kenne dies aus dem Freundeskreis. Betreffender hat vor ca 18 Jahren lange mit der BG auf dem Rechtsweg Sozialverband VDK gekämpft -ging um die BU-Rente- und gewonnen. Ist noch heute selbst sporadisch am Sozialgericht tätig.

Wünsche dir hier viel Stehvermögen und noch viel mehr Erfolg.

Gruß
Rainer
.




58 Jahre alt, ASR links am 16.8.08, konserevative Behandlung, seit 17.8.08 Gipsschiene in Spitzfussstellung 20° voraussichtlich Orthese am 11.9.08, Gips ab am 11.9.08 abends und Kontrollsono und danach die bereits angepasste Orthese wieder abgenommen. Jetzt ohne alles. Krankengym. und Lympfdrainagen je 6 mal seit 16.9.08

07.10.08 18:35
mike

nicht registriert

Re: Unfallversicherung

Hallo,

für alle die BG hat nun meinen Unfall als Unfall anerkannt und ist bereit alle Kosten zu übernehmen.
Mit der ARAG wird noch verhandelt, aber die möchten noch ein Gutachten haben , können sie ruhig.
Zur den Kosten, die werden von meiner Rechtschutz gertragen also alle.

Grüße
Mike

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