22.01.12 17:07
Det
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meine kleine Geschichte...Ruptur, Reruptur und Land in Sicht!
Diese Geschichte soll Trost spenden... Ich bin männlich, 42 Jahre alt und habe mir am 14.09.2010 die rechte Achillessehne gerissen. Ich würde mich mal als nicht sportlich bezeichnen, das ganze ist trotzdem beim Tennis passiert (Eltern-Kind-Tennis). Dann der normale Ablauf, den wohl fast jeder hier kennt... Ab ins Krankenhaus, Diagnose: totaler Abriss, 4 Tage später OP. Nach der OP kommt der Oberarzt und meint, dass der Schuh nicht wie geplant nach 3 Tagen angelegt wird, sondern erst nach 2 Wochen, die Sehne sah wohl doch ein wenig arg ramponiert aus, er schüttelte den Kopf und meinte, so etwas hätte er noch nie gesehen (ich war insgesamt 5 Tage im Krankenhaus)... Also nun ja, nach 2 Wochen bekam ich endlich den Aircast Schuh, das war schon mal ein erheblicher Fortschritt, Zähne putzen ging schon viel besser, mit dem Gips habe ich mich immer auf einem Stuhl vor dem Waschbecken hingesetzt, jetzt konnte ich wieder im Stehen putzen... Fäden waren mittlerweile auch gezogen, die weitere Behandlung fand dann ambulant statt. Krankenkymnastik bekam ich auch direkt. Da ich eher der unruhige Typ bin, wollte ich mich immmer viel bewegen und hier nun mein wichtigster Tipp: lasst Euch Zeit! Ich habe es nämlich auch geschafft , 3 Wochen nach der OP, mir die Sehne zum 2. Mal zu reißen... Bin mit dem Aircast-Schuh von der Bordsteinkante abgerutscht und einmal voll aufgetreten... heul... Also wieder Krankenhaus, MRT und diesmal hatte ich aber ein Riesenglück gehabt, die Sehnenenden war nicht sehr weit auseinander, so das nicht wieder operiert werden musste. Empfehlung Oberarzt: alle verschiebt sich um 2 Wochen nach hinten... Mittlerweile hatte ich ca. 4 Lebenskrisen hinter mir, meine Frau hätte mich wahrscheinlich erwürgen können, hat sie aber nicht gemacht, sonst könntet Ihr jetzt nicht die Geschichte lesen, also lasst Euch nicht treiben!!! 2 Wochen wieder Frust schieben, jetzt habe gar nichts mehr gemacht, bloß nicht wieder eine Reruptur! Anfang November ging es dann weiter mit der Krankengymnastik, nach und nach die Keile raus und Ende November konnte der Schuh endlich abgelegt werden (hatte ihn dann noch 2 Wochen nachts getragen). Raus (an die frische Luft) konnte ich noch nicht (Dezember 2010, nur Schnee und Eis... zu riskant). Also bin ich wie ein Hamster in der Wohnung hin und her gelaufen. Laufen, dehnen, laufen, dehnen, da wird man irgendwann wahnsinnig. Ach so, arbeiten muß man ja auch noch... Ich hatte für 6 Wochen einen Krankenschein und konnte danach Homeoffice machen, alles andere wäre auch nicht gegangen... Anfang Januar 2011 war ich mit meiner Familie in Damp, wir wollten eigentlich im Oktober 2010 hin, hatte dann aber die Urlaubswoche in den Januar verschoben. Das hat echt was gebracht war den ganzen Tag schwimmen, Ergometer, Sauna etc... Zu Hause konnte ich nun endlich auch draußen wieder laufen. Nun mein 2. Tipp für Nichtsportler: ich bin täglich 2-3 Km gelaufen (Laufen nicht Joggen), das aber jeden Tag. Wichtig ist, dass man auf seine Haltung achtet und ordentlich den Fuß abrollt, desweiteren war ich einmal in der Woche schwimmen. Im April 2011 waren wir dann für 1 Woche in Paris, ging auch ganz gut... Im Mai habe ich dann auch wieder mit dem Radfahren angefangen, hilft auch sehr viel! Ach so noch der 3. Tipp: lasst am Anfang die Narbe in Ruhe, nicht schrubben, nicht eincremen, das kommt alles von alleine.
Was war sonst noch? Das mit dem geschwollenen Fuß dauerte ein halbes Jahr, danach wurde es besser, desweiteren schwitzte der Fuß permanent. Ich habe ein halbes Jahr einen Stützstrumpf getragen, vielleicht lag es daran. Druckstellen durch den Aircast hatte ich an der Ferse und am Zehknöchel, meine Physiotherapeutin machte sich schon Sorgen , es hat auch lange gedauert, bis die Verfärbungen verschwunden waren. Ansonsten hatte ich keine weiteren Hilfsmittel benutzt, habe nur meine geliebten Birkis auf Empfehlung des Arztes nicht mehr getragen, er meinte das wäre für die Sehne nicht so gut, nun ja also mussten ein paar neue Hausschuhe her. Auch ganz wichtig: die Thrombosespritzen nicht vergessen (auch wenn der Bauch später blau und grün aussieht...) Die Sehne hat sich auch immer mal wieder gemeldet, je nach Belastung.
Stand heute (Januar 2012): alles wieder soweit ok, Dehnübungen mache ich nicht mehr, es fehlt aber immer noch die Muskulatur, das wird wohl noch ca 1 bis 2 Jahre dauern. Wadenumfang vor Unfall: 39 cm, 3 Monate nach OP: 35 cm, heute 37 cm.
Gruß Det
Zuletzt bearbeitet am 07.02.12 15:51
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